The Neon Demon - Nicolas Winding Refn (2016)

Moderator: jogiwan

Re: The Neon Demon - Nicolas Winding Refn (2016)

Beitragvon supervillain » 25. Aug 2016, 15:26

jogiwan hat geschrieben:
(...)Deine Frage ist bei den ganzen Polterkommentaren irgendwie untergegangen(...)

PS: Wegen meiner persönlichen Meinung zu Nicolas Winding Refn muss sich aber sicherlich niemand und auch kein Fanboy beleidigt oder persönlich angegriffen fühlen – jeder wie er mag, gell? ;)


Vielen Dank für die (indirekte) Bestätigung, ist angekommen!
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Re: The Neon Demon - Nicolas Winding Refn (2016)

Beitragvon karlAbundzu » 25. Aug 2016, 16:07

jogiwan hat geschrieben:
karlAbundzu hat geschrieben:Oh, Lynch ist aber gar nicht so nah im Neon Demon, er linzt höchstens mal um die Ecke, viel näher sind Argento und Schrader.


Puh - da hab ich ja nochmal Glück gehabt! Das Mediabook mit Soundtrack ist natürlich längst bestellt! :nick:

Und wehe, ich lese dann nicht bald ein hübsch geschriebenen Verriss! :D
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: The Neon Demon - Nicolas Winding Refn (2016)

Beitragvon jogiwan » 25. Aug 2016, 16:21

mal abwarten, natürlich werde ich mich so unbefangen wie nur möglich diesem Film nähern! :nick:
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Re: The Neon Demon - Nicolas Winding Refn (2016)

Beitragvon Adalmar » 26. Aug 2016, 08:31

jogiwan hat geschrieben:Deine Frage ist bei den ganzen Polterkommentaren irgendwie untergegangen und daher jetzt erst ein paar ergänzende Worte. "Blender" in Hinblick, dass "Drive" und "Only God Forgives" ja weithin von selbsternannten Filmexperten gerne als innovativ, bahnbrechend und unkonventionell abgefeiert und in den Himmel gelobt werden und bei näherer Betrachtung weit weniger originell daher kommen.


Refn ist also ein Blender, weil andere irgendwas evtl. Unzutreffendes über ihn erzählen?

"Drive" ist eine 1:1-Kopie von Walter Hills "Driver" gepaart mit viel der unterkühlten Coolness vom amerikanischen Achtziger-/Neunzigerjahre-Action-Kino, wie auch schon vom Onkel angemerkt. Das funzt ja hier auch ganz gut. "Only God Forgives" hingegen kopiert den Look von "Into the Void", "Guilty of Pleasure", etc und erinnert von der Erzählweise und Aufbau an die unzähligen Arthouse-Episoden-Streifen eines Iñárritu wie „21 Gramm“, „Babel“ etc., die in den Nuller-Jahren so populär waren und kombniert diesen mit der Brutalität asiatischer Yakuza-Filme. Hier geht die Rechnung ja weit weniger auf.

Die Liste ließe sich hier auch beliebig fortsetzen und wenn der sich in „The Neon Demon“ jetzt auch noch den Lynch vorknöpft, dann schränke ich meine Erwartungshaltung lieber gleich im Vorfeld ein, bevor ich da nachher mit langen Gesicht vor dem Fernseher sitze. Nichts gegen unterschiedliche Einflüsse, aber im Falle von Refn werden diese dann zumindest für meinen Geschmack eine Spur zu offensichtlich eingesetzt und zelebriert und mir persönlich fehlen trotz technischer Perfektion eigenständige Momente oder eine persönliche Handschrift, mit denen ein Regisseur nachhalting in Erinnerung bleibt. Und für jemanden, der sich gerne im Glanz von Alejandro Jodorowsky sonnt, Retrospektiven plant, Bildbände herausgibt und als Beitragskandidat und Jury-Mitglied auf Filmfestivals weltweit herumgereicht wird ist das alles doch überraschend wenig und erinnert doch frappant an das ehemalige Kritiker-Liebkind Quentin Tarantino nach seinem vollkommen gerechtfertigten Erfolg mit „Pulp Fiction“ und was bei dem danach noch gekommen ist, wissen wir ja alle…


Man kann meiner Ansicht nach - wie Refn das m. E. in "Drive" und "The Neon Demon" tut - verschiedene Stilelemente so kombinieren, dass eben doch was in seiner Art Neues dabei rauskommt. ("Only God Forgives" kenne ich noch nicht.) Es ist ja nicht so, dass er in einem seiner Filme durchgängig nur einen bestimmten Stil kopieren würde. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass er aus seinen Einflüssen ein großes Geheimnis macht. Ob jetzt irgendein Kritiker das verkennt oder ob tatsächlich jemand Refn als "Retter des Kinos" bezeichnet, spielt für meine Einstellung zu ihm keine Rolle. Eine Filmbewertung, die einzig oder ganz vorrangig an der Originalität orientiert ist, finde ich sowieso eher müßig. Z. B. John Woo mag auch seine Einflüsse in Sam Peckinpah oder Chang Cheh haben, darum würde ich jedoch nie auf seine Filme verzichten wollen. Ich finde auch nicht, dass Refn unbedingt einen Individualstil entwickeln muss, den er dann in jedem Film wieder aufgreift. Auch das ist aus meiner Sicht keine zwingende Voraussetzung für sehenswerte Filme.
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Re: The Neon Demon - Nicolas Winding Refn (2016)

