SIEBTES OFFIZIELLES FORENTREFFEN: DELIRIA ÖVER DÜSSELDORF

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Moderator: jogiwan

Re: SIEBTES OFFIZIELLES FORENTREFFEN: DELIRIA ÖVER DÜSSELDORF

Beitragvon buxtebrawler » 27. Okt 2016, 14:55

Deliria över Düsseldorf

Erinnerungen eines Chronisten

Eine Woche Fast zwei Wochen ist unser siebtes Forentreffen nun schon wieder her und endlich finde ich etwas Zeit für einen kleinen Bericht, der zwar kürzer ausfallen wird als der vorherige, den ich mir aber trotzdem nicht nehmen lassen möchte. [Anm. beim Lektorieren: Ich fürchte, hier ist gar nichts kürzer geworden.] So sitze ich nun also bei meiner letzten Flasche Schlösser Alt, die ich mir extra zu diesem Zweck aufbewahrt hatte und lasse die Ereignisse Revue passieren. [Anm.: Ja, Opa, komm zum Punkt! [Sorry, der Einstieg ist immer das Schwierigste!]] Es dürfte ursprünglich damit angefangen haben, dass Deewani seine Düsseldorfer Mondo-Bizarr-Kinoreihe in unserem Forum vorzustellen begann. Onkel Joe und Deewani lernten sich schließlich näher kennen und während unseres letztjährigen Forentreffens in Wien hatten wir alle Gelegenheit dazu. Dort wurde der Plan für DELIRIA ÖVER DÜSSELDORF als Teil der Mondo-Bizarr-Reihe, also in Zusammenarbeit wie beispielsweise seinerzeit in Bremen mit Weird Xperience, gesponnen und kurz darauf in weiterer Absprache konkrete Grundsteine gelegt. Die Voraussetzungen waren ideal: Ein schönes, geeignetes Kino, das noch über 35-mm-Projektoren verfügt, ein genrefilmaffines und motiviertes Team vor Ort und eine Stadt mit Flughafen, Hotels etc. in einer Gegend, in die es uns zuvor noch nicht verschlagen hatte.

Wie üblich fiel die Filmauswahl schwer, zu viele Schätze warten noch darauf, wiederaufgeführt zu werden. Nach ausgiebigem Hauen und Stechen zwischen uns Admins stand das Aufgebot dann aber. Verlass war wie immer auf Jogschi, der zeitig schnieke Flyer-/Plakat-Motive entwarf, diesmal gleich zwei an der Zahl. Zuvor hatte Deewani bereits einen stylischen, appetitanregenden Trailer für das Event gestaltet, ein Novum in der Geschichte unserer Forentreffen. Als unser Mann vor Ort stand er uns auch stets tatkräftig zur Seite und gab uns zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass irgendetwas schiefgehen könnte. Top!

Etwas vigeliensch wurde es dann doch, als wir erstmals die Chance ergriffen, einen Gast aus Italien fürs Forentreffen zu gewinnen: Schauspieler Massimo Vanni, u.a. bekannt aus den beiden „The Riffs“-Filmen, sollte uns besuchen, Memorabilia signieren und Frage und Antwort stehen, was einigen organisatorischen Mehraufwand bedeutete und letztendlich leider doch aufgrund kurzfristig anberaumter Dreharbeiten ins Wasser Film. Es hat halt nicht sollen sein.

Ansonsten war aber alles in trockenen Tüchern, als ich am Morgen des 14. Oktober zusammen mit Foreneminenz Santini die Reise in die rheinische Altbiermetropole antrat. Die Anreise per ICE mit Umstieg in Dortmund gestaltete sich zwischenfallsfrei und recht angenehm, die Bahn war sogar auf die Minute pünktlich. Fast alles, was vor Ort benötigt wurde, war bereits im Vorfeld hinuntergeschickt worden oder wurde von anderen mitgebracht, so dass wir diesmal sogar mit verhältnismäßig leichtem Gepäck reisen konnten. Nach einer kurzen Stärkung am Düsseldorfer Hauptbahnhof blieb genügend Zeit, sich mit der Straßenbahn vertraut zu machen (und satte 2,60 EUR für neun Minuten Fahrt zu berappen). Am Polizeipräsidium angekommen, erspähte Santini auch gleich das Hotel Kastens, das wir nach einer Zigarettenlänge bezogen: Ein buntes, komfortables Vier-Sterne-Hotel, das so gar kein Vergleich zu manch Absteige war, mit denen wir im Rahmen früherer Forentreffen konfrontiert waren. Geräumige Zimmer, freundliches Personal und Frühstück bis um 11:00 Uhr, so dass auch ich Langschläfer in seinen Genuss kommen konnte. Der Großteil der Delirianer hatte sich dort einquartiert und es sicherlich nicht bereut.

