Blood Dolls - Tödliche Puppen - Charles Band (TC. #108)

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Blood Dolls - Tödliche Puppen - Charles Band (TC. #108)

Beitragvon jogiwan » 30. Okt 2014, 21:20

Blood Dolls - Die Killerpuppen (Trash Collection #108)

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Originaltitel: Blood Dolls

Herstellungsland: USA / 1999

Regie: Charles Band

Darsteller: Jack Maturin, Debra Mayer, William Paul Burns, Warren Draper

Story:

Virgil Travis ist ein exzentrischer Freak, aber gleichzeitig auch ein genialer Milliardär mit einem Kopf so groß wie eine Avocado. Er hat Spaß an seiner privaten Hausband, vier wunderhübsche Damen in einem Käfig, die für ihn zu jeder Tages- und Nachtzeit auf Kommando musizieren müssen. Ganz nebenbei ist er auch noch ein Erfinder auf dem Gebiet der Biologie. Seine jüngste Schöpfung, die Blood Dolls, sind kleine gehorsame Kreaturen mit tödlichen Fähigkeiten. Als er jedoch von seinen engsten Vertrauten hintergangen wird, schwören ihnen Virgil und seine Familie der Monster ultimative Rache … (quelle: cmv-laservision)
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Re: Blood Dolls - Tödliche Puppen - Charles Band (TC. #108)

Beitragvon Reinifilm » 22. Dez 2014, 08:33

Mein persönlicher Liebling aus dem Charles-Band-Puppenuniversum - hier feiern Trash, Schwachsinn und Wahnsinn eine wirklich hemmungslose Party.
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Re: Blood Dolls - Tödliche Puppen - Charles Band (TC. #108)

Beitragvon jogiwan » 11. Jan 2015, 16:49

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Virgil Travis (Jack Maturin) ist ein schwerreicher Exzentriker und Forscher, der ein Vermögen mit Computern gemacht hat und abgeschieden in einem geräumigen Haus wohnt, wo er sein wahres Gesicht hinter einer Maske vor der Welt verborgen hält. Dieses ist nämlich nur so groß wie eine Kokosnuss, was daran liegt, dass ihn einst seine eigene Mutter im Reagenzglas zeugte und augenscheinlich etwas daneben ging. Doch auch ansonsten führt der der Psychopath ein eher ungewöhnliches Leben zwischen kleinwüchsigen Hausangestellten (Phil Fondacaro), einer eigenen Mädchenband, die im Käfig gehalten wird und seinem treuen Diener Mascaro (William Paul Burns), der mit einer Clown-Maske seine Dienste verrichtet.

Als Virgil Unternehmen eines Tages durch eine Intrige von Harrison Yulin (Warren Draper) und seinen beiden Partnern George Warbeck (Nicholas Worth) und Mercy Shaw (Jodie Fisher), sowie einer durch Bestechung erfolgreichen Kartellklage quasi über Nacht seinen ganzen Wert verliert und feindlich übernommen wird, sinnt der ideenreiche Mann auf grausame Rache. Mittels neuartiger Technologie verwandelt der Forscher den entführten Richter und Staatsanwalt, sowie seine persönliche Assistentin Cindy, die er ebenfalls verantwortlich macht, durch eine neuartige Technik in kleine und gewaltbereite Puppen, die seine von ihm überwachten Widersacher aus dem Weg räumen sollen.

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Das erste Opfer ist Warbeck, der trotz erhöhter Sicherheitsmaßnahmen einem inszenierten Stromausfall und den kleinen Puppen zum Opfer fällt. Auch Mercy Shaw ereilt wenig später kurz vor ihrer Flucht ins Ausland im Lift ihres Hauses das gleiche Schicksal. Doch trotz aller Vorkehrungen geht der blutige Plan geht nicht zur Gänze auf, als sich Harrison Yulin in Wirklichkeit nur als Marionette seiner Gattin Moira (Debra Mayer) entpuppt, die dem exzentrischen Virgil in Punkto Durchtriebenheit ebenbürtig scheint. Moira hat mittlerweile das gesamte Vermögen an sich gerissen und opfert auch ihren naiven Mann um mysteriösen Virgil ein Angebot zu machen, dass er nicht so ohne weiteres ablehnen kann…

Charles Band und seine munteren Puppen sind ja immer ein Garant für blutige Unterhaltung und seit seinem Drehbuch für David Schmoellers „Puppet Master“ und dem damit verbundenen Erfolg seiner Produktionsfirma „Full Moon Features“ sind dämonische Puppen ja quasi das Aushängeschild und Markenzeichen des amerikanischen Regisseurs, Drehbuchautor und Produzent geworden. Mit seinen kleinen Kreationen und den dazugehörigen Filmen, die augenzwinkernd und blutig um die Ecke biegen hat Band auch den Nerv des Genre-Fans gefunden, die von den kleine Puppen mit ihrem extravaganten Aussehen auch nicht genug bekommen können und seit mehreren Jahrzehnten den Trash- und Horrorfreund mit haarsträubenden, kreativen und lustigen Einfällen.

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Heutzutage ist der Begriff „Trash“ ja leider schon mehr als überstrapaziert und der zwiespältige Erfolg von billig heruntergekurbelten Werken aus Produktionfirmen wie „Asylum“ und Konsorten beim vorwiegend jungen Publikum lassen ja oft vergessen, dass es ja schon vor Jahrzehnten findige Filmemacher aus der B-Ecke gab, die sich abseits von Mainstream-Horror ihre eigene Ecke geschaffen haben um die Filmwelt mit kostengünstigen Werken zu bereichern, die nicht nur aus einem Gag, billigen CGI und effektheischender 3D-Technik bestehen, sondern neben ihrem allgemeinen Schmuddel- und Wohlfühlfaktor vor allem mit Charme und Ideenreichtum punkten können.