Beitragvon jogiwan » 12. Feb 2017, 10:12

Ich hab ja zu Herrn Refn und seinen bisherigen nicht das beste Verhältnis und die Sichtung von „The Neon Demon“ auch etwas vor mir hergeschoben. Nun endlich gesehen sieht der Streifen optisch mit Werbeclip-Hochglanz-Ästhetik zwar zweifellos sehr schön aus und erinnert an bessere Genre-Tage - allerdings fand ich die Geschichte, die man als moderne Vampir-Variation oder ausufernde Hommage an die zelebrierte Oberflächlichkeit der Menschheit sehen kann, nicht sonderlich aufregend. Ich hätte den Streifen ja auch eher enden lassen und die letzten 10 Minuten hätten meines Erachtens auch nicht sein müssen, da der aufmerksame Zuschauer ja auch so ahnen dürfte, auf was die Sache hinausläuft. Außerdem wirkte der Film trotz seiner schönen Bilder wie schon „Only God forgives“ auf mich sehr seelenlos, was sich vor allem in der Club-Szene zu Beginn äußert. Diese wirkt in ihrer Sterilität vollkommen künstlich und die Toilette sieht doch tatsächlich so aus wie ein übrig gebliebenes Set-Piece von „Suspiria“, in der wichtigsten Darstellerinnen hübsch ausgeleuchtet und bedeutungsschwanger angeordnet werden. Ebenfalls auffällig wie oft der Name des Regisseurs und sein "NWR"-Logo im Vor- und Abspann zu lesen ist und der Versuch, sich selbst als Marke zu positionieren. Das wiederum passt ja sehr gut zur Thematik des Films, der scheinbar perfekt in die Zeit von Facebook und Instagram passt, in der so viele Menschen versuchen ein Bild von sich selbst zu kreieren, das nicht zwangsläufig mit der Realität übereinstimmen muss, nur um sich dann an ein bisschen Anerkennung, Neid und Aufmerksamkeit - oder eben wie im Falle von "Neon Demon" - kurzfristig an den betörend schönen Bildern berauschen zu können.
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Re: The Neon Demon - Nicolas Winding Refn (2016)

Beitragvon Pippolino » 15. Feb 2017, 10:36

jogiwan hat geschrieben:Ebenfalls auffällig wie oft der Name des Regisseurs und sein "NWR"-Logo im Vor- und Abspann zu lesen ist und der Versuch, sich selbst als Marke zu positionieren.

Refn scheint Star-Allüren zu kriegen. Nicht auszudenken, wenn er die Farbspielerei noch patentieren lassen will. :lol:
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Re: The Neon Demon - Nicolas Winding Refn (2016)

Beitragvon jogiwan » 17. Feb 2017, 08:39

PS: Wer "The Neon Demon" so toll fand, sollte auch unbedingt "Beyond the Black Rainbow" aus dem Jahr 2011 antesten. Der bedient ja ungefähr die selbst Schiene.

post162925.html?hilit=black rainbow#p162925

Die Ähnlichkeiten in der Bildkomposition und den hypnotisch entschleunigten Bildern sind da aber vermutlich rein zufällig... ;)

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jetzt weiß ich auch, woran mich "The Neon Demon" ständig erinnert hat...
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Re: The Neon Demon - Nicolas Winding Refn (2016)

Beitragvon Adalmar » 17. Feb 2017, 14:56

Wobei interessant ist, dass dich Beyond the Black Rainbow 2013 wiederum an Refn erinnert hat, so dass es in dem Sinne ja nur fair ist, wenn sich Refn den Einfluss jetzt quasi wieder zurückgeholt hat. Ich habe den Film leider nach wie vor nicht gesehen, ist aber fest eingeplant.
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Re: The Neon Demon - Nicolas Winding Refn (2016)

Beitragvon jogiwan » 17. Feb 2017, 15:04

Adalmar hat geschrieben:Wobei interessant ist, dass dich Beyond the Black Rainbow 2013 wiederum an Refn erinnert hat, so dass es in dem Sinne ja nur fair ist, wenn sich Refn den Einfluss jetzt quasi wieder zurückgeholt hat. Ich habe den Film leider nach wie vor nicht gesehen, ist aber fest eingeplant.


Ich hab ja auch nur knapp eine Woche gebraucht, um mich daran zu erinnern, woran mich die Szene mit dem markanten Dreieck ständig erinnerte. :palm: Aber die Ähnlichkeiten von "The Neon Demon" und "Beyond the Black Rainbow" sind schon augenscheinlich und beide Filme stellen ihre Optik und Bildkompositionen weit über ihre jeweilige Handlung.
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Re: The Neon Demon - Nicolas Winding Refn (2016)

Beitragvon Adalmar » 17. Feb 2017, 15:40

jogiwan hat geschrieben:beide Filme stellen ihre Optik und Bildkompositionen weit über ihre jeweilige Handlung.


Was aus meiner Sicht keineswegs gegen einen Film spricht. Bin auch der Ansicht, dass die Bilder (so klischeehaft das klingt) vieles zeigen, das nicht auf der konventionellen Handlungsebene bzw. in Dialogen ausdrückbar ist.
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