Patrick - Richard Franklin (1978)

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Patrick - Richard Franklin (1978)

Beitragvon buxtebrawler » 9. Sep 2010, 21:42

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Originaltitel: Patrick

Herstellungsland: Australien / 1978

Regie: Richard Franklin

Darsteller: Susan Penhaligon, Robert Thompson, Robert Helpmann, Rod Mullinar, Bruce Barry, Julia Blake, Helen Hemingway, María Mercedes, Walter Pym, Frank Wilson, Carole-Ann Aylett, Paul Young u. A.

Nachdem Patrick seine in der Badewanne turtelnden Eltern mittels Heizstrahler ins Jenseits beförderte, fällt er in ein tiefes Koma und wird in eine Klinik eingeliefert, in der er einem sadistischen Arzt und dem lüsternden Personal ausgeliefert ist. Als drei Jahre später eine neue Krankenschwester ihren Dienst antritt und sich rührend um ihn kümmert, beginnt sich Patrick mittels telekinetischer Kräfte an seinen Peinigern zu rächen.


Quelle: www.ofdb.de
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Patrick - Richard Franklin

Beitragvon buxtebrawler » 9. Sep 2010, 21:42

„Patricks Höllentrip“ oder schlicht „Patrick“, einem australischer Horrorfilm von Regisseur Richard Franklin aus dem Jahre 1978, liegt eine interessante Idee zugrunde, aus der man einiges hätte machen können: Nach einer selbst ausgeführten traumatisierenden Greueltat liegt der junge Patrick seit Jahren in einer Klinik im Koma und gilt als quasi tot. Dennoch wird er künstlich am Leben erhalten. Auf eine neue Krankenschwester aber reagiert er überraschend lebendig und hat anscheinend im Laufe der Zeit telekinetische Fähigkeiten entwickelt...

"Lesbierinnen, Nymphomaninnen, Klistierspritzenfetischisten... hab ich Sie erschreckt, Mrs. Jacquard? Sodomiten, Sadomasochisten, Nekrophilisten, Päderasten, Sadisten, Exhibitionisten, Voyeure... können Sie mir noch folgen, Mrs. Jacquard? Diese Leiden sind genauso unerklärlich wie die Wege Gottes, Mrs. Jacquard. Oft tragen sie die Maske des Rationalen und verbreiten sich in der Klinik wie Krebsgeschwüre."

Das bietet viel Raum für Horror und wenn man Patrick so stoisch mit weit geöffneten Augen daliegen sieht, kann einem durchaus ein Schauer durch die Glieder fahren. Doch anscheinend war der Film so gering budgetiert, dass man kaum Effekte zu sehen bekommt (und schon gar nichts vom im obigen Zitat der Oberschwester Beschriebenen) – neben dem immer gleichen Telekinese-Spiel vor allem mit der Schreibmaschine, über die Patrick sich mitteilt, wird in den entscheidenden Momenten stets weggeblendet oder zu einem anderen Ort gewechselt und höchstens das Ergebnis seiner Eruptionen gezeigt. Das wäre natürlich halb so schlimm, würde es die Dramaturgie manch einer Szene nicht geradezu darauf anlegen, einem derartigen Höhepunkt entgegenzusteuern, dem man schließlich lange genug entgegenfiebern musste. Das Drehbuch gibt sich nämlich recht geschwätzig, dabei trotzdem lückenhaft (wobei das auch an meiner in der Handlung beschnittenen Fassung liegen kann) und recht einfallslos – wobei es die Dialoge aber manchmal in Sachen Komik durchaus in sich haben:

"Was ist das?" - "Das ist ein Gehirnfunktionsmonitor." - "Darf ich fragen, woher der kommt?" - "Den hab ich einem Preisausschreiben gewonnen." - "Hat das in irgendeiner Weise mit mir zu tun, so dass ich Bescheid wissen müsste, Doktor?" - "Ich verfolge eine neue Theorie: Und zwar hab ich mir vorgenommen, das ECT bei Patrick anzuwenden, um zu sehen, ob er auf bestimmte Schocks reagiert. Was halten Sie davon?" - "Was immer Sie mich fragen, ich finde es widerlich." - "Ja, ja, Versuche sind wichtig."

Das ist sehr schade, denn es sind viele interessante Ansätze zu erkennen, einige Momente fielen angenehm atmosphärisch aus und an den Schauspielern gibt es auch kaum etwas ernsthaft zu bemängeln. Dass ein eigentlich potenter junger Mann in völliger Isolation und einem an seiner Persönlichkeit desinteressierten Pflegepersonal ausgeliefert außergewöhnliche Fähigkeiten entwickelt, die einzusetzen er sich für den entscheidenden Augenblick aufspart, ihn seine egoistische, manische Gefühlswelt aber erst in diese Situation brachte und letztlich in seiner Selbstzerstörung mündet, könnte die tragische Aussage des Films gewesen sein, hätte man ihn zielgerichteter daraufhin ausgerichtet. Immerhin kann man sich im Finale aber über einen gelungenen Schockmoment freuen und hat bis dahin hoffentlich die widerwärtige Frosch-Tiersnuff(?)-Szene vom Anfang des Films verdrängt, die locker für einen Punktabzug reicht. Damit ist „Patrick“ aber immer noch knapp überm Durchschnitt anzusiedeln, denn immerhin hat er es geschafft, dass ich mich ihm über die volle Distanz interessiert zugewandt habe.

