Long Weekend - Colin Eggleston (1977)

Moderator: jogiwan

Long Weekend - Colin Eggleston (1977)

Beitragvon horror1966 » 10. Aug 2010, 23:12

Bild




Long Weekend
(Long Weekend)
mit John Hargreaves, Briony Behets, Mike McEwen, Roy Day, Michael Artkens, Sue Kiss von Soly
Regie: Colin Eggleston
Drehbuch: Everett De Roche
Kamera: Vincent Monton
Musik: Michael Carlos
FSK 16
Australien / 1977

Um ihre kriselnde Ehe zu retten, wollen Peter und Marcia ein verlängertes Wochenende in der australischen Wildnis verbringen. Schon auf dem Weg dorthin entpuppt sich das zänkische Ehepaar als Unweltsünder vor dem Herrn: Kippen werden achtlos aus dem Wagenfenster ins trockene Gras geworfen, Kängurus überfahren und der Müll wird natürlich in der Botanik liegengelassen. Doch nicht mit Mutter Natur, Freunde! Die setzt nämlich jetzt all ihre Kinder – den Wald, den Ozean, die Tiere – auf das Pärchen an… - und dessen verlängertes Wochenende wird erst zum Alptraum, dann zum Überlebenskampf…


Ich gehöre zu den Personen, die zuerst das Remake von 2008 gesehen haben und dieses gefiel mir schon recht gut. Nun bin ich endlich in den Genuss des Originals gekommen und muss ganz ehrlich eingestehen, das dieser Film noch einmal eine Klasse höher angesiedelt ist. Der Film sticht aus der überschaubaren Anzahl an australischen Horrorfilmen noch einmal hervor und ist ein Paradebeispiel dafür, das man mit minimalem Aufwand und im Prinzop lediglich 2 Darstellern eine ganze Menge herausholen kann. Die anderen, sehr wenigen Darsteller sind nämlich nur in wenigen kurzen Passagen zu sehen, so das sich das Hauptaugenmerk der Geschichte auf das Ehepaar Peter und Marcia focusiert. Manch einem mag das eventuell eher langweilig erscheinen, doch dieser australische Öko-Horrorfilm ist alles andere als langweilig, insbesondere in atmosphärischer Hinsicht bekommt es der Zuschauer mit einer echten Granate zu tun, denn die sich hier entfaltende Atmosphäre ist nahezu gigantisch und sorgt so schon fast zwangsläufig dafür, das man als Betrachter den Blick noch nicht einmal für eine Sekunde vom Bildschirm abwenden kann, aus Angst etwas zu verpassen.

Wird man zu Beginn noch hauptsächlich mit den Stimmungsschwankungen des Ehepaares konfrontiert, aus denen man ganz eindeutig ersehen kann, das die beziehung sich in einer offensichtlichen Krise befindet, so ändert sich die Lage doch erheblich, als das Paar am Zielort des Wochenendtripps ankommt. Zwar treten immer wieder Spannungen zwischen den beiden auf, so gibt es auch ganz andere Momente, in denen sie sich nahe stehen und sich sogar Sorgen um den anderen machen. Das mag sich für viele etwas banal anhören und an ein Ehe-Drama am Strand erinnern, doch nimmt die Geschichte doch eine vollkommen andere Wendung, als die Natur beginnt, sich gegen das rücksichtslose Verhalten der Stadtmenschen zu wehren. So wird mit der Zeit aus dem idyllisch erscheinenden Wochenend-Domizil ein mehr als nur bedrohlicher Ort, an dem sich eine unheilvolle Stimmung entwickelt, die man kaum in Worte fassen kann, einen jedoch so stark erfasst, das man streckenweise mit einer Gänsehaut überzogen wird und sich ein Schweissfilm auf den Händen bildet, gegen den man sich nicht erwehren kann.

