The Slayer - J.S. Cardone (1982)

Moderator: jogiwan

The Slayer - J.S. Cardone (1982)

Beitragvon buxtebrawler » 5. Feb 2013, 22:11

The Slayer

Bild

Originaltitel: The Slayer

Herstellungsland: USA / 1982

Regie: J.S. Cardone

Darsteller: Sarah Kendall, Frederick Flynn, Michael Holmes, Carol Kottenbrook, Carl Kraines, Alan McRae, Sandy Simpson, Paul Gandolfo, Newell Alexander, Ivy Jones, Jennifer Gaffin, Richard van Brakel

Die Malerin Kay (Sarah Kendall) wird seit ihrer Kindheit wiederkehrend von Alpträumen gequält, in denen sie von einem übernatürlichen Wesen, dem "Slayer" verfolgt und schließlich getötet wird, weswegen sie diese Träume in ihren Bildern geradezu obsessiv auf die Leinwand bringt. Das nimmt schließlich solche Ausmaße an, daß ihr Ehemann David vorschlägt, gemeinsam mit ihrem Eric und dessen Frau Brooke für ein Wochenende auf einer abgelegenen Insel Urlaub zu machen. Zwar kommt man per Flieger ans Ziel, aber das Wetter spielt nicht mit und zu Kays Entsetzen erkennt sie auf der Insel das Gebäude aus ihren Träumen wieder. Tatsächlich werden ihre Träume immer intensiver und sie befürchtet, daß der "Slayer" schließlich in unsere Realität eindringen könnte...


Quelle: www.ofdb.de
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Re: The Slayer - J.S. Cardone (1982)

Beitragvon buxtebrawler » 5. Feb 2013, 22:14

„Es ist das Haus. Es macht mir Gänsehaut.“

Viele Filme, die auf der ’80er-Slasher-Welle mitreiten wollten, ahmten ihre Vorbilder recht originalgetreu nach bzw. setzen unterschiedliche Subgenre-Versatzstücke neu, leicht variiert, zusammen. Bei anderen wiederum kann man sich nicht sicher sein, ob sie sich nun davon abheben wollten, indem sie versuchten, besonders originell zu sein, oder aber ob sie Unvermögen und Einfallslosigkeit nicht einmal des erfolgreichen Plagiierens ermächtigten. Das Regie- und Drehbuch-Debüt des US-Amerikaners J.S. Cardone („8MM 2 – Hölle aus Samt“) aus dem Jahre 1982, „The Slayer“, ist ein solches Beispiel.

Malerin Kay (Sarah Kendall, „Karate Kid II - Entscheidung in Okinawa“) möchte mit ihrem Ehemann David (Alan McRae, „Nightfall – Stimmen der Angst“), ihrem Bruder Eric (Frederic Flynn, „Shadow Hunter“) und dessen Ehefrau Brooke (Carol Kottenbrook, „Camp der verlorenen Teufel“) ein ruhiges Wochenende verbringen, um sich von den Strapazen des Alltags zu erholen – welcher seit ihrer Kindheit geprägt ist von immer wiederkehrenden Alpträumen um ein grauenvolles Wesen, das sie töten möchte. Doch das Wetter ist alles andere als einladend und so landet man schließlich auf einer abgelegenen Insel. Zu allem Überfluss werden ihre Träume immer intensiver. Sie erkennt sogar Details aus ihren Träumen wieder und ist schließlich überzeugt, dass das Monstrum auf der Insel sein Unwesen treibt, wie es ihre Träume prophezeien – doch man schenkt ihr keinen Glauben...

Der Film beginnt vielversprechend: Eine wunderbare Alptraumsequenz zieht bereits sämtliche Register des Horrorkinos und schürt die Erwartungshaltung. Bei den Protagonisten des Films handelt es sich zwar nicht um die sonst Slasher-typischen Teenies, dennoch wirkt der eigentliche Beginn der Handlung, als würden ein paar Halbstarke das Camp Crystal Lake beziehen. Fortan schreitet der auf Tybee Island, Georgia, gedrehte Film langsam, aber mit den bekannten, die richtige Stimmung erzeugenden Ingredienzien halbwegs atmosphärisch und betont ernst voran, spannungsgeladene Orchestermusik untermalt die Suspense-Szenen. Leider ist das Bild sehr dunkel, aber viel zu sehen bekommt man ohnehin nicht, denn in über einer Stunde geschieht lediglich ein einziger Mord. Statt einen Meuchelmörder, ein fieses Monster in Aktion oder die üblichen Stilelemente derartiger Filme, um den Zuschauer bei der Stange zu halten – z.B. Backwood-artige Kulturschocks oder schlicht nackte Haut – zu bekommen, darf man Dialogen über Kays Träume lauschen und Zeuge werden, wie man sie nicht ernst nimmt sowie den Herren der Schöpfung zusehen, wie sie im strömenden Regen irgendwas irgendwo auf der Insel machen, was ohne viel Belang ist.

