Hard-Boiled - John Woo (1992)

Moderator: jogiwan

Re: HARD-BOILED - John Woo (1992)

Beitragvon Onkel Joe » 28. Aug 2017, 20:34

Canisius hat geschrieben:
Reinifilm hat geschrieben:
ugo-piazza hat geschrieben:"The Killer" hat die Meßlatte extrem hoch gelegt, "Hardboiled" nimmt eine Menge Anlauf - und springt dann unter durch. :mrgreen:


Falsch - er schießt sie weg. :rambo:


Beide sind toll! :rambo: :P

Onkel Joe hat geschrieben:Hard-Boiled läuft am Samstag den 09.09. um 21 Uhr im Komm-Kino in Nürnberg auf dem Karacho Festival.
Die 35mm Kopie kommt aus den USA von einem Sammler und verspricht das großen Action Feuerwerk erstmalig in Deutschland auf der großen Leinwand. Danach geht sie nach Hamburg zum Bizarre Cinema(Datum ist mir nicht bekannt) und Sitges ist dann die nächste und letzte Station in Europa.

Hongkong 1991. R: John Woo. 128 Min. 35mm. OmeU-UNCUT


Hard-Boiled im Kino hätte in der Tat was... :nick:


Ich bin in Nürnberg an diesem Samstag am Start weil an dem Tag noch Bullit und Die Kampfmaschine (Burt Reynolds) als 35mm Kopien laufen. :sabber:
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Wer tanzen will, muss die Musik bezahlen!
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Re: HARD-BOILED - John Woo (1992)

Beitragvon karlAbundzu » 4. Okt 2017, 10:20

Die wunderschöne amerikanische 35mm Kopie ging auf kurze Europa-Tour, da konnten es sich die Bremer Deliria-Abteilung es sich natürlich nicht lumpen lassen und machte sich auf den Weg.
Das Genre Heroic Bloodshed brach ja so Ende 80er / Anfang 90er über unsere Videotheken, in meiner Erinnerung kamen die alle gleichzeitig und wurden über zwei Sommer abgefeiert und dann kam nicht mehr viel. Das hatte auch mit John Woos Abgang nach Hollywood zu tun. Aber immerhin gab es vorher: The Killer, A better tomorrow 1 & 2, Bullet in the head…
Hard Boiled war sozusagen Woos Abschiedsgeschenk und ein Sammelsurium der Genre-Kennzeichen. Verdeckte Ermittler, die als Killer arbeiten, moralische Polzisten, die ohne Rücksicht auf Verluste für die Wahrheit ermitteln. Ermitteln heißt hier natürlich nicht klassische Detektivarbeit, sondern irgendwo hinfahren und ordentlich Shoot-Out betreiben. Und das alles übertrieben: Einerseits in den herumrennen und schiessen, da wird immer lieber das geschlossene Fenster als die offene Tür genommen, wenn man stolpert, ist das ein Anlass zum Schiessen nicht zum Abstützen. Andererseits in den Gefühlen: da ist keiner nur ein guter Kumpel sondern gleich gibt es immer eine tiefe innige Verbindung in Liebe oder Hass. Einzig mit der Dreierbeziehung zwischen Mann – Frau – Mann wird hier ein wenig gespielt, da der eine Typ keine amourösen Ambitionen hat.
Einzig neu ist hier die Babyploitation.
Das passiert alles natürlich tot ernst, später wurde so was ja immer nur in lustig oder ironisch gebrochen gedreht. Und wir haben hier auch die richtigen Schauspiler dazu, große Könner: Chow Yun-Fat und Tony Leung als Heroen, Anthony Wong als Oberfieser, Teresa Mo als Love Interest und Stunt Koordinator Philip Kwok als Killer mit Ehre!
Die Musik ist dieses 80er Synthie- und Saxophon- Gegniedel. Ein paar Spuren von Miami Vice gestohlen, ein wenig verzerrt, ein wenig ruppiger. Herrlich.
Insgesamt ein wunderbarer Film, der sehr viel Spaß macht und die zwei Stunden wie im Fluge vergehen lassen.
High Light!


PS: Interessanterweise veröffentlchte Dark Horse Anfang der 90er eine Mini-comic-Serie von Frank Miller gleichen namens. Hat aber nichts mit dem Film oder andersrum zu tun. Trotzdem empfehlenswert.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: HARD-BOILED - John Woo (1992)

Beitragvon buxtebrawler » 4. Okt 2017, 11:56

karlAbundzu hat geschrieben:Einzig neu ist hier die Babyploitation.


Was ist das?
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: HARD-BOILED - John Woo (1992)

Beitragvon karlAbundzu » 4. Okt 2017, 12:20

buxtebrawler hat geschrieben:
karlAbundzu hat geschrieben:Einzig neu ist hier die Babyploitation.


Was ist das?

Wenn ich darüber nachdenke, eine unglückliche Wortneuschöpfung meinerseits: Gemeint ist, Säuglinge dazu zu benutzen, um die Situation und Dramatik einer Szene oder eines Settings zu verschärfen. Hier in der Krankenhausszene geht es ja auch darum, alle Babys zu retten, wo es ansonsten nicht so wichtig ist, wieviele andere zufällige Opfer es so gibt.
Also die Überlegung: Wie machen wir das noch dramatischer? Bauen wir ein Haufen Säuglinge als potentielle Opfer ein. So wie bei Sexploitation? Wie bekommen wir noch ein paar mehr Jungs in den Film? Bauen wir ein paar Titten ein.

Und da merkte ich auch schon das Unglückliche an der Begrifflichkeit, Sex dient zur Einkommenserhöhung, Babys zur Intensivierung (beides allerdings auf relativ "billigen Wege)
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: HARD-BOILED - John Woo (1992)

Beitragvon purgatorio » 4. Okt 2017, 13:03

karlAbundzu hat geschrieben:Und da merkte ich auch schon das Unglückliche an der Begrifflichkeit, Sex dient zur Einkommenserhöhung, Babys zur Intensivierung (beides allerdings auf relativ "billigen Wege)

beim SERBIAN FILM könnte diese Überlegung durchaus hinhauen :kicher: :o :oops:
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Re: Hard-Boiled - John Woo (1992)

Beitragvon Arkadin » 4. Okt 2017, 15:20

35mm-Aufführung in Hamburg. Mit Karlschi und Canisius. Auch der lange verschollene Jeroen taucht kurz auf (allerdings haben wir ihn beim Rausgehen wieder verloren). Ein grandioses Erlebnis mit einer tadellosen Kopie. Ein Film für die große Leinwand gemacht. Danach dröhnt einem der Kopf von dem Dauerfeuer und den ganzen Explosionen. Der Film ist soweit drüber - unglaublich! Sowas wird heute nicht mehr gemacht, vor allem was die Emotionen in XXL angeht. Und die Stunts.. aua.. die tun richtig weh beim Zuschauen. Nix mit CGI. The real thing! Schönes Vorprogramm auch vom Bizzare Cinema. Zwei tolle Trailer (Yes, Madame und A Better Tomorrow) und eine kurze Einführung ins Genre von Ralph Umard. Dummerweise habe ich sein epochales "Filme ohne Grenzen" Zuhause vergessen. Da war Jeroen klüger. Insgesamt ein wirklich toller Nachmittag mit netten Menschen und einer spannenden Bahnrückfahrt
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