Nun freue ich mich aber auf die berüchtigte Fortsetzung „Patrick lebt!“...
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Re: Patrick - Richard Franklin

Beitragvon Santini » 10. Sep 2010, 12:16

Ich kann zu dem Film leider nur aus der Erinnerung (Sichtung erfolgte vor ca 10 Jahren) etwas sagen:

Obwohl ich Filme aus den 70igern - mein bevorzugtes Filmjahrzehnt - am meisten schätze, gerade auch wegen ihrer an heutigen Verhältnissen gemessenen eher "langsamen" Erzählweise, ist mir PATRICK eher negativ in Erinnerung geblieben.

www.youtube.com Video From : www.youtube.com



Mag auch daran gelegen haben, dass ich Mario Landi's Patrick lebt zuerst gesehen hatte. :D

Wie der buxtebrawler bereits sagte, gibt es wohl gute Ansätze, die aber nie wirklich verfolgt / befriedigend ausgearbeitet werden.

Der Film war ja wohl damals für einige Preise nominiert bzw. hat auch ein paar erhalten - die allerdings meines Wissens nach alle von der Vereinigung der Schlaflabore vergeben worden sind. 8-) :lol:


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As already mentioned: Sichtung liegt sehr lange zurück, bin gern bereit den bei Zeiten mal erneut zu sichten (eilt aber net :mrgreen: ).


buxtebrawler hat geschrieben:„Nun freue ich mich aber auf die berüchtigte Fortsetzung „Patrick lebt!“...


Zwischen diesen beiden Filmen liegen nicht Welten - sondern ganze Universen. :D
Es könnte allerdings sein, dass Du diese Weltraumreise nicht unbeschadet überstehen wirst: :opa:

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:prost: ;)
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Re: Patrick - Richard Franklin

Beitragvon buxtebrawler » 10. Sep 2010, 12:50

Santini hat geschrieben:Zwischen diesen beiden Filmen liegen nicht Welten - sondern ganze Universen. :D
Es könnte allerdings sein, dass Du diese Weltraumreise nicht unbeschadet überstehen wirst: :opa:


Schon klar, Space Taxi in the sky unterwegs zum Planeten des Wahnsinns... und der Fahrer heißt Santini :D

Aber auch, wenn ich anschließend ebenfalls Patient in eurer Stammklinik sein sollte - ich will diesen verdammten Film endlich sehen! :popcorn:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Patrick - Richard Franklin

Beitragvon buxtebrawler » 12. Sep 2010, 00:59

Da mir soeben wieder eingefallen ist, dass es auch ein paar denkwürdige Dialoge gab, hab ich meine Kurzkritik noch bischn erweitert. :D
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Patrick - Richard Franklin

Beitragvon dr. freudstein » 8. Jan 2011, 19:52

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Re: Patrick - Richard Franklin

Beitragvon Onkel Joe » 15. Jan 2013, 20:52

Oh mein Gott ist das ein Schnarcher :angst:, der hat ja mal gar nichts was mich abhält Ihn einen üblen Stinker zu nennen.So langweilig das gibts ja gar nicht :palm: und ich frage mich wie der damals Sitges und Avoriaz gewinnen konnte :?.2-3 gute Szenen die aber den Film einfach nicht retten können :thdown: .
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Re: Patrick - Richard Franklin

Beitragvon purgatorio » 16. Jan 2013, 05:35

Onkel Joe hat geschrieben:Oh mein Gott ist das ein Schnarcher :angst:, der hat ja mal gar nichts was mich abhält Ihn einen üblen Stinker zu nennen.So langweilig das gibts ja gar nicht :palm: und ich frage mich wie der damals Sitges und Avoriaz gewinnen konnte :?.2-3 gute Szenen die aber den Film einfach nicht retten können :thdown: .


da wäre also ein Remake fällig? Daran arbeitet man derzeit :nick:
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Re: Patrick - Richard Franklin

Beitragvon DrDjangoMD » 16. Jan 2013, 10:08

purgatorio hat geschrieben:
Onkel Joe hat geschrieben:Oh mein Gott ist das ein Schnarcher :angst:, der hat ja mal gar nichts was mich abhält Ihn einen üblen Stinker zu nennen.So langweilig das gibts ja gar nicht :palm: und ich frage mich wie der damals Sitges und Avoriaz gewinnen konnte :?.2-3 gute Szenen die aber den Film einfach nicht retten können :thdown: .


da wäre also ein Remake fällig? Daran arbeitet man derzeit :nick:


Schön zu hören, dass noch Remakes gemacht werden, die ich nachvollziehen kann. Ich finds gut, wenn man langweilige oder altmodische Filme neu aufsetzt anstatt einfach unanfechtbare Klassiker herzunehmen. Freu mich drauf :thup:

Allerdings...braucht man eigentlich ein Remake, wenn man Mario Landi hat? "Patrick lebt!" würde ich zumindest nicht als "Schnarcher" bezeichnen :mrgreen: :kicher:
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Re: Patrick - Richard Franklin

Beitragvon Die Kroete » 6. Feb 2013, 00:35

Mir hat Teil 2 auch irgendwie besser gefallen und das lag nicht nur an den leicht-bekleideten Girls :mrgreen:

Nö, ein Remurks brauch man trotz allem sicher nicht! Der Film an sich, lebt weniger von seiner Spannung, eher von der darstellerischen Leistung der Hauptfigur.

Robert Thompson wirkt, von Anfang bis Ende, bedrohlich und zieht so den Zuschauer in seinen Bann, sodaß man ständig den Eindruck behält, jede Minute könnte was schlimmes passieren. Leider passiert dann doch nicht allzuviel und das ist auch schon die einzige, wenn auch nicht unbedeutende Schwäche, die der Film in sich birgt.

Von mir bekommt er eine satte 6/10
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