Tödliche Umarmung - Jonathan Demme (1979)

Moderator: jogiwan

Tödliche Umarmung - Jonathan Demme (1979)

Beitragvon horror1966 » 2. Feb 2015, 14:57

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Tödliche Umarmung
(Last Embrace)
mit Roy Scheider, Janet Margolin, John Glover, Sam Levene, Charles Napier, Christopher Walken, Jacqueline Brookes, David Margulies, Andrew Duncan, Marcia Rodd, Gary Goetzman, Lou Gilbert, Mandy Patinkin
Regie: Jonathan Demme
Drehbuch: Murray Teigh Bloom / David Shaber
Kamera: Tak Fujimoto
Musik: Miklós Rózsa
FSK 16
USA / 1979

Fünf Menschen, die sich noch nie begegnet waren, starben auf geheimnisvolle Weise. Als sechster steht der Versicherungsagent Harry Hannan (Roy Scheider) auf der Liste. Der Geheimagent Hannan stellt erst nach einer Kur, der er sich wegen eines Nervenzusammenbruchs unterzogen hatte, fest, dass der Anschlag, bei dem seine Frau Dorothy umgekommen ist, eigentlich ihm gegolten haben könnte. Er erhält eine geheimnisvolle Notiz, die mit "ZM"in aramäischer Schrift unterzeichnet ist. Der Zettel erweist sich als Morddrohung. Zusammen mit der jungen Studentin Ellie (Janet Margolin), die sich während seiner Abwesenheit in seiner Wohnung häuslich niedergelassen hat, kommt er einem Rachekomplott auf die Spur...


Der Name Jonathan Demme dürfte den meisten wohl im Zusammenhang mit "Das Schweigen der Lämmer" bekannt sein, denn immerhin schuf der gute Mann damit wohl einen der besten Thriller der Filmgeschichte. Der vorliegende Beitrag "Tödliche Umarmung" zählt hingegen zu den Frühwerken des guten Mannes und hat nun dank dem Label OFDB Filmworks endlich den Weg auf eine deutsche DVD gefunden. Zugegebenermaßen handelt es sich hier nicht um einen Thriller der allerersten Kategorie, doch einige eher unterdurchschnittliche Bewertungen kann ich ehrlich gesagt nicht so ganz nachvollziehen. Die Erzählung weist ziemlich starke Anlehnungen an Werke von Altmeister Alfred Hitchcock erkennen, wobei in vorliegendem Fall jedoch das gesamte Szenario eine Klasse tiefer anzusiedeln ist. Dennoch beinhaltet die Geschichte einen durchaus gelungenen Spannungsaufbau, denn Demme versteht es doch geschickt, die Hintergründe und Motive für die in der Inhaltsangabe erwähnten Morde äußerst lange im Dunkeln zu halten. So beziehen sich die Ereignisse auch in der Hauptsache auf die Hauptfigur Harry Hannan, denn Unbekannte scheinen dem Agenten nach dem Leben zu trachten, ohne das dabei frühzeitig die Gründe dafür verraten werden. Viel eher gestalten sich die Ereignisse herrlich ineinander verschachtelt und erst im letzten Drittel des Filmes geben sich die Zusammenhänge zu erkennen, so das man fast durchgehend mit Interesse bei der Sache ist.

"Tödliche Umarmung" mag auf manch einen durchaus den Eindruck eines behäbig aufgebauten Thrillers hinterlassen, doch wer einen eher ruhigen Geschichtsaufbau zu schätzen weiß, der wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Das Einzige was man je nach persönlichem Geschmack eventuell bemängeln könnte sind die fehlenden Action-Passagen, denn bis auf eine kleinere Schießerei und eher harmlos Verfolgungsjagden hat der Plot in dieser Beziehung herzlich wenig zu bieten. Dafür bekommt man allerdings ein atmosphärisch sehr stimmiges Gesamtbild geboten, denn rein von der Grundstimmung her lässt Demme schon zur damaligen Zeit sein Gespür für echten Thrill erkennen. Und dieser muss nun nicht immer zwangsläufig spektakulär in Erscheinung treten, denn manchmal sind es gerade die kleinen und eher unauffälligen Dinge, die beim Zuschauer auf jede Menge Gegenliebe treffen. Hier ist das der Fall, denn die Geschichte bezieht ihren Reiz ganz eindeutig aus der Tatsache, das man sich zusammen mit dem Haupt-Charakter auf die Suche macht, um endlich Licht in die ominösen Ereignisse zu bringen und das Rätsel zu lösen.