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Der Düsseldorfer Hauptbahnhof

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Utpoisches am Polizeipräsidium

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Die Düsseldorfer Straßenbahn

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Das Hotel unserer Wahl

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Blick aus meinem Zimmer im 4. Stock

Nachdem wir uns eingerichtet hatten, lieferten wir uns einen erfolglosen Kampf mit dem Wasserkocher in der Lobby, woraufhin ich vor Schreck gleich mal meine Rechnung verlor und wo wir schließlich Bonpensiero trafen, mit dem wir uns gemeinsam im nahegelegenen Kaiser’s mit dem Nötigsten eindecken gingen, wobei ich von jeder Sorte Altbier eine Flasche mitnahm. Als ich diese so aufs Kassenband legte, erinnerte ich mich an Salvatores Traum, in dem wir gemeinsam einkaufen waren und ich Unmengen an Bier erwarb...

Zurück im Hotel versuchte ich, mittels Powernapping meine aus der Arbeitswoche und der Aufregung aufs Forentreffen in der Nacht zuvor resultierende Müdigkeit zu bekämpfen, was jedoch mehr schlecht als recht gelang, denn schon bald galt es, einen Großteil der Delirianer inkl. Deewani persönlich zu begrüßen und an der Rheinpromenade entlang zum Kino zu schreiten, wo wir u.a. kistenweise Spezial-Negerküsse abluden – traditionell wird zu den freitäglichen Mondo-Bizarr-Vorstellungen nämlich ein kleiner Snack gereicht und der gute Reini hatte zu diesem Zwecke diese Zuckerbomben besorgt, die sich – das war das Besondere – allesamt in ihrem Geschmack unterschieden. Außerdem hatte mir Reini in Form einer Flasche edlen Rotens meinen Gewinn für den, ähm, letzten Platz beim EM-Tippspiel in die Hand gedrückt, den ich so gar nicht mehr auf dem Schirm hatte, an den ich dadurch aber noch einmal erinnert wurde. Danke! :D

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Doch statt bereits den Saal zu entern, lautete die Parole „Auf zum ,Space Burger’-Restaurant!“ in nettem Ambiente mit diversen Film-Bildern an den Wänden, wo wir eine lange Tischreihe bildeten, die trotzdem nicht für alle Platz bot, so dass auch die äußeren Tische in Beschlag genommen wurden. Zunächst war ich überrascht, wie dann doch verhältnismäßig schnell die Belegschaft ihre abgefahrenen Burger-Kreationen von fleischhaltig bis vegan brutzelte und servierte. Ich labte mich am ersten Bierchen und ließ mir einen Spiegelei-Burger mit gegrilltem Blattspinat (!) munden, während das Personal immer mehr ins Schwitzen kam und irgendwann aufgrund zwecks Klönschnacks zahlreicher Umbesetzungen die Übersicht zu verlieren drohte. Dies gipfelte letztendlich darin, dass man Onkel Joe als Rädelsführer ausmachte und ihm eine vierstellige Rechnung hinlegte, die es dann nacheinander an der Kasse zu begleichen galt, was sich recht lange hinzog. Schnelleren Schrittes ging es daraufhin zurück in die „Black Box“, doch zeitlich lag noch alles im Rahmen.

