Hard-Boiled - John Woo (1992)

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Re: HARD-BOILED - John Woo (1992)

Beitragvon Onkel Joe » 11. Nov 2012, 22:51

Arkadin hat geschrieben:
Onkel Joe hat geschrieben:und man hat damals oft gelesen das die Einspielergebnisse(und alles drum herum)auch eine Art Rente für Chang Cheh gewesen sein soll.


Ich glaube, das verwechselst Du mit "Just Heroes" von 1989, der ja in Deutschland als "Hard-Boiled 2" verwurstet wurde.



Nope, ich denke ich bin hier richtig.Ich kann mich auch täuschen aber wenn er mit " Just Heroes" über die runden hätte kommen sollen dann mal gute Nacht :palm:.Soweit ich mich entsinnen kann war es dieser Streifen hier aber Nobody is Perfect :opa: .
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Re: HARD-BOILED - John Woo (1992)

Beitragvon Adalmar » 11. Nov 2012, 23:32

"Just Heroes" finde ich hervorragend. Man darf nur kein Action-Dauerfeuer erwarten wie in "Hard Boiled". Daher ist die Umtitelung in HB II auch eine selten dämliche Idee.
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Re: HARD-BOILED - John Woo (1992)

Beitragvon Theoretiker » 30. Mär 2014, 11:13

Unter meinen Top 10 der ewigen Actionfilm-Bestenliste.

Nie hat Woo die Action konsequenter inszeniert, nie waren die Bösen böser, Tempo und Bodycount sind unglaublich, trotzdem wirkt alles leichtfüßig, hat immer mit den typischen, "balletthaften Charme". Ein harter Actionfilm im Stil der traditionellen Peking-Oper.

Woo braucht sich damit nicht hinter Peckinpah verstecken, die besten Actionfilme kommen eben doch aus Asien.

Nach "The Killer" Woos bester Film.

9/10
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Re: HARD-BOILED - John Woo (1992)

Beitragvon sid.vicious » 29. Apr 2014, 11:22

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Produktionsland: Hongkong
Erscheinungsjahr: 1992
Regie: John Woo
Drehbuch: John Woo
Kamera: John Woo
Schnitt: John Woo
Spezialeffekte: Yuen-Tai Ting
Budget: ca. 4500000 $
Musik: James Wong
Länge: ca. 123 Minuten
Freigabe: SPIO/JK
Darsteller: Chow Yun-Fat, Tony Leung Chiu Wai, Teresa Mo, Philip Chan, Phillip Kwok, Anthony Wong, Bowie Lam, Bobbie Au-Yeung, Ng Shui Ting, Kwan Hoi San, Stephen Tung Wai, Kunimura Jun




Inspektor Yuen ist einem Ring von Waffenschiebern auf der Spur welcher unter der Leitung von Johnny Wong agiert. Bei einer geplanten Festnahme kommen einige Zivilisten und ein Kollege von Inspektor Yuen ums Leben. Was Yuen nicht bekannt ist, ein Undercover-Polizist hat sich in die Organisation von Johnny Wong eingeschleust.

Eher lückenreich ist die freie Übersetzung von „Hard-Boiled“ ins Deutsche. Grundsätzlich lässt sich aus „Hart gekocht“ zwar die Identität einer Person erraten, könnte allerdings auch zu Fehlschlüssen führen. Der Hardboiled-Detective ist einfach gesagt ein Polizist der nach seinen eigenen Regeln lebt und handelt und sich vor allem nicht dem Gesetz gegenüber verpflichtet sieht. Diese Eigenschaften liegen bei Inspektor Yuen und auch bei dem Undercover-Polizisten Tony (deutscher Version: Alan) eindeutig vor. Somit werden hier Figuren geschaffen die ein eigenes Bild von Recht und Gerechtigkeit haben, die Nachkommen der klassischen Anti-Helden.

John Woo versteht es seinen beiden Hauptfiguren auch einen starken Hauch von Menschlichkeit einzuflößen. Gerade das in Gefahr bringen von Unbeteiligten sägt am Ego der Personen und lässt sie aus dem oberflächlichen Schema des Kaltblütigen herausfallen. Diese Charakterstudien sind zwar eher zweitrangig angelegt, allerdings auch unverzichtbar wenn es darum geht einen Film zu kreieren, der die Vordergründigkeit seines Actionreichtums mit einer Tiefsinnigkeit anreichern bzw. bereichern will.

Was die Actionmomente, die innerhalb „Hard-Boiled“ zu ca. 85% vorhanden sind anbelangt, so wird hier ein wahres Feuerwerk an Rasanz geboten. „Hard-Boiled“ setzt die Messlatte innerhalb des Genres der Actionfilme extrem hoch an. Somit trifft die Kritik: „Hard-Boiled ist better than a dozen Die hards“, ziemlich genau. Ziemlich, da ein Dutzend „Stirb langsam“ Events nicht einmal annährend die Klasse eines „Hard-Boiled“ haben. Denn was John Woo hier an Actionmomenten abfackelt ist eine wahre Freude. Die Kamerafahrten, der Schnitt, die Zeitlupen und das gelegentliche Einsetzen von eingefrorenen Bildern ist einer unnachahmlichen Brillanz gleichzusetzen. Auch die zahlreichen Explosionen innerhalb des Finales haben eine buchstäblich bombastische Wirkung.