Das man dabei ohne herausragende Höhepunkte auskommen muss hat mich persönlich überhaupt nicht weiter gestört, denn auch wenn kein spektakuläres Action-Feuerwerk auf der Tagesordnung steht gestaltet sich das Szenario durchgehend gut und ein routiniert agierender Roy Scheider in der Hauptrolle versteht es jederzeit zu überzeugen. Auch die eingebaute und zu keiner Zeit zu sehr in den Vordergrund tretende Romanze zwischen ihm und Janet Margolin in der Rolle der Ellie erscheint keinesfalls störend, da sie eher dezent beleuchtet wird. Ganz generell ist der Charakter der Ellie für mich das Reizvollste innerhalb der Story gewesen, weiß man doch über eine relativ lange Zeitspanne nie so richtig wie man die junge Frau einzuordnen hat und welche tatsächliche Gewichtung ihrer Figur letztendlich zugedacht ist. So ergibt sich dann also auch meiner persönlichen Meinung nach ein ganzzeitig interessantes und spannendes Szenario und von der von manchen angesprochenen Langeweile oder Zähflüssigkeit der Abläufe konnte ich ehrlich gesagt nichts erkennen. An dieser Stelle ist man dann aber auch wieder beim subjektiven Empfinden angelangt, denn jeder Betrachter geht wohl mit anderen Erwartungen an einen Film heran, die nicht immer alle erfüllt werden können.

Im Endeffekt ist es jedenfalls eine schöne Sache, das nun auch endlich dieser Film zu einer Veröffentlichung auf DVD und Blu-ray gelangen konnte und ein jeder kann sich nun selbst ein Bild darüber machen, ob dieser Thriller mit Anlehnungen an Hitchcock seinen Erwartungen entspricht. Ich fühlte mich jedenfalls sehr gut und auch kurzweilig unterhalten und konnte keine größeren Unzulänglichkeiten in einer Geschichte feststellen, die auch ohne große Action und Höhepunkte eine immer spannende Geschichte erzählt, die sich erst einige Minuten vor dem Ende als vollständig zusammen gesetztes Puzzle erkennen lässt. Jonathan Demme hat mit "Tödliche Umarmung" sicherlich nicht sein bestes Werk vorgelegt, aber der Film ist auf jeden Fall viel besser als manche Kritik es eventuell vermuten lässt.


Fazit:


Für die Fans einer eher ruhigen Erzählung ist die Geschichte bestens geeignet, denn auch ohne spektakuläre Höhepunkte bekommt man genügend Thrill geboten, um am Ende zu einem überdurchschnittlich guten Gesamteindruck zu gelangen.


7/10
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Re: Tödliche Umarmung - Jonathan Demme (1979)

Beitragvon FarfallaInsanguinata » 3. Feb 2015, 19:49

Oh, die DVD-Veröffentlichung hatte ich bisher völlig verschlafen.
Der Film lief ja bereits diverse Male im TV und so kam er mir auch unter. Wie du richtig schreibst, ein eher ruhiger Film, der aber durch seine durchdachte Handlung und seine schlüssige Charakterisierung der Personen punkten kann.
Hatte mir sehr gut gefallen und falls mir die DVD über den Weg läuft, werde ich sicherlich zuschlagen.

