Hotel zur Hölle - Kevin Connor (1980)

Moderator: jogiwan

Hotel zur Hölle - Kevin Connor (1980)

Beitragvon Onkel Joe » 20. Mär 2010, 09:56

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Originaltitel: Motel Hell
Herstellungsland: USA/1980
Regie: Kevin Connor
Darsteller: Rory Calhoun, Paul Linke, Nancy Parsons, Nina Axelrod, Wolfman Jack und Elaine Joyce.

Story: Der charmante Farmer Vincent (genial: Rory Calhoun), seines Zeichens der gutmütige, rechtschaffene und fleißgetriebene Amerikaner wie er im Buche steht und seine Schwester Ida (Nancy Parsons) betreiben ein kleines abgelegenes Motel. Nebenbei verkaufen sie ein in ihrem Umfeld vielgepriesenes Rauchfleisch. Was keiner ahnt: Die Delikatessen, die so hervorragend munden wurden keinen Schweinen aus den Rippen geschnitten sondern "Unfallopfern" für die Vincent allabendlich mit rührender Hingabe Bärenfallen und ähnliche Hindernisse auf der Landstrasse auslegt. Die Wagen des "Schlachtviehs" werden im See, die Insassen mit durchtrennten Stimmbändern in der Gartenerde versenkt so dass nur noch der Kopf herauslugt. Hier reifen sie ihrer Verwertung zu Wurst, Schinken und anderen Gaumenfreuden heran. Als jedoch die attraktive Terry einen Anschlag überlebt, führt dies zu Konflikten zwischen Ida und Vincent, da Terry sich bald an in lüsterner Gesinnung an Vincents gütigen Busen wirft...

Der Film erscheint demnächst bei CMV auf DVD !
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Re: Hotel zur Hölle - Kevin Connor

Beitragvon Blap » 20. Mär 2010, 14:47

Ich krame einen alten Kurzkommentar hervor:

Motel Hell

Die Geschwister Vincent und Ida betreiben ein kleines Motel in einer ländlichen, ruhigen Gegend. Im Umkreis von ca. 100 Meilen ist Vincent allerdings weniger für sein Motel bekannt, sondern sein extrem schmackhaftes Räucherfleisch aus eigener Schlachtung und Produktion hat viele Freunde gefunden. Jedoch betreiben die verschrobenen Geschwister nicht nur eine Schweinezucht. Vincent legt Fallen aus, die zahlreiche Autos und Motorräder zum Stillstand bringen. Den Unfallopfern blüht ein unangehmes Schicksal, denn Vincent braucht für sein begehrtes Räucherfleisch ganz spezielle Zutaten. An einer jungen Dame findet der Motel-Metzger Gefallen, er und seine Schwester pflegen die Blondine gesund. Als sich jedoch Vincents Bruder Bruce ebenfalls in das junge Ding verguckt, kommt es zum heftigen Streit zwischen den Brüdern. Zu allem Überfluß ist Bruce auch noch der örtliche Sheriff, werden Vince und seine ebenfalls durchgeknallte Schwester Ida nun auffliegen...???

"Motel Hell" ist ein netter Ami-Horror Beitrag der 1980 in die Kinos kam. Veteran Rory Calhoun kommt in der Rolle des perversen Fleischproduzenten prima rüber, die anderen Darsteller machen einen zumindest soliden Job. Der Humor kommt auch nicht zu kurz, allerdings fehlt es dem Werk an Momenten des Mettguts. Es werden recht hohe Erwartungen geweckt, die der Film dann letztlich leider nicht erfüllen kann. Ein paar nette Einfälle bekommt man jedoch geboten. Der "geheime Garten" der Geschwister -ich will an dieser Stelle nicht zu viel verraten- ist ein herrlich kranker Einfall, wird aber leider nicht genügend ausgeschlachtet. Das finale Duell mit Kettensäge und Schweinekopp als Maske gefällt, jedoch fehlt es auch dort an Blut und Gedärm. Natürlich muss Horror nicht automatisch massive Gewalt beinhalten. Bei einem Film wie "Motel Hell" fehlt sie allerdings eindeutig, die gebotene Handlung und Atmosphäre reissen es nicht raus, so versumpft der Streifen im Mittelmaß.

