A Nightmare on Elm Street (2010) - Samuel Bayer

Moderator: jogiwan

A Nightmare on Elm Street (2010) - Samuel Bayer

Beitragvon horror1966 » 22. Okt 2010, 21:50

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A Nightmare on Elm Street
(A Nightmare on Elm Street)
mit Jackie Earle Haley, Kyle Gallner, Rooney Mara, Katie Cassidy, Thomas Dekker, Kellan Lutz, Clancy Brown, Connie Britton, Lia D. Mortensen, Julianna Damm, Christian Stolte, Katie Schooping Knight, Hailey Schooping Knight, Leah Uteg, Don Robert Cass
Regie: Samuel Bayer
Drehbuch: Wesley Strick / Eric Heisserer
Kamera: Jeff Cutter
Musik: Steve Jablonsky
FSK 16
USA / 2010

Nancy, Kris, Quentin, Jesse und Dean wohnen in der Elm Street. Nachts träumen sie alle denselben Traum von einem Mann in einem zerfetzten, rot-grün gestreiften Pullover, einem zerbeulten Filzhut, unter dem sich ein entstelltes Gesicht verbirgt, und einem Arbeitshandschuh mit Messern statt der Finger. Und alle hören sie dieselbe gruselige Stimme ... Einen nach dem anderen hetzt er durch das Gefängnis ihrer Träume, wo allein er die Regeln bestimmt. Ein Entrinnen gibt es nur, wenn man aufwacht. Doch als einer der Teenager auf brutale Weise umkommt, wird ihnen schnell klar, dass ihre Albträume Realität sind - schützen können sie sich nur, indem sie wach bleiben. Die vier Überlebenden sind aufeinander angewiesen - gemeinsam versuchen sie herauszubekommen, wie sie in dieses grausige Märchen hineingeraten sind und warum der fürchterliche Mann sie verfolgt. Trotz des Schlafentzugs müssen sie sich auf die alles entscheidenden Fragen konzentrieren: Warum wir? Warum gerade jetzt? Und was verschweigen unsere Eltern? Eine seit vielen Jahren verdrängte Schuld wird jetzt beglichen, und um sich selbst zu retten, müssen sie sich in den abartigsten Albtraum überhaupt hineinversetzen ... Freddy Krueger.


Nach Michael Myers und Jason Voorhees hat nun auch die dritte Horror-Ikone vergangener Tage ihre Neuauflage erhalten, denn mit Freddy Krueger kehrt eine absolute Kultfigur auf die Leinwand zurück. Haben schon die Neuverfilmungen von "Halloween" und "Freitag der 13." die unterschiedlichsten Meinungen hervorgerufen, so spaltet sich auch hier die Fan-Gemeinde in die unterschiedlichsten Lager. Aufgrund einiger extrem schlechter Kritiken über die Auferstehung von Freedy bin ich mit äusserst gemischten Gefühlen an das Werk von Regisseur Samuel Bayer herangegangen und musste umso überraschter feststellen, das mich der Film vollkommen überzeugt hat. Liegt hier doch in meinen Augen die mit Abstand beste Neuverfilmung der drei größten Horror-Reihen vor, in der eine gelungene Kombination aus einer zeitgemäßen Neuinterpretation mit dem unvergleichbaren Charme des genialen Originals gefunden wurde. Eine 1:1 Kopie wäre sicherlich der falsche Weg gewesen, jedoch hat Bayer zum größten Teil an der Originalgeschichte festgehalten, diese aber mit einigen interessanten Abänderungen und Neuerungen versehen, so das man keinesfalls von einem Plagiat sprechen kann. Das bezieht sich vor allem auf die Rückblenden in Freddy's Vergangenheit, die recht ausführlich in die Geschichte eingebaut wurden, aber auch auf viele andere Handlungsabläufe, die hier doch entschieden anders als im Werk von 1984 dargestellt werden. So stehen auch die betroffenen Teenager in abgeänderter Verbindung zueinander, was man als durchaus gelungene Änderung ansehen kann.