In „Blood Dolls“ aus dem Hause „Full Moon“ kommt auch wieder alles Zusammen, was die Filme aus der Produktionsschmiede von Charles Band so liebenswert machen und der Zuschauer wird gleich ohne Rücksicht auf Verluste mit einem sehr schrägen Szenario und dem Geschäftsmann, Milliardär und Forscher Virgil Travis konfrontiert, der nicht nur ein etwas schräges Äußeres sein Eigen nennt, sondern auch ansonsten einem recht exzentrischen Lebensstil frönt und sich mit sonderbaren Gesellen umgibt. Der gute Herr ist ja nicht nur ein richtiger Psychopath, sondern offensichtlich auch ein genialer Wissenschaftler, der seine Widersacher kurzerhand in kleine Puppe verwandelt, die ihm als Handlanger bei seinen brutalen Plänen dienen.

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Im Verlauf des kurzweiligen Streifens kommen dann auch Sex, Gewalt und jede Menge Musik der nicht ganz artgerecht gehaltenen Hausband mit knappen Outfits und Themen-bezogenen Musikstücken ausgiebig zum Einsatz und jedes Mal, wenn man glaubt, dass es nicht noch absurder kommen kann, setzt Charles Band noch einen drauf und präsentiert seinen 1999 entstandenen Streifen als nicht enden wollendes und wendungsreiches Füllhorn abgeschmackter Ideen, die auf der anderen Seite aber auch so stets so überdreht und augenzwinkernd daherkommen, dass man dem sympathischen Regisseur auch gar nicht böse sein kann, dass die ganze Puppensause auch so überhaupt keinen Sinn ergibt.

Einen Hang für schräge Ideen und trashiger Inszenierung sollte man zur Sichtung von „Blood Dolls“ schon mitbringen und bei aller Liebe zu Charles Band gibt es auch ein paar Dinge, die man fraglos besser hätte machen können. So wirkt das Puppen-Design in Vergleich zu der „Puppet Master“-Serie doch etwas lieblos und auch das Ende, dass man als Zuschauer gleich doppelt durchleben darf und der Vor-Abspann, in der alle Darsteller nochmals namentlich mit ihren besten Szenen präsentiert werden, wirkt in einem Streifen mit ohnehin kurzer Laufzeit und ein paar Musiknummer schon so, als hätte man nur mühsam die 80-Minuten-Grenze erreicht. Auch in Punkto Härte Hält sich der Streifen eher zurück und für meinen Geschmack hätte der Streifen auch ruhig ein bisschen blutiger und mit mehr Puppen-Action daherkommen können.

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Darstellerlisch gibt es hingegen nicht viel zu meckern und die zahlreichen Schauspieler aus der zweiten, dritten und vierten Reihe geben sich auch redlich Mühe der haarsträubenden Geschichte die notwendige Spur Ernst zu verpassen. Die eigentlichen Stars von „Blood Dolls“ sind dann auch die Puppen, denen überraschenderweise keine nennenswerten Fähigkeiten und auch meines Erachtens relativ wenig Screentime spendiert wurde. Bekanntestes Gesicht in dem turbulenten Spektakel dürfte dann wohl auch der kleinwüchsige Phil Fondacaro, den man aus zahlreichen Serien kennt und auch die markante Erscheinung von Nicholas Worth dürfte dem Genre-Freund durchaus bekannt vorkommen. Der Rest der Partie glänzt entweder mit Overacting oder mit körperlichen Vorzügen und neben Debra Mayer dürfte sich der männliche Zuseher vor allen an der Girlband erfreuen.

CMV-Laservision bringt den heiter-blutigen Puppenspaß als Nummer 108 der allseits beliebten Trash-Collectin und mit durchaus ansprechender Bild- und Tonqualität und bietet neben der deutschen Synchro wie üblich auch die englische Originalfassung. Neben dem Originaltrailer und einem kurzen und teils etwas seltsam anmutenden „Making-Of“ in englischer Sprache gibt es dann auch noch eine musikalisch unterlegte Bildergalerie, sowie die Trailer zu den bereits erschienen Sci-Fi-Spaß „Kosmokiller“, dem mittelprächtigen Zombie-Reißer „Zombie Death House“ und dem Tier-Horror-Hochseedrama „Uninvited“.

Unterm Strich bleibt ein liebenswert-durchgeknallter Horror-Spaß von Charles Band, der in „Blood Dolls – Die Killerpuppen“ auch zu einer seiner absoluten Höchstleistungen ausholt und alle funktionierenden Zutaten seines „Puppetmaster“-Erfolgs auf überdrehtere Weise wiederholt und die ganze Sache dann noch mit einer Prise nackter Haut und noch mehr Musik würzt. Hier geben sich Wahnsinn, blutiger Horror, hysterisches Puppentheater und schwarzer Humor die Klinke in die Hand und bereiten dem Zuschauer ein einzigartiges Vergnügen, dass man mit seiner Fülle an schrägen Ideen und Entwicklungen inklusive der schrulligen Charaktere und seinem unkonventionellen Ende wahlweise grenzgenial, oder völlig daneben finden kann.

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