Keine Zeitverschwendung, aber auch kein Pflichtprogramm. Da ich ein elender Horrorsüchtling bin, gibt es grosszügige 5/10. Mahlzeit.
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Re: Hotel zur Hölle - Kevin Connor

Beitragvon Onkel Joe » 20. Mär 2010, 16:20

5/10 ist aber arg wenig würde ich sagen, den solltest du dir nochmal anschauen ;) .
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Re: Hotel zur Hölle - Kevin Connor

Beitragvon Nello Pazzafini » 13. Dez 2011, 21:20

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Re: Hotel zur Hölle - Kevin Connor

Beitragvon buxtebrawler » 3. Nov 2013, 22:46

Erscheint voraussichtlich am 20.12.2013 im Blu-ray-Mediabook bei cmv in zwei Covervarianten sowie als "Retro Edition":

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Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Hotel zur Hölle - Kevin Connor

Beitragvon FarfallaInsanguinata » 6. Feb 2014, 03:53

Eine geniale Horrorkomödie, die vor skurrilen und kranken Einfällen nur so wimmelt und bei der man aus dem Lachen und Grinsen kaum noch rauskommt. So gut habe ich mich lange nicht mehr unterhalten gefühlt! Sollte ich noch öfter anschauen, um wirklich alle Details mitzubekommen. Ledglich für das zu sparsam eingesetzte Filmblut gibt es hier Abzüge, sonst hätte ich die Höchstwertung vergeben.

Wenn man weiß, dass Warner damals das Video selbst wieder aus den Videotheken eingesammelt hat, um einer drohenden Beschlagnahme zu entgehen, kann man nur ernsthafte Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit unserer Jugendschützer bekommen. So viel geballte Dummheit und Humorlosigkeit sind wahrhaft unfassbar.

9/10 :thup:
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Re: Hotel zur Hölle - Kevin Connor

Beitragvon ugo-piazza » 6. Feb 2014, 09:09

FarfallaInsanguinata hat geschrieben:Eine geniale Horrorkomödie, die vor skurrilen und kranken Einfällen nur so wimmelt und bei der man aus dem Lachen und Grinsen kaum noch rauskommt. So gut habe ich mich lange nicht mehr unterhalten gefühlt! Sollte ich noch öfter anschauen, um wirklich alle Details mitzubekommen. Ledglich für das zu sparsam eingesetzte Filmblut gibt es hier Abzüge, sonst hätte ich die Höchstwertung vergeben.

Wenn man weiß, dass Warner damals das Video selbst wieder aus den Videotheken eingesammelt hat, um einer drohenden Beschlagnahme zu entgehen, kann man nur ernsthafte Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit unserer Jugendschützer bekommen. So viel geballte Dummheit und Humorlosigkeit sind wahrhaft unfassbar.

9/10 :thup:


Tja, da herrschte damals eine wahre Hysterie.

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:vhs:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Hotel zur Hölle - Kevin Connor

Beitragvon FarfallaInsanguinata » 7. Feb 2014, 01:47

ugo-piazza hat geschrieben:
Tja, da herrschte damals eine wahre Hysterie.