8/10
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Re: Tödliche Umarmung - Jonathan Demme (1979)

Beitragvon Arkadin » 23. Dez 2015, 14:21

Nachdem seine Ehefrau bei einem seiner Einsätze ums Leben kam, musste Geheimagent Harry Hannan (Roy Scheider) einige Zeit in psychiatrischer Behandlung verbringen. Nun ist er als geheilt entlassen und möchte gleich wieder ins einem alten Job anfangen. Doch man lässt ihn nicht, Hannan gilt als Risiko. Als ein Mordanschlag auf ihn ausgeführt wird, glaubt Hannan, seine ehemaligen Kollegen wollten ihn aus dem Weg räumen. Doch bald schon entdeckt Hannan, das etwas ganz anders hinter der Sache steckt, und er auf der Todesliste, eines geheimnisvollen Killers steht, der bereits des Öfteren zugeschlagen hat…

Nachdem Jonathan Demme die Roger-Corman-Schmiede verlassen hatte, wand er sich seriöseren Produktionen zu. Mit „Tödliche Umarmung“ kehrte er kurz vor seinem Durchbruch mit der preisgekrönten Komödie „Melvin und Howard“ noch einmal zum Thriller-Genre zurück, bevor er dann 1992 mit „Das Schweigen der Lämmer“ das Genre sogar zu Oscar-Weihen führte. Mit letzterem Werk sollte man „Tödliche Umarmung“ allerdings nicht vergleichen. „Tödliche Umarmung“ steigt einerseits tief ins Pulp-Gebiet ein, andererseits versucht sich Demme mit diesem Film auch an einer recht deutlichen Hitchcock-Hommage. Damit steht „Tödliche Umarmung“ in einer Reihe mit Filmen wie „Charade“, „Höhenkoller“ und diversen Brian de Palma-Produktionen. Tatsächlich hat der Film dann auch etwas von „Hitchcock gefiltert durch die Brille diverser B-Filme“. Besonders ernst sollte man Demmes Film nicht nehmen, dazu fährt er einfach zu schwere Geschützte auf. Auch wenn diese sich am Ende zu keinem einheitlichen Ganzen fügen wollen, kann man „Tödliche Umarmung“ einen angenehmen Unterhaltungswert nicht absprechen. Munter mischt Demme Zitate aus „Psycho“, „Der unsichtbare Dritte“, „Familiengrab“ und vor allem und immer wieder „Vertigo“. Aber auch andere Thriller, wie „Der Marathon-Man“ und „Niagara“ kommen einem während des Filmes immer wieder in den Sinn.

Die vorgebliche Spionage-Handlung, die gleich am Anfang etabliert wird und Harry Hannans Trauma auslöst, ist – so viel darf verraten werden – eine falsche Spur, die aber immerhin Christopher Walken und den immer wieder gern gesehen Charles Napier einen Auftritt garantiert. Die kurze Szene in der ein noch sehr junger Walken den Chef des alten Hasen Roy Scheider gibt, gehört dann auch zu einem der Höhepunkte des Filmes. Es ist jammerschade, dass Walkens Rolle nicht größer ist. Auch Napiers Charakter dient allein der Verwirrung des Zuschauers und hat keine weitere Funktion, als Scheiders Figur hier und dort in Gefahr, und den Zuschauer auf eine falsche Spur zu bringen. Der dieser letztendlich nur der Ablenkung dienende Geheimdienst-Komplex nimmt in der ersten Hälfte des Films einen nicht gerade kleinen Raum ein. Neben der viel zu kleinen Rolle Walkens und der Verschwendung des großartigen Napiers, muss auch festhalten, dass hier viele kleine und interessante Fäden aufgenommen werden – wie Scheiders verzweifelte Versuche wieder einen Job zu bekommen, und sein „normales“ Leben weiterzuführen oder der Geheimdienst, der seine nicht mehr voll funktionstüchtige Waffe entsorgen will – die dann aber am Ende nie miteinander verknüpft, geschweige denn zu Ende geführt werden. So zerfällt der Film in zwei Hälften, die beide viel zu viele unbefriedigende Löcher aufweisen und den Film obendrein unnötig zerfasern.

