No Blood - No Surrender – Rudy Dominguez (Trash Coll. # 24)

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No Blood - No Surrender – Rudy Dominguez (Trash Coll. # 24)

Beitragvon jogiwan » 15. Dez 2009, 19:22

No Blood - No Surrender – Rudy Dominguez (Trash Coll. # 24)

Bild

Originaltitel: No Blood

Herstellungsland: Philippinen / 1986

Regie: Rudy Dominguez

Darsteller: Palito, Ernie Ortega, Max Alvocado, Janice Jevado, u.a.

Story:

Nach Kriegsende kehrt der traumatisierte Veteran Sgt. Samson in seine Heimat zurück, um der Familie eines gefallenen Freundes einen Brief zu übergeben. Doch schon kurz nachdem er in Santa Sepulco ankommt, wird er zusammengeschlagen und aus der Stadt getrieben. Von nun an wird er vom Bürgermeister, dem Polizeichef und seinen Männer verfolgt und im Dschungel gejagt, weil sie befürchten, die Kontrolle über die Stadt zu verlieren. Die korrupte Bande hat dabei jedoch den Killerinstinkt des erfahrenen Einzelkämpfers Samson maßlos unterschätzt, der die Schergen seiner Widersacher einem nach dem anderen erledigt. Diese sehen nun ihre einzige Chance im ehemaligen Captain von Samson, der ein endgültiges Blutbad verhindern soll …
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Re: No Blood - No Surrender – Rudy Dominguez (Trash Coll. # 24)

Beitragvon Blap » 31. Okt 2010, 13:43

Ein reichlich langweiliges Machwerk. Es folgt der übliche Kurzkommentar:


No Blood, No Surrender
(Philippinen 1986)

Ex-Soldat Samson kehrt aus dem Krieg zurück. Er möchte einer jungen Dame den letzten Brief eines gefallenen Kameraden übergeben. In der kleinen Stadt führen der "Bürgermeister" und dessen Handlager ein hartes Regiment. Fremde sind nicht erwünscht, schliesslich soll niemand Einblick in die illegalen Geschäfte der lokalen Machthaber bekommen. Kurzerhand setzt man den vermeintlichen Streuner an der Stadtgrenze ab, doch schon bald wird er erneut gesichtet. Die Situation eskaliert, der Sturkopf flüchtet in den Wald, Mord und Totschlag nehmen ihren Lauf...

"No Blood, No Surrender" ist eine reichlich bescheuerte Parodie auf Rambo. Schon die Besetzung der Hauptrolle ist unfassbar, ein magersüchtiges Bürschlein, ständig debil aus der Wäsche glotzend. Dazu weitere hässliche Fratzen, Fettsäcke und unattraktive Damen. Potential für einen irren Trip ist hier genügend vorhanden, doch leider geht die Rechnung nicht auf. Die deutsche Synchronisation ist lahmarschig und langweilig, die Figuren beginnen recht schnell zu nerven. Verkrampft versucht das Debakel so trashig wie irgend möglich zu wirken, der Spass bleibt aber überwiegend auf der Strecke. Sicher, hier und da sind brauchbare Ansätze erkennbar. Da wäre der schrecklich-schöne Score, der munter zwischen Sesamstrasse und Geblubber umher taumelt. Weiterhin funktioniert der eine oder andere Gag leidlich, doch überwiegend regiert das grosse Gähnen.

Mir sind trashige Filme immer dann am liebsten, wenn sie unfreiwillig grotesk über den Bildschirm flimmern, mit grosser Geste scheitern. Ist dies nicht der Fall, sollte trotzdem irgendwie Freude aufkommen, dieses Teil scheitert leider auf langweilige Art und Weise. Bevor ich mir den Mumpitz erneut anschaue, werfe ich lieber den hysterischen Knaller "Virgins of Hell" aus Indonesien in den Player, das Teil rockt ordentlich die Hütte. Trash? Ja, gern! Aber bitte nicht so öde...

Die DVD aus der CMV Trash Collection gehört zu den Tiefpunkten dieser schönen Reihe. Die technischen Aspekte sind bei einem Film dieser Art sowieso nicht von Belang, das Bild auf unterem VHS-Niveau stört nicht, es passt recht gut zu dem trostlosen Treiben. Was solls, die Trash Collection hat mir schon viel Freude bereitet, da sehe ich über diesen Ausfall gern hinweg. Wie würde es der Dude formulieren: Bekackt! ...in Zahlen: 3/10

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Re: No Blood - No Surrender – Rudy Dominguez (Trash Coll. # 24)

Beitragvon jogiwan » 15. Jan 2011, 19:15

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Als Ted Kotcheff im Jahre 1982 mit Sylvester Stallone den Roman „First Blood“ von Schriftsteller David Morrell unter dem Namen „Rambo“ verfilmte und damit trotz sozialkritischer Untertöne den wesentlichen Grundstein für das Achtziger-Jahre-Action-Kino legte, war es aufgrund des wirtschaftlichen Erfolges wenig verwunderlich, dass dieser zahlreiche Fortsetzungen und Plagiate nach sich zog. Die dreisteste Kopie der Geschichte über den schweigsamen Kriegsveteranen, der unfähig sich zu artikulieren, seine Kampftechniken gegen seine eigenen Mannen richtet, ist aber sicherlich der philippinischen Actionkomödie „No blood no surrender“ aus dem Jahre 1986.

