Dark Universe – Steve Latshaw (Trash Collection # 14)

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Dark Universe – Steve Latshaw (Trash Collection # 14)

Beitragvon jogiwan » 15. Dez 2009, 16:32

Dark Universe – Steve Latshaw (Trash Collection # 14)

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Originaltitel: Dark Universe

Herstellungsland: USA / 1993

Regie: Steve Latshaw

Darsteller: Joe Estevez, Blake Pickett, Cherie Scott, Bently Tittle, u.a.

Story:

In den tückischen Sümpfen Floridas findet die neue NASA-Mission ein jähes Ende. Fremdartige Sporen haben das gesamte Raumschiff und den Astronauten Steve Thomas infiziert, der daraufhin zu einem grauenhaften Monster mutiert.
Eine Gruppe wagemutiger Wissenschaftler macht sich auf die Suche nach dem Wrack des verglühten Raumschiffs. Doch stattdessen stoßen sie auf eine mordgierige Kreatur! Gefahrenstufe eins! Eine mörderische Riesenechse vermehrt sich absolut unkontrolliert und benötigt dafür ständig frisches menschliches Blut. Einer nach dem Anderen fällt dieser nicht enden wollenden Gier zum Opfer. Eine Spur blutleerer Mumien und mutierter Wissenschaftler zieht sich durch das unwegsame Gestrüpp des Sumpfes. Mutig stellen sich die verbleibenden Forscher einem letzten Kampf, um das abscheuliche Horrorwesen aufzuhalten …
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Re: Dark Universe – Steve Latshaw (Trash Collection # 14)

Beitragvon jogiwan » 19. Jan 2011, 19:21

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Im Jahre 1980 wurde von den Lesern des amerikanischen „Golden Turkey Awards“ der humorvolle Sci-Fi-Film „Plan 9 from outer space“ von Regisseur Ed Wood Jr. zum schlechtesten Ami-Streifen aller Zeiten gewählt. Würde diese Wahl in heutigen Zeiten nochmals wiederholt werden, hätte der liebenswerte Streifen aus dem Jahre 1959 gegen die 1993 entstandene Trash-Gurke „Dark Universe“ von Regisseur Steve Latshaw wohl keine Chance mehr. Was Drehbuchautor Patrick Moran mit seinem billigen „Alien“-Abklatsch dem aufgeschlossenen Zuschauer zumutet, spottet ja eigentlich jeglicher Beschreibung und ist ein eigentlich unpackbarer Sciene-Fiction-Film der Güteklasse C, der mit schlechten Darstellern und noch schlechteren Effekten, der bei unbedarften Zuschauer wohl auf wenig Gegenlieben stoßen wird.

Die Story über die außerirdischen Sporen, die sich dank abgestürzten Space-Shuttle ungehemmt auf der Erde ausbreiten und nebenher Menschen in blutgierige Monster verwandelt ist ja nicht nur ziemlich doof, sondern eine bunte Mischung aus 100 Jahren Sci-Fi-Monsterfilmen, die sich neben „Alien“ auch fleißig bei anderen Werken bedient, die in den letzten Jahrzehnten einigermaßen erfolgreich waren. Etwas anderes darf man sich aber bei einem Werk, bei dem der sympathische Fred Olen Ray seine Finger im Spiel hat, aber auch gar nicht erwarten. Der Sci-Fi-Anteil hält sich nach dem Start ja ohnehin in Grenzen und die meiste Zeit der Handlung besteht darin, dass unsere Protagonisten durch die Sümpfe von Florida schreiten und vor dem Monster flüchten. Dabei sieht die Landschaft ja nicht einmal so sumpfig aus und erinnert eher an normale Wälder als an irgendwelche Naturschutzgebiete in Florida.