Ähnliches gilt auch für die zweite Hälfte, in der Scheider langsam auf die Spur der Bedrohung kommt, und ihm mit Sam Levene als Sam Urdell ein kauziger Sidekick zur Seite gestellt wird. Auch hier wimmelt es von falschen Fährten und verpassten Gelegenheiten. Letztere betreffen zum Beispiel den von John Glover wunderbar eingebildet und versponnen gespielte Professor Peabody dessen Figur viel Potential zeigt, welches aber nie voll entfaltet wird. Nachdem das Drehbuch dem Zuschauer allerlei „rote Heringe“ hingeworfen hat, ist dann der Schnitt auf den wahren Täter so hart und aus dem Nichts kommend, dass man für kurze Zeit vollständig aus dem Film geworfen wird, und dadurch die großartigste Szene des ganzen Films ganz an Durchschlagskraft verliert, da man noch vollkommen damit beschäftigt ist, sich zu fragen, was das da alles plötzlich soll. Da lohnt es sich dann den Film später noch einmal zurück zu spulen und sich in Ruhe den Mord durch Koitus in der Badewanne anzusehen, in der die Todeszuckungen des Opfers sein Gegenüber zu höchsten Orgasmusfreuden bringt. Das zwar passt nicht zu Motiv und Charakter der Person hinter den Morden, ist aber ein wunderbar schmieriger Griff ins Bahnhofskino, aus dem Demme ja auch stammt. Der Bruch nach der – zugeben vollkommen überraschenden – Enthüllung der Identität und des Motivs des Täters, ist dann auch so hart, dass es dem Film nicht gut tut. Dass das Motiv darüber hinaus auch nur ein sehr schwaches und nicht unbedingt nachvollziehbares ist, macht es auch nicht leichter. Immerhin führt dies dann gleich zum großen Finale vor dem Hintergrund der Niagara-Fälle.

Um den Hitchcock-Effekt noch zu erhöhen wurde Altmeister Miklós Rózsa für den Soundtrack engagiert. Der hat zwar nie für Hitchcock komponiert, soll aber scheinbar ein Bernard-Herrman-Gefühl in den Film einbringen. Was allerdings nicht gelingt, da Rózsas Musik für sich genommen zwar hörenswert ist, aber sich weniger an Herrman Hitchcock-Scores, als vielmehr an seinen Film-Noir-Filmen oder viel mehr noch den Dramen der 40er Jahre orientiert und die dramatischen Orchestermelodien in einem starken Kontrast zum doch sehr 70er-mäßigen Gestaltung von „Tödliche Umarmung“ steht. Demgegenüber muss die sehr dynamische und einfallsreiche Kameraarbeit Tak Fujimotos hervorgehoben werden. Fujimotos arbeitete regelmäßig mit Demme zusammen und fotografierte für ihn auch seine Hits „Das Schweigen der Lämmer“ und „Philadelphia“, später wurde er dann auch Stammkameramann M. Night Shyamalans. Besonders eine Szene ganz am Anfang, in der die Kamera wie wild Scheiders im Grunde ereignislosen Gang zur U-Bahn begleitet und dabei über den Bahnsteig fegt wie ein wilder Derwisch lässt das Herz höher schlagen. Diese Szene endet dann auch in einer lupenreinen Hommage an einen anderen Regisseur, dem in jungen Jahren auch Tendenzen zur Hitchcock-Nachahmung unterstellt wurden: Dario Argento. Vielleicht ist „Tödliche Umarmung“ ja auch weniger eine lupenreine Hitchcock-Hommage, als vielmehr eine Hommage an diejenigen, die in ihrem Werk Hitchcock ihre Ehre erweisen.