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Ein wahrhaft toller Anblick war es, wie viele Menschen sich dort neben uns Delirianern eingefunden hatten, um die Filme mit uns zu sehen. Insgesamt dürften wir an die 100 Leute gewesen zu sein, und das ist wirklich mehr als amtlich! Jemand aus dem Mondo-Bizarr-Team hielt eine kurze allgemeine Einführung, woraufhin ich die Bühne betrat, offiziell alle begrüßen durfte und etwas zum Hintergrund des Forentreffens und dem geplanten Ablauf erzählte. Im direkten Anschluss wurde mir zudem die Ehre zuteil, den guten Salvatore auf die Bühne zu bitten, der eine hochinteressante Einführung zum ersten Film „Nonnen bis aufs Blut gequält“ hielt, die er ausgehend von Porno-Literatur des 18. Jahrhunderts aufrollte und mit einem vierzeiligen Gedicht schloss. Ein typischer Baccaro also! Der Deliria-över-Düsseldorf-Trailer lief leider ohne Ton, aber die folgende Trailershow mit Raritäten wie Ken Russells „The Devils“, Di Leos „Der Triebmörder“ und weiteren Filmen mit viel nackter Haut vor historischem Hintergrund war ein echter Hingucker und bereite zusätzlich auf die gute Flavia vor, die dann in ihrer vollen 35-mm-Pracht erstrahlte. Die Kopie war leicht rotstichig, dafür aber weit weniger gekürzt als befürchtet und überraschte manch Zuschauer, der sich einen Nackedei-Exploiter und Partyfilm versprochen hatte. Doch, der Film vermag noch immer die Gemüter zu spalten und lädt zu Diskussionen ein.

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Warf auf den Vorhang projiziert etwas Falten, daher hier noch einmal, gefolgt von ein paar Leinwand-Schnappschüssen:

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In der Pause wurden fleißig Schaumküsse gemampft und leider machte auch das Gerücht die Runde, dass Tonino Valerii, Regisseur unseres Double-Features am nächsten Tag, verstorben sei – das sich am Samstag bewahrheiten sollte. Zurück im Saal fand die erste von zwei Verlosungen statt, durchgeführt vom renommierten Glücksfee-Trio Onkel Joe, Jogiwan und Santini, das manch schöne Veröffentlichung an glückliche Gewinner verteilte. Improvisieren musste im Anschluss Oliver Nöding, der eigentlich geplant hatte, zusammen mit Pelle Felsch die Einleitung zu Bruno Matteis Kriegs-Actioner „Der Kampfgigant“ zu halten. Doch leider konnte Pelle aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen, weshalb Oliver das Ganze allein rockte – und zwar leidenschaftlich und tadellos. Er war richtig im Film drin und machte keinen Hehl aus dem Trash-Gehalt, stets mit einem Augenzwinkern. Mit einem solchen kam auch Dr. Monkulas Überraschungs-Kurzfilm daher, für den er Namen wie Katja Bienert oder Rolf Eden gewinnen konnte und den er vor die Trailershow geschmuggelt hatte. ;) Ein kurzweiliges, überraschend aufwändiges Vergnügen, was „Dr. Monkulas Lab. Productions“ da zusammengebraut hatte – danke! Die obligatorischen Trailer bewegten sich vornehmlich im Action-Segment und was dann jedoch unter dem Namen „Der Kampfgigant“ von der Leinwand flimmerte – eine klasse erhaltene Kopie, die freundlicherweise von Reinifilm zur Verfügung gestellt wurde, diesbzgl. beißt die Maus keinen Faden ab und dafür auch noch einmal herzlichen Dank! -, unterbot selbst meine Erwartungen. Ein inhaltlich furchtbarer Film, der jedoch interessant zu sehen war und Matteis Ruf als Schundfilmer festigte. Von den bisher von uns gezeigten Matteis war das locker der schlimmste und ich konnte es gar nicht richtig fassen… :D

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Auch diese Projektion war auf dem Vorhang etwas faltig, hier in glatt, ebenfalls gefolgt von einigen "Screenshots":

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Nachdem Miles O’Keeffe auch den letzten Vietnamesen und Russen des Garaus gemacht hatte, erwartete uns die erste Rutsche Kofferraumbier – jene liebgewonnene Forentreffen-Tradition – durch Reini und Onkel Joe, die ein extra starkes „Onkel Joe“-Gebräu inkl. Kaffee (!) hatten individuell anfertigen lassen, das bei zu starkem Konsum eine schlaflose Nacht beschert hätte. Müde wie ich war, seilte ich mich rechtzeitig ab und schlief einen erholsamen Schlaf, so dass ich erstmals in der Geschichte der Forentreffen am zweiten Tag ohne Kater erwachte. Yes!

