Tomorrow, When the War Began - Stuart Beattie

Moderator: jogiwan

Tomorrow, When the War Began - Stuart Beattie

Beitragvon horror1966 » 22. Mai 2011, 16:48

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Tomorrow, When the War Began
(Tomorrow, When the War Began)
mit Caitlin Stasey, Rachel Hurd-Wood, Lincoln Lewis, Deniz Akdeniz, Phoebe Tonkin, Chris Pang, Ashleigh Cummings, Andrew Ryan, Colin Friels, Don Halbert, Olivia Pigeot, Stephen Bourke, Kelly Butler, Julia Yun, Dane Carson
Regie: Stuart Beattie
Drehbuch: John Marsden / Stuart Beattie
Kamera: Ben Nott
Musik: Reinhold Heil / Johnny Klimek
FSK 16
Australien / USA / 2010

Sieben junge Leute aus Australien wollen ein paar Tage am Busen der Natur verbringen und schlagen ihre Zelte in der Wildnis auf. Eines Nachts beobachten sie dabei ungewöhnliche Flugaktivität am Himmel. Als sie vom Ausflug nach Hause zurück kehren, fehlt von ihren Bekannten und Verwandten jede Spur, Dörfer und Höfe wirken wie ausgestorben. Es stellt sich heraus, dass eine fremde Macht Australien überfallen und die Bewohner in Lagern zusammen getrieben hat. Die jungen Leute beschließen, Widerstand zu leisten.


Stell dir vor es ist Krieg, doch nicht jeder merkt es


So ungefähr stellt sich die Ausgangssituation dieses Filmes dar, der doch in seinen Grundzügen ziemliche Ähnlichkeiten zu "Die rote Flut" aus dem Jahre 1984 aufweist. Es handelt sich hier aber nicht um das geplante Remake des Klassikers, zudem hat man hier lediglich den ersten teil einer Geschichte vor sich, die aller Vorraussicht nach in einer Trilogie enden wird. In den ersten gut 25 Minuten ist von einem Kriegsgeschehen noch weit und breit keine Spur, vielmehr bekommt der Zuschauer es mit einer eher oberflächlichen Vorstellung der jugendlichen Hauptdarsteller zu tun, die zudem auch noch mit etwas trockener Situationskomik garniert ist, so das man zunächst den Eindruck erhält, das man sich in einem 08/15 Teeniefilm befindet. Die 7 Jugendlichen machen sich also auf den Weg, ein unbeschwertes und lockeres Wochenende in der freien Wildnis Australiens zu erleben, wobei sich dem Betrachter einige herrliche Landschaftsbilder präsentieren. Es herrscht eine ausgelassene und fröhliche Stimmung an einem paradiesischen Ort, den die Jugendlichen als "Hölle" bezeichnen, was bei der Ansicht der Location einen extremen Widerspruch darstellt.

So vergehen dann die ersten Minuten des Filmes in einer äusserst unbeschwerten Stimmung, die sich allerdings schlagartig ändert, als die Clique wieder nach Hause kommt, denn die heimischen Straßen sind menschenleer und auch in den jeweiligen Elternhäusern ist kein familienmitglied anzutreffen. Stattdessen müssen die Freunde erkennen, das in ihrer Abwesenheit ein Krieg ausgebrochen ist und Australien von asiatischen Invasoren eingenommen wurde. Es ist insbesondere dieser extreme Stimmungs-Kontrast der Einführungsphase und der darauffolgenden Atmosphäre, der einen auch als Zuschauer nicht unberührt lässt, versucht man doch fast schon zwangsläufig, die vorgegebene Situation auf sein eigenes Leben zu beziehen und verspürt dabei die gleiche Hilflosigkeit, die in diesem Moment bei den Protagonisten vorherrscht. Dies verleiht dem Szenario eine ganz eigene Dynamik, erlebt man doch nun das Geschehen nicht nur aus der Sicht der Betroffenen, sondern sieht sich phasenweise als teil der Gruppe und fragt sich dabei immer wieder, wie man nun selbst vorgehen würde.

Nun kommt es bei einer Geschichte mit vorliegender Thematik fast schon unvermeidlich auch zu gewissen Situationen, die einen eher naiven und ziemlich unlogischen Eindruck hinterlassen, denn wenn man beispielsweise sieht, in welcher Form die Teenies den ausgebildeten Soldaten des Feindes Schaden zufügen, kann man sich über den Realitätsgehalt der Ereignisse schon seine Gedanken machen, was allerdings in keinster Weise etwas am hohen Unterhaltungswert des Filmes ändert. Und sein wir doch einmal ganz ehrlich, die vorgegebene Story ist doch nahezu prädestiniert dafür, das hier aus ahnungslosen und unbeschwerten Jugendlichen Helden geboren werden, die letztendlich alles in ihrer Macht stehende tun, um ihre Stadt aus der Umklammerung des Feindes zu befreien. Und so wachsen sie dann auch über sich hinaus, wobei sie immer wieder versuchen, den Invasoren mit gezielten Aktionen Schaden zuzufügen, was ihnen selbstverständlich auch gelingt. Dabei entfaltet die geschichte einen sehr konstant gezogenen Spannungsbogen und bietet auch diverse Action-Passagen, bei denen es sich in der Hauptsache um Schießereien und Explosionen handelt. Das mag sich im ersten Moment nicht unbedingt extrem abwechslungsreich anhören, passt aber absolut in das überzeugende Gesamtbild, das man von diesem Film erlangt.