Neben dieser einzigartigen Präsentation brillanter Action setzt John Woo, wie bereits oben angerissen auf die psychischen Eigenschaften seiner Charaktere. Selbst eiskalte Killer zeigen Skrupel wenn es darum geht das Unschuldige in das Geschehen und in die Gefahr rücken. Dieses ist auch ein wichtiger Aspekt, der es erreicht das „Hard-Boiled“ trotz seiner phänomenalen Actionszenen und seiner dabei eingesetzten Ästhetik nicht auf die Gefahr hinaus läuft einer Gewaltverherrlichung nachzukommen.

„Hard-Boiled“ ist leider der letzte brillante Film den John Woo geschaffen hat und somit die goldene Zeitspanne von Woos Actionwerken zwischen 1986 und 1992 abschließt. Es wäre demnach erfreulich und vor allem auch passend gewesen, wenn man in der Rolle von Inspektor Yuens Vorgesetzten einen Ti Lung gesehen hätte. Dieses soll jetzt allerdings nicht gegen die gute Leistung von Philip Chan gerichtet sein, denn die Wortgefechte zwischen ihm und Inspektor Yuen haben es durchaus in sich. Der Nostalgiker und Freund von Filmen aus Hongkong wird schon verstehen was ich damit meine.

Somit wären wir auch bei der Besetzungsliste angelangt und diese bietet einen großartigen Chow Yun-Fat als Inspektor Yuen. Streichholzkauend und stets auf der Höhe gibt Chow Yun-Fat Vollgas bei der Reise durch die cineastische Triadenlandschaft. Ebenfalls großartig ist Tony Leung als Tony (Alan) der es zu einem schauspielerischen Duell auf Augenhöhe kommen lässt. Mit Philip Kwok treffen wir dann sogar noch einen alten bekannten Recken und Haudegen, der innerhalb einiger Shaw-Filme aktiv war. Als Augenklappetragende Narbenfresse sorgt Philip für eine Menge gute Laune. Weiterhin seien Anthony Wong als Johnny Wong und Teresa Mo als der ruhende Pol Teresa Chang positiv erwähnt. Innerhalb einer kleinen Rolle holt Wei Tung als Polizeiinformant Foxy ebenfalls eine Menge raus.

Fazit: Ein meisterlich inszeniertes Action-Feuerwerk das dem US Actionkino ganz locker seine Grenzen aufzeigt. Denn „Hard-Boiled“ ist Das was ich unter einem perfekten Actionfilm verstehe.

10/10
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Re: HARD-BOILED - John Woo (1992)

Beitragvon ugo-piazza » 6. Mai 2014, 21:43

"Hardboiled" war ja der letzte Film von John Woo in Hongkong und er verabschiedete sich mit einem Werk, dessen Inhalt sich mit "Action over the top" zusammenfassen lässt. Actionmäßig über jeden Zweifel erhaben, hat man jedoch bei der Story eher fünfe gerade sein lassen, und eine Charakterzeichnung, wie sie "The Killer" auszeichnete, sollte man auch nicht erwarten. "The Killer" hat die Meßlatte extrem hoch gelegt, "Hardboiled" nimmt eine Menge Anlauf - und springt dann unter durch. :mrgreen:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: HARD-BOILED - John Woo (1992)

Beitragvon Theoretiker » 6. Mai 2014, 21:46

ugo-piazza hat geschrieben:"The Killer" hat die Meßlatte extrem hoch gelegt, "Hardboiled" nimmt eine Menge Anlauf - und springt dann unter durch.


:lol:
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Re: HARD-BOILED - John Woo (1992)

Beitragvon Onkel Joe » 7. Mai 2014, 07:19

Ich für meinen Teil muss sagen das mir der Hardboiled mehr zusagt, der hat es mir einfach mehr angetan.
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Re: HARD-BOILED - John Woo (1992)

Beitragvon Reinifilm » 7. Mai 2014, 10:02

ugo-piazza hat geschrieben:"The Killer" hat die Meßlatte extrem hoch gelegt, "Hardboiled" nimmt eine Menge Anlauf - und springt dann unter durch. :mrgreen:


Falsch - er schießt sie weg. :rambo:
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Re: HARD-BOILED - John Woo (1992)

Beitragvon Onkel Joe » 28. Aug 2017, 17:17

Hard-Boiled läuft am Samstag den 09.09. um 21 Uhr im Komm-Kino in Nürnberg auf dem Karacho Festival.
Die 35mm Kopie kommt aus den USA von einem Sammler und verspricht das großen Action Feuerwerk erstmalig in Deutschland auf der großen Leinwand. Danach geht sie nach Hamburg zum Bizarre Cinema(Datum ist mir nicht bekannt) und Sitges ist dann die nächste und letzte Station in Europa.

Hongkong 1991. R: John Woo. 128 Min. 35mm. OmeU-UNCUT
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Re: HARD-BOILED - John Woo (1992)

Beitragvon Canisius » 28. Aug 2017, 20:30

Reinifilm hat geschrieben:
ugo-piazza hat geschrieben:"The Killer" hat die Meßlatte extrem hoch gelegt, "Hardboiled" nimmt eine Menge Anlauf - und springt dann unter durch. :mrgreen:


Falsch - er schießt sie weg. :rambo:


Beide sind toll! :rambo: :P

Onkel Joe hat geschrieben:Hard-Boiled läuft am Samstag den 09.09. um 21 Uhr im Komm-Kino in Nürnberg auf dem Karacho Festival.
Die 35mm Kopie kommt aus den USA von einem Sammler und verspricht das großen Action Feuerwerk erstmalig in Deutschland auf der großen Leinwand. Danach geht sie nach Hamburg zum Bizarre Cinema(Datum ist mir nicht bekannt) und Sitges ist dann die nächste und letzte Station in Europa.

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Hard-Boiled im Kino hätte in der Tat was... :nick:
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