Twin Peaks [TV-Serie 1990 - ] - David Lynch

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Re: Twin Peaks [TV-Serie 1990 - ] - David Lynch

Beitragvon Adalmar » 25. Jan 2017, 13:26

sergio petroni hat geschrieben:
jogiwan hat geschrieben:Audrey Horne... war die nicht ein bissl breit im Gesicht und um die Hüften...? ;)

Bild


:nixda:
Im Gegensatz zu den anderen beiden Damen stimmen bei ihr die Proportionen! ;)


Ich habe da ja eher Mädchen Amick (die auf dem Foto leider auch nicht so gut getroffen ist) und Joan Chen angeschmachtet.
Bild
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Re: Twin Peaks [TV-Serie 1990 - ] - David Lynch

Beitragvon Arkadin » 25. Jan 2017, 14:28

Adalmar hat geschrieben:Ich habe da ja eher Mädchen Amick (die auf dem Foto leider auch nicht so gut getroffen ist) und Joan Chen angeschmachtet.


Beim ersten Mal war es bei mir auch eher Mädchen Amick. Heute aber defintiv die Sherilyn ( :knutsch: ).

Gestern habe ich den Auftakt der zweiten Staffel gesehen, der dann gleich 90 Minuten ging und von Lynch persönlich inszeniert wurde. Wow. Bisher die beste Folge. Allein der Anfang, wenn Cooper angeschossen am Boden liegt und ein gefühlt (und vielleicht auch real) 100jähriger in Pagen-Uniform reinkommt, merkwürdige Sachen sagt und Coopers Situation dabei komplet ignoriert. Großartig. Oder der "Riese". Fasntastisch auch imer wieder Ray Wise - jetzt mit schlohweißem Haar. Und Albert ist wieder da. Durch den kürzlichen Tod Miguel Ferrers sehe ich das jetzt mit Träne im Knopfloch. Der kurze Rückblick auf die Ermordung Laura Palmers war auch überraschend drastisch und furchterregend.

Noch ein Gedanke zu den falschen Erinnerungen und ein Bogen zu dem "Gruppenbild mit drei Damen". Lara Flynn Boyle hatte ich nicht nur von der Rolle her, sondern auch optisch völlig anders in Erinnerung. Die Arme ist ja ein Hungerhaken vor dem Herren. Und ihre Donna taucht (zumindest bisher) überraschend selten auf und ist dann auch sehr blass. Ich hatte sie sehr viel präsenter und quasi als zweite Hauptrolle in Erinnerung. Jetzt in der ersten Folge der zweiten Staffel hat sie etwas mehr zu tun, und es scheint der Geist Lauras in sie gefahren zu sein, denn sie benimmt sich recht seltsam und wird als Femme Fatale ins rechte Licht gerückt (eine Aufgabe, die vorher eher Audrey Horne hatte).
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Re: Twin Peaks [TV-Serie 1990 - ] - David Lynch

Beitragvon Arkadin » 26. Jan 2017, 17:28

Staffel 2, Folge 2+3 - Holla, jetzt geht es aber los. Folge 2 ist wieder von Lynch auf hohem Niveau inszeniert und voller Seltsamheiten. Jetzt geht es auch stark in Richtung "Mystery". Mein Favorit ist die Szene, in der Donna die alte "Meals on Wheels"-Route von Laura übernimmt und dabei zu einer alten Frau kommt. Von ihr zunächst unbemerkt sitzt da ein kleiner Junge in einem Anzug, der 100% wie David Lynch in klein aussieht (wird auch von seinem Sohn gespielt) und merkwürdige Sachen tut und sagt. Groß auch in Folge 3 die Begegnung zwischen der Log Lady und Major Briggs, der daraufhin Cooper von merkwürdigen Signalen aus dem Weltraum berichtet. THE OWLS ARE NOT WHAT THEY SEEM! Bob hat einige ziemlich effektive Auftritte und die Verwandlung des Einarmigen in "Mike" ist auch hübsch verstörend geworden. Und ein Highlight ist natürlich auch Nadine, die die nicht nur übernatürliche Kröäfte entwickelt, sondern sich plötzlich auch für eine 18jährige Cheerleaderin hält, und Big Eds Reaktion darauf. Ich denke mal, dass hier aber schon die Zuschauer anfingen langsam auszuschalten, bzw. nur noch am TV blieben, um zu erfahren, wer der Mörder ist. Denn die Episoden sind schon ziemlich speziell und verlassen weitaus mehr als die (im Vergleich diekt bodenständigen) Folgen der ersten Staffel unsere gewohnte Welt. Interessant: Sheryl Lee ist als Maddy sehr häufig zu sehen und hat eigentlich fast so etwas wie eine Hauptrolle. Daran konnte ich mich auch nicht mehr erinneren. Ich dachte, sie taucht nur in einer handvoll Folgen auf und ihre einzige Funktion wäre es gewesen, die Leute zu verwirren, weil sie exakt wie eine dunkelhaarige Laura (kein Wunder) aussieht.
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Re: Twin Peaks [TV-Serie 1990 - ] - David Lynch

