The Neon Demon - Nicolas Winding Refn (2016)

Moderator: jogiwan

Re: The Neon Demon - Nicolas Winding Refn (2016)

Beitragvon Theoretiker » 9. Jun 2016, 17:59

Arkadin hat geschrieben: disturbing violent content, strong bloody images, graphic nudity, a scene of aberrant sexuality, necrophilia, sexual assault :popcorn:


Da passt doch die FSK 16! :mrgreen:
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Re: The Neon Demon - Nicolas Winding Refn (2016)

Beitragvon Onkel Joe » 25. Jun 2016, 07:13

"Visuell Top aber der Rest ist BULLSHIT!"

Gestern mit dem Kampfgiganten und dem Reini im Kino gesichtet und ich bin froh das die nach der Sichtung einer ziemlich ähnlichen Meinung wie ich gewesen sind. Da ist Bild für Bild alles durchgestylt und die Kamera ist Perfekt. Der Rest, Drehbuch und Story, das spottet jeder Beschreibung. Solch einen Film durchzuwinken, da sieht man doch mal wieder was für Arschlecker in der Filmindustrie das sagen haben! Das sollte reichen, mehr möchte ich zu diesem Käse nicht schreiben. Ah doch, der Soundtrack ist Super!
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Re: The Neon Demon - Nicolas Winding Refn (2016)

Beitragvon italostrikesback » 25. Jun 2016, 23:04

Ich fand den Film genial aber er reicht bei weitem nicht an DRIVE, der eher kommerziell oder an ONLY GOD FORGIVES, der wesentlich stimmiger ist, heran.

Eine Szene fand ich total überflüssig und so verdammt widerlich, dass man das auch hätte nur andeuten können.
Diese Szene hat mich regelrecht gestört und ich bin sicher, jeder der den Film gesehen hat, weiß was ich meine.

Trotzdem 9/10
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Re: The Neon Demon - Nicolas Winding Refn (2016)

Beitragvon Onkel Joe » 25. Jun 2016, 23:12

italostrikesback hat geschrieben:Ich fand den Film genial aber er reicht bei weitem nicht an DRIVE, der eher kommerziell oder an ONLY GOD FORGIVES, der wesentlich stimmiger ist, heran.

Trotzdem 9/10



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Re: The Neon Demon - Nicolas Winding Refn (2016)

Beitragvon Paco » 27. Jun 2016, 09:05

Als ich vor einigen Wochen meine ersten Eindrücke zu THE NEON DEMON im "Welchen Film habt ihr zuletzt...."-Thread schilderte, war ich mir sicher, den visuell beeindruckendsten Film der letzten Jahrzehnte gesehen zu haben. Unsicher war ich allerdings, ob ich einen guten Film gesehen hatte. Nach einigen Tagen des Reflektierens bin ich von dem Film nun auch inhaltlich voll begeistert. In meinen Augen ein Meisterwerk!

Ich habe im cinefacts-Forum einen Link zu einer augenöffnenden und klugen Analyse von THE NEON DEMON gefunden, die ich meinen Forenkollegen nicht vorenthalten möchte: Analyse NEON DEMON

Achtung: Die Analyse enthält einige Spoiler, also besser erst nach dem Filmgenuss schauen!
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Re: The Neon Demon - Nicolas Winding Refn (2016)

Beitragvon Paco » 27. Jun 2016, 09:08

Noch ein Link: Bei ihrem Teaser für ihren neuen Song haben sich die australischen VERONICAS offensichtlich von Refn beeinflussen lassen: The Veronicas - In my blood
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Re: The Neon Demon - Nicolas Winding Refn (2016)

Beitragvon karlAbundzu » 22. Jul 2016, 11:20

VORSICHT VORAB: Ich weiß nicht genau, was einen so alles spoilern kann, wenn noch nicht gesehen, und man so auf Überraschungen steht, später lesen.

