Amputiert - Der Henker der Apokalypse – T. Alderman (TC #28)

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Amputiert - Der Henker der Apokalypse – T. Alderman (TC #28)

Beitragvon jogiwan » 16. Dez 2009, 08:06

Amputiert - Der Henker der Apokalypse – T. Alderman (TC #28)

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Originaltitel: The Severed Arm

Herstellungsland: USA / 1975

Regie: Thomas S. Alderman

Darsteller: Deborah Walley, Paul Carr, David G. Cannon, Marvin Kaplan, u.a.

Story:

Eine kleine Gruppe von Hobby-Höhlenforschern gerät in einen stillgelegten Bergwerksstollen, der hinter ihnen zusammenbricht. Nach einigen Tagen sind die Männer am Rande des Wahnsinns, die Nahrungsmittel sind aufgebraucht, und keine Rettung ist in Sicht. Hunger und Durst machen sie zu menschlichen Bestien. In ihrer Verzweiflung „verlosen“ sie einen Arm, der ihnen das Überleben sichern soll. Doch kurz nachdem dem widerwilligen Verlierer Ted der Arm amputiert wurde, vernehmen die Eingeschlossenen Klopfzeichen.Ein Rettungstrupp naht! Entsetzt über ihre Tat und voller Panik über mögliche Konsequenzen, beschließen sie, der Öffentlichkeit zu erzählen, Teds Arm sei eingeklemmt worden und hätte amputiert werden müssen.
Doch nach Jahren des Vergessens beginnt Teds blutiger Rachefeldzug an jedem Einzelnen! Das Grauen holt sie alle ein…
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Re: Amputiert - Der Henker der Apokalypse – T. Alderman (TC

Beitragvon jogiwan » 16. Jan 2012, 19:21

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Eines schönen Tages treffen sich sechs Freunde und Hobby-Höhlenforscher um einen abenteuerlichen Trip in einem aufgelassenen Bergwerk zu unternehmen. Kurze Zeit nachdem die illustre Runde die weitreichenden Höhlen betreten haben, stürzt jedoch ein Gang im Stollensystem zusammen und versperrt den entsetzten Teilzeit-Archäologen den einzigen Ausweg. Einige Tage später sind dann auch sämtliche Nahrungsreserven aufgebraucht und es macht sich Panik und Lagerkoller unter den Männern breit, die vergeblich die ganze Zeit auf Rettung gewartet haben.

Als der hauptberuflich als Drehbuchautor tätige Jeff (David G. Cannon) seinen Freunden von einer Kurzgeschichte erzählt, die von Seeleuten handelt, die sechzig Tage verschollen galten und das Fleisch von toten Seeleuten gegessen haben um das eigene Leben zu retten, entsteht die entsetzliche Idee, deinen beliebigen Körperteil eines der eingeschlossenen Männer zu essen, der in einem Losverfahren ermittelt wird. Zuerst sind nicht alle begeistert, aber als die Aussicht auf eine baldige Rettung gegen Null tendiert, willigen auch die Skeptiker ein und das Los fällt auf Ted (Ray Dannis), der naturgemäß darüber wenig begeistert ist.

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Das Unterfangen wird dann auch nicht sogleich in die Tat umgesetzt, da Ted bitterlich um sein Leben fleht. Doch das ändert sich, als Ted versucht, im Schlaf den Radiomoderator Hermann (Marvin Kaplan) zu ermorden. Die anderen halten ihn fest, während der Arzt Ray dem armen Mann den Arm amputiert, der für alle als Nahrungsquelle dienen soll. Als die Runde jedoch kurze Zeit später gefunden wird, beschließen die restlichen Abenteurer, die ganze Sache als Unfall darzustellen, während der mittlerweile wahnsinnig gewordene Ted furchtbare Rache schwört.

Als Jeff daher fünf Jahr später in der Weihnachtspost einen amputierten Arm eines Toten findet, ist dieser hochgradig alarmiert und begibt sich Ray und den anderen, die vermutlich in größter Gefahr schwebe. Und tatsächlich hat es sich jemand zur Aufgabe gemacht, an den fünf Männern Rache zu üben und als Ray in der Nacht von einem Unbekannten der Arm abgeschnitten wird, fällt der Verdacht sofort auf Ted, der mittlerweile von der Irrenanstalt entlassen wurde, aber spurlos verschwunden ist.