Beitragvon karlAbundzu » 26. Jan 2017, 17:45

Ich hab mal gehört, dass Sheryl Lee übsprünglich nur für ein paar Rückblenden eingeplant war, David Lynch aber so begeistert war, dass er ihr eine größere Rolle reinschrieb.
Auch ich war hier und bis heute begeistert von ihr :knutsch:
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Twin Peaks [TV-Serie 1990 - ] - David Lynch

Beitragvon Pippolino » 28. Jan 2017, 00:26

karlAbundzu hat geschrieben:Ich hab mal gehört, dass Sheryl Lee übsprünglich nur für ein paar Rückblenden eingeplant war, David Lynch aber so begeistert war, dass er ihr eine größere Rolle reinschrieb.

David Lynch betreibt Inzucht mit seinen Schauspielern. :lol: Sheryl Lee spielte zum Beispiel die gute Fee aus "Wild at Heart". Dort schöpfte sie Sailor (Nicolas Cage) wieder neuen Mut.
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Re: Twin Peaks [TV-Serie 1990 - ] - David Lynch

Beitragvon Arkadin » 3. Feb 2017, 10:54

Weiter geht's.

Die Geschichte um den seltsamen Harold Smith hatte ich ganz vergessen. Seine Reaktion als er erkennt, dass er von Donna betrogen wurde, macht ebenso Angst, wie sie einen berührt. Interessanterweise - ich weiß nicht, ob das beabsichtigt war oder nicht - scheint sei Anfall, als er versucht Donna ins Freie zu folgen, bereits ein Hinweis auf das Finale zu sein. Denn er fängt an zu zittern udn streckt seinen einen Arm zum Himmel. Aber wie wir alle wissen - diese ganze Geheimnisse wurden ja nie aufgelöst, da die Serie abgesetzt wurde.

Harold ist auf jeden Fall ein sehr interessanter und tragischer Charakter, der die Serie bereichert hat. Sein trauriges schicksal leitet dann gleich auf ein Highlight der zweiten Staffel, ja der ganzen Serie über. In der Folge 2.6. geht es dramatsich zu, wenn Cooper und Truman Audrey in einer Undercover-Aktion aus dem One-Eyes-Jacks befreien. Michael Parks als Jean Renault gibt wieder eine ausgesprochen schlangenhafte Darstellung, David Lynch tritt als schwerhöriger FBI-Chef Gordon Cole auf und mit dem "One-Armed-Man" wird ein neuer, sehr unheimlicher und komplexer Charakter etabliert. Zudem läuft jetzt alles rasant auf einen neuen Höhepunkt zu, der in der - von Lynch wieder selber inszenierten - Folge 2.7. förmlich explodiert. Dort wird dem Zuschauer die Identität des Killers enthült. In einer emotional packenden Montage wird zwischen merkwürdigen Geschehnissen im Roadhouse (wo Julee Cruise den passenden Soundtrack leifert) und einem erneuten Mord des Killers sehr effektiv hin und her geschnitten. Wie quasi die "Schallwellen" des Mordes die Menschen im Roadhouse erreichen, war schon brillant inszeniert. Ich muss zugeben, am Ende war ich komplett fertig. Ich wusste auch gar nicht mehr, dass die Figur, die hier dem Killer zu Opfer fällt, die Serie nicht überlebt hat. Puuuhhhh...