Obwohl nicht makellos und an insgesamt ausgefranst und überladen, kann man „Tödliche Umarmung“ einen Unterhaltungswert nicht absprechen. Die souveränen Darsteller, eine schöne Kameraarbeit und der ein oder andere gute Einfall können das schlecht konstruierte, unentschlossene Drehbuch welches sich immer wieder Vorlagen liefert, dies es dann doch nicht verwandelt, dann doch noch ausgleichen.
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Re: Tödliche Umarmung - Jonathan Demme (1979)

Beitragvon buxtebrawler » 21. Feb 2016, 21:37

Erscheint voraussichtlich am 29.02.2016 bei OFDb Filmworks zusammen mit "Der Frauenmörder" noch einmal auf Blu-ray und DVD:

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Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Tödliche Umarmung - Jonathan Demme (1979)

Beitragvon FarfallaInsanguinata » 7. Feb 2017, 18:37

Hierbei handelt es sich um einen Film von Jonathan Demme, den aufmerksame Forenleser bereits durch seine vorhergehenden Werke „Das Zuchthaus der verlorenen Mädchen“ und „Mach ein Kreuz und fahr zur Hölle“ kennen sollten. Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang, wie sich innerhalb weniger Jahre aus einem Sleaze-Lieferanten ein seriöser Regisseur entwickelte. „Mach ein Kreuz...“ war ja schon deutlich glattgebügelter als „Das Zuchthaus...“, bei „Tödliche Umarmung“ hat sich der Exploitationfaktor bis auf wenige dezente Oben Ohne-Szenen von Hauptdarstellerin Janet Margolin völlig verflüchtigt. Nicht umsonst lief dieser Film nie in deutschen Kinos, sondern wurde 1985 vom ZDF erstausgestrahlt, was auch die aus heutiger Sicht leicht gestelzte, antiquierte Synchronisation erklärt, aber ebenso zeigt, wie harmlos er daher kommt.
Wer all diese Faktoren jedoch ignoriert oder schlicht nicht kennt, kriegt einen famosen Thriller serviert.
„Geheimagent“ Hannon, wobei nie wirklich klar wird, welcher Tätigkeit für welche Organisation er eigentlich nachging, schlägt nach einem mehrmonatigen Sanatoriumsaufenthalt, ausgelöst durch den Mord an seiner Frau, bei dem übrigens Joe Spinell einen seiner üblichen Winzauftritte als Killer gibt, bevor er ein Jahr später endlich zu großer Hauptrollenform als „Maniac“ auflief, in seiner Wohnung auf, nur um feststellen zu müssen, dass diese inzwischen ohne sein Einverständnis an eine Studentin untervermietet wurde, die sich nicht so einfach vertreiben lässt.
Nachdem seine ehemaligen Arbeitgeber Hannon auf reichlich uncharmante Weise ausgebotet haben und er sie sogar verdächtigen muss, sein Ableben initiieren zu wollen, arrangiert er sich mit seiner unfreiwilligen Mitbewohnerin, nicht zuletzt, da eine gewisse gegenseitige Anziehungskraft mehr als offensichtlich und beiden an der Aufklärung der unerfreulichen Ereignisse gelegen ist. Mit Hilfe mehrerer Personen kommen sie einem Mordkomplott auf die Spur, das gleich eine ganze handvoll Opfer umfasst.
So entspinnt sich ein Psychothriller, der den Zuschauer durchaus in Spannung zu halten versteht, selbstverständlich mit den erwarteten unvorhersehbaren Wendungen, wozu auch die letztliche Täter-Motivation und das alles andere als glückliche Ende beitragen.
Für Zuschauer, die in den letzten zwanzig Jahren filmisch sozialisiert wurden, mit Sicherheit bereits nach wenigen Minuten unerträgliche Langeweile; für solche, die es in positivem Sinne altmodisch mögen, sogar bereits zur Entstehungszeit veraltet erscheinend, eine erfreuliche Angelegenheit.
Deshalb, inklusive eines satten Feminismus-Bonuspunktes, siehe Täter-Motivation, der aber nicht ganz ohne Zwiespalt ist, (ala „im Zweifelsfall dominiert eben doch die Liebe zum Mann über die weibliche Rache, was die Frau letztlich wieder ins Verderben führt“)

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