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Foto: McBrewer

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Hotel-Interieur

So war es für mich dann auch ein Leichtes, mich rechtzeitig mit Santini zum Frühstück einzufinden, wo auch diverse weitere Delirianer die wichtigste Mahlzeit des Tages einnahmen. Das Buffet war üppig und abwechslungsreich, ich stärkte mich mit belegten Brötchen und einer großen Portion Rührei. Reini gesellte sich zu uns und plötzlich stieß auch die gute Frauke McBrewer dazu, die uns Überraschungseier mit „Danke“-Aufklebern überreichte, was zu einer leichten Beschämung meinerseits führte. :oops: Ferner wurden ein paar Filmraritäten ausgetauscht und ich kam überraschend erstmals in den Besitz sog. Türkploitation – das kann was werden… :lol:

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Um 11:30 Uhr machte man sich schließlich in großer Runde auf, ein paar interessante Ecken Düsseldorfs zu erkunden. Fremdenführer Deewani führte uns zunächst ins japanische Viertel, übrigens das weltweit größte außerhalb Japans, in dem sich auch das Hotel aus Dominik Grafs „Die Katze“ mit Götz George befindet. Dieses wurde von außen ausgiebig begutachtet und die eine oder andere Szene nachempfunden. Mich hat dieser Abstecher darin bekräftigt, beizeiten endlich einmal eine Graf-Werkschau vorzunehmen. Weiter ging’s zu einem Comic-Laden und was soll ich sagen… Es gibt ja so viele schöne Comics gerade auch für eine ältere Zielgruppe und der Laden war voll davon, doch schwach werde ich bei alten Super- und Batman-Comics aus dem Ehapa-Verlag. Als ich die in der Second-Hand-Kiste erspähte, konnte ich einfach nicht dran vorbeigehen und als ich mein Telefon zückte, um nerdigerweise anhand der gespeicherten Notizen zu vergleichen, welche ich schon habe und welche noch nicht, hielt ich den ganzen Trupp auf, der dann doch schon mal zur nächsten Station unseres Stadtbummels vorging, dem Uncut-Film-Store. Dort traf auch ich, bereichert um einen kleinen Stapel Comics, kurze Zeit später ein und war über die fast durchweg viel zu hohen Preisen erstaunt, wenngleich ich so etwas schon hatte kommen sehen. Nichtsdestotrotz war es nett, dort mal zu stöbern, besonders der Plakatbereich mit zahlreichen Raritäten zu obskuren Filmen hatte es in sich. Interessierte konnten außerdem für ‘nen schmalen Taler alte Filmmagazine, Soundtrack-LPs und Laserdiscs abgreifen und wenngleich der Großteil mit leeren Händen ging, griff der eine oder andere doch noch ‘ne Scheibe ab, so dass der Betreiber auch auf seine Kosten gekommen sein dürfte. Finale Station zumindest für mich war dann Hitsville, ein Traum von einem Plattenladen mit Schwerpunkt auf Punk, gut sortiert, faire Preise und ein breites Angebot. Zumindest die Punk- und Metal-Abteilungen ging ich einmal durch und fand tatsächlich vier Vinylscheiben, die ich einsackte. Klasse! Ich hätte noch locker doppelt so viel Zeit dort verbringen können, doch war ich längst schon wieder Bummelletzter: Andere waren etwas essen gegangen, zurück zum Hotel oder bereits auf dem Weg ins Kino, wo es um 15:30 Uhr weiter im offiziellen Programm gehen sollte und die Zeit drängte…

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Das Hotel aus "Die Katze"

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Welch architektonische Sünde...