Die Handlung von „Rambo“ wurde für diesen Low-Budget-Action-Komödie kurzerhand von dem amerikanischen Ort „Hope“ in den philippinischen Dschungel verfrachtet, in dem eine ausgemergelte Karikatur eines Action-Helden eher schlecht als recht mit dem Gesetz in Konflikt kommt und daraufhin unter den Männern des korrupten Bürgermeisters ein Blutbad anzurichten, ohne dabei nicht jede Menge Kalauer auf die Menschheit loszulassen, die unter Stallone-Fans wohl für fassungsloses Entsetzen sorgen werden. Mit dem schweigsamen John Rambo hat unser Samson schon optisch sehr wenig gemeinsam und auch ansonsten haben die beiden Figuren außer dem Hand zu einem großen Waffenarsenal wohl wenig gemeinsam.

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In „No blood no surrender“ wird die sozialkritische Komponente der Vorlage dann auch komplett zurückgedreht und wird durch brachialen Humor der derberen Sorte ersetzt, die sich vor allem in der deutschen Variante für keine billige Zote zu schade ist. Die erste Hälfte des Filmes ist dann auch wieder einmal ein Paradebeispiel für die Zeit, in der Filme in Deutschland noch mit Schmackes und ohne Rücksicht auf etwaige Verluste auf witzig synchronisiert wurden. Und so erinnert der Streifen dann in seiner vorliegenden Form auch stark an Rainer Brandt in der Diskont-Variante und die hoffnungslos überzeichneten Figuren sorgen ebenfalls dafür, dass der Streifen zu keiner Sekunde ernst zu nehmen ist.

Die Geschichte ist ja ziemlicher Müll und unser Antiheld Samson lässt ja auch keine Gelegenheit aus, um mit den Bösewichten des Ortes auf Konfrontationskurs zu gehen. Doch der modisch sehr selbstbewusste Bürgermeister, der die Dorffinanzen mit illegalen Machenschaften auffettet, lässt sich die Wurst nicht so leicht vom Brot ziehen und als sich Samson auch noch mit seinem Flirt Melinda in den Wäldern verschanzt, wird zur heiteren Menschenjagd gerufen. Woran die Figur Melinda jedoch verstirbt, muss mir im Eifer des Gefechts wohl irgendwie entgangen sein und auch das Ende erscheint mir bei einmaliger Sichtung nicht ganz logisch.

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Bereits nach den ersten Filmminuten wird klar, dass Regisseur Rudy Dominguez keinen Film für Feingeister gedreht hat und die überdrehte Parodie bietet auch ausnahmslos seltsame Figuren, die sich dann auch noch ausgiebig zum Affen machen. Allen voran natürlich unser Reserve-Held und Parade-Schwachmat Samson, der zwar über tödliche Kampfkünste, aber auch über eine gehörige Portion Schwachsinn verfügt. Die zahlreichen Entwicklungen, die sich Drehbuchautor Ernie Ortega ausgeborgt ähm. ausgedacht hat, spotten jeglicher Beschreibung und auch wenn dem Streifen im zweiten Teil doch etwas die Luft ausgeht, entschädigt die unglaubliche erste Hälfte für das lahme, wenn auch explosive Ende.

Zu den Darstellern kann nicht viel gesagt werden und dürften sich auch größtenteils aus Laiendarstellern zusammensetzen. Hauptdarsteller Palito war zur Zeit der Entstehung wohl ein bekannter Komiker, der jedoch offensichtlich auch schon seinen Zenit überschritten hatte und auch nicht viel zu Essen bekommen hat. Die restlichen Darsteller sind Knallchargen und Kanonenfutter und zeichnen sich eher durch Overacting, als durch andere Dinge aus. Regisseur Rudy Dominguez hat insgesamt vier Filme als Regisseur gedreht und war ansonsten auch eher als Darsteller aktiv. Seine Regie ist zwar sicherlich kein Highlight, aber schon systemerhaltend und bietet die ein- oder andere hübsche Szene in idyllischer Natur.

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Unterm Strich bleibt eine eigentlich unglaubliche Rambo-Parodie, bei der sich einem schon die Gehirnwindungen kräuseln kann. Während das amerikanische Original ein Stück Zeitgeschichte ist, kann die philippinische Variante in Punkto Humor überzeugen und bietet einen kalauernden Schenkelklopfer nach dem anderen. „No blood no surrender“ ist stumpfsinnige Plagiats-Unterhaltung, der man am besten mit ein paar Kumpels und genügend Bier gegenüber tritt um nicht geistigen Schaden zu nehmen. Sicherlich kein Highlight, aber schon ein spaßiges und zutiefst lächerliches Filmchen aus Billigsdorf für die geeichte Zuschauerschaft, die ebenso wie der Titelheld nichts mehr zu verlieren hat. Unterhaltung der seltsamen Art mit einem Bonuspunkt für die bürgermeisterliche Fashion-Show inklusive goldenem Bademantel: 4,5/10 Punkte

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