The Hateful Eight - Quentin Tarantino (2015)

Moderator: jogiwan

Re: The Hateful Eight - Quentin Tarantino (2015)

Beitragvon Onkel Joe » 1. Feb 2016, 13:40

jogiwan hat geschrieben:Treffer... versenkt! :kicher:

welt.de hat geschrieben:Am Anfang hängt ein eingeschneiter Jesus am Kreuz, ein Bofrost-Erlöser. Der Himmel schickt statt Hoffnung Blizzards. Doch insgeheim macht sich Tarantino so wenig aus Schnee wie aus der Italowestern-Tradition. Er hat es eilig, ins Warme zu kommen, Minnie's Haberdashery, ein als Kurzwarenladen getarnter Saloon. Er dreht im klassischen Edelformat 70mm, in analog flimmerndem Super Panavision, und filmt dann hauptsächlich Kaffeekannen. Es ist, als hätte es ihm Riesenspaß gemacht, gigantische Mittel zu verschwenden und Traditionen zu verhöhnen. An die Stelle von Corbuccis Religion und Politik setzt Tarantino einen Postmodernismus, der vordergründig Zitaten und Genreklischees huldigt, in Wahrheit aber bloß sich selbst gefällt. Und in den fast 190 Minuten "Hateful Eight" wird so viel gequasselt wie in allen alten Italowestern zusammen.


quelle: http://www.welt.de/kultur/kino/article1 ... indet.html


Tarantino wird doch auf seinen letzten Metern seinen Bonus nicht verspielen, ob er seine letzten beiden Filme jetzt noch drehen wird? Der Film kommt deutlich schlechter weg als die Letzten beiden Streifen. Das Format allein hilf wohl doch nicht über die Mängel hinweg zu sehen. Muss das Teil mal sichten und mir mein eigenes Urteil bilden.
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Re: The Hateful Eight - Quentin Tarantino (2015)

Beitragvon jogiwan » 1. Feb 2016, 14:08

Ja, es ist ohnehin fraglich, wie lange Tarantino seine Masche noch ausreizen kann: eine Genre-Richtung als Vehikel, das Ganze mit Topstars und auch optisch etwas aufgepeppt und dann die üblichen, auf cool getrimmten Dialoge, die sich gehaltvoller anhören, als sie letzten Endes tatsächlich sind... Er selber meint ja, nach 10 Filmen aufhören zu wollen, was wohl klug ist, da die nächste Generation an Blendern schon in den Startlöchern scharrt. Schlechter als der vollkommen unsägliche "Django Unchained" kann "The Hateful Eight" ja aber dann auch nicht sein. Schade nur, dass man als kritischer Filmkonsument immer mit seinen wild um sich schlagenden und laut brüllenden Fanboys auseinandersetzen muss. Deswegen macht es imho auch keinen großen Sinn, sich schon im Vorfeld über seine Werke aufzuregen…ich guck sie einfach irgendwann mal hinterher und das reicht mir als Bestätigung… ;)
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Re: The Hateful Eight - Quentin Tarantino (2015)

Beitragvon buxtebrawler » 1. Feb 2016, 17:10

Schön, dass es den Savoy-Besuchern so gut gefallen hat, aber ich glaube nicht, dass ich drei Stunden langes koksschwangeres Gequatsche ausgehalten hätte... :angst:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: The Hateful Eight - Quentin Tarantino (2015)

Beitragvon Theoretiker » 1. Feb 2016, 20:50

Zur "Kritik" der Welt: Das Szenario und die Andeutungen kann man auch Hommage an Leone, Corbucci & Co. verstehen. Dass der bekennende Italo-Western-Fan Tarantino nun seine Vorbilder verhöhnen will, halte ich für an den Haaren herbeigezogen. Passt aber zum Stil von Welt, Spiegel, Focus & Co.

Ansonsten: Weder ist es angebracht, einen Regisseur grundsätzlich zu verdammen, noch uneingeschränkt zu glorifizieren. Es gilt jeden Film für sich zu betrachten und letztendlich zu entscheiden, ob man sich von ihm unterhalten fühlt.

Diejenigen, die Tarantinos Schaffen gut finden, sind in aller Regel weder nicht ernst zu nehmende "Fanboys" noch automatisch Cinephile.

Was also zu gar nichts führt, sind Pauschalisierungen im Hinblick auf das Gesamtwerk Tarantinos oder gar auf die Persönlichkeitsstruktur des geneigten Zuschauers.