Es fängt an wie eine Kritik an die Modell-Szene: Junge Frau kommt nach LA und versucht in der Modellszene Fuß zu fassen, da sie denkt, dass sie außer ihrer Schönheit nichts hat. Sie gerät in die Fänge neidischer Models, die das Frischfleisch und ihren Erfolg hassen. Gleichzeitig findet sie eine Freundin, die sie auch begehrt und einen Freund, der sich aber zurückhält.
Es werden die üblichen Sachen im Modell-Business angeprangert, der Zynismus, der Wettkampf untereinander, das Verhältnis zum eigenen Körper… Aber das ist oberflächlich, dass man von Anfang an merkt, dass es nicht darum geht.
Viel mehr erzählt es eine fast märchenhafte Geschichte einer jungen Frau mit einer Art Vergangenheit. Und dass finde ich ganz wunderbar aufgebaut, erzählt und gespielt. Wie Elle die 16jährige erst naiv anlegt und dann, nach und nach etwas dazuschichtet. Auch Jena Malone als vorgebliche Freundin, die von Anfang an fasziniert ist von Jesse und auch klar ist, dass sie sexuelles Interesse an ihr hat.
Zu nächst bleiben die anderen beiden Frauen ein wenig blass, eindimensional, die eine operierte und erfolgreiche, die andere die kaum noch Chancen bekommt, aber wie die am Ende aufdrehen und auch den Horror mitbringen.
Ob die drei Frauen, die ja beinahe zu Hexenwesen werden, eine Hommage an die drei Mütter sind? Den Argento hat Refn jedenfalls ausgiebig geschaut: Auch dieses ominöse Haus, die Farben, die Anfangseinstellung (vielleicht ist ja auch der nette Künstler-Fotograf ja auch ein bisschen Refn selbst), da erinnert einiges an Profondo Rosso oder Suspiria/Tenebrae. Auch Cliff Martinez sind ältere italienische Soundtracks nicht unbekannt, ganz ganz tolle Musik hier! Und das LA so leer scheint.
Sowieso die Männerrollen hier ganz klein: der besagte Fotograf, der fast nur nett ist und alles richtig macht; Keanu Reeves spielt hier einen fiesen Motelbesitzer, der das schmutzige Geschäft LAs für sich ausnutzt. Dann den Mode-Designer und Rocko Schamoni – Lookalike, der sich überkandidelt auch für einen Dichter und Schauspieler hält und auch wie im Klischee Hof hält. Vielleicht ist das auch Refn (er palavert von der natürlichen Schönheit und so und brüskiert den Netten). Bei Refn ging mir seine Selbstverliebtheit hier in diesem Film schon ein bisschen auf den Keks, warum muss da überall NWR stehen….
Egal: Technisch ist das alleroberste Kajüte: Der Style, der zwar hier an Argento und auch ein wenig an Schrader (es gibt da einen Cat People Bezug) angelegt ist, aber doch sehr eigen sehr Refn wirkt ist sehr ungewöhnlich heutzutage und ich bin froh, dass so was noch so gedreht wird. Der Schnitt rasant. Viele Szenen auch angemessen unangenehm.
Fehlt noch was? Ach so: Klare Empfehlung, auf seine Art das Gegenteil von Only God Forgives (Obwohl: es gab genau eine OGF-Szene, die ich so drüber fand, und ich den bildliche Zaunpfahl fürchtete). Zum Sehen und zum Hören. Refn als Bava seiner Zeit? Man wird sehen.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: The Neon Demon - Nicolas Winding Refn (2016)

Beitragvon Adalmar » 24. Jul 2016, 01:26

Endlich auch drin gewesen. Ein großes Kinoerelebnis, das mir wie eine Kombination aus Argento, 80er-Modewelt-Gialli à la "Sotto il vestito niente" und Greenaway (z. B. "Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber") vorgekommen ist. Durchaus nicht jedermanns Sache (teils lange kontemplative Einstellungen und einige Tabubrüche, zumindest gemessen am Mainstreamkino). Wie immer bei Refn sehr guter Einsatz von Filmmusik.

karlAbundzu hat geschrieben:Ob die drei Frauen, die ja beinahe
zu Hexenwesen werden, eine Hommage an die drei Mütter sind?


Sehr guter Hinweis, halte ich durchaus für plausibel.
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Re: The Neon Demon - Nicolas Winding Refn (2016)

Beitragvon Theoretiker » 18. Aug 2016, 19:09

Im Kino habe ich THE NEON DEMON ja leider verpasst, ab 30. Oktober gibt es ihn auf DVD/BD/UHD:

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Link: https://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_ss_i_ ... ined%2C219
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Re: The Neon Demon - Nicolas Winding Refn (2016)

Beitragvon McBrewer » 19. Aug 2016, 02:52

Nachdem ich ja nun auch die Chance hatte, in unserem kleinen Programmkino hier in der Provinz den "Neonfarbenden Dämonen" sehen zu dürfen möchte ich kurz hervorheben, das ich Refn weder verteidigen noch ihm einen "Filmbonus" zugestehen muss. Richtig, Er hat ein paar gute Filme gedreht (Bronson, Walhalla Rising, Drive, OGF) die ich durchaus schätze, aber ich muss nicht zwanghaft von Ihm jede Produktion abfeiern (das mache ich nur bei Helge Schneider!)
Und so sehe ich auch THE NEON DEMON ganz nüchtern, ohne neonrote Brille. Und wenn man den Stil & das Farbspiel & Wirkung mit dem Soundtrack mag, kann man durchaus seine freude haben.(so wie z.B. auch aktuell AMER) Nur Storytechnisch kam bei mir nichts an. NWR macht es da aber einem nicht leicht. Und vielleicht ist das auch gut so. Ein Lynch z.b. verwirrt/verzaubert ähnlich. Selbst Jean Rollin hat es den Zuschauern nicht einfach gemacht. Ganz zu schweigen von Warhol. Aber ich habe auch nun kein einziges Semester Psychologie oder Filmanalysen studiert. Daher habe ich den bonbonfarbenen Bilderregen eher Schulterzuckend, aber amüsiert zur Kenntnis genommen. Vielleicht falle ich irgendwann ja noch mal in den Topf der Erkenntnis & mir öffnen sich dann die Äuglein, was Refn uns/mir mit dem Film sagen will. Bestehend bleibt aber einer der interessantesten & streitbarsten Filme, der z.Z. im Kino läuft und zu gegebener Zeit bestimmt noch einmal geschaut wird
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