Im Prinzip gibt es an diesem Film eigentlich recht wenig zu beanstanden, ist doch ein äusserst guter Spannungsaufbau zu verzeichnen, der sich wie ein roter Faden durch die ganze Geschichte zieht und den Zuschauer auch jederzeit bei Atem hält, zudem ist auch iene äusserst temporeiche Erzählweise zu erkennen, die keinerlei Platz für langatmige oder gar zähflüssige Passagen lässt, was einen ganzzeitig sehr hohen Unterhaltungswert garantiert. Auch die düstere und sehr bedrohliche Grundstimmung kann sich absolut sehen lassen, auch wenn in dieser Beziehung bestimmt nicht ganz das hohe Niveau des Originals erreicht werden kann, doch ehrlich gesagt konnte man das auch nicht unbedingt erwarten. Dafür sind allerdings für einen Film mit einer 16er Freigabe einige recht harte und blutige Sequenzen zu sehen, die dem geschehen einen ordentlichen Härtegrad verleihen, den ich als absolut angemessen bezeichnen würde. Hier muss man den Machern des Films ein Kompliment aussprechen, sind sie doch nicht in blinden Aktionismus verfallen um die Geschichte künstlich aufzupushen und mit übermäßig viel Härte anzureichern, nur um eventuell beim jüngeren Publikum mehr Pluspunkte zu sammeln.

Der einzige wirkliche Kritikpunkt den ich erkennen konnte, liegt in der Figur des Freddy Krueger begründet, denn kaum eine andere Kultfigur des Genres ist so dermaßen mit ihrem Darsteller in Verbindung zu bringen. Robert Englund hat diese Rolle nicht nur gespielt, er hat sie förmlich gelebt und ihr eine Seele eingehauht. Deswegen hatte der gute Jackie Earle Haley (Watchmen - Die Wächter) es auch von Anfang an extrem schwer, in diese großen Fußstapfen zu treten, die Englund überlassen hat. Haley ist zwar sehr bemüht, die Figur möglichst authentisch und überzeugend zu interpretieren, jedoch erreicht er zu keiner Zeit die Ausstrahlung und das Charisma eines Robert Englund's, der ganz einfach untrennbar mit diesem Charakter verbunden ist. Zudem ist es für Fans der Original-Reihe äusserst gewöhnungsbedürftig, sich mit der Gesichtsmaske des neuen Freddy anzufreunden, denn die optischen Unterschiede fallen doch recht deutlich in das Auge des Betrachters, so das man doch größere Schwierigkeiten hat, sich mit dem neuen Gesicht so wirklich anzufreunden. Dennoch ist gerade das Schauspiel von haley gar nicht einmal so schlecht, kann allerdings keinesfalls an die Leistungen des Original-Freddy's heranreichen. Es fehlt vor allem an dem herrlichen Sarkasmus und den bitter-bösen Sprüchen, die man aus den alten Filmen kennt, ausserdem hat Haley auch im Bereich der Mimik einige eklatante Defizite aufzuweisen, lässt er doch lediglich ein-und denselben Gesichtsausdruck erkennen, der herzlich wenig von der vielseitigen Mimik des alten Freddy's erkennen lässt. Auch wenn es sich hier um lediglich einen einzigen Kritikpunkt handelt den ich persönlich empfunden habe, ist es selbstverständlich ein äusserst wichtiger Punkt, denn hat die Nighmare-Reihe doch in erster Linie von ihrer prägenden Hauptfigur gelebt, die ihr den ganz besonderen Stempel aufgedrückt hat.

Trotz dieses nicht gerade unwichtigen Mankos komme ich zu einem äusserst positiven Gesamteindruck, den dieser Film bei mir hinterlassen hat. Die teilweise vorgenommenen Abänderungen innerhalb der Story sind sehr positiv zu bewerten, bringen sie doch einigen neuen Pfiff in die Ereignisse, die teilweise auch recht hart in Szene gesetzt wurden. Hierfür sei stellvertretend nur die Schlußszene angeführt, die ein absoluter Höhepunkt eines Filmes ist, der auch mit den gezielt eingesetzten Schockmomenten überzeugen kann. Und so wird man dann auch letztendlich gerade durch die gelungene Schluß-Pointe mit einem äusserst befriedigendem Gefühl entlassen, das die Vorfreude auf einen weiteren Teil in die Höhe schnellen lässt. Man kann sich wohl auch ziemlich sicher darüber sein, das diese Neuverfilmung nicht das Ende, sondern vielmehr der Anfang einer neuen Reihe sein wird, denn alles andere würde schon als eine sehr starke Überraschung gelten.


