Invitation Only - Kevin Ko (2009)

Moderator: jogiwan

Invitation Only - Kevin Ko (2009)

Beitragvon horror1966 » 7. Jun 2010, 17:15

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Invitation Only
(Jue mingpai dui)
mit Kristian Brody, Bryant Chang, Vivi Ho, Jerry Huang, Joseph Ma, Maria Ozawa, Kao Yin-Hsuan
Regie: Kevin Ko
Drehbuch: Sung In / Carolyn Lin
Kamera: James Yuan
Musik: Cody Westheimer
Keine Jugendfreigabe
Taiwan / 2009

Der junge Chauffeur Wade erhält überraschend eine Einladung zu einer Jet-Set-Party. In der Annahme, dass diese Eintrittskarte in die Welt der Reichen und Mächtigen ein Versehen ist, macht er sich dennoch auf, eine Nacht in Luxus und Überfluss zu erleben. Dort angekommen ist er aber nicht der einzige außergewöhnliche Gast, denn auch Richard, Hitomi, Holly und Lin wissen nicht so genau, wie sie zu der Ehre gekommen sind, diesen erlauchten Kreis beiwohnen zu dürfen. Aber die Einladung war kein Versehen und die jungen Leute müssen schnell einsehen, dass sie die Hauptfiguren eines perversen und sadistischen Spiels um leben und Tod sind. Für die Gruppe wird diese Nacht ein gewalttätiger Alptraum, bei der es der einzige erstrebenswerte Luxus sein wird, in einem Stück zu überleben...


"Invitation Only" bietet nicht gerade irgendwelche Dinge, die man nicht auch schon in anderen Horrorfilmen gesehen hätte. Vielmehr bekommt der Zuschauer hier ein Szenario präsentiert, das doch ziemlich stark an Filme wie "Saw" oder vor allem an "Hostel" angelehnt ist. Denn auch in der vorliegenden Geschichte entwickelt sich der aufkommende Horror erst mit der Zeit, so das insbesondere das erste Drittel des Films vielmehr als seichte Einführung in die später stattfindenden Geschehnisse anzusehen ist. Dort wird man hauptsächlich mit der Hauptfigur Wade bekannt gemacht, der sich seinen Lebensunterhalt als Chauffeur verdient und dabei viel höher gesetzte Ziele und Träume für sein Leben hat. Als er dann auf einer eigenartig erscheinenden Party anscheinend diesen Wünschen ein großes Stück näherkommt, will er diese Chance ergrifen, muss dann aber auf äusserst derbe Art erfahren, das er als eines von mehreren Opfern ausersehen wurde, um die sadistischen und perversen Neigungen einiger reicher und elitärer Personen zu befriedigen.

Insbesondere die Ähnlichkeiten zu Eli Roth's "Hostel" sind hier ziemlich offensichtlich, trägt doch die Geschichte fast identische Züge und auch die Folterungen und Quälereien einiger Menschen werden ähnlich in Szene gesetzt, so das die Intensität des Geschehens als äusserst hoch beschrieben werden kann. Auch wenn die deutsche DVD um knapp 2 Minuten erleichtert wurde, eröffnet sich einem immer noch ein sehr intensiver Film, von dem ein hohes Maß an Brutalität ausgeht, das sich nicht nur durch die visuelle Darstellung gewisser Szenen äussert, sondern auch im Kopf des Zuschauers abspielt. Denn wenn dieser versucht, sich in die scheinbar aussichtslose Lage der Opfer hineinzuversetzen, überkommt ihn ein stark beklemmendes Gefühl, das er die ganze Zeit über nicht mehr abstreifen kann. In bestimmten Phasen der Geschichte fühlt man sich dabei fast schon einer Ohnmacht nahe, da es wahrscheinlich keinen Ausweg aus der mehr als nur bedrohlich anmutenden Situation gibt.