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Gemeinsam mit dessen attraktiven Tochter (Deborah Walley) versuchen Jeff und der Polizist Mark (Paul Carr) den ehemaligen Freund zu finden, der jedoch den Beiden immer einen Schritt voraus ist. Jeff wird niedergeschlagen und erhält die Nachricht, der Nächste auf der Liste des Psychopathen zu sein. Der hegt jedoch ganz andere Pläne und schlägt kurze Zeit später neuerlich und unbarmherzig zu. Und während die ehemalige Hobby-Höhlenforscher-Runde weiter dezimiert wird, versuchen die anderen einen Ausweg aus dem grauenvollen Alptraum zu finden…

Die Sache vom „Kannibalismus in menschlichen Ausnahmesituationen“ ist ja ein Thema, das immer wieder von Filmemachern aufgegriffen wird. Ausschlaggebend dafür ist wohl die wahre Begebenheit des Fluges 571 der Uruguayan-Air-Force, bei dem im Jahre 1972 das Flugzeug in den Anden abstürzte und die erst 72 Tage später durch Zufall gerettet werden konnten und die das Fleisch ihrer toten Mit-Passagiere aßen, um selbst zu überleben. Ähnliches machen auch die sechs Höhlenforscher durch, die zu Beginn des Filmes verschüttet werden und nach Tagen des Hungerns und ohne Aussicht auf baldige Rettung den Arm ihres Kumpels Ted essen, um nicht zu sterben. Als sie jedoch wenig später gerettet werden, schwört dieser bittere Rache und scheint diese fünf Jahre danach auch in die Tat umzusetzen.

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Was jedenfalls recht dramatisch beginnt, verkommt im Falle von „Amputiert – Der Henker der Apokalypse“ aber eher zum trashigen Horror-Vergnügen, bei dem man schon auch mal ein oder zwei Äugelein bei der Logik zudrücken muss. Trotz seines reißerischen Titels bietet der 1975 unter der Regie von Thomas S. Alderman entstandene Horrorfilm ja doch eher gediegene Slasher-Unterhaltung der zahmeren Sorte, bei dem man zwar einige abgetrennte Gliedmaßen vor die Linse bekommt, aber bei dem der Rest doch auch etwas träge in Szene gesetzt ist, sodass es bis zum bitteren Finale durchaus schon mal etwas Langeweile aufkommen kann.

Generell mag ich ja diese Art von Siebzigerjahre-Grindhouse-Filmchen auch recht gerne und „Amputiert“ macht auf seine Weise durchaus Spaß, allerdings meint es Alderman mit seinen hinausgezögerten Spannungsmomenten dann einfach etwas zu gut und der Film wirkt in diesen Szenen vor allem im Finale doch etwas zu sehr in die Länge gestreckt. Außerdem sind die Szenerien bei Nacht teilweise so schlecht ausgeleuchtet und finster, sodass die ganze Slasher-Sause in Kombination mit der mittelmäßigen Bildqualität der Scheibe die Fantasie des Zuschauers imho etwas zu sehr in Anspruch nimmt.

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Andererseits ist der Film dann auch wieder spaßig und hat großartige Momente, wie z.B. die verzweifelten Momente im verschütteten Tunnelsystem, die an ähm… Dramatik auch nicht mehr zu überbieten sind. Während die Gesichter immer dreckiger werden, bleiben die Shirts der Darsteller aber sauber und ob es wirklich eine gute Idee ist, sich in so einer Situation gegenseitig die Körperteile abzuschneiden um damit zu überleben, sei jetzt auch einmal dahingestellt. Und auch die fiepsige, elektronische Moog-Musik hat mir in Kombination mit den teils recht düsteren Bildern gut gefallen.

Unterm Strich bleibt ein doch recht düsterer Früh-Slasher, der jedoch etwas daran krankt, dass die ganze Geschichte etwas zu zäh und spannungsarm inszeniert ist. Die lustige Grundidee, die sympathischen Darsteller und auch das bitterböse Finale können jedenfalls nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier wohl nur eingeschränktes Budget und technisches Vermögen am Werke war. Dennoch macht „Amputiert – Der Henker der Apokalypse“ durchaus Spaß und als Zweit- oder Drittfilm für den flüssigen Slasher-Abend in der richtigen Runde ist der Streifen von Thomas S. Alderman auch sicherlich gut geeignet. Sicherlich kein Highlight und Must-Have, aber schon auch gediegene Unterhaltung der grindhousigen Art, für die ich jederzeit wieder gerne die 5-von-10-Punkte-Karte zücken würde.

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Re: Amputiert - Der Henker der Apokalypse – T. Alderman (TC

Beitragvon Blap » 16. Jan 2012, 22:18

Ziemlich lahmarschig, aber nicht ohne Charme.
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Re: Amputiert - Der Henker der Apokalypse – T. Alderman (TC

Beitragvon untot » 17. Jan 2012, 03:20

Blap hat geschrieben:Ziemlich lahmarschig, aber nicht ohne Charme.

Kann ich so unterschreiben!! :nick:
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