Fazit:


Wes Craven's Original ist und bleibt ganz sicher unangetastet, jedoch hat Samuel Bayer eine wirklich gelungene Neuinterpretation kreiert, deren einzige Schwachstelle aber ausgerechnet die Hauptfigur darstellt. Auch wenn viele Leute das sicherlich ganz anders sehen, konnte ich keinerlei andere Defizite erkennen, da auch die restlichen Schauspieler durch äusserst solides Schauspiel zu gefallen wussten. Und so wird man im Endeffekt mit einem tollen Horrorfilm konfrontiert, in dem ein gelungener Spannungsbogen und eine herrlich düstere Grundstimmung für ein jederzeit gelungenes Filmvergnügen sorgen, das zudem auch noch mit guten Schockmomenten und einem angemessenen Härtegrad angereichert wurde. Als Nightmare-Fan kommt man an dieser Neuauflage auf keinen Fall vorbei, verspürt allerdings dennoch ein wenig Wehmut, da der neue Freddy Krueger noch nicht so recht zu überzeugen weiss.


8/10
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Re: A Nightmare on Elm Street (2010) - Samuel Bayer

Beitragvon buxtebrawler » 23. Okt 2010, 00:06

Der Remakewahn nimmt kein Ende und so bediente sich US-Regisseur Samuel Bayer folgerichtig für Michael Bays Produktionsfirma an einer der Kult-Ikonen des Horrorkinos schlechthin, Freddy Krueger mit seinen mörderischen Alpträumen. Das Original ist von 1984, das Remake von 2010 – dazwischen liegen etliche Jahre und Fortsetzungen. Konnte man sich von den vielen interessanten Ideen der Reihe inspirieren lassen, den Grundtenor des Klassikers erhalten und eine fulminante, eigenständige, zeitgemäße Neuverfilmung auf Zelluloid bannen? Nein. Zunächst einmal gibt es keine Spur von Robert Englund, denn Freddy wird diesmal von Jackie Earle Haley gespielt, dem man ein zugegebenermaßen sehr (un)ansehnliches, realistischeres Make-Up verpasste, das mit seinen tiefen Löchern ekliger und erschreckender wirkt als die bisherige Pizzavariante. Doch wo ist die Mimik hin? Freddy zieht quasi den gesamten Film über die gleiche Flappe wie Kyle Gallner als Quentin, dessen Mundwinkel streng nach unten zeigen. Freddy hat schwer von seiner Boshaftigkeit und seinem Zynismus eingebüßt, er wirkt weniger gruselig als in der Originalreihe – ganz gleich, wie sehr er dort mitunter zum Sprücheklopfer mutierte. Seine Erhabenheit ist dahin. So ist er diesmal auch kein Kindermörder, sondern ein Pädophiler, dessen Opfer allesamt noch leben. Dadurch erscheint er zeitweise ebenfalls eher als Opfer, dem Unrecht von den Eltern der Kleinstadt angetan wurde. Die Handlung bekommt diesbzgl. dennoch die Kurve, verzettelt sich aber unbefriedigend in moralischen Fragen hinsichtlich der Selbstjustiz gegen Pädophile, statt sich wie das Original auf Eltern-Kind-Konflikte zu Zeiten der Pubertät zu konzentrieren. Zwar bedient man sich vieler starker Szenen aus dem Original, deren Wirkung aber ob der geänderten Ausgangssituation und vor allem der blassen, wenig bis gar nicht charakteristischen Figuren verpufft. An eine Heather Langenkamp, einen Johnny Depp oder einen John Saxon reicht hier niemand heran. Dadurch, dass der Film Freddys sexuelles Interesse an den Kindern betont, bekommen die spärlichen sexuellen Metaphern, die im Original für einen intelligenten Subtext sorgten, hier eine abstoßende, perverse Note, wie es seinerzeit sicher nicht in Wes Cravens Interesse war. Dass sich von all den (ehemaligen) Kindern niemand mehr an den Missbrauch erinnert, ja nicht einmal mehr an seine damaligen Klassenkameraden, nimmt der Handlung den letzten Funken Glaubwürdigkeit. Was Schockmomente betrifft, lässt es Bayer ganz ordentlich krachen, wobei die Spezialeffekte aber manches Mal durch schlechte CGI sämtlichen Realismus einbüßen und dadurch ad absurdum geführt werden. Ausufernde, surreale Traumwelten sucht man ohnehin vergebens. Obzwar bereits 1984 vorgemacht wurde, wie ein packendes Finale aussehen kann, wird auch diese Chance in einer lauen, unspektakulären Neuauflage des Kampfes kläglich vergeben. Wenigstens stimmt das Tempo des Films, der sich wie ein bemüht bzw. vorgeblich ernsthafter Horrorbeitrag bei kühlen Getränken und Knabbergebäck gut und unterhaltsam konsumieren lässt, ohne nachhaltig zu beeindrucken. Am meisten Spaß machen eben doch die Verweise aufs Original, die wohlige Erinnerungen wecken...
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: A Nightmare on Elm Street (2010) - Samuel Bayer