Ja, trotz guter und Lust auf den Film machender Voraussetzungen wurde „The Slayer“, dessen Titel in krassem Kontrast zum Inhalt steht, fast schon lächerlich spannungsarm inszeniert, geht Cardone mit seinen Versuchen, eine mysteriöse, unheilschwangere Stimmung zu erzeugen und auf Spielfilmlänge bis zum Ende zu strecken, so ziemlich baden. Zum Schluss bekommt man als Höhepunkt zwar ein tatsächlich sehr ansehnliches, gelungen modelliertes Monstrum zu Gesicht, doch die finale Pointe, die (Achtung, Spoiler!) die vorausgegangen Ereignisse schlicht zu einem weiteren Alptraum Kays erklärt, führt die ganze Handlung ad absurdum und ergibt keinerlei Sinn. Nun stellt sich mir die Frage, ob man schlichtweg nicht wusste, wie man den Film zu einem Ende bringen könnte, ohne sich eine Art Hintergrundgeschichte zur „Slayer“-Kreatur einfallen lassen zu müssen, oder ob man dachte, damit den großen Originalitäts-Coup landen und dem Zuschauer einen gewitzten, unerwarteten Plottwist kredenzen zu können. Was auch immer die Intention war, das Ergebnis ging in die Hose und macht aus einem zu Beginn ambitionierten Slasher mit in Person der gut besetzten Sarah Kendall passablen darstellerischen Leistungen ein reines Durchschnittsprodukt, das einen 80 bis 90 Minuten irgendwie einlullte und im Dunkeln tappen ließ, ohne den Zuschauer wieder aus seiner schläfrigen Stimmung zu reißen bzw. ihn für sein Durchhalten zu belohnen. Die schlechte deutsche Synchronisation besorgt den Rest. „The Slayer“ ist einer dieser Filme, an den man sich schon nach kurzer Zeit so gut wie nicht mehr erinnern und der gerade deshalb in unregelmäßigen Zeitabständen immer mal wieder eingelegt werden wird, nur um erneut zu enttäuschen.
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Re: The Slayer - J.S. Cardone (1982)

Beitragvon jogiwan » 7. Apr 2018, 08:07

Die Malerin Kay steht kurz vor der Eröffnung ihrer ersten Ausstellung und ist dementsprechend nervös. Um sie davon abzulenken überredet ihr Mann David die Malerin ihre surrealistischen Bilder zurückzulassen um gemeinsam mit ihrem Bruder und dessen Partnerin auf einer menschenleeren Insel ein paar Tage auszuspannen. Tatsächlich willigt die seit Kindheitstagen von Alpträumen geplagte Malerin ein und die vier Personen landen mittels Flugzeugtransport auf dem abgelegenen Eiland. Dort angekommen erkennt Kay jedoch die Örtlichkeiten aus ihren Alträumen und beginnt zu fürchten, dass sich ihre Träume voller Mord und Todschlag bewahrheiten könnten. Tatsächlich scheint eine böse Macht hinter den Erholungssuchenden her zu sein um einen nach den anderen zu holen…

„The Slayer“ ist wirklich ein etwas seltsamer Film, der bewusst oder unbewusst nicht die Erwartungen der Slasher-Gemeinde nicht so richtig erfüllen möchte. Zwar bietet der Plot des Filmes eigentlich alles, was man in einem derartigen Film erwartet, doch irgendwie scheint der Spannungsaufbau nicht im Fokus von Regisseur J. S. Cardone gewesen zu sein. Der Film startet dann zwar relativ vielversprechend und verzettelt sich dann in Nebensächlichkeiten und den Schönheiten seiner paradiesischen Location, die hier etwas zu ausgiebig präsentiert wird, während der Slasher-Anteil immer mehr in den Hintergrund zu rücken scheint. Zwar gibt es schon ein paar Morde, doch diese scheinen entweder endlos ausgewalzt oder fügen sich nicht wirklich stimmig in die ansonsten etwas zu ruhige Handlung mit seinen überschaubaren Figuren ein. Vielleicht ist „The Slayer“ dann auch ein Streifen, der durch mehrfache Sichtungen zu wachsen vermag, doch beim ersten Mal wirkte das alles inklusive seinem merkwürdigen Ende doch etwas seltsam verfahren und auch in sich nicht wirklich schlüssig. Als surrealistisches Drama einer Malerin in der existenziellen Schaffenskrise und im Kampf gegen feindliche Naturgewalten hätte „The Slayer“ wohl besser funktioniert.
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Re: The Slayer - J.S. Cardone (1982)

Beitragvon buxtebrawler » 26. Mär 2020, 10:00

Dem Inked-Pictures-Blu-ray/DVD-Mediabook aus dem Jahre 2018 wurden nun zur Seite gestellt:

Eine mutmaßlich am 02.03.2020 erschienene Blu-ray/DVD-Kombination in großer Hartbox, limitiert auf 50 Exemplare:

Bild

Extras:
• Trailer
• DVD Vision

Quelle: https://ssl.ofdb.de/view.php?page=fassu ... vid=102362

Mutmaßlich am 20.03.2020 ist dann bei M-Square/daredo noch einmal eine Blu-ray/DVD-Kombination im Mediabook erschienen:

Bild

Bemerkungen:
- Deutsche Erstveröffentlichung auf DVD & Blu-ray [Anm.: Falsch, s.o.]
- Auf 1.500 Stück limitiert plus Booklet
- Ungekürzte Fassung
- Digital komplett überarbeitet und in HD neu abgetastet

Quelle: https://ssl.ofdb.de/view.php?page=fassu ... vid=102041
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Re: The Slayer - J.S. Cardone (1982)

Beitragvon FarfallaInsanguinata » 26. Mär 2020, 18:19

Da diesen in Deutschland zeitgerecht nie veröffentlichten Film in Großbritannien das "Prädikat" "Video-Nasty" ereilte, erzeugte das bei uns Freaks des Abseitigen selbstverständlich eine große Neugier, der ich nachging, als das Werk in den 1990ern in der "Strong Uncut"-Reihe von "VIPCO" wiederveröffentlicht wurde. Zur Erinnerung, die "Strong Uncut"-Fassungen waren anderen Ländern, explizit nicht UK, vorbehalten. ;)
Den Kritiken hier kann ich teilweise zustimmen, jedoch käme er aus meinem Eindruck wohl etwas besser weg.
06/10 würde ich gerne vergeben, ansonsten hätte die Kassette auch kaum in meinem Videoschrank überlebt.
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