Kokoda - Das 39. Bataillon - Alister Grierson

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Kokoda - Das 39. Bataillon - Alister Grierson

Beitragvon horror1966 » 30. Okt 2011, 19:58

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Kokoda - Das 39. Bataillon
(Kokoda)
mit Jack Finsterer, Travis McMahon, Simon Stone, Luke Ford, Tom Budge, Steve Le Marquand, Angus Sampson, Christopher Baker, Ewen Leslie, Ben Barrack, Shane Bourne, William McInnes, Darren Taylor, Lucas Stibbard, Jeffey Gunn
Regie: Alister Grierson
Drehbuch: Alister Grierson / John Lonie
Kamera: Jules O'Loughlin
Musik: John Gray
FSK 16
Australien / 2006

New Guinea, 1942, Australien befindet im Krieg gegen Japan. Eine kleine australische Gruppe des 39. Bataillons befindet sich als Vorhut in der Nähe von Kokoda. Nach heftigen Kämpfen sind sie vollkommen auf sich alleine gestellt, es gibt weder Kommunikation noch außen noch Nachschub. Weit hinter den feindlichen Linien isoliert, müssen sie den Weg zurück antreten. Durch gefährlichen Dschungel, ohne Nahrung, geschwächt durch Malaria und böse Verwundungen, immer bereit, dem Feind ins Auge zu blicken. Doch am Ende ihrer Kräfte steht ihnen die härteste Prüfung noch bevor...


Aus Gefährten werden Helden, ihr Kampf wird zur Legende.


Wenn man jetzt lediglich die Inhaltsanfabe und den auf der Vorderseite des DVD-Covers stehenden Satz nimmt, muss man sich schon fast zwangsläufig auf einen actiongeladenen und sehr intensiven Kriegsfilm einstellen und genau hier liegt die Tücke dieses australischen Werkes aus dem Jahr 2006. Intensität kommt zwar in mehreren Passagen durchaus auf, doch mit der Action ist das so eine Sache, denn in dieser Beziehung dürfte der Zuschauer am Ende doch eher etwas enttäuscht sein. Dabei handelt es sich doch prinzipiell um einen recht guten Film, der einem vor allem einmal an einen Kriegsschauplatz führt, der so ganz abseits der üblichen Schauplätze sonstiger Filme angesiedelt ist, die sich mit dem 2. Weltkrieg befassen. Befindet man sich doch in Neu Guinea, wo eine zahlenmäßig vollkommen unterlegene Gruppe australischer Soldaten die Übermacht der japanischen Invasoren aufhalten soll.

So entfaltet sich auch äusserst schnell eine sehr gelungene Grundstimmung, die ganzzeitig sehr beklemmende und bedrückende Gefühle beim Zuschauer auslöst, denn die hier vorherrschende "Dschungel-Atmosphäre" wurde absolut erstklassig eingefangen. Keinesfalls möchte man in der Haut der hoffnungslos unterlegenen Australier sein, die zudem noch schlecht ausgerüstet und fast alle von Malaria und anderen Krankheiten befallen sind. Vor allem die Ängste und Unsicherheiten der Soldaten kommen äusserst gut zum Ausdruck, man bekommt einen wirklich guten Einblick in ihr Seelenleben und kann sich einen exzellenten Eindruck über ihr Gefühlsleben verschaffen, das nicht unbedingt zum Besten gestellt ist. Soweit scheint also alles in Ordnung zu sein, wenn da nicht die Sache mit der fehlenden Action wäre, denn bis auf einige wenige Ausnahmen bekommt man in dieser Beziehung ganz einfach zu wenig geboten.

Es kommt einfach nicht wirklich zu richtigen Kampfhandlungen, bis auf einige kleinere Schießereien gibt es keine größeren Höhepunkte. Vielmehr konzentriert man sich auf Auseinandersetzungen untereinander, die in der kleinen Gruppe der australischen Soldaten andauernd vorkommen. Im Prinzip kann man das auch durchaus gutheissen, denn zeigt es ja ganz eindeutig, unter welchem Druck die Männer stehen und welche Spannungen dadurch auftreten, allerdings wird die eigentliche Thematik des Filmes dadurch etwas zu sehr in den Hintergrund gerückt und kann sich so nicht richtig entfalten. Man bekommt beispielsweise auch die Japaner gar nicht richtig zu Gesicht, von einer zahlenmäßigen Überlegenheit ist rein visuell überhaupt nichts zu sehen. Lediglich einige getarnte Männer huschen ab und zu durch das Bild, ohne das man nur einmal das Gesicht eines japanischen Soldaten sehen würde. Hier hat man meiner Meinung nach doch eine Menge an Potential liegenlassen, wodurch sich einige Passagen des Geschehens auch etwas in die Länge ziehen, da nicht wirklich etwas passiert.

Und dennoch möchte ich "Kokoda" als insgesamt interessanten Kriegsfilm bezeichnen, bei dem man allerdings von Beginn an die eigenen Erwartungen in die richtigen Bahnen lenken sollte. Wer hier nämlich ein Action-Spektakel erwarten sollte, bei dem wird sich ziemlich schnell so etwas wie Ernüchterung einstellen, denn rein actionmäßig bietet dieses Werk einfach zu wenig. Ansonsten wird man aber äusserst gut bedient, denn die Location und die sich dadurch entfaltende Atmosphäre sind absolut gelungen. Auch im darstellerischen Bereich gibt es nichts zu bemängeln, die eher unbekannten Schauspieler agieren äusserst authentisch und überzeugend und verleihen ihrem Schauspiel vor allem sehr viel Ausdruckskraft. Nur leider ist der Kampf, der zur Legende wird und somit das zentrale Thema der Geschichte sein sollte, viel zu selten in Szene gesetzt worden, was meiner Meinung nach sehr bedauerlich ist, da der Film ansonsten viel überzeugender ausgefallen wäre.


Fazit:

"Kokoda - Das 39. Bataillon" ist wahrlich kein schlechter Vertreter seiner Art, nur leider gerät die Kern-Thematik der Geschichte zu sehr in den Hintergrund, was ganz einfach in der fehlenden Action begründet ist. Denn wenn es sich um einen Kampf handelt, dann sollte dieser doch auch zu sehen sein und nicht ständig nur angedeutet wrden. Trotzdem geht vom hier gezeigten Geschehen sehr viel Intensität aus, doch um wieviel Prozent hätte man diese noch erhöhen können, wenn man etwas mehr Kampfhandlungen eingefügt hätte?


Die DVD:

Vertrieb: KSM
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 92 Minuten
Extras: Trailer, Biografien, Bildergalerie
Bild Big Brother is watching you
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