Beitragvon Arkadin » 23. Okt 2010, 00:42

Einer dieser Filme, die nun wirklich kein Mensch braucht. :roll:
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Re: A Nightmare on Elm Street (2010) - Samuel Bayer

Beitragvon Onkel Joe » 29. Dez 2010, 20:04

Der Film ist SCHLECHT, schade eigentlich aber mein Urteil lautet 3/10.
Braucht kein mensch das ganze hier und schon gar nicht die Leute die mit dem Orginal groß geworden sind ;) .
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Re: A Nightmare on Elm Street (2010) - Samuel Bayer

Beitragvon horror1966 » 29. Dez 2010, 20:09

Ich kann es ehrlich nicht verstehen, das dieser Film generell so schlecht wegkommt. Auch wenn das Original sicher unantastbar ist, fand ich die Neuinterpretation doch sehr gelungen. Von den Neuauflagen der großen Reihen (Halloween, Freitag der 13. und Nightmare) gefiel mir diese hier mit Abstand am besten.
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Re: A Nightmare on Elm Street (2010) - Samuel Bayer

Beitragvon Onkel Joe » 29. Dez 2010, 20:13

horror1966 hat geschrieben:Von den Neuauflagen der großen Reihen (Halloween, Freitag der 13. und Nightmare) gefiel mir diese hier mit Abstand am besten.


Ich mag keinen dieser Filme sonderlich viel, diese Remakes gehen mir irgendwie gehörig auf den "Docht".
Einzig und alleine das Dawn Remake konnte etwas punkten und das obwohl ich ein riesiger Fan vom Orginal bin, ich denke das heist schon was ;) .
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Re: A Nightmare on Elm Street (2010) - Samuel Bayer

Beitragvon horror1966 » 29. Dez 2010, 20:16

Geht mir ja ähnlich, denn ich bin auch ein großer Fan der Originale und viele Neuauflagen sagen mir überhaupt nicht zu, die sehe ich sogar als Beleidigung für die Originale an ( bestes Beispiel ist "The Fog" :kotz: ).
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Re: A Nightmare on Elm Street (2010) - Samuel Bayer

Beitragvon Onkel Joe » 29. Dez 2010, 20:18

horror1966 hat geschrieben:......die sehe ich sogar als Beleidigung für die Originale an ( bestes Beispiel ist "The Fog" :kotz: ).


Der ist wirklich nur SCHLECHT :kotz: .
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Re: A Nightmare on Elm Street (2010) - Samuel Bayer

Beitragvon dr. freudstein » 29. Dez 2010, 20:27

Ich habe den mit einem Beamten Bekannten im Kino gesehen und das war der schlechteste Film des Abends...mit Abstand :(
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Re: A Nightmare on Elm Street (2010) - Samuel Bayer

Beitragvon horror1966 » 29. Dez 2010, 20:28

dr. freudstein hat geschrieben:Ich habe den mit einem Beamten Bekannten im Kino gesehen und das war der schlechteste Film des Abends...mit Abstand :(



Welchen jetzt, Nightmare oder The Fog?
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