Ghost Movie - Michael Tiddes (2013)

Moderator: jogiwan

Ghost Movie - Michael Tiddes (2013)

Beitragvon horror1966 » 10. Jul 2013, 16:37

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Ghost Movie
(A Haunted House)
mit Marlon Wayans, Marlene Forte, Essence Atkins, David Koechner, Dave Sheridan, Nick Swardson, Alanna Ubach, Andrew Daly, Cedric the Entertainer, Affion Crockett, J.B. Smoove, Robin Thede, Jordenn Thompson
Regie: Michael Tiddes
Drehbuch: Marlon Wayans / Rick Alvarez
Kamera: Steve Gainer
Musik: keine Informationen
FSK 16
USA / 2013

Malcolm Johnson ist ein Glückspilz. Seine Freundin Kisha zieht endlich in sein Haus, und dem gemeinsamen Glück - und einem geregelten Sexualleben - scheint nichts mehr im Weg zu stehen. Doch schnell erhält Malcolm einen Reality Check, denn Kisha will lieber Schlaf statt Sex, inklusive Schlabber-Look und Pickelcreme, und vor allem: nächtliche Verdauungsstörungen. Irgendwie hatte sich Malcolm das Zusammenleben anders vorgestellt! Und das war erst der Anfang der Probleme, denn urplötzlich geht es im Hause Johnson nicht mehr mit rechten Dingen zu. Türen bewegen sich ohne fremdes Zutun, Töpfe und Geschirr fliegen durch die Gegend und das Mobiliar bewegt sich auch wie von fremder Hand - alles aufgezeichnet von Malcolms Kamera. Von den etwas unterbelichteten Geisterjägern über ein hellsehendes Medium namens Chip, das ein bisschen zu sehr auf Tuchfühlung geht, bis hin zu Pater Doug, einem Kirchenvertreter mit krimineller Vergangenheit, versucht Malcolm alles, um gegen den ungebetenen, paranormalen Gast vorzugehen.


Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis auch einmal die etlichen Mockumentary-Filme der letzten Jahre in einer Parodie ihr Fett wegbekommen würden, bis sich vorliegender "Ghost Movie" nun endlich dieser Thematik angenommen hat. Glaubt man manchen im Netz umher schwirrenden Kritiken zu diesem Film, so handelt es sich um ein in der Hauptsache albernes Szenario, in dem man mit jeder Menge platten Sprüchen und eher flachem Humor rechnen muss. Und je nach Sichtweise des jeweiligen Betrachters mag das auch so stimmen, doch wer Filme in der Art von "Scary Movie" zu schätzen weiß, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Und natürlich sind solche Parodien immer reine Geschmackssache und gerade die Filme in denen Marlon Wayans in der männlichen Hauptrolle zu sehen ist lassen erahnen, in welche Richtung der Humor tendieren wird. Fäkal-Humor, deftige Zoten und etliche sexuelle Anspielungen stehen an der Tagesordnung und das ist auch gut so, denn die ganze Sache wurde so wunderbar unterhaltsam in Szene gesetzt, das man seine helle Freude an diesem bunten Treiben haben kann. Aufs Korn genommen werden in der Hauptsache die "Paranormal Activity-Filme" und wenn diese eigentlich wenig Grund für gute Unterhaltung bieten, so kann man sich auf die vorliegende Parodie umso mehr freuen.

Natürlich sollte man mit dem vorherrschenden Humor etwas anfangen können, denn die Dinge, die von vielen Leuten als negativ bewertet werden sind auch definitiv vorhanden. Nun gibt es aber auch genügend Menschen, die sich insbesondere an diesem teils flachen Witz wunderbar erfreuen können, wobei die größtenteils schon als skurril zu bezeichnende Situationskomik ihr Übriges tut, um einem die Zeit kurzweilig zu vertreiben. Das Geschehen offenbart sich dabei zwar als streckenweise vorhersehbar, aber dennoch kann man bei diversen Momenten gar nicht anders, als lauthals loszulachen. Zu grotesk mutet das Szenario an, in dem es vor positiven Fettnäpfchen und unzähligen Klischees nur so wimmelt. Das mag nun nicht jedermanns Sache sein, ist aber äußerst spaßig in Szene gesetzt worden und setzt beim Zuschauer ein unglaublich positives Gefühl frei.