Der hier aufkommende Horror äussert sich zu keiner Zeit in expliziten Gewaltdarstellungen, sondern ist vielmehr an Kleinigkeiten festzumachen, die man unter normalen Umständen wohl gar nicht so extrem empfinden würde. Doch in diesem Film mit der bearbeiteten Thematik verhält es sich vollkommen anders, wofür allein schon die ausgewählte Location verantwortlich zeichnet. So erscheinen ein wie von Geisterhand ausgelöster Harpunenschuss oder agressive Vögel so extrem bedrohlich, das man es kaum in Worte fassen kann, wenn man die stattfindenden Geschehnisse nicht selbst gesehen hat. Das furchteinflössendste jedoch ist ganz eindeutig die fantastische Geräuschkulisse, in der man immer wieder langgezogene Klagelaute hört, die sich wie verzweifelte Kinderschreie anhören. Die von haus aus schon brillante Atmosphäre erscheint dadurch noch um ein Vielfaches intensiver und nimmt sogar äussert mysteriös erscheinende Ausmaße an.

Und so präsentiert sich hier letztendlich ein Film, in dem eigentlich gar nicht so viel passiert, der aber dennoch einen so straff gezogenen Spannungsbogen entwickelt, das man seine Augen keinesfalls vom Geschehen abwenden kann, selbst wenn man es wollte. Zu sehr ist man von der einzigartigen Grundstimmung des Filmes in Beschlag genommen worden und kann sich der ausgehenden Faszination beim besten Willen nicht entziehen. Hinzu kommen noch die beiden großartig agierenden hauptdarsteller, die dem Ganzen durch ihr beeindruckendes Schauspiel eine Menge an Authenzität verleihen und absolut glaubwürdig wirken. Jedoch hilft ihnen das auch nicht dabei, aus der hier entstehenden Hölle zu entkommen, denn entpuppt sich ihr Ausflugsziel zum Ende hin als tödliche Falle, aus der es anscheinend kein Entrinnen gibt. Der von dichtem Wald umrandete Badestrand verdichtet sich immer mehr und entwickelt sich zu einer Art Labyrinth, aus dem es kein Entkommen gibt. Der Kampf zwischen Mensch und Natur lässt im Endeffekt nur Platz für einen Sieger und wer dies sein wird, zeigt sich am Ende auf grausame Art und Weise.


Fazit:


"Long Weekend" ist ein Horrorfilm, der keinerlei explizite Gewaltdarstellungen braucht, um ein Höchstmaß an Horror zu entfalten, denn hier sind es ganz banale Dinge, die dem Zuschauer kalte Schauer über den Rücken jagen. Manchmal bedarf es halt nur geringer Mittel, um den maximalen Horror zu erzeugen, wenn der Rest eines Filmes so perfekt aufeinander abgestimmt ist, wie es hier der Fall ist. Trotz seiner mittlerweile 33 Jahre, die der Film schon auf dem Buckel hat, hat er rein gar nichts von seinem Reiz und seiner Intensität verloren und dürfte so für jeden Horrofan eine lohnenswerte Anschaffung darstellen.