Und das ein Regisseur seinen Stil, der ihn erfolgreich machte und der bei den Kinogängern größtenteils gut ankommt, gerne weiterführt, ist ja durchaus nachvollziehbar. Langweilige Wiederholungen kann man ihm aber bestimmt nicht vorwerfen, überrascht wird man eigentlich immer, sei es bzgl. der Inszenierung, Story oder Narration.

Die von mir geschätzte Website "Handle me down", die zumeist weder verkopfte Analysen noch platte Oberflächlichkeiten als Reviews präsentiert, hat ein selbiges geschrieben, das zumindest mich neugierig macht.

Letztendlich gilt auch in diesem Fall das gleiche wie immer. Unvoreingenommen ins Kino gehen und selbst ein Bild machen.

„You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang.“ – Ein echter Hänger: John Ruth

Der Western lässt Quentin Tarantino nicht los. Nach dem zweifach Oscar-prämierten „Django Unchained“ taucht er mit „The Hateful 8“ (alternativ „The Hateful Eight“ oder „The H8ful Eight“) erneut in die Zeit von Outlaws und Revolvermännern ein. Die Vorbilder sind diesmal jedoch nicht die Corbuccis, Castellaris oder Fullers, sondern insbesondere Genre-Ikone Sergio Leone. Der schuf mit „Spiel mir das Lied vom Tod“ (1968) einen Meilenstein der Filmgeschichte – und den unbestritten besten Western aller Zeiten. Von solchen Ehren ist Tarantino zwar auch diesmal ein gutes Stück entfernt, eine fulminante Pulp-Oper ist ihm mit seinem achten Werk dennoch gelungen. Allerdings geht die werbewirksame Rechnung nur auf, wenn man die beiden „Kill Bill“-Teile als eins betrachtet.

Wyoming, kurz nach Ende des Sezessionskrieges: Eine Kutsche bahnt sich ihren Weg über schneebedeckte Gebirgspässe. Im Innern sitzen der beinharte Kopfgeldjäger John Ruth (Kurt Russell, „Death Proof“) und die mit blauem Auge bedachte Mörderin Daisy Domergue (Jennifer Jason Leigh, „Miami Blues“). Seinem Spitznamen „The Hangman“ entsprechend will Ruth die steckbrieflich gesuchte Verbrecherin in der abgelegenen Gemeinde Red Rock abliefern, wo sie der Tod am Galgen erwartet. Doch die beiden Reisenden und Kutscher O.B. Jackson (James Parks, „Machete“) sind in der Einöde nicht allein. Erst ist es der drei Leichen hinter sich herziehende Prämienjägerkollege Major Marquis Warren (Samuel L. Jackson, „Jackie Brown“), dann Chris Mannix (Walton Goggins, „Justified“), Sohn eines marodierenden Südstaatenoffiziers und neuer Sheriff von Red Rock, die in der eisigen Kälte um eine Mitfahrgelegenheit bitten.

„Well, cut my legs and call me shorty!“ – Verblüfft: Chris Mannix

In den Auftakt investiert Tarantino Zeit. Viel Zeit. An klassischer Kurzweil war ihm nie gelegen, doch dies erste von sechs Kapiteln ist die kunstfertige Sublimierung erzählerischer Entschleunigung. Neben den gewohnt brillanten Dialogen, die unter anderem um einen vom ermordeten Präsidenten Abraham Lincoln persönlich verfassten Brief an Warren kreisen, begeistert jedoch auch die Optik. Gedreht wurde im fast vergessenen Format Ultra Panavision 70, das Meisterwerken wie „Ben Hur“ (1959) ihren monumentalen Anstrich verpasste. In ausgewählten Kinos wird der Film im vorgesehenen Ultra-Breitwandformat zu sehen sein, inklusive Ouvertüre und Pause. Die Akribie, mit der Tarantino seine Vision zum Leben erweckt, war im Oeuvre des nerdigen Ausnahme-Auteurs nie beeindruckender. Dafür spricht – neben der Nutzung von 15 Original-Kodak-Objektiven – auch die Verpflichtung von Leones Hauskomponist Ennio Morricone für die Filmmusik.