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Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass meine Besprechung sich selbstverständlich auf genau diese Videofassung bezog, die ich glücklicherweise ebenfalls mein Eigen nenne. :mrgreen:

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Re: Hotel zur Hölle - Kevin Connor

Beitragvon Arkadin » 6. Mai 2014, 09:22

Vincent Smith und seine Schwester Ida betreiben eine Schweinezucht und eine Räucherei, in der sie sie das beliebte „Farmer Vincent’s Smoked Meat“ herstellen. Darüber hinaus führen sie auch das Motel „ Hello“. Doch dies dient alles nur der Tarnung. In ihrer Räucherei verarbeiten sie Menschfleisch, und auch das Hotel dient in erster Linie nur dazu, Nachschub anzulocken. Ab und zu stellt Vincent auch auf der nahegelegenen Durchgangstrasse Fallen auf. Dort erwischt er eines Tages das Pärchen Bo und Terry, welches auf dem Motorrad unterwegs ist. Bo kommt dabei scheinbar um, doch an der gutaussehenden Terry findet Vincent Gefallen und nimmt sie mit nach Hause. Dort kümmert sich Vincent zunächst einmal rührend um Terry. Was seiner eifersüchtigen Schwester gar nicht passt. Und dann gibt es da noch diesen geheimnisvollen Garten hinter dem Haus…

Als der britische Regisseur Kevin Connor hielt sich schon seit drei Monaten in den USA auf und es schien nicht wirklich gut für ihn zu Laufen, da vermittelte ihm sein Agent die Regie zu „Hotel zur Hölle“. Zu diesem Zeitpunkt war der Plan noch, daraus einen ernsthaften Slasher zu machen. Das Drehbuch lag zwar schon seit zwei Jahren herum, aber nach dem überraschenden Erfolg von „Freitag, der 13.“ wollte jetzt jeder ein Stück vom blutigen Kuchen abhaben. Und so fand das „Hotel zur Hölle“-Drehbuch endlich einen Produzenten. Connor nahm die Regie an, aber unter der Bedingung, dass er aus dem Stoff eine schwarze Komödie machen und die ganz derben Effekten raus lassen könne. Die Jaffe Brüder, die den Film produzierten, sagten ihm dies zu und so kommt „Hotel zur Hölle“ heute recht harmlos, wenn auch gespickt mit einigen hübsch geschmacklosen Ideen, daher.

Connor hatte sein Handwerk bei der Hammer-Film-Konkurrenz Amicus gelernt, die für ihre Episoden-Horrorfilme berühmt waren. Uns so war Connors erster Spielfilm dann auch solch ein typisches Amicus-Vehikel: „Die Tür ins Jenseits“. Kurz darauf sollte sich Connors als Spezialist für Urzeit-Fantasy-Stoffe beweisen und drehte mit Cowboy-Darsteller Doug McClure eine Serie von Fantasy-Filmen wie „Caprona- Das vergessene Land“, „Caprona II“, „Der sechste Kontinent“ und „Tauchfahrt des Schreckens“. Auch in seinem US-Debüt „Hotel zur Hölle“ spielt ein alter Western-Veteran die Hauptrolle. Rory Calhoun war ein altes Schlachtross, das in den 50er Jahren durch eine Serie von B-Western bekannt geworden war, in denen er zunächst häufig zwielichtige Gestalten und Bösewichte spielte. Am Bekanntesten dürfte sein Auftritt als Marilyn Monroes finsterer Geliebter in „Fluss ohne Wiederkehr“ von Otto Preminger sein. In Sergio Leones erstem Spielfilm „Der Koloss von Rhodos“ spielte er dann den Helden. In den 60er und 70er war er zumeist als Gaststar in zahlreichen TV-Serien präsent. Seine Rolle in „Hotel zur Hölle“ macht ihm sichtlich Spaß. Den ganzen Film über spielt er den Farmer Vincent mit einem breiten Grinsen und nimmt die schrecklichen Vorgänge rund um sein Motel und Wursträucherei nicht besonders ernst, was dem Film auch sehr zu Gute kommt, da durch Calhouns enthusiastische Spielweise der komödiantische Aspekt noch betont wird.