9/10
Bild Big Brother is watching you
Benutzeravatar
horror1966
 
Beiträge: 5597
Registriert: 06.2010
Wohnort: Hildesheim
Geschlecht: männlich

Re: Long Weekend - Colin Eggleston

Beitragvon buxtebrawler » 30. Sep 2010, 17:43

Colin Egglestons „Long Weekend“ aus dem Jahre 1977 ist einer von nicht allzu vielen australischen Horrorfilmen – aber einer, der eine ganz eigene Handschrift trägt. Mehr oder weniger dem Öko-Horror zuzurechnen, entzieht sich „Long Weekend“ aufgrund seiner Eigenständigkeit und Klischeefreiheit doch weitestgehend gängigen Kategorisierungen. Ein voneinander schwer genervtes Pärchen versucht sich an einem Campingurlaub im australischen Hinterholz, streitet sich permanent und benimmt sich sprichwörtlich wie die Axt im Walde, während die Natur einen Psychokrieg gegen es zu führen scheint. Fast die gesamte Spielzeit über bekommen wir nur dieses Pärchen zu sehen, ansonsten keine Menschenseele. Die sich immer weiter zuspitzende Konfliktsituation zwischen beiden wurde sehr glaubwürdig und nachvollziehbar umgesetzt, viele werden Ähnliches aus ihren eigenen Beziehungen kennen. John Hargreaves und Briony Behets nimmt man ihre Rollen jederzeit ab. Dem Publikum als quasi einzige Darsteller und somit einzig mögliche Identifikationsfiguren zwei Unsympathen anzubieten, ist gewagt, funktioniert hier aber gut, da auf Übertreibungen und Overacting verzichtet wurde. In sehr gemächlichem Erzähltempo wird gezeigt, wie sich die Natur durch eine subtile Aneinanderreihung vermeintlicher Zufälle der menschlichen Plage, die durch ihre Streiterei den Waldfrieden stört, Tiere tötet, ohne Sinn und Verstand mit einem Gewehr umherballert etc., erwehrt. Dabei kann sich die Stimmung dieses Films, der atmosphärisch wahrlich eine Meisterleistung geworden ist, voll und ganz entfalten – sofern man sich darauf einzulassen bereit bzw. in der Lage ist, denn für MTViva-geschädigte, hyperaktive Hektiker ist „Long Weekend“ gewiss nichts. Freunden des subtilen Psychothrills hingegen werden viele symbolträchtige Details, eine stimmige musikalische Untermalung, eine beängstigende, undefinierbare, aber an verzweifelte Kinderschreie erinnernde Geräuschkulisse und eine kreative Kameraführung geboten, die, konzentriert und vorzugsweise im Dunkeln genossen, für ein gelungenes Gruselvergnügen sorgen. Ideen, wie eine harmlose Seekuh, die von den hysterischen Städtern für einen Hai gehalten und angeschossen wurde, immer wieder auftauchen zu lassen, als würde sie fast tot noch das Pärchen verfolgen, verbreiten ein unwohliges Grauen und bleiben im Gedächtnis. Und je mehr die Situation sich zuspitzt, desto mehr wird ab einem gewissen Punkt auch an der Spannungsschraube und am Tempo gedreht, bis „Long Weekend“ in einem bösen Ende mündet. Eine Öko-Horror-Interpretation nach dem guten alten „Don’t fuck with mother earth“-Motto liegt natürlich nahe. Inwieweit es nicht nur für die Konfliktsituation zwischen Marcia und Peter, sondern auch für das „Verhalten“ der Natur ihnen gegenüber als Ursache gelten soll, dass Marcia ihr ungeborenes Kind abtreiben lassen und somit „gegen die Regeln der Natur“ verstoßen hat, entzieht sich meiner Kenntnis, würde „Long Weekend“ neben dem ökologischen Aspekt allerdings mit einem etwas ärgerlichen frauenfeindlichen Fingerzeig versehen. Aber wie dem auch sei: Für mich ist „Long Weekend“ ein kleiner Geheimtipp!
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

Ein-Mann-Geschmacks-Armee gegen die eingefahrene Italo-Front (4/10 u. 9+)

Suche (dt. Sync): Dr. Jekyll und Mr. Hyde ('31) / The Last Song (Permanent Record) / Der Mann mit der eisernen Maske (Whale) / Rock'n'Roll Nightmare
Benutzeravatar
buxtebrawler
Forum Admin
 
Beiträge: 23254
Registriert: 12.2009
Wohnort: Wo der Hund mit dem Schwanz bellt.
Geschlecht: männlich

Re: Long Weekend - Colin Eggleston

Beitragvon igore » 30. Sep 2010, 19:57

na, dann will ich auch mal:

Ein Wochenendtrip in die freie Natur steht an. Fernab von Autoabgasen, Fast Food und Stechuhr sucht ein Ehepaar, Peter und Marcia, an der australischen Küste die Entspannung. Schon auf der Fahrt zur ersehnten Erholung wird allerdings klar, daß die Harmonie dieses Wochenende ihrerseits Urlaub macht ...und zwar ganz woanders. Der Mann fährt ohne anzuhalten ein Känguruh über den Haufen und im Radio gibt es mehrere Meldungen über das Auftreten seltsamer Phänomene, denen das zerstrittene Paar aber keine Beachtung schenkt. Mysteriöse Geschehnisse ereignen sich auch am Bestimmungsort des Ausflugs, wenn sich Schüsse aus Harpunen urplötzlich lösen, ein Brathähnchen in kürzester Zeit verschimmelt, ein unheimlicher Schatten unter Wasser den surfenden Peter verfolgt und Marcia (sie hat eine Abtreibung hinter sich) nachts unheimliches Kindergeschrei vernimmt. Kein Wunder, daß die Frau es eilig hat nach Hause (=Zivilisation) zu kommen.

Am Ende werden beide jedoch von diesem Trip nie wieder zurückkehren, so daß es ein very long weekend wird.