Für die Soundtracks von „Kill Bill“ und „Inglourious Basterds“ hatte der heute 88-jährige bereits je ein Stück beigesteuert. Nach langem Bitten und Werben stimmte er diesmal zu, den gesamten Score zu komponieren. Auch diese Facette verblüfft. Denn der Oscar-nominierte Morricone erzeugt teils experimentelle klangliche Welten, die zum Erbe seiner großartigen Western-Untermalungen („The Good, The Bad and the Ugly“, „Spiel mir das Lied vom Tod“) in angenehm starkem Kontrast stehen. Aber zurück zur Geschichte. In einer einsamen Postkutschenstation suchen die Reisenden Zuflucht vor einem aufziehenden Schneesturm. Dort begegnen sie dem Mexikaner Bob (Demián Bichir, „Machete Kills“), der sich als Vertretung der eigentlichen Besitzerin zu erkennen gibt, sowie Scharfrichter Oswaldo Mobray (in Christoph Waltz-Manier: Tim Roth, „Reservoir Dogs“), dem undurchsichtigen Joe Gage (Michael Madsen, „Kill Bill“) und dem alten Ex-Südstaaten-General Sandy Smithers (Bruce Dern, „Driver“).

„Move a little strange, you’re gonna get a bullet. Not a warning, not a question… A bullet!“ – Kein Mann leerer Versprechungen: Major Marquis Warren

Der Titel kommt natürlich nicht von ungefähr. In Anlehnung an sein gefeiertes Debüt „Reservoir Dogs“ (1992) brechen unter den Eingeschlossenen bald Konflikte auf. Dabei verhandelt Tarantino einmal mehr bekannte Themen: Rassismus und Menschen, die vorgeben zu sein, was sie nicht sind. Der Rassismus lässt sich in der aufgewühlten Zeit nach dem amerikanischen Bürgerkrieg trefflich einbinden. Samuel L. Jackson läuft dabei mit einer blumig ausgeschmückten Geschichte von einem ganz besonderen Blowjob zu Höchstform auf. Tarantino erhöht den Druck in diesem Kessel hasserfüllter Unsympathen kontinuierlich und lässt ihn nach großartig geschwätzigem Vorlauf in einem blutigen Infernal detonieren. Dabei wird eimerweise Blut gekotzt, Schädel explodieren und Körper werden zeigefreudig mit Kugeln gespickt.

Das Setting, eine Hommage an Sergio Corbuccis „Leichen pflastern seinen Weg“ (1968), wird vom ebenfalls Oscar-nominierten Kameramann Robert Richardson („Inglourious Basterds“) kongenial eingefangen. Die Breitwandbilder werden sowohl im auswärtigen Schneetreiben als auch im beengten Innern der Hütte förmlich zelebriert. Das Ensemble, ein Schaulaufen alter Tarantino-Weggefährten, agiert famos. Als die Revolver nach mehr als einer Stunde die Dialoge ablösen, erfolgt unter Mitwirkung von Channing Tatum („White House Down“) und Zoë Bell („Death Proof“) ein von Off-Erläuterungen begleiteter Blick zurück. Die zentrale Rolle, das scheint früh klar, fällt der für Golden Globe und Oscar-nominierten Jennifer Jason Leigh zu. Sie reißt das männerdominierte Genre mit ihrer Performance letztlich an sich und beschert dem rüden Blutvergießen einen fast schon überraschend geradlinigen Rahmen. Damit ist „The Hateful 8“ weniger hintergründig und insgesamt schwerer zugänglich als „Django Unchained“, darüber aber keineswegs weniger meisterlich.

Wertung: 8.5 Stars (8,5 / 10


Quelle: http://www.handlemedown.de/the-hateful-8-usa-2015/
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Re: The Hateful Eight - Quentin Tarantino (2015)

Beitragvon karlAbundzu » 2. Feb 2016, 09:39

Theoretiker hat geschrieben: Weder ist es angebracht, einen Regisseur grundsätzlich zu verdammen, noch uneingeschränkt zu glorifizieren. Es gilt jeden Film für sich zu betrachten und letztendlich zu entscheiden, ob man sich von ihm unterhalten fühlt.

Diejenigen, die Tarantinos Schaffen gut finden, sind in aller Regel weder nicht ernst zu nehmende "Fanboys" noch automatisch Cinephile.

Was also zu gar nichts führt, sind Pauschalisierungen im Hinblick auf das Gesamtwerk Tarantinos oder gar auf die Persönlichkeitsstruktur des geneigten Zuschauers.