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So navigierte ich mich mit meinen neu erworbenen Schätzen zurück zum Hotel, um mir noch einmal feucht durch den Schritt zu wischen, dies und das fürs Kino einzupacken und mich mit Santini zu treffen, der, weitere Preise für die zweite Verlosung im Gepäck, in wieder einmal schöner Atmosphäre den Rhein mit mir gen Black Box entlangschritt. Dort staute sich die Kassenschlange bis auf die Straße und es gab wohl auch etwas Verwirrung um die Tickets: Diesmal mussten beide Vorstellungen einzeln gelöst werden und es war anscheinend nicht möglich, in einem Rutsch gleich beide Karten zu erwerben. Nachdem alle einen Platz gefunden hatten, begrüßte ich die Anwesenden (diesmal dürften es um die 80 gewesen sein) und hatte die schwere Aufgabe, vom Tode Tonino Valeriis zu berichten, dem wir selbstverständlich den Abend widmeten. :( Arkadin und karlAbundzu oblag es schließlich, in „Mein Name ist Nobody“ einzuführen. Mit Cowboyhüten bekleidet erklommen beide die Bühne, lieferten sich ein kurzes Rollenspiel und verbreiteten viel Insider-Wissen um die Kollaboration der beiden Regisseure Valerii und Leone, die spezielle Rolle dieses speziellen Westerns, seine Zitate und vieles mehr. Eigentlich war sogar eine kleine musikalische Nummer geplant, die jedoch dem Materialverschleiß zum Opfer fiel, weshalb Karlschi mit so etwas Ähnlichem wie einer Gesangseinlage improvisierte. :lol:

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Das Bremer Duo war, man kennt es nicht anders, wieder bestens aufgelegt und verstand es, die Lust auf unseren ersten Forentreffen-Western zu steigern. Vor diesem wurden jedoch zunächst einmal ungefähr vier Bud-Spencer-/Terence-Hill-Trailer gezeigt, was einen eigenartigen älteren Herrn am Rand der ersten Reihe bereits zu viel war. „Nun ist’s aber auch gut. Es ist unerträglich!“ ausrufend outete er sich in den letzten Sekunden des letzten Trailers, entweder kein Trailer- oder kein Spencer/Hill-Freund zu sein. „Dann halten Sie doch den Mund!“, entfuhr es daraufhin spontan seinem wenige Sitze weiter platzierten Nachbarn und da tatsächlich nun der Hauptfilm begann, bestand kein weiterer Diskussionsbedarf. :mrgreen: „Mein Name ist Nobody“ hatte ein paar Jump-Cuts und etwas Aktregen, war ansonsten aber ebenso gut in Schuss wie sein alternder Westernheld, der von Terence Hill zur Legende gemacht wird. Welch ein Film, der sich auf großer Leinwand sogar noch etwas besser anfühlte als seinerzeit vor der heimischen Glotze und mir neben vielen Lachern gegen Ende sogar Gänsehaut bescherte! Das „Ur-Alt“-Bier in der schönen Ploppverschluss-Buddel lief dazu perfekt runter und damit stand mein cineastischer Höhepunkt des Forentreffens fest – während Jogiwan sich vermutlich ähnlich gefühlt hat wie ich mich während „Der Kampfgigant“ :twisted:

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Projektion, Vorhang, Falten - ihr wisst Bescheid... gänzlich unfaltig ging's weiter:

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Dann wurd’s etwas hektisch: Um den Zeitplan einzuhalten, musste auf die Tube gedrückt werden, doch für unseren Abschlussfilm „Der Gorilla“ mussten zunächst einmal die Karten erstanden werden. Als sich der Saal wieder gefüllt hatte, peitschte unser bewährtes Glückstrio beschleunigt die zweite Verlosung durch und sorgte erneut für viele glückliche Gesichter. Auffällig war, dass während eines Forentreffens, an dessen Vortag, einem 13., der Regisseur verstorben ist, von dem wir zwei Filme zeigten, zweimal das Los mit der Nummer 13 gewann… Aber wie sich die Dinge manchmal fügen: Eigentlich sollte Michael Cholewa, Co-Autor des Poliziesco-Standardwerks „Der Terror führt Regie“ sowie seines druckfrischen „Sehen und sterben lassen – Der italienische Söldner- und Kriegsfilm“ als berufener Mund in Valeriis „Bodyziotto“ einführen, musste verletzungsbedingt jedoch passen. So einen richtigen Plan, wie wir das kompensieren sollten, hatten wir ehrlich gesagt gar nicht und dass es sich kurioserweise um die deutsche Kinopremiere handelt und wir wie die Jungfrau zum Kinde an die Kopie gekommen sind, hatten wir im Vorfeld bereits immer mal wieder erwähnt. Insofern verhinderte der Zeitdruck, dass wir auf die Schnelle etwas improvisieren hätten müssen, doch ein weiteres Novum ließ ich mir nicht nehmen und gab erstmals bereits Ort und Zeit des nächsten Forentreffens bekannt! Nach einer einmal mehr schönen, diesmal Poliziotteschi-und-Artverwandtes-lastigen Trailershow sowie dem Mondo-Bizarr- und unserem „Deliria över Düsseldorf“-Teaser mit Ton hieß es „Go, Gorilla, Go“ und er erlebte seine mutmaßliche Uraufführung. In dementsprechenden Top-Zustand befand sich die Kopie, die tatsächlich ohne Verleihlogo o.ä. auskam. Ein schöner Valerii um Fabio Testi als Bodyguard lange vor Kevin Costner, der Genre-Freunde befriedigt und in der einen oder anderen Szene für Aufsehen sorgte. Innerhalb meines Filmtagebuchs werde ich mich beizeiten detaillierter zu diesem Fundstück äußern.