Danach weiß man, wer der Killer ist, aber es dauert noch bis Folge 2.9. bis er auch von Cooper und Truman entlarvt wird. Da hängt die Story etwas durch. Zwar gibt es brillante Einsprengsel (vor allem von einem tanzenden und singenden Ray Wise), aber irgendwie wird man ungeduldig, dass das Kapitel Laura Palmer jetzt dicht gemacht wird. In der Zwischenzeit, werden schon mal die Themen der nächsten Folgen vorbereitet. Und es gibt etwas Comedy mit Deputy Andy und mit der "Teenagern" Nadine. Letzteres ist teilweise wirklich lustig anzuschauen. Besonders, wenn die plötzlich mit einer übermenschlichen Stärke ausgestattete Nadine ihrem Big Ed einen freundschaftlichen Schlag verpasst.

Folge 2.9. entschädigt dann für das Warten. Einige Dinge werden nun enthüllt, der Täter mit einem Trick dingfest gemacht. Das alles ist atmosphärisch sehr dicht von TV-Urgestein Tim Hunter inszeniert worden, erinnert aber gerade zum Ende hin an die besten Lynch-Folgen. Da Hunter ein "Gun for hire" ist, der für fast jede TV-Serie mal was gedreht hat, denke ich, dass Lynch hier ein sehr scharfes Augfe drauf hatte.

Folge 2.9. wäre dann der perfekte Abschluss der zweiten Staffel gewesen. Man hätte die Serie hier auch enden lassen können, gerade nach dem Schluss-Dialog zwischen Cooper, Truman und Major Biggs. Aber es geht gleich nahtloc "Drei Tage später" mit Folge 2.10. weiter. Die dann leider auch die bisher schwächste Episode ist. Nachdem Cooper sich schon von allen verbschiedet hat, wird von den Autoren noch ein fadenscheiniger Grund gefunden, warum er in Twin Peaks bleiben muss. Die Comedy mit Nadine kippt hier komplett von lustig in albern, der Streit zweier Alter während eines Beerdigungsempfangs ist auch nicht skuril, sondern eher bemüht und überflüssig. Alles dümpelt so vor sich hin. Erst in den letzten Minuten wird noch einmal ein großes Fass aufgemacht und die Folge endet mit einem spannenden Cliffhanger.

Noch 12 Folgen.
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Re: Twin Peaks [TV-Serie 1990 - ] - David Lynch

Beitragvon Arkadin » 8. Feb 2017, 13:07

Folge 2.10+2.11: Okay, langsam verstehe ich, warum der Serie die Zuschauer wegliefen. Nach der Erhüllung des Mörders fasert die Serie stark auseinander. Waren die Handlungsstränge zuvor alle durch die Figur Laura Palmer, und die Frage wer sie umgebracht hat, irgendwie miteinander verbunden, läuft jetzt alles auseinander. Der Fokus ist weg und man hat das Gefühl, die Autoren wissen nicht so recht, was sie jetzt mit ihren vielen Figuren anfangen sollen. So bekommt jeder seine Geschichte, die für sich vielleicht ganz interessant ist, aber eben kein Ganzes mehr ergibt. Erschwerend kommt hinzu, dass einige Fäden einfach albern sind. Ganz vorne weg die Story um Nadine und Ed. So sehr ich ja Big Ed als Charakter mag, die Nadine-Story nervt einfach nur, dauert schon viel zu lange und ist teilweise blöder Slapstick. Schwach auch der Benjamin Horne/Bobby Briggs-Teil. Bobby war immer ein fieser, aber auch unverstandener Charakter. Jetzt wird er einfach nur als Trottel hingestellt. Und Ben Horne - zuvor exzentrisch, aber auch verschlagen und skrupelos - mutiert zum durchgeknallten Clown, den keiner mehr ernst nehmen kann. Auch wenn er in Folge 2.11. eine der schönste und herzerreißenste Szene der Serie hat, als er sich alte Super8-Filme von der Grundsteinlegung des Great Northern ansieht. Toll gespielt und wirklich zu Herzen gehend.