Und das ein Regisseur seinen Stil, der ihn erfolgreich machte und der bei den Kinogängern größtenteils gut ankommt, gerne weiterführt, ist ja durchaus nachvollziehbar. Langweilige Wiederholungen kann man ihm aber bestimmt nicht vorwerfen, überrascht wird man eigentlich immer, sei es bzgl. der Inszenierung, Story oder Narration.


Sehr schön gesagt, Theo. Mich wundert es immer wieder, wie die Leute und vor allem die Kritiker pauschal negativ auf Tarantino steil gehen (auch hier im Forum) , wo er doch sehr unterschiedlicher Filme drehte.
Die meisten negativen Kritiken, die man so im Netz lesen kann, beziehen sich bezeichnenderweise nur auf Äußerlichkeiten: Warum 70mm? Und hat denn im Ernst jemand erwartet, dass er einen neuen "richtigen" Italowestern dreht? Wohl kaum, auch wenn das Essen so aussieht. Tarantino nimmt halt die richtigen Zutaten, um eine ganz andere Geschichte zu erzhälen (Zu der Story wird meist nichts berichtet oder kritisiert, hat wohl kaum einer in seiner "Wie bashe ich Quentin"-Sicht drauf geachtet). Und das halte ich für interessanter als einen Western so wie damals zu filmen, dann kann ich mir auch gleich die alten ansehen.

Danke auch für den link, Theo, scheint ne gute Seite zu sein.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: The Hateful Eight - Quentin Tarantino (2015)

Beitragvon jogiwan » 2. Feb 2016, 11:02

karlAbundzu hat geschrieben:Tarantino nimmt halt die richtigen Zutaten, um eine ganz andere Geschichte zu erzhälen (Zu der Story wird meist nichts berichtet oder kritisiert, hat wohl kaum einer in seiner "Wie bashe ich Quentin"-Sicht drauf geachtet).


Das kann man auch durchaus anders sehen: kaum kommt ein neuer Streifen von Tarantino geht das große Raunen der Feuilleton überschlägt sich mit Meldungen der Superlative wie jetzt die Sache mit dem "geleakten Drehbuch" oder dem 70mm-Zirkus in ausgewählten Kinos, welches im Grunde nichts anderes als Interesse durch Ausgrenzung erzeugt. Der Kinobesuch als etwas Exklusives, dass dem breiten Publikum vorenthalten wird und schon pilgert der Durchschnitts-Hipster in Kinos, von denen er nicht einmal wusste, dass diese überhaupt noch existieren und die er auch nie wieder betreten wird. Tarantino ist meines Erachtens nichts anderes als ein Blender und zweifellos geschickter Vermarkter seiner Werke, der sich andauernd fremde Ideen aufs eigene Revers heftet, Originalität vorgaukelt und sich scheinbar alles erlauben kann, da er seiner Fanbase ohnehin alles vorsetzen kann. Bei Tarantino ist alles unendlich aufgeblasen, hübsch verpackt und er kann in allen Bereichen aus dem Vollen schöpfen und sich trotzdem einer FSK16-Freigabe sicher sein, aber nimmt man alles weg, was mit Geld mach-, leist- und kaufbar ist, bleibt inhaltlich einfach nicht mehr viel übrig.
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Re: The Hateful Eight - Quentin Tarantino (2015)

Beitragvon supervillain » 2. Feb 2016, 11:04

karlAbundzu hat geschrieben:
Theoretiker hat geschrieben: Weder ist es angebracht, einen Regisseur grundsätzlich zu verdammen, noch uneingeschränkt zu glorifizieren. Es gilt jeden Film für sich zu betrachten und letztendlich zu entscheiden, ob man sich von ihm unterhalten fühlt.

Diejenigen, die Tarantinos Schaffen gut finden, sind in aller Regel weder nicht ernst zu nehmende "Fanboys" noch automatisch Cinephile.

Was also zu gar nichts führt, sind Pauschalisierungen im Hinblick auf das Gesamtwerk Tarantinos oder gar auf die Persönlichkeitsstruktur des geneigten Zuschauers.

Und das ein Regisseur seinen Stil, der ihn erfolgreich machte und der bei den Kinogängern größtenteils gut ankommt, gerne weiterführt, ist ja durchaus nachvollziehbar. Langweilige Wiederholungen kann man ihm aber bestimmt nicht vorwerfen, überrascht wird man eigentlich immer, sei es bzgl. der Inszenierung, Story oder Narration.


