Green Room - Jeremy Saulnier (2015)

Moderator: jogiwan

Re: Green Room - Jeremy Saulnier (2015)

Beitragvon sergio petroni » 21. Feb 2017, 12:33

Ich könnte mir vorstellen, daß "Green Room" auf
der großen Leinwand um einiges brachialer daherkommt,
als auf dem heimischen Bildschirm. Nichtsdestotrotz handelt
es sich bei dem Streifen von Jeremy Saulnier auch zuhause um
packende und eiskalte Unterhaltung.
Das versiffte Redneck-Nazi-Milieu ist deprimierend gut dargestellt.
Verroht in Wort und Tat, heruntergekommen im Materiellen und
im Geistigen. Da hat es die aufrechte Punkband schwer, dagegen zu
bestehen.
Knallhart und schnell, allerdings nicht unbedingt
an einem Familienabend empfehlenswert.
7/10
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
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Re: Green Room - Jeremy Saulnier (2015)

Beitragvon jogiwan » 11. Mär 2017, 10:06

Eine erfolglose Punk-Band, die in einer abgelegenen Gegend vor Nazi-Skinheads ein Konzert gibt und Zeuge eines Mordes wird, ist ja der Aufhänger für einen der besten Terror-Filme der letzten Jahre, der wirklich den Geist von John Carpenters Klassiker „The Assault“ atmet. Im Falle von „Green Room“ ist die Spannung ja schon bei Betreten der Location förmlich körperlich spürbar, die Band am denkbar falschen Ort und was danach passiert ist funktionales Terrorkino, das bis zum Schluss unvorhersehbar bleibt. Ein falscher Moment lässt alles kippen und während sich die Band im Backstage-Raum in der Defensive befindet und noch andere Dinge entdeckt, haben auch die gewaltbereiten Nazis keinen richtigen Plan, wie sie mit den Zeugen und der Gesamtsituation umgehen sollen. Also keine idealen Voraussetzungen für die junge Band um den nächsten Tag unbeschadet zu erleben. Dabei wird die Spannungsschraube so derart angedreht, dass es im Karton nur so wackelt und auch in Punkto Härte gibt sich „Green Room“ wenig bescheiden und schockt den Zuschauer mit allerlei hässlichen Dingen. Regisseur Jeremy Saulnier überrascht auf der anderen Seite aber auch mit einer gelungenen Inszenierung, interessanten Figuren, mit denen man gerne mitfiebert und einer flott und schnörkellos erzählten Geschichte, die glaubhaft wirkt und dennoch bis zum Ende unberechenbar bleibt. Brachiales Terrorkino, das sein Geschehen, die Ausweglosigkeit und seine Brutalität dem Zuschauer förmlich körperlich spürbar macht und meines Erachten extrem gelungen ist.
it´s fun to stay at the YMCA!!!



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