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Vorhang, Harold Faltermeyer, ... dampfgebügelte Impressionen:

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Mit dem Abspann endete dann der offizielle Teil des Programms und wir kehrten in großer Meute – um die 40 Personen – ins „Schiffchen“ ein, einem riesigen Restaurant mit Schlösser Alt vom Fass und einer Speisekarte, die für jeden – sogar meinen – Geschmack etwas zu fairen Preisen zu bieten hatte. Das Personal war auf Zack, bat während des Serviervorgangs auch schon mal freundlich, aber bestimmt „Alle mal die Klappe halten!“ und hatte alles soweit im Griff, während ich mich auf dem Weg vor die Tür zwecks Kippenpause direkt verlief... Nach einer ganzen Weile wurden dann Pläne für den weiteren Verlauf des Abends geschmiedet und es fand sich eine starke Delegation, die sich auf den zum Weg Hotel machte, um weiteres Kofferraumbier zu verköstigen – denn sowohl Sergio und seine Herzdame als auch Familie McBrewer hatten ihre Ladeflächen prall gefüllt mit weiteren Köstlichkeiten (Spezialitäten wie Kellerbier, Natürtrübes und Deliria Brew) und vom „Onkel Joe“-Kaffeebier war auch noch etwas übrig. So war tatsächlich noch genug für alle da, während wir direkt gegenüber vom Polizeipräsidium um die geöffneten Kofferräume herum standen und bis tief in die Nacht quatschten und tranken. Eigenartigerweise beschwerte sich überhaupt niemand (und auch seitens des Polizeipräsidiums ließ man uns in Ruhe), was für die Entspanntheit unserer gastgebenden Stadt spricht. Nachdem ich mich ausgiebig über „Der Kampfgigant“ ausgelassen hatte und Santini plötzliche weibliche Rundungen annahm, seilte schließlich auch ich mich ab und fiel geschafft, aber glücklich in die Koje...

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...in der ich am nächsten Morgen senkrecht stand, nachdem ich auf die Uhr geblickt hatte. In Windeseile begab ich mich runter in den Frühstückssaal, wo man es mit der Zeit glücklicherweise nicht ganz so genau nahm, verdrückte ein deftiges Katerfrühstück und ließ in Absprache mit Santini unsere auserkorene Bahnverbindung für die Rückfahrt sausen. Dank unseres Plans, per günstigem Wochenendticket zurück gen Heimat zu tuckern, sahen wir uns keinerlei Zugbindung ausgesetzt, so dass kein Grund zur Panik bestand. Demnach blieb auch noch genügend Zeit für die Körperhygiene, bevor wir auscheckten und leider feststellen mussten, dass die Straßenbahn am Wochenende gar nicht fährt. Doch der gute Sergio samt seiner Holden und Tomaso bot uns kurzentschlossen an, uns zum Hauptbahnhof zu fahren, was wir dankend annahmen. Die Rückfahrt verlief unspektakulär und entspannt und dank der Umstiegszwangspausen konnte Santini auch öfter mal eine dampfen. :mrgreen:

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Frei nach Larry Cohen: "Fluff - Ein tödlicher Leckerbissen"