Sehr schön gesagt, Theo. Mich wundert es immer wieder, wie die Leute und vor allem die Kritiker pauschal negativ auf Tarantino steil gehen (auch hier im Forum) , wo er doch sehr unterschiedlicher Filme drehte.
Die meisten negativen Kritiken, die man so im Netz lesen kann, beziehen sich bezeichnenderweise nur auf Äußerlichkeiten: Warum 70mm? Und hat denn im Ernst jemand erwartet, dass er einen neuen "richtigen" Italowestern dreht? Wohl kaum, auch wenn das Essen so aussieht. Tarantino nimmt halt die richtigen Zutaten, um eine ganz andere Geschichte zu erzhälen (Zu der Story wird meist nichts berichtet oder kritisiert, hat wohl kaum einer in seiner "Wie bashe ich Quentin"-Sicht drauf geachtet). Und das halte ich für interessanter als einen Western so wie damals zu filmen, dann kann ich mir auch gleich die alten ansehen.

Danke auch für den link, Theo, scheint ne gute Seite zu sein.


Ganz genau!

Tarantino hat definitiv seine eigene Handschrift und ist einer der ganz wenigen der auf diesem Level seine eigenen Visionen überhaupt noch eigenständig umsetzten kann (@bux: Rip-offs??? - jenes auch noch in einem Italo Forum?).

Jogi, zeig mir doch mal die "wild um sich schlagenden und laut brüllenden Fanboys" mit denen dich du als "kritischer Filmkonsument" immer auseinandersetzen musst.

Am besten hier, denn auf irgendwelchen Kiddie Seiten halte ich mich nicht auf. Ich sehe hier nur einen Thread in dem sich Leute zu einem Kinobesuch in Hamburg verabreden wollen, bis zwei eindeutige Trollkommentare kommen. Da es nicht reicht, braucht es hier weitere fadenscheinige Verlautbarungen, obwohl man eigentlich gar kein Interesse an dem Thema hat. Muss schon schlimm sein wenn mal ein "Thema "hot" ist und man einfach mal gönnen müsste.

@bux: Auch wenn es nicht meine Aufgabe ist (und ich auch nicht so rüber kommen will), dass ich jeden Kommentar bewerte, stört mich deine Aussage hier weniger. Mit einer kurzen polemischen Seitenhieb, der sich selbst nicht zu ernst nimmt, kann ich durchaus leben. Ob ich den Film später gut oder weniger gut finde, ist hierfür unerheblich (Kill Bil Vol. 1 mochte ich z.B. nicht besonders - milde ausgedrückt).
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Re: The Hateful Eight - Quentin Tarantino (2015)

Beitragvon jogiwan » 2. Feb 2016, 14:27

supervillain hat geschrieben:Jogi, zeig mir doch mal die "wild um sich schlagenden und laut brüllenden Fanboys" mit denen dich du als "kritischer Filmkonsument" immer auseinandersetzen musst.

Am besten hier, denn auf irgendwelchen Kiddie Seiten halte ich mich nicht auf. Ich sehe hier nur einen Thread in dem sich Leute zu einem Kinobesuch in Hamburg verabreden wollen, bis zwei eindeutige Trollkommentare kommen. Da es nicht reicht, braucht es hier weitere fadenscheinige Verlautbarungen, obwohl man eigentlich gar kein Interesse an dem Thema hat. Muss schon schlimm sein wenn mal ein "Thema "hot" ist und man einfach mal gönnen müsste.


Du bist doch das Paradebeispiel dafür... Wie ich deinen Zeilen entnehmen kann, bist du ja auch nicht so der große Fan seines Schaffens - fühlst dich aber gleichzeitig bemüßigt, für den gescholtenen Quentin doch noch rasch ein paar Pro-Zeilen zu tippen. Hab ich ja auch, aber einfach nur als augenzwindernden Ausgleich zu einer etwas einseitig geführten hypothetischen Lobhudelei. Auf der einen Seite schreibst du von "eigner Handschrift" und "eigenen Visionen" und dann kritisiert du indirekt den Bux, weil er in einem Italo-Forum das Wort Plagiat ins Spiel bringt. Nicht nur, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden - Negativkommentare haben zumindest von meiner Seite nichts mit Mißgunst zu tun, sondern ich freue mich über jeden Westernfan ähm... Filmfan, der Filmen wie "Death Proof", oder auch "Django Unchained" auch nur im Entferntesten etwas abgewinnen kann. ;)