Trotz der diversen Ähnlichkeiten zu "Die rote Flut" handelt es sich keinesfalls um einen dumpfen Abklatsch, denn die auf dem Roman von John Marsden basierende Geschichte hat ihre ganz eigenen Stärken, die beispielsweise auch in den vollkommen unterschiedlichen Charakteren der Hauptdarsteller zu finden sind, die mit der Zeit ein wirklich eingeschworener Haufen werden. Auch die Zeichnung der einzelnen Figuren weiss durchaus zu gefallen, kann man doch sehr gut die Veränderungen der einzelnen Persönlichkeiten nachvollziehen. Zudem hinterlassen eigentlich alle einen sehr symphatischen Eindruck beim Zuschauer, auch wenn das bei einigen Figuren erst mit zunehmender Laufzeit geschieht. Letztendlich kann man rückwirkend sagen, das "Tomorrow, When the War Began" insgesamt gesehen einen äusserst guten Gesamteindruck hinterlässt, woran auch die angesprochenen unlogischen Momente rein gar nichts ändern können. Regisseur Stuart Beattie hat eine wirklich spannende und sehr unterhaltsame Story äusserst gut ins Bild gesetzt und eine Darsteller-Riege verpflichtet, die jede Menge Symphatiepunkte beim Betrachter sammeln kann. So entsteht ganz automatisch ein hoher Identifikations-Faktor, der einen ganzzeitig mitfiebern lässt. Selbst das offene Ende des Szenarios erscheint keineswegs störend, weiss man doch das eine Fortsetzung folgen wird, auf die man sich jetzt schon freuen kann und ihr gespannt entgegensieht.


Fazit:


Sicherlich bekommt man es hier mit keinem filmischen meisterwerk zu tun, aber "Tomorrow, When the War Began" ist ein äusserst unterhaltsamer Film mit einer sehr interessanten Thematik. Die Umsetzung der Story kann man trotz einiger Logiklöcher als sehr gelungen bezeichnen, zudem wartet der Film auch noch mit einigen gut inszenierten Action-Passagen auf, die den insgesamt gewonnenen Gesamteindruck noch zusätzlich aufwerten. man kann jetzt schon auf die Weiterführung der Geschichte gespannt sein und inständig hoffen, das sie sich ähnlich interessant gestaltet wie der vorliegende erste Teil.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 100 Minuten
Extras: Making Of, Alternate Ending, Deleted Scenes, Outtakes, Passage Readings by John Marsden
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Re: Tomorrow, When the War Began - Stuart Beattie

Beitragvon purgatorio » 6. Aug 2012, 07:58

horror1966 hat geschrieben:So ungefähr stellt sich die Ausgangssituation dieses Filmes dar, der doch in seinen Grundzügen ziemliche Ähnlichkeiten zu "Die rote Flut" aus dem Jahre 1984 aufweist. Es handelt sich hier aber nicht um das geplante Remake des Klassikers, zudem hat man hier lediglich den ersten teil einer Geschichte vor sich, die aller Vorraussicht nach in einer Trilogie enden wird.


hast du hier ins Blaue geraten oder hast du das irgendwo gelesen, dass hier noch 1-2 Teile rangehangen werden sollen?

Ich persönlich fand den Film recht bedeutungslos. Der war weder sehr ansehnlich, noch spannend, noch Action-geladen. Der dümpelte einfach nur langsam vor sich hin und war dann irgendwann Schluss (was sich als Segen für meine strapazierten Nerven entpuppte :nick: )
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Re: Tomorrow, When the War Began - Stuart Beattie

Beitragvon horror1966 » 6. Aug 2012, 10:24

Laut damaligen Infos sollte es eine Trilogie werden. Bisher habe ich noch nichts gegenteiliges gehört.
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Re: Tomorrow, When the War Began - Stuart Beattie

Beitragvon purgatorio » 6. Aug 2012, 19:36

horror1966 hat geschrieben:Laut damaligen Infos sollte es eine Trilogie werden. Bisher habe ich noch nichts gegenteiliges gehört.


na gut, wenn da noch ein weiterer Teil anschließen würde, der mal richtig auf Action setzt, dann wäre es mitunter noch interessant. Aber für sich allein stehend geht der Film irgendwie in belanglosem Gesabbel unter und verliert das Wesentliche aus den Augen. Ich für meinen Teil war jedenfalls nur mäßig beeindruckt und kaum unterhalten. Die Charaktere waren auch durch die Bank unglaubwürdig :|
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