Man sollte jedoch auch eine gewisse Vorkenntnis zu den hier parodierten Filmen haben, denn ansonsten könnte es gut möglich sein, das man nicht den richtigen Zugang zu diversen Dingen findet. Hier verhält es sich ebenso wie bei der "Scary Movie-Reihe", die auch nur halbwegs lustig erscheint, wenn man die aufs Korn genommenen Filme nicht kennt. Die Darsteller machen ihre Sache auch durchweg gut und verleihen den von ihnen dargestellten Figuren eine ganze Menge Charme, wobei sämtliche Charaktere vor allem durch ihre skurrile Überzeichnung ins Auge fallen. So bekommt man es mit einem offensichtlich schwulem Medium, einem Ex-Knacki als Priester oder auch mit einer sogenannten Gangster-Gang zu tun, die sich als eine Ansammlung von Mimosen zu erkennen gibt.

Das alles in Verbindung mit etlichen markigen Sprüchen und vor allem unzähligen sexuellen Anspielungen ergibt eine teils frivole Mischung, die einem so manche Träne aus den Augen lockt. Und auch wenn hier ganz bestimmt nicht der feinsinnige Humor angesprochen wird, sollte man "Ghost Movie" echt eine Chance geben, denn so viele gute Parodien auf diverse Filme findet man nun auch nicht. Diese hier siedelt sich meiner Meinung nach aber auf jeden Fall im oberen Qualitäts-Drittel an und versorgt einen mit knapp 80 Minuten erstklassiger Unterhaltung.


Fazit:


Marlon Wayans ist eigentlich immer für die gleiche Art von Humor bekannt und genau diese bekommt der Betrachter hier gebündelt zu sehen. Ich fühlte mich jedenfalls bestens unterhalten und kann für dieses witzige Werk nur eine unbedingte Empfehlung an alle aussprechen, die auch dem manchmal etwas flachem Humor zugetan sind.


7/10
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Re: Ghost Movie - Michael Tiddes

Beitragvon jogiwan » 12. Apr 2017, 07:18

„Found Footage“ die Drünfzigste, dieses Mal in Form von Aufnahmen aus der Kamera eines jungen Pärchens, dass in ihrem Eigenheim von einem Dämon heimgesucht wird. „Ghost Movie“ ist ja natürlich kein ernsthafter Vertreter des Genres, sondern eine Parodie auf „Paranormal Activity“, die nicht gerade mit einem sonderlich feinsinnigen Humor ausgestattet ist. Auf der anderen Seite zeigt der Streifen neben allerlei Klischees aber doch recht eindrucksvoll die Problematik und gravierende Veränderung des eigenen Lebensrhythmus, wenn man den geliebten Wohnraum bzw. eine Junggesellenbude auf einmal mit jemandem anderen teilen muss. Hier kommt zur Freundin, den plötzlich veränderten Charakterzügen und zur täglichen Routine aber auch noch ein eifersüchtiger Geist dazu, der das Leben des Paares schon bald auf dem Kopf stellt und alle Versuche mit selbsternannten Experten den übernatürlichen Mitbewohner loszuwerden endet in einem noch größeren Chaos. Dabei bietet der Streifen abwechselnd witzige, zotige und auch etwas dämliche Momente, wobei ich neidlos zugestehen musste, dass ich schon ein paar Mal ziemlich lachen musste. Dennoch wirken die Figuren so sympathisch, dass man auch über den ein oder anderen verpfuschten Gag gerne hinwegsehen mag und nach all den furchtbar ernsten