Resümee: Das „verflixte siebte Treffen“ war alles andere als das, im Gegenteil: Es war wieder einmal großartig und uns eine große Ehre, zusammen mit den Delirianern zu feiern, gemeinsam Filme zu schauen, zu fachsimpeln und sich wenigstens einmal im Jahr persönlich auszutauschen, wenn auch natürlich längst nicht die Zeit blieb, um allen gerecht zu werden – der Wermutstropfen eines jeden Forentreffens! Dafür fielen die diversen Unwägbarkeiten, die zu Improvisationen zwangen, aber kaum merklich ins Gewicht, schon gar nicht so stark wie das schmerzliche Vermissen liebgewonnener Delirianer wie untot und purgatorio, die dieses Jahr leider passen mussten – wenn auch aus nachvollziehbaren Gründen. :( Dafür habe ich mich umso mehr gefreut, erstmals das Blap samt seiner sympathischen Lebensgefährtin persönlich begrüßen zu dürfen und auch, dass Fernando di Slay'o es trotz Absage dann doch noch geschafft hat (wenn auch leider ohne seine reizende Freundin), war eine gelungene Überraschung! Wunderbar auch, dass die Magdeburger Prominenz in Person des Kugelfischs eigens den Rhein herbeigeschwommen kam! Und, und, und…

Ganz besonders gefreut hat mich auch, dass „Deliria över Düsseldorf“ in noch einmal stärkerem Ausmaße als bisher kein Wochenende war, an dem wir alles bis ins Kleinste durchorganisieren hätten müssen und die Besucher lediglich konsumieren würden, ganz im Gegenteil: So unfassbar viele Leute bringen sich mittlerweile ein, dass wir lediglich die Filmauswahl und den groben Rahmen als offizielles Programm vorzugeben brauchen, vieles alles andere insbesondere in Bezug auf die sonstige Zeitgestaltung entwickelt sich untereinander in Absprache oder spontan. So ist es z.B. gute Tradition, dass ich mich an Stadtbummel u.ä. mehr oder weniger spontan anschließe (wenn ich denn jeweils schon wach bin), statt diese selbst zu planen. Und so verhält es sich mit vielem anderen, seien es die Filmeinführungen, kurzfristig eingereichte Kurzfilme, Kofferraumbiergelage usw. usf.! Dafür und für die überwältigende Resonanz auf unser Forentreffen jedem einzelnen an dieser Stelle noch einmal HERZLICHEN DANK! Ihr seid die Besten! :thup: *schnüff*

Abschließend auch noch einmal vielen Dank an alle, die unsere Verlosungen gesponsert haben: Michal Cholewa, Colosseo Film, Pidax, Camera Obscura und Explosive Media sowie natürlich ans Mondo-Bizarr- und Black-Box-Team für die tolle Zusammenarbeit! :thup:

Das soll er gewesen, mein diesmal leider arg mit heißer Nadel gestrickter und nun endlich fertig gewordener Rückblick, mit dem ich meine selbstauferlegte Chronistenpflicht hoffentlich erfüllt habe. Ein Königreich für etwas mehr Zeit! Dann wäre mir evtl. auch die Peinlichkeit erspart geblieben, während eines Forentreffens in einem Kino, das sich innerhalb eines FILMMUSEUMS befindet, demselben keinen Besuch abzustatten, weil ich lieber penne, kindische Comics kaufe oder in Vinyl wühle… :palm: Da hilft nur eines: Ich muss wieder nach Düsseldorf! Mondo Bizarr projiziert ja in schöner Regelmäßigkeit… ;) Doch so oder so: Ich hoffe wir sehen uns alle am 7. und 8. Oktober im Berliner Moviemento wieder! :prost:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: SIEBTES OFFIZIELLES FORENTREFFEN: DELIRIA ÖVER DÜSSELDORF

Beitragvon buxtebrawler » 27. Okt 2016, 15:30

Mein Link zu ALLEN Unrated-Fotos sollte nun auch rumgegangen sein. Wer ist mir durchgerutscht? :?
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: SIEBTES OFFIZIELLES FORENTREFFEN: DELIRIA ÖVER DÜSSELDORF

Beitragvon Arkadin » 27. Okt 2016, 15:33

buxtebrawler hat geschrieben:Mein Link zu ALLEN Unrated-Fotos sollte nun auch rumgegangen sein. Wer ist mir durchgerutscht? :?