Haben beim verwandten Tierhorror (DIE VÖGEL, DER WEISSE HAI, DIE MÖRDERSPINNEN, PIRANHAS) die Protagonisten mit nur einer aggressiven Gattung zu kämpfen, ist hier die komplette Natur feindlich gesinnt und spiegelt das angespannte Verhältnis des Ehepaares untereinander. Da keine anderen Charaktere auftreten, wohnen die Zuschauer den Auseinandersetzungen ununterbrochen bei. Regisseur Colin Egglestone, der für diesen Film 1978 beim Sitges Film Festival in Spanien den Preis der Internationalen Jury gewonnen hat, hält eine Atmosphäre permanenter Bedrohung aufrecht und arbeitet gekonnt mit Andeutungen und Symbolik. Unterstützt durch die Unheil ankündigende, sparsam eingesetzte Musikuntermalung Michael Carlos ergibt sich ein als sehr gelungen zu bezeichnendes Gesamtbild.



zu finden auch hier:
http://www.8ung.at/filminfo/longweekend.html
Benutzeravatar
igore
 
Beiträge: 234
Registriert: 12.2009
Wohnort: hamburg
Geschlecht: männlich

Re: Long Weekend - Colin Eggleston

Beitragvon untot » 1. Okt 2010, 00:17

Zwei Kotzbrocken gehn auf Reisen.....
Ehrlich, selten kamen zwei Darsteller in nem Film für mich unsympatischer rüber als diese Beiden.
Das macht den Streifen sogar noch nen Tick besser, weil man denen ja alles gönnt, was ihnen schlechtes passiert.
Auch wenns eher ein ruhigerer Film ist, in dem nicht so viel spektakuläres passiert, so ist Long Weekend doch recht spannend gemacht und versteht es einen in seinen Bann zu ziehen.
Klar hat der Film schon ein paar Jährchen auf dem Buckel und das sieht man ihm auch an, manche Dinge wirken schon etwas "altbacken", aber gerade das macht die alten Filmchen für mich so charmant.

Ich geb hier 7 von 10 Punkten.
Bild
Benutzeravatar
untot
 
Beiträge: 6853
Registriert: 09.2010
Geschlecht: weiblich

Re: Long Weekend - Colin Eggleston

Beitragvon nocgi » 7. Nov 2014, 19:32

untot hat geschrieben:Klar hat der Film schon ein paar Jährchen auf dem Buckel und das sieht man ihm auch an, manche Dinge wirken schon etwas "altbacken", aber gerade das macht die alten Filmchen für mich so charmant.


Das kann ich so nur ganz dick unterstreichen! Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie stark sich alles in wenigen Jahrzehnten verändert (Kultur, Mode, Design usw.) in anderen Dingen aber immer gleich bleibt.

Long Weekend habe ich mir letztes Jahr erstmalig angeschaut (die durchweg positiven Kritiken allseits im Hinterkopf) und ich kann nur sagen, ich wurde nicht im geringsten enttäuscht. Colin Eggleston hat zwar ein eher ruhiges, aber auch sehr intelligentes und feines Wildnis-Drama erschaffen. Die Ehe der beiden Hauptfiguren ist extrem angespannt, viele Probleme brechen immer stärker ans Tageslicht. Mangelnde Kommunikation, festhalten an gewohnten Abläufen, Missgunst und Neid haben ihren erheblichen Anteil an der Situation der beiden beigetragen. Die Idee, ein erholsames Wochenende in der Australischen Wildnis zu verbringen, scheint nur Vordergründig eine gute Idee zu sein. Peter (John Hargreaves) und seine Frau Marcia (Briony Behets) haben gänzlich unterschiedliche Vorstellungen von einem erholsamen Wochenende. Während Peter sich ganz auf's Abenteuer eingeschossen hat, wäre Marcia viel lieber in einem noblen Hotel und feinem Restaurant. Da Peter ohnehin noch eine Rechnung mit Marcia offen hat, gibt er absolut nichts auf die Wünsche seiner Frau.

