Wild Zero - Tetsuro Takeuchi (2000)

Moderator: jogiwan

Re: Wild Zero - Tetsuro Takeuchi

Beitragvon karlAbundzu » 13. Feb 2016, 14:13

Zombies!! UFOs!!! Rock ‚n’ Roll!!!! Im Jahr 2000 machte sich ein Film auf, um dies alles stylish und mit viel Esprit zusammenzuführen. Klar, wir begeben uns hier nicht auf die Arthouse-Gleise, sondern waten knietief in einem Moder von 50er Jahre-SciFi, Ed Wood-Artigem und 70er Zombie-Schrecken, gepaart mit punkiger, harter Musik.
Nach einem Meteoriteneinschlag greifen Außerirdische an und verwandeln Menschen in Zombies. Ace bekommt davon nichts mit. Der Fan der Gruppe Guitar Wolf (Mitglieder: Bass Wolf, Drum Wolf, Guitar Wolf) macht sich auf, um ein Konzert dieser Band zu sehen. Unabsichtlich rettet er die Band vor einem schießwütigen Manager und bekommt von ihnen eine mächtige Trillerpfeife. Langsam erkennt er die Lage der Welt, rettet eine wunderschöne Person, in die er sich verliebt. Zusammen mit den drei Musikern ziehen die beiden los, um die Menschheit zu retten. Helden in Leder halt.
Der Regisseur beweist nicht nur Detailfreudigkeit und ein sicheres Gespür für Abseitiges und deren stimmungs- sowie humorvolles Potential, sondern er hat auch etwas zu erzählen. Einerseits in Szenen und von Charakteren, die einem in ihrer Unglaublichkeit staunend den Mund offen halten lassen, andererseits wird hier auch das schwierige Verhältnis von Japan zu Korea miterzählt. Und auch Transgender-Themen werden verhandelt. Bestes aufklärerisches Exploitationkino!
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Wild Zero - Tetsuro Takeuchi (2000)

Beitragvon jogiwan » 27. Okt 2017, 06:22

Was soll schon groß dabei rauskommen, wenn Rock’n Roll-wütige Japaner einen Genre-Film mit viel Musik machen. Natürlich ein Film mit Ufos, Zombie-Apokalypse, flammenspeienden Mikrophonen, magischen Gitarrenblättchen und viel Gitarrenmucke, in dem auch die Fahne der Diversität hochgehalten wird. „Wild Zero“ mag nach objektiven Gesichtspunkten zwar nicht der beste Film sein, ist aber stets so sympathisch ausgefallen, dass man dem Streifen seine eher maue Geschichte, das etwas verfahrene Storytelling und die kostengünstig getricksten Effekte, die teils auch aus dem Rechner kommen, auch gerne verzeiht. Ansonsten ist natürlich wieder einmal Überzeichnung angesagt und kaum einer der zahlreichen Charaktere hat keine Macke, während die Mitglieder der Band „Guitar Wolf“ natürlich Rock’n Roll entsprechend glorifiziert werden und ihre Lieder über Blut, Schweiß und jede Menge Alkohol zum Besten geben, während die Sonnenbrille natürlich selbst in den schwierigsten Momenten nicht abgenommen wird. „Wild Zero“ macht dann als Musikfilm mit Zombies und kleineren Abstrichen als Legendenbildung für eine doch recht obskure Band auch Spaß und das kurzweilige Werk hat auch ein großes Herz für Außenseiter, schrullige Musiker und selbst für Untote. Schöne und vor allem laute Sache und für meinen Geschmack hätte auch noch viel mehr Musik sein dürfen, auch wenn das sonst ja nicht so meine Ecke ist.
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