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Re: SIEBTES OFFIZIELLES FORENTREFFEN: DELIRIA ÖVER DÜSSELDORF

Beitragvon purgatorio » 27. Okt 2016, 17:20

Feiner Bericht, Bux :thup: da steigt mir ein wenig die Wehmut in den Kopf... aber ich erfreue mich auch daran, dass alles geklappt hat und ihr offenbar riesigen Spaß hattet! Nächstes Jahr bin ich wieder dabei 8-)
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Im Prinzip funktioniere ich wie ein Gremlin:
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Re: SIEBTES OFFIZIELLES FORENTREFFEN: DELIRIA ÖVER DÜSSELDORF

Beitragvon Bonpensiero » 27. Okt 2016, 17:34

Schöner Bericht, buxte! :thup:

Ach so, vor dem Problem mit der Bahn standen wir auch. Etwa 100 m in Richtung Rhein fuhr aber zum Glück die 700 irgendetwas Richtung Bahndoof.
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Re: SIEBTES OFFIZIELLES FORENTREFFEN: DELIRIA ÖVER DÜSSELDORF

Beitragvon Blap » 28. Okt 2016, 09:58

Vielen Dank für den prächtigen Bericht! Wir freuen uns schon auf Berlin!

:thup: :prost:
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Re: SIEBTES OFFIZIELLES FORENTREFFEN: DELIRIA ÖVER DÜSSELDORF

Beitragvon Salvatore Baccaro » 30. Okt 2016, 20:53

buxtebrawler hat geschrieben: Vor diesem wurden jedoch zunächst einmal ungefähr vier Bud-Spencer-/Terence-Hill-Trailer gezeigt, was einen eigenartigen älteren Herrn am Rand der ersten Reihe bereits zu viel war. „Nun ist’s aber auch gut. Es ist unerträglich!“ ausrufend outete er sich in den letzten Sekunden des letzten Trailers, entweder kein Trailer- oder kein Spencer/Hill-Freund zu sein. „Dann halten Sie doch den Mund!“, entfuhr es daraufhin spontan seinem wenige Sitze weiter platzierten Nachbarn und da tatsächlich nun der Hauptfilm begann, bestand kein weiterer Diskussionsbedarf.


Sehr schöner Bericht, und diese Szene fand ich tatsächlich ebenfalls amüsanter als alle vier Spencer/Hill-Trailer zusammengenommen. Ich dachte erst, ich höre nicht recht... :D
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Re: SIEBTES OFFIZIELLES FORENTREFFEN: DELIRIA ÖVER DÜSSELDORF

Beitragvon Onkel Joe » 12. Nov 2016, 12:27

Vielen Dank nochmals an alle die dort gewesen sind und schön das es euch gefallen hat! Wir arbeiten schon am Programm für das nächste Jahr und ein Herr Volonté ist ein 100% Kandidat für die große Leinwand. Auch im nächsten Jahr wird es wieder ein bunter Mix aus Genres. Eurospy, Giallo, Western und mal schauen was uns noch so einfällt.
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Re: SIEBTES OFFIZIELLES FORENTREFFEN: DELIRIA ÖVER DÜSSELDORF

Beitragvon ugo-piazza » 12. Nov 2016, 13:32

Onkel Joe hat geschrieben:Vielen Dank nochmals an alle die dort gewesen sind und schön das es euch gefallen hat! Wir arbeiten schon am Programm für das nächste Jahr und ein Herr Volonté ist ein 100% Kandidat für die große Leinwand. Auch im nächsten Jahr wird es wieder ein bunter Mix aus Genres. Eurospy, Giallo, Western und mal schauen was uns noch so einfällt.


DAS klingt schon mal sehr gut! :thup:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: SIEBTES OFFIZIELLES FORENTREFFEN: DELIRIA ÖVER DÜSSELDORF

Beitragvon jogiwan » 14. Nov 2016, 11:24

Wie mir zu Ohren gekommen ist, sollen in Berlin neben dem obligatorischen Bruno Mattei-Streifen dieses Mal drei Giallos/Gialli gezeigt werden! Also eher keine Western! #ätschibätschi #nohorses #makeforentreffengreatagain

:nick:
it´s fun to stay at the YMCA!!!



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