Ihm zur Seite steht in einem kongenialen Besetzung-Coup Nancy Parsons, die hier eine beängstigende Mischung aus Komödie, verschlagenem Wahnsinn und gruseliger Skrupellosigkeit mitbringt. Calhoun ist zwar der Star und das Gesicht von „Hotel zur Hölle“, doch Nancy Parson das verdrehtes Herz des Filmes. Die Latzhosen und Zöpfe passen so gar nicht zu ihrem grobschlächtigen Äußeren und lassen sie durch den großen Kontrast von „kleinem Mädchen“ und dicker Frau umso unheimlicher wirken. Parson gelingen auch die kleinen Gesten. Neben dem derben Scherzen, wenn sie z.B. zwei Kinder mit einem abgetrennten Schweinekopf verschreckt, gibt es auch immer wieder die kurzen Momente, wenn nur ein Blick von ihr reicht, um zu zeigen, wie sie die Eifersucht auffrisst und in ihrem Kopf Mordpläne reifen lasst. Und wenn sie danach dann wimmernd wieder in den „kleines Mädchen“-Modus zurückfällt, hinterlässt dies ein unangenehmes Gefühl.

Neben diesem ungewöhnlichen Geschwisterpaar müssen alle anderen Darsteller verblassen. Und tatsächlich können weder Paul Linke als guter Bruder, noch Nina Axelrod als Terry irgendeinen Eindruck hinterlassen. Auch wenn Nina Axelrod in der zweiten Hälfte des Öfteren einmal blank ziehen darf. In einer winzigen Rolle kann man die zukünftige „Cheers“-Ikone John Ratzenberger entdecken. Allerdings muss man schon sehr genau hinschauen, um ihn als eines der armen Opfer des kannibalischen Geschwister-Paares zu identifizieren. Der Film selber ist deutlich von „Psycho“ und „Blutgericht in Texas“ inspiriert. Aus „Psycho“ wurde das abgelegene Motel, das als Falle für unfreiwillige Fleischlieferanten dient, übernommen. Aus „Blutgericht in Texas“ die kannibalischen Tendenzen und die degenerierte Hinterwäldler-Familie. Allerdings setzt „Hotel zur Hölle“ nicht auf Terror und Grusel, sondern mehr auf schwarzen, manchmal durchaus britischen Humor. Die Idee, seine Opfer wie Kohlköpfe in den Boden zu pflanzen und dort zu mästen, bis das Fleisch reif für die Räucherei ist, hat etwas beinahe Monty Pythonesques.

Auch in den klassischen Horrorszenen, wie dem Fallenstellen durch Farmer Vincent, verzichtet Connors ganz auf Suspense oder blutige Details. Und wenn tatsächlich ein Pärchen in die Motel-Falle tappt, sind diese beiden zu schrill überzeichnet, als dass sich so etwas wie Mitgefühl oder Angst um die beiden Comic-Abziehbilder einstellt. Hier überdreht Connor dann leider auch das Rad und diese Szene wirkt leider aufgrund ihrer puren Albernheit fehl am Platze. Häufig geht „Hotel zur Hölle“ immer dann die Luft aus, wenn sich wieder zu sehr auf die Handlung konzentriert wird, oder Vincent und Ida einmal nicht im Bild sind. Für diese Durchhänger wird man allerdings durch das wunderbar groteske Finale entschädigt, in dem ein abgetrennter Schweinekopf und zwei Motorsägen zum Einsatz kommen.

Mangelnde Spannung und Grusel macht „Hotel zur Hölle“ durch bizarre Ideen und ein Bösewicht-Pärchen in Topform wieder weg. Auch wenn einige Szenen zu langatmig und anderen zu überdreht ausgefallen sind, kann diese schwarzhumorige Komödie in Slasher-Verkleidung über die gesamte Laufzeit gut unterhalten.
Früher war mehr Lametta
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Re: Hotel zur Hölle - Kevin Connor

Beitragvon buxtebrawler » 19. Mai 2014, 18:06

Ist ja nun kürzlich noch einmal auf Blu-ray und DVD bei cmv erschienen:

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Diese tragen ein FSK-18-Siegel. Sind das gekürzte Fassungen?
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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