Und was soll der Blödsinn mit Deputy Andy und dem schleimigen Dick? Jetzt wird noch ein kleiner Junge eingebaut, von dem Dick glaubt, er wäre "der Teufel". Ganz ähnlich die aus dem Nichts gezauberte Nebenhandlung mit dem Bürgermeister und seinem Bruder dem Zeitungsverleger, der beim Sex mit seiner viel zu jungen Braut stirbt, welche scheinbar das Unglück und alle Männer aus Twin Peaks anzieht. James wird plötzlich in eine an "Wenn der Psotmann zweimal klingelt"-artige Geschichte weit ab von Twin Peaks verpflanzt, die nichts mit der Haupthandlung zu tun hat. Ja, die Haupthandlung. Und Handlungen. Gleich an drei Fronten kämpft Agent Cooper. Er muss sich vom Verdacht des Drogenschmuggels reinigen, das Geheimnis um das mysteriöse Verschwinden des Major Briggs lösen und wird von seiner Nemesis Windom Earl herausgefordert. Keine der drei Handlungen ist aber voll durchdacht und sie stehen sich teilweise gegenseitig im Weg. Die Drogengeschichte ist noch die ergibigste und mit dem/der DEA-Agenten/-in Denis/Denise kommt auch eine interessante Figur ins Spiel. Aber das wird auch alles so nebenbei inszeniert, dass eine für diese Handlung wichtige Figur (der kanadische Mountie) so nebensächlich eingeführt und behandelt wird, dass man sich schon stark konzentrieren muss, um mitzukriegen, wie der da drin hängt und dass der überhaupt eine wichtige Rolle spielt. Die Geschichte um Major Briggs führt den Mythos um Twin Peaks, der White Lodge, den Eulen usw. fort. Aber wird auch so nebenbei abgehandelt. Als Briggs am Ende von Folge 11 in Fliegermontur aus dem 1. Weltkrieg wieder auftaucht wirkt das auch sehr übertrieben und an den Haaren herbeigezogen. Und Windom Earle ist bisher nur ein Name, der ab und zu fallen gelassen wird und geheimnsivolle Briefchen verschickt.

Im Großen und Ganzen hat man zu diesem Zeitpunkt das Gefühl, dass die zweite Twin Peaks-Staffel eigentlich mit Episode 2.9. beendet werden sollte, aber aus irgendwelchen Gründen im laufenden Betrieb entschieden worden ist, dass die Staffel auf Teufel komm raus 22 Folgen haben muss. Und keiner weiß so richtig, wie das genau gemacht werden soll. Bzw. viel zu viele Leute haben da ganz unterschiedliche Ideen.

Noch 10 Folgen.
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Re: Twin Peaks [TV-Serie 1990 - ] - David Lynch

Beitragvon Pippolino » 10. Feb 2017, 14:07

Arkadin hat geschrieben:Schwach auch der Benjamin Horne/Bobby Briggs-Teil. Bobby war immer ein fieser, aber auch unverstandener Charakter. Jetzt wird er einfach nur als Trottel hingestellt. Und Ben Horne - zuvor exzentrisch, aber auch verschlagen und skrupelos - mutiert zum durchgeknallten Clown, den keiner mehr ernst nehmen kann.

Twin Peaks zeichnete sich auch für ihre Daily Soap-Elemente aus. Bei solchen Serienformate werden die Figuren auch beliebig in der Charakterentwicklung geändert. Ein Daily Soap-Darsteller, der in hunderten Folgen mitspielt, hat viele Beziehungen und Schicksalschlägen hintersich, wo man sich fragt, ob das überhaupt nocht realistisch.

Aber ab der zweiten Hälfte von Staffel 2 kamen mehr Mystery-Elemente hinzu, die bis zum Finale ihren Höhenpunkt fand.
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Re: Twin Peaks [TV-Serie 1990 - ] - David Lynch

Beitragvon Arkadin » 16. Feb 2017, 14:52

Pippolino hat geschrieben:Twin Peaks zeichnete sich auch für ihre Daily Soap-Elemente aus. Bei solchen Serienformate werden die Figuren auch beliebig in der Charakterentwicklung geändert. Ein Daily Soap-Darsteller, der in hunderten Folgen mitspielt, hat viele Beziehungen und Schicksalschlägen hintersich, wo man sich fragt, ob das überhaupt nocht realistisch.


