Phantom im Paradies - Brian De Palma (1974)

Moderator: jogiwan

Phantom im Paradies - Brian De Palma (1974)

Beitragvon jogiwan » 18. Jun 2014, 06:29

Phantom im Paradies

Bild

Originaltitel: Phantom of the Paradise

Herstellungsland: USA / 1974

Regie: Brian De Palma

Darsteller: Paul Williams, William Finley, Jessica Harper, George Memmoli, Gerrit Graham

Story:

Um endlich zu Erfolg zu gelangen, verkauft der junge Musiker Winslow seine Seele dem Teufel - in Gestalt des Plattenproduzenten Swan. Als er aber erkennt, dass er ihn nur ausnutzt, kommt es zur Konfrontation, bei der Winslow schwer verletzt wird. Aber der Totgeglaubte lebt - sein entstelltes Gesicht unter einer Maske verborgen - und plant seine Rache. Die große Show, die Swan plant, soll zum grausigen Blutbad werden... (quelle: amazon.de)
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Re: Phantom im Paradies - Brian De Palma (1974)

Beitragvon jogiwan » 18. Jun 2014, 06:43

Brian De Palmas grellbuntes und hysterisches Rock-Musical über einen begabten Musiker, der an einen ominösen Produzenten gerät ist ja schon eine sehr originelle Angelegenheit, die mit bitterbösen Humor seiner Zeit wohl auch etwas voraus war. Die Mischung aus "Faust" und "Phantom der Oper" rechnet ja nebenher hübsch mit den Mechanismen des Pop-Business aus und zeigt neben skrupellosen Managern, divenhaften Stars auch Fans, die nach immer wilderen Inszenierungen ihrer Idole geifern. "Phantom of Paradise" bietet dabei neben seinen ansprechenden Look und temporeicher Inszenierung auch zahlreiche schmissige Songs aus der Feder von Paul Williams, bei denen von rockig, Beach-boyig, Motownig bis hin zu Glam-Rock auch alles dabei ist. Immer hübsch anarchisch und etwas arg neben der Spur war "Phantom of the Paradise" im Jahre 1974 wohl dennoch etwas zu viel des Guten, an den Kinokassen ein veritabler Flop und auch heutzutage ist der nicht ganz erstngemeinte Streifen immer noch so etwas wie ein Geheimtipp unter Freunden der etwas abseitigeren Unterhaltung.
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Re: Phantom im Paradies - Brian De Palma (1974)

Beitragvon buxtebrawler » 18. Jun 2014, 09:09

Schrille, futuristische Kreuzung aus "Phantom der Oper" und "Faust", betont überzeichnet und überdreht und dabei stets satirisch auf die Musikindustrie feuernd. Innovativ und eigenständig und veredelt durch Brian De Palmas klasse Regie-Arbeit. Tipp!
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Phantom im Paradies - Brian De Palma (1974)

Beitragvon jogiwan » 17. Feb 2017, 07:19

Noch immer ganz großartiger und visionärer Streifen von Brian de Palma über die Abgründe des Musikbusiness bzw. einem kreativen Komponisten, der von einem dubiosen Produzenten abgezockt wird. Die Mischung aus „Phantom der Oper“, der Geschichte von Faust und der größenwahnsinnigen Eröffnung eines Musikclubs ist aber immer herrlich überzeichnet und an erster Stelle steht neben dem grellen Look und der allgemein vorherrschenden Hysterie ja ohnehin die Musik. Die steht der interessanten Handlung ebenfalls um nichts nach und nimmt allerlei Musiktrends hübsch aufs Korn, ohne dabei jedoch verächtlich ans Werk zu gehen. Herausgekommen ist ein Musikfilm, der originell, grell, bunt und hoffnungslos über das Ziel hinausschießt und das ausgelutschte Prädikat „Kultfilm“ zur Abwechslung auch mal wirklich verdient. Schön auch zu sehen, dass der Streifen zwar seinerzeit gefloppt ist und erst über die Jahre die Wertschätzung erfahren hat, die man ihm eigentlich schon 1974 vergönnt hätte und popkulturell ebenfalls seine Spuren hinterlassen hat. Zwar kann man heutzutage vielleicht ein paar der damaligen Casting-Entscheidungen bemängeln und manchmal wird es auch etwas viel für den unbedarften Zuschauer, aber ansonsten gibt es hier wenig zu bemängeln und besser, bunter und vor allem beschwingter ist der beständige Kampf von Kreativität gegen Kommerz ja nie mehr auf die große Leinwand gezaubert worden.
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Re: Phantom im Paradies - Brian De Palma (1974)

Beitragvon jogiwan » 17. Feb 2017, 12:04

Arkschi, Karlschi, McBrewschi, Supervillainschi? Wo bleiben eure Meinungen unserer Musikfilm-Spezis zu dem Teil? :???: ;)
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Re: Phantom im Paradies - Brian De Palma (1974)

Beitragvon Arkadin » 17. Feb 2017, 13:46

Das schrieb ich Ende 2014:

Wunderschön buntes Rock-Musical von Brian de Palma, welches sich hemmungslos durch die Film und Literaturgeschichte zitiert und dabei eine gelungene und bitter-böse Satire auf das damalige (?) Rock-Business (was man aber auch auf Film anwenden kann) schafft. Interessant ist dabei, wenn am Ende eine Band namens "The Undead" auftritt, die von Kostümen und Bühnenshow von mir zunächst als KISS-Parodie aufgefasst wurde. Die hatten laut Wiki aber erst am 31. Dezember 1973 ihren ersten offiziellen Auftritt - wobei ich nicht weiß, ob das schon in Schminke war. "Phantom" hatte im Oktober 1974 Premiere. Wer nun von wem... in einem Interview in der Bonus-Sektion der Arrow-DVD wird gesagt, man solle das lieber nicht fragen. Vor allem nicht Gene Simmons oder Paul Stanley.
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Re: Phantom im Paradies - Brian De Palma (1974)

Beitragvon buxtebrawler » 17. Feb 2017, 14:09

Arkadin hat geschrieben:Wer nun von wem... in einem Interview in der Bonus-Sektion der Arrow-DVD wird gesagt, man solle das lieber nicht fragen. Vor allem nicht Gene Simmons oder Paul Stanley.


:D
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Phantom im Paradies - Brian De Palma (1974)

Beitragvon jogiwan » 17. Feb 2017, 14:20

Es wäre schon interessant zu erfahren, wer da wen oder was beeinflusst hat - wobei ich mir vorstellen könnte, dass eine Abgrenzung schwierig sein dürfte und man sich da auch irgendwie gegenseitig inspiriert hat. "The Rocky Horror Show" dürfte ja ebenfalls ein Einfluss gewesen sein, genauso wie David Bowie, Glam-Rock und allerlei sonstige Strömungen am Broadway, Theater- und Popkultur. Aber 43 Jahre danach muss man ja auch nicht mehr darüber streiten, wer da zuerst welche Idee hatte.
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Re: Phantom im Paradies - Brian De Palma (1974)

Beitragvon karlAbundzu » 18. Feb 2017, 12:29

Toller FIlm, auch wenn die Sihtung nun schon eine Weile her ist, und ich daher keine detaillierte Bewertung abgeben möchte. Aber damals hat er mich beeindruckt und ein wenig verstört.

Das mit dem Horror-Rock lag in der Luft: Auch Alice Cooper fing doch zu der Zeit damit an...
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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