Kein Wunder also, dass es bald zu starken Reiberein kommt. Peter lässt den Großkotz raushängen und ballert mit seinem Gewehr nur zu gern in der Wildnis herum. Peter spielt nur zu gerne den starken Macker, der er aber nicht ist, was er unbewusst wohl selber weiß und nur noch aggressiver und gereizter werden lässt. Die beiden lassen sich überhaupt nicht auf ihre Umgebung ein und benehmen sich absolut daneben. Colin Eggleston trägt hier schon etwas dick auf, aber gerade noch an der Grenze zur platten Kritik. Noch ein paar Schichten mehr "Elefant im Porzellanladen" und die Geschichte wäre zur Karikatur verkommen. So aber reist Eggleston das Ruder noch mal rum, und liefert einen sehr schönen und stimmigen kleinen Film über zwei Stadtmenschen, die die Natur vollkommen unterschätzen und sich in ihrem ignoranten Verhalten selber am meisten im Weg sind.

Long Weekend fängt zwar etwas betulich an, schraubt die Spannungskurve aber immer schön kontinuierlich an. Und so wie die beiden Protagonisten immer mehr in ihr Verderben laufen, wird auch der Zuschauer immer stärker in die Geschichte involviert. Spielte sich Peter anfangs als über den Dingen stehender Großkotz auf, wird er im Laufe der Handlung immer unsicherer und panischer. Marcia hatte von Anfang an keine Lust auf Wildnis und läßt ihrer miesen Laune freien Lauf. Als Zuschauer bekommt man auch häppchenweiße präsentiert, warum die beiden so gereizt aufeinander sind. Eheprobleme und Untreue sind hier nur die Spitze des Eisbergs. Peter hat darüber hinaus auch seinen Nissan Patrol so modifiziert, dass Marcia unmöglich fliehen kann.

Das Paar liegt sich zwar ständig in den Haaren, doch bei zunehmender Bedrohung scheinen Peter und Marcia wieder zusammenzufinden und ihren Streit kurzzeitig beiseite zu legen. Doch ihr Kopfloses und unüberlegtes Handeln bringt sie keinen Schritt weiter. Bald gehen den beiden auch der Sprit und Verpflegung aus, und eine versehentlich getötete Seekuh scheint auch nicht mehr so tot zu sein. In der Nacht liegen die Nerven der beiden blank und beide wollen nur noch so schnell wie möglich zurück in die Zivilisation.

Regisseur Colin Eggleston hat noch zwei schöne und unerwartete "Strafen" für die beiden tumben Stadtmenschen eingebaut, die ihre Wirkung bei mir nicht verfehlt haben und wesentlich zum positiven Gesamteindruck beigetragen haben. Da die Geschichte praktisch nur von den beiden Darstellern getragen wird (bis auf einige kleine Ausnahmen), hat es Eggleston souverän hingekriegt, die Geschichte nicht in die Langeweile abdriften zu lassen. Immer wieder setzt er kleine Highlights, die wieder die Spannung aufrechterhalten und Peter und Marcia immer mehr in die Verzweiflung treiben. Ein Happyend gibt es für die beiden allerdings nicht, was aber nur konsequent und schlüssig ist.

Ein sehr stimmiger, kleiner Film aus Downunder, der fast schon etwas in Vergessenheit geraten ist. 2008 erschien ein Remake aus der Hand von Jamie Blanks mit Jim Caviezel und Claudia Karvan in den Hauptrollen, das ich bis jetzt aber noch nicht gesichtet habe. Ich bin vorerst mit Egglestons "Original" aus den 70ern gut unterhalten.

7,5/10
„Guter schlechter Geschmack blickt zu seinem Objekt auf und macht sich nicht darüber lustig“. John Waters
Benutzeravatar
nocgi
 
Beiträge: 55
Registriert: 03.2014
Geschlecht: männlich

Re: Long Weekend - Colin Eggleston (1977)

Beitragvon Tomaso Montanaro » 7. Nov 2014, 20:42

Unbedingt auch das Remake ansehen! Beide Filme sind gleichermaßen gelungen, das Remake beeindruckt darüber hinaus mit herrlichen Naturaufnahmen! Auch schauspielerisch ist es dem Original ebenbürtig. Ein so gelungenes Remake gibt es leider nur selten!
Beide Filme 7,5/10 Punkten.
Bild
Benutzeravatar
Tomaso Montanaro
 
Beiträge: 2883
Registriert: 06.2013
Wohnort: Am Abgrund!!!
Geschlecht: männlich


Zurück zu "Australien"


 

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

web tracker