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Es ist ja schon auch ein bissl frech, einen Film „Dark Universe“ zu nennen, dessen Handlung dann aber zu 98 % auf der Erde spielt. Wenn aber neben einem vernünftigen Drehbuch wohl eine Sache nicht vorhanden war, dann war das wohl ein entsprechendes Budget um diesen hanebüchenen Mist auch noch würdig auf die Leinwand zu bringen. Und so gibt es in „Dark Universe“ nicht nur ein paar der schlechtesten Morphing-Effekte, die wohl jemals in einem Film verwendet wurden, sondern auch noch jede Menge anderer Dinge, die das Herz des Trashfreunds höher schlagen lassen. Wenn ein Raumschiff schon Nautilius heißt, dann ist es wohl auch wenig verwunderlich, dass diesem dann ein Monster entsteigt, das auch eher an einen Bewohner aus dem Meer als aus dem All erinnert. Das außerirdische Vieh sollte ja wohl von H.R. Giger inspiriert, sieht aber als Mischung aus Godzilla und Wolfsbarsch derart lächerlich aus, dass man sich das Schmunzeln wohl nicht verkneifen kann.

Generell ist der ganze Film natürlich kompletter Mist und ist sich dessen auch durchaus bewusst. Die Handlung ist bewusst komplett überzogen und spätestens wenn sich die zwei Hauptdarsteller vollkommen unmotiviert nackig machen und dabei von einem mutierten Gürteltier attackiert werden, weiß man, dass man „Dark Universe“ wohl nicht mit voller Ernsthaftigkeit begegnen sollte. Die Darsteller stolpern durch die dünne Handlung und alle paar Minuten gibt es ein paar schlechte Effekte, die auch zu jeder Zeit als solche erkennbar sind. Dabei ist „Dark Universe“ auch eher zahm ausgefallen und bietet hauptsächlich ein paar schleimige Effekte. Lustig natürlich das zerstörte Raumschiff, dass mehr schlecht als recht in die Handlung kopiert wurde und sich bei Nahaufnahmen als Graffiti-Wand entpuppt.

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Trotzdem ist „Dark Universe“ für den Trashfreund natürlich eine wahre Freude und macht in der richtigen Runde auch richtig Spaß. Die größtenteils unbekannten Darsteller machen ihre Sache auch ganz gut und dank der Story und den billigen Effekten ist dieser eigentlich harmlose Sci-Fi-Horrorfilm mit komödiantischem Einschlag recht kurzweilig ausgefallen. Sicherlich hätte man mit einem größeren Budget, einer besseren Geschichte, talentierteren Schauspielern vieles besser machen können. Aber warum sollte man, wenn schon für 15.000 Dollar so ein unterhaltsames Filmchen dabei rauskommt und „Dark Universe“ ist einfach ein kostengünstiges Direct-to-Video-Plagiatsfilmchen aus den Untiefen der Neunziger, wie es heutzutage sonst nur noch von Asylum („Snakes on a train“, „Paranormal Entity“ und „Mega-Shark vs. Giant Octopus“ kommen könnte.

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Unterm Strich ist „Dark Universe“ ein herrlich schundiges Vergnügen der kostengünstigen Art mit einer Vielzahl von sympathischen Schwächen und dadurch natürlich ideal für die „Trash Collection“. Unbekannte Darsteller, eine nicht ganz so schreckliches Monster, eine Prise Freizügigkeit und jede Menge blöder Handlungsabläufe und Dialoge machen diesen 1993 entstandenen Streifen zu einem kurzweiligen Vergnügen für jeden aufgeschlossenen Trashfreund mit Sinn für Humor. Das dunkle Universum wird ja eher nur gestreift und die unterhaltsame Monster- bzw. eher Menschenhatz kurzerhand in die Everglades von Florida verlegt. Nach herkömmlichen Maßstäben kann man diese amerikanische Indie-Produktion aus dem Umfeld von Fred Olen Ray dann auch gar nicht bewerten. Entweder man mag diese Art von Filme, oder wird sie einfach aus tiefsten Herzen verabscheuen. Definitiv nichts für Spießer und dem Katholischen Filmdienst, aber wer jedoch so wie ich auch zwischendurch mal gerne mal seine Schlaflosigkeit mit schlechten Filme im Nachtprogramm der Privaten bekämpft, kann sich „Dark Universe“ bedenkenlos ins Regal stehen. 6/10 Punkten

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