Es dauert recht lang, bis man die Beweggründe erfährt, warum hier gerade bestimmte Personen der Folter unterzogen werden, bei der sie letztendlich ihr Leben verlieren sollen und die Gründe sind so banal wie auch erschreckend und schockierend. Da maßen sich bessergestellte Personen an, Menschen in zwei Klassen zu unterteilen und über das Recht zu Leben zu urteilen. Mag das für manch Einen eventuell wie an den Haaren herbeigezogen erscheinen, hinterlässt dieser Hintergrund doch auch einen sehr schalen, weil auch äusserst realistischen Eindruck, der einem teils sogar die Kehle zuschnürt. Das liegt auch insbesondere in der Darstellung der "Peiniger" begründet, die hier erstklassig dargestellt werden und dabei eine Eiseskälte und Entschlossenheit an den Tag legen, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Dagegen stehen die verängstigten Opfer, denen am Anfang gar nicht richtig klar wird, in welches Horror-Szenario sie da hineingeraten sind und dies erst erkennen, als es für einige von ihnen schon zu spät ist. Der Kontrast dieser hier in Szene gesetzten "2-Klassen-Gesellschaft" kommt dabei besonders gut zum Ausdruck und vermittelt dem Betrachter einen durchaus authentischen Eindruck, so das man sich ohne Weiteres vorstellen kann, das es wirklich Menschen geben könnte, die ein "Auslese-Verfahren", wie es hier gezeigt wird, gutheissen würden.

Regisseur Kevin Ko hat mit diesem Regie-Debut einen wirklich intensiven und harten Genre-Beitrag abgeliefert, der sich zwar bei einigen amerikanischen Filmen bedient hat, aber ein absolut spannendes Geschehen zeigt, das einem so manche Gänsehaut bescheren kann. Allein schon die dargestellte "Kapitalismus-Kritik" ist mehr als nur gelungen und stimmt auch durchaus nachdenklich. Hinzu kommt eine erstklassige und sehr dichte Atmosphäre, die bedrohlich und gleichzeitig beklemmend erscheint und den Zuschauer absolut in ihren Bann zieht.


Fazit:


"Invitation Only" ist kein Feuerwerk an Inovation, erzählt aber eine temporeiche Geschichte, die man sich trotz aller Abwegigkeit auch durchaus im wahren Leben vorstellen könnte, da es immer wieder Leute geben wird, die gefährliches Gedankengut in sich tragen und anderen ihre scheinbare Macht spüren lassen wollen, damit sie sich selbst stärker fühlen. Diese Dinge werden in vorliegendem Film wirklich gut in den Vordergrund gestellt und garantieren so für ein intensives und teils schockierendes Film-Erlebnis, das sich kein echter Horrorfan entgehen lassen sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Taiwanesisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 94 Minuten
Extras: Interviews, Alternatives Ende, Kurzfilme des Regisseurs


7/10
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Re: Invitation Only

Beitragvon sergio petroni » 28. Sep 2017, 17:59

Der junge Automechaniker Wade arbeitet nebenher als Chauffeur für der reichen Mr. Yang.
Eines Tages erwischt Wade Yang bei einem Schäferstündchen auf dem Rücksitz.
Kurz darauf erhält Wade von Yang eine Einladung zu einer mondänen Jetsetparty,
mehr oder weniger um Wades Schweigen zu erkaufen.
Als Wade der Einladung folgt, merkt er jedoch schnell, daß in dem massiv gesicherten Gebäude
etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Neben Wade befinden sich noch vier weitere Personen
aus der Unterschicht auf der Party ein. Es dauert nicht lange, bis die fünf merken, was gespielt wird.
Die Hauptattraktion des Abends ist die geplante Ermordung der fünf jungen Leute.
Natürlich möglichst brutal und schmerzhaft, zur Belustigung des gestopften Publikums.

Kevin Kos taiwanesischer Genrebeitrag aus dem Jahre 2009 ist ganz offensichtlich von
"Hostel" inspiriert. Die aufgesetzte Sozialkritik kauft man dem exploitativen Werk
nicht so recht ab. Die Geschichte Yangs, mit der er seine menschenverachtende
Einstellung armen Leuten gegenüber rechtfertigt, ist komplett neben der Spur.
"Invitation Only" ist ein brutales Werk, das allerdings durchaus Spannung aufbauen
kann. Gefangene werden keine gemacht. Wer "Hostel" mochte, der kann hier
durchaus auch einen Blick riskieren.
Im Bonusmaterial ist dann noch das abgefahrenste alternative Ende enthalten,
das ich bislang gesehen habe.
6/10
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
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