The Lighthorsemen - Simon Wincer

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The Lighthorsemen - Simon Wincer

Beitragvon horror1966 » 6. Jan 2012, 17:42

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The Lighthorsemen
(The Lighthorsemen)
mit Peter Phelps, Nick Waters, John Larking, John Heywood, Di O'Connor, Shane Briant, Ralph Cotterill, Bill Kerr, Grant Piro, Tony Bonner, Serge Lazareff, Gary Sweet, John Walton, Tim McKenzie, Jon Blake
Regie: Simon Wincer
Drehbuch: Ian Jones
Kamera: Dean Semler
Musik: Mario Millo
FSK 16
Australien / 1987

Erster Weltkrieg, 1917. Der Vormarsch der Briten in Palästina kommt vor Gaza zum Stehen. In zwei Schlachten erleiden die Alliierten schwere Verluste gegen die türkisch-deutschen Truppen unter General von Kressenstein. In der unbarmherzigen Wüste kämpfen auch die australischen "Lighthorsemen". Zu ihnen gehören die kampferprobten Soldaten Frank, Scotty, Tas und Chiller. Frank wird bei einem Feuergefecht verletzt und muss ins Lazarett. Seine Position nimmt der unerfahrene Dave ein, ein hervorragender Schütze, der aber von moralischen Zweifeln geplagt wird. Bei einem deutschen Fliegerangriff muss er sich gegenüber den Kameraden beweisen. Derweil planen die Briten einen tollkühnen Überraschungsangriff auf die strategisch wichtige Stadt Beersheba. Mit einer Geheimdienstoperation versuchen sie die deutschen Befehlshaber abzulenken. Im Laufe der Operation werden die Lighthorsemen zur letzten Chance für das Überleben der Alliierten.


Erst 25 Jahre nach seinem Erscheinen erhält dieser sehenswerte Kriegsfilm nun endlich eine deutsche DVD-Veröffentlichung. Nun sind Filme mit der Thematik des 1. Weltkrieges von Haus aus schon recht rar und wenn dann auch noch das eher unbekannte Thema des Wüstenkrieges behandelt wird, mag das manche Leute vielleicht eher abschrecken. Werden hier doch keine spektakulären Schlachten präsentiert und der Action-Anteil des Werkes bewegt sich in einem eher überschaubaren Rahmen. Dennoch ist "The Lighthorsemen" ein in allen Belangen sehenswerter Vertreter seiner Art, der dem Zuschauer eine interessante Geschichte offenbart. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen die australischen "Lighthorsemen", die in Zusammenarbeit mit den Briten gegen die deutsch-türkischen Truppen in Palästina kämpfen. Wie man sich denken kann, ist Wasser im Wüstenkampf so ziemlich das kostbarste Gut und so läuft die Story dann auch auf eine entscheidende Schlacht um die Stadt Beersheba hinaus, in der sich mehrere Brunnen befinden.

Bis auf die letzten gut 20 Minuten bekommt man bis auf einige kleine Passagen eher weniger Action geboten, doch im Prinzip ist das nicht weiter störend. Regisseur Simon Wincer legt viel eher Wert darauf, dem Betrachter die Hauptfiguren etwas näher zu bringen und die beklemmende Grundstimmung des Szenarios in den Vordergrund zu rücken. Dabei kann man sich nur ansatzweise einen Eindruck darüber machen, unter welch physischen und psychischen Druck die Soldaten stehen, denn in der kargen Wüstenlandschaft geduldig auf eine Chance zu warten ist zermürbend und schlägt auf das Gemüt der Männer. Zudem hat insbesondere der junge Dave ein weiteres Problem, denn während einiger Kampfeinsätze muss er feststellen, das er nicht dazu in der Lage ist seine Gegner zu töten. Gerade dadurch wird der moralische Aspekt des Tötens in Frage gestellt und sehr gut in Szene gesetzt.

Wincer lässt hier genügend Freiraum, um diese Frage in Verbindung mit der Figur des Dave in den Focus zu rücken. Dieser hinterfragt sich mit der Zeit immer mehr und scheint seine persönliche Haltung als eine Art des Versagens anzusehen. In diesen Phasen zeigt der Film eine erstaunliche emotionale Tiefe auf, die den von Haus aus schon guten Gesamteindruck noch einmal zusätzlich hervorhebt. Dazu trägt auch das gekonnte Schauspiel der Akteure bei, wobei insbesondere Peter Phelps in der Rolle von Dave eine extrem überzeugende Leistung darbietet. Doch auch bis in die kleinsten Nebenrollen ist der Film absolut gut besetzt, so das man im Bezug auf das Schauspiel vollends zufrieden sein kann. Das bezieht sich allerdings auch auf die gesamte Geschichte, die trotz verhältnismäßig wenig Action jederzeit spannend-und interessant erzählt wird. Dabei sind es besonders die ständigen Tempowechsel in der Erzählweise, die erst gar keine Langeweile aufkommen lassen und so ganzzeitig für äusserst kurzweilige Unterhaltung sorgen.

Insgesamt gesehen ist "The Lighthorsemen" ein überdurchschnittlich guter Kriegsfilm, der seine Stärken nicht in explizit dargestellten Action-Passagen sucht, sondern vielmehr durch eine gelungene und intensive Erzählstruktur positiv auffällt. Die Höhepunkte findet man sicherlich im gelungenen Spannungsaufbau und der beklemmenden Grundstimmung, die das Szenario verbreitet. Und dann wäre da sicher noch die finale Schlacht um die Stadt Beersheba, die sich wirklich sehen lassen kann. Hier werden dann auch die Freunde der Kriegs-Action auf ihre Kosten kommen und dürften mit einem befriedigtem Gefühl aus einer Geschichte entlassen werden, die in ihrer Gesamtheit einfach wirklich gelungen ist.


Fazit:


"The Lighthorsemen" bietet zwar nicht die spektakulären Schlachten die man aus etlichen Blockbustern her kennt, ist aber dennoch ein mehr als nur sehenswerter Vertreter seiner Art. Gekonnt wurden die Strapazen eines Wüstenkrieges authentisch-und glaubwürdig in Szene gesetzt und gute Darsteller tun ihr Übriges, um hier für ein hochklassiges Filmerlebnis zu sorgen, das man bedenkenlos weiterempfehlen kann. Daran ändert auch die Tatsache nichts, das die deutsche DVD lediglich die gekürzte internationale Fassung enthält.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 2.0
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 115 Minuten
Extras: Deleted Scenes, Trailer, Produktionsnotizen, Historische Hintergründe


8/10
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