Schon. Aber hier sind wir nicht bei Folge 221, sondern 18.

Pippolino hat geschrieben:Aber ab der zweiten Hälfte von Staffel 2 kamen mehr Mystery-Elemente hinzu, die bis zum Finale ihren Höhenpunkt fand.


Die Mystery-Elemente sind ja in der ersten Staffel schon da. Mit Bob, Mike und den Geschehnissen um den Red Room. In der zweiten Staffel kommt eigentlich nur noch das UFO-Element hinzu, ansonsten ist die durchaus bodenständig. Nimmt man mal Nadines Verwandlung in eine übermenschlich starke 16jähre auch als "bodenständig".

Aber weiter im Text:

Folgen 12.2-18.2: Hui, hier habe ich aber lange nichts geschrieben. Drum jetzt mal die große Zusammenfassung der letzten sechs Folgen, die ich sah. Langsam wird die Serie wieder entschlackt. Die zahlreichen Nebenstränge werden Stück für Stück beendet (die Geschichte um Little Nicky wird einfach kommentarlos fallen gelassen), die lange Film-Noir-Story um James Hurley ist endlich vorbei und hat die Handlung genau 0% weitergebracht. Aber Annette McCarthy als Femme Fatale war immerhin nett anzuschauen. Ansonsten reines Füllmaterial. Die Comedy um Deputy Andy, Lucy und Dick wird auf erträgliches Maß zurückgefahren. Und die Stories um Hank, Norma, Big Ed und Nadine werden auch deutlich ausgedünnt. Ben Horne wandelt sich vom Saulus zum Paulus, was ich etwas schade finde, denn er war ein sehr schillernder Bösewicht. So läuft dann der Konflikt Great Northern - Saw Mill jetzt im Hintergrund mit. Und für die fiesen Intrigen ist jetzt nur noch Cathrine Matrell (die großartige Piper Laurie) zuständig.

So konzentriert sich Twin Peaks nun endlich wieder etwas. In diesem Falle auf zwei Storylines: Die White-Lodge/UFO/Eulen-Geschichte und Windom Earle, der man in Folge 2.14. endlich zu Gesicht bekommt. Diese Folge ist dann dann auch ein Highlight in der Post-Laura-Palmer-Zeit. Regie führt Uli Edel und das macht er wirklich gut. Sehr stimmungsvoll und im Finale fühlt man sich sehr angenehm an einen 80er Jahre Slasher erinnert. Wie man es nicht machen sollte zeigt dann Diane Keaton (ja, die großartige Schauspielerin) gleich in der nächsten Folge 2.15. Unmotiverte Zeitlupen, Überblendungen und so weiter. einmal das ganze Repertoire durch, ob es passt oder nicht. Ich fand ja eher nicht. Die restlichen Folgen sind von No-Names und TV-Veteranen inszeniert worden, und so sieht das dann meistens auch aus.

Was gibt es sonst noch zu berichten? Der Windom Earle Charakter gefällt mir sehr, sein böses Spiel mit Masken und Identitäten hat so schön etwas Pulp-mäßiges. Auch dieses Schachspiel um die Leben Unschuldiger gefällt mir gut. Schön, dass die Serie nun wieder ein Zentrum gefunden hat und in Folge 2.18. angedeutet wird, dass es eine direkte Verbindung zwischen Windom Earle und der geheimnisvollen White/Black Lodge gibt. Audrey wird ein neuer Love-Interest zugespielt, der hübsch schmierige Billy Zane, der allerdings auch etwas langweilig ist. Und Cooper verliebt sich in Neuzugang Annie (ab 2.17.), wundervoll gespielt von der ebenfalls wundervollen Heather Graham. Dass Audrey und Cooper so quasi brutal vom Drehbuch getrennt werden, soll - laut IMDb Trivia - aus dem Mist von Lara Flynn Boyle gewachsen sein, die zu der Zeit mit Kyle MacLachlan leiert war und Sherilyn Fenn nicht ausstehen konnte. Da nervte es sie wohl, dass ihre beiden figuren in der Serie zarte Bande knüpften. Tja.. immerhin ist der Charakter "Annie Blackburn" sehr charismatisch, interessant und grundsympathisch. Da versteht man Cooper.
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