Ich beichte - Alfred Hitchcock (1953)

Moderator: jogiwan

Ich beichte - Alfred Hitchcock (1953)

Beitragvon ugo-piazza » 7. Jan 2017, 20:02

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USA 1953

OT: I confess

AT: Zum Schweigen verurteilt

D: Montgomery Clift, Anne Baxter, Karl Malden, O.E. Hasse

Quebec/Kanada in den frühen 50ern: Der Rechtsanwalt Villette wurde ermordet. Der Täter begibt sich in die Kirche und beichtet seine Tat dem jungen katholischen Priester Michael Logan. Logan ist somit nun an das Beichtgeheimnis gebunden, sieht sich aber auch damit konfrontiert, dem Mörder ständig zu begegnen, denn es handelt sich dabei um Otto Keller, den Hausmeister der Pfarrei. Und der denkt nicht daran, sich der Polizei zu stellen.

Noch heikler wird die Situation für Pater Logan, als Augenzeugen bei der Polizei berichten, einen Priester von Villettes Haus wegehen gesehen zu haben. Denn Logan ist der einzige Priester, der für die Tatzeit kein Alibi hat. Dass heißt, er hätte eins, wenn er erzählen würde, dass er sich zu der Zeit mit einer verheirateten Frau getroffen hat. Seine ausweichenden Antworten machen ihn für Inspektor Larrue nur noch mehr verdächtig. Als Ruth Grandfort dann vor dem Inspektor aussagt, dass Logan und sie früher (als Logan noch kein Geistlicher war) ein Paar waren, und sie nun seinen Rat gesucht habe, weil Villette sie erpresst habe, liefert sie damit der Polizei noch ein Motiv Logans, kann ihm aber kein Alibi geben, weil die ursprünglich angenommene Tatzeit falsch war. Und Logan schweigt, auch wenn das ihn selbst auf die Anklagebank bringt...


Die katholische Kirche wird für einen spröden Norddeutschen wohl ein ewiges Mysterium bleiben, das gilt auch für den Aspekt, dass das Beichtgeheimnis offenbar unter keinen Umständen gebrochen werden darf - auch dann nicht, wenn dadurch der Priester selbst in größte Not gerät. Ob diese Prämisse richtig ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Hitchcock kreiert auf alle Fälle eine gelungene Mischung aus Kriminalfilm, Drama und Gerichtsfilm - zumindest bis zur Urteilsverkündung, um dann einen unpassenden Schluss herangeklatscht zu bekommen
Ottos Frau bekommt Gewissensbisse, bekennt ausdrücklich des Paters Unschuld (freigesprochen im Prozess wurde er ja aus Mangel an Beweisen), wird von ihrem Mann daraufhin erschossen, der sich dann in ein Hotel flüchtet und dort herumballert, den Pater der Feigheit bezichtigt, weil er fälschlich glaubt, dass Logan doch noch Ottos Täterschaft der Polizei preisgegeben hat und letztlich von der Polizei erschossen wird.
Schade, denn bis dahin hat es mit einem sehr sehenswerten Film zu tun gehabt. Was nun allerdings niemanden davon abhalten sollte, sich "Ich beichte" anzuschauen.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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