PS: ich werde mir natürlich auch "The Hateful 8" irgendwann angucken!
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Re: The Hateful Eight - Quentin Tarantino (2015)

Beitragvon supervillain » 2. Feb 2016, 15:46

supervillain hat geschrieben:
jogiwan hat geschrieben:im Österreich-Werbefenster vom Dschungelcamp (wie passend!) läuft ja andauernd dieser nichtssagende Trailer und ich werde ihn mir nicht angucken*

* Ich weiß, dass interessiert hier niemanden, aber ätschbätschmiregalrutschtmirdenbuckelrunterihrwesternfans! ;)


buxtebrawler hat geschrieben:Der Trailer ist wirklich Mist und hat mich darin bekräftigt, mir auch Tarantinos neuestes Rip-Off bis auf Weiteres nicht anzusehen.


:palm:


Mit meiner Reaktion auf eure beiden Kommentare bin ich also das Paradebeispiel für einen "wild um sich schlagenden und laut brüllenden Fanboy. Gut zu wissen, ich hab da eine andere Definition. Nun gut.

Und die Aussage vom Bux kritisiere ich nicht nur indirekt, sondern ganz offensichtlich, weil sie für mich jeglicher Diskussionsgrundlage entbehrt. Aus diesem Grund hab ich auch nichts weiter dazu geschrieben, die Sache war für mich damit gegessen, ohne böses Blut.

Zitat:"Wie ich deinen Zeilen entnehmen kann, bist du ja auch nicht so der große Fan seines Schaffens...."

Wie kommst du darauf, wo steht das geschrieben? Weil ich "Kill Bill 1" nicht besonders mag? Schau mal was ich bei den "Boondock Saints" geschrieben habe - ist noch nicht lange her). Vielleicht fühle ich mich nur mit Pauschalisierungen nicht besonders wohl und an dieser Stelle auf jeden Film gesondert einzugehen, sprengt den Rahmen. Als Fan würde ich mich trotzdem nicht bezeichnen, das stimmt, hat aber nichts zur Sache. Ich hol mir auch von niemanden ein Autogramm, also von was bin ich schon "Fan".

Zitat: ".... - fühlst dich aber gleichzeitig bemüßigt, für den gescholtenen Quentin doch noch rasch ein paar Pro-Zeilen zu tippen."


Ich habe nur gegen euren "augenzwinkernden" Unfug (in diesem Fall kann ich es nicht anderes ausdrücken - ihr werdet es verkraften) Stellung bezogen, wenn man das (mit einem Smiley) überhaupt so nennen kann. Über den Film kann ich (wie du) noch nichts sagen, daher hätte ich mich in dem Thema auch nicht geäußert. Leider tauchen da ständig irgendwelche anderen Brandherde auf, bei denen ich mir das Recht rausnehme aufzuzeigen, dass es hier im Forum auch andere Meinungen dazu gibt.

Zitat: "Negativkommentare haben zumindest von meiner Seite nichts mit Mißgunst zu tun, sondern ich freue mich über jeden Westernfan ähm... Filmfan, der Filmen wie "Death Proof", oder auch "Django Unchained" auch nur im Entferntesten etwas abgewinnen kann."

Bei mir kommt das anders an. Aber gut, wenn es so geschrieben steht, nehme ich es zur Kenntnis.

"PS: ich werde mir natürlich auch "The Hateful 8" irgendwann angucken!"

Ich verweise auf das Zitat, oder sollte man aus diesem nichts ernst nehmen?

PS: Ich schreib Dir an anderer Stelle noch etwas, was ich eigentlich nicht kommentieren wollte, mir aber schon länger unter den Nägeln brennt. Mir erscheint es aber sinnvoll hier einen Bezug herzustellen. Dauert nur ein klein wenig. see ya
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Re: The Hateful Eight - Quentin Tarantino (2015)

Beitragvon jogiwan » 2. Feb 2016, 16:24

Meinungen sollen ja unterschiedlich sein und wie langweilig wäre es, wenn jeder alles hier gleich gut oder gleich schlecht finden würde. Der gute Tarantino lässt ja auch nicht erst seit gestern die Wogen hochgehen und sorgt für Diskussionspotential. Der eine mag seine Filme und sieht ihn ihm den Retter des Mainstreamkinos, der andere eben nicht - no big deal! ;)
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