Birds of Prey – Rene Cardona Jr. (Trash Collection # 69)

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Birds of Prey – Rene Cardona Jr. (Trash Collection # 69)

Beitragvon jogiwan » 17. Dez 2009, 09:29

Birds of Prey – Rene Cardona Jr. (Trash Collection # 69)

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Originaltitel: El Ataque de los pájaros

Herstellungsland: Mexiko / 1987

Regie: René Cardona Jr.

Darsteller: Christopher Atkins, Michelle Johnson, Sonia Infante, Salvador Pineda, u.a.

Story:

"Die attraktive Fernsehjournalistin Vanessa und ihr Freund, der Kameramann Peter, haben bei Recherchen festgestellt, dass sich offensichtlich überall auf der Erde aggressive Vögel zusammenrotten, um die bedrohte Natur zu verteidigen. In Acapulco greifen sie zwei Drachensegler an, in Mexiko bedrohen sie eine Familie beim Camping-Ausflug, ein Farmer und seine Frau werden Opfer der Killervögel, und selbst eine Kinderparty in Spanien endet tödlich. Überall stürzen sich tausende von blutrünstigen Raubvögeln mit ihren scharfen und todbringenden Krallen auf ahnungslose Menschen. Die Bewohner einer spanischen Kleinstadt fliehen in einem Zug, unter ihnen auch Vanessa und Peter. Panisch vor Angst beschließen die beiden, den aggressiven Begleitern eine Falle zu stellen ... "
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Re: Birds of Prey – Rene Cardona Jr. (Trash Collection # 69)

Beitragvon jogiwan » 21. Jan 2010, 08:22

Die junge und attraktive Reporterin Vanessa (Michelle Johnson) ist unzufrieden. Von ihrem Fernsehsender bekommt sie für ihre ambitionierten Recherchen nur drittklassige Themen. Doch nun ist sie gemeinsam mit ihrem Freund und Kameramann Peter (Christopher Atkins) einer riesigen Sache auf der Spur. Denn auf der ganzen Welt häufen sich ominöse Übergriffe von gewaltbereiten Vögeln auf unschuldige Menschen. In Acapulco wird ein Paragleiter von einem Greifvogel attackiert, während in Spanien ein älterer Herr eines Morgens von einem weiteren Vogel um 50 % seiner Sehkraft beraubt wird. In Italien werden arme Kinder massakriert und Flugzeuge von Vogelschwärmen angegriffen.

Vanessa und Peter reisen nach Spanien, wo sie auf einen bemitleidenswerten und fortan traumatisierten Zeitgenossen treffen, der von seinen Hühnern bedroht wurde und sich nur mühevoll mit einem Besen seines Lebens erwehren konnte. Weitere Recherchen führen die Beiden nach Italien, wo weitere Personen von grausamen Angriffen berichten. Vanessa erkennt, dass sich diese Angriffe langsam zu einem globalen Phänomen ausgeweitet haben und die Menschheit in großer Gefahr ist. Anscheinend hat die Natur endgültig die Schnauze voll, sich von der Menschheit ausbeuten zu lassen und schlägt nun mit Hilfe des Federviehs sehr eindrucksvoll zurück.

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Immer mehr häufen sich die Berichte von blutigen Angriffen. In Spanien wird ein Kindergeburtstag gewaltvoll beendet und eine weitere Familie wird während des Urlaubes attackiert. Wenig später werden auch Vanessa und Peter auch Zeuge eines Angriffes, als die beiden während der Arbeit in einer kleinen Stadt von einer riesigen Taubenschar überrascht werden. Gemeinsam mit den Bewohnern flüchten die beiden mit einem Zug aus der angegriffenen Stadt. Doch die Tauben geben sich natürlich nicht so leicht geschlagen und starten einen Angriff auf den Zug bzw. dessen Passagiere. Peter und Vanessa versuchen mit allen Mitteln die eingeschüchterten und verängstigten Personen zu retten und gemeinsam mit dem Lokführer stellen sie den heimtückischen Tauben eine Falle...

Auweia! Rene Cardona Jr. ist ja generell ein Mann fürs Grobe, der sich auch nicht zu schade ist, tatsächliche Begebenheiten oder fremde Ideen für seine Filme zu verwursten. Doch was er mit „Birds of prey“ abgeliefert hat, spottet eigentlich jeder Beschreibung. Dreimal darf jeder raten, welcher Film für diesen 1987 entstandenen Tierhorror-Streifen Pate gestanden ist. Klar – Alfred Hitchcocks wunderbar atmosphärische und vor allem gruselige Adaption von Daphe de Mauriers Kurzgeschichte über entartetes Federvieh, das unter dem Titel „die Vögel“ seit Jahrzehnten Cineasten begeistert und noch zahlreiche Generationen nach uns begeistern wird. Doch wenn sich Herr Tequila-Regisseur Cardona Jr. ohne Rücksicht auf Verluste bei dem Meister des Suspense-Kinos bedient, dann ist das ungefähr so, wie wenn Joe D´Amato Visconti imitieren würde. Sprich, das kann eigentlich nur gehörig in die Hose gehen. Und so ist es dann auch.

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Die spärlich vorhandene Geschichte von „Birds of prey“ ist natürlich kompletter Käse und mindestens genauso löchrig. In der ersten halben Stunde wird derartig schnell von einem Schauplatz zum nächsten gewechselt, dass dem Zuschauer fast schwindlig werden könnte. Dabei zeigt uns Cardona Jr. zahlreiche – wenn auch sehr zusammenhanglose Episoden, in denen Menschen von Vögeln angegriffen werden oder zumindest davon berichten. Irgendwann kommen dann die Reporterin und ihr Lover ins Spiel, die über diese Angriffe berichten und nach und nach einem ominösen Vogelkomplott auf die Spur kommen. Danach teilt sich der Film in drei Handlungsstränge von einer attackierten Familie im Urlaub, dem Kindergeburtstag mit tränenreichen Ausgang sowie den Reportern samt Stadtbevölkerung auf der Flucht vor der bösen Taubenschar, die sich jedoch auch zu wehren wissen. Leider kann keiner der drei Geschichten für sich überzeugen und in der Gesamtheit sind sie natürlich nur noch katastrophal zusammenhangslos zusammengeleimt.

Und wo Meister Hitchcock subtil Spannung und eine tierische Bedrohung erzeugt, lässt Cardona Jr. einfach bemitleidenswerte Tauben auf noch bemitleidenswertere Komparsen werfen. Womit wir auch schon beim nächsten Thema sind. Die Effekte sind zwar teils blutig, aber natürlich superbillig. Da ist sich der Regisseur auch nicht zu schade, Greifvogel-Attrappen mit Schnüren an Paragleitern zu befestigen, welches natürlich für jede Menge Lacher sorgt. Ganz toll auch die Szene, in der eine Familie aus einem sicheren Haus ins Wasser flüchtet und von finster dreinblickenden Enten bedroht wird. Weiters lässt Cardona Jr. seine kreischenden Darsteller durch Horden von Tauben laufen, was jedoch trotz Slow-Motion und dunkler Musikuntermalung leider nicht sonderlich bedrohlich wirkt. Und wenn es dann endlich mal blutig wird, werden die Leute mit Tauben mit offensichtlichem Augenfetisch beworfen, sind danach blutverschmiert und liegen Sekunden später tot am Boden, wobei das Blut dann schon wieder verschwunden ist.

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Das könnte ja eigentlich Spaß machen, hätte man nicht permanent das Gefühl, das hier auf unnötigste Weise Tiere gequält wurden. Mit den Tauben wird ja ohnehin nicht zimperlich umgegangen und vor allem diese Szenen zu Beginn sind in keinster Weise zu rechtfertigen. Und ich hoffe mal stark, dass es sich bei dem erschossenen Greifvogel doch bitte um eine Attrappe handelt. Tiersnuff zählt ja seit der italienischen Hochphase des Kannibalenfilms zu den entbehrlichsten Entwicklungen der Filmgeschichte und wurde hier offensichtlich nochmals aufgewärmt. Und wer nicht gut zu Vögeln ist, der hat meiner Meinung auch Punkteabzug verdient. Sowieso, wenn es auch noch so pseudo-dokumentarischen Zwecken dient. Und auch wenn ich mich persönlich jetzt nicht als großer Taubenfreund bezeichnen würde, so muss man die Viecher aber trotzdem nicht für einen trashigen Plagiatsfilm quälen.

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So bleibt unterm Strich leider ein spannungsarmer und trotz kurzer Laufzeit etwas langweiliger Tierhorror-Streifen, der in Italien anscheinend zu allem Unglück auch noch als Sequel des Hitchcock-Klassikers vermarktet wurde. „Birds of prey“ ist über weite Strecken leider ziemlich langatmig, unentschlossen und selbst die blutigen Effekte, die erstmals ungeschnitten in den deutschen Playern rotieren dürfen, retten den Film nicht vor seiner gefiederten Bruchlandung. Die Darsteller sind allesamt farblos, die Geschichte Müll und selbst der Soundtrack von Stelvio Cipriani klingt beliebig bzw. aus einem anderen Film, der mir jedoch nicht einfallen mag, bekannt. Am besten gefällt mir noch das lustige Cover der CMV-Scheibe mit der kreischenden Lady. Das Tiere für den Streifen gequält wurden, ist zu verurteilen und sorgt für Extra-Punkteabzug. Taubenhasser kommen zwar auf ihre Kosten, aber ich gebe – obwohl ich andere Werke von Cardona Jr. doch sehr, sehr mag – an dieser Stelle dann auch wegen dem unentschuldbaren Fehlen von Hugo Stiglitz doch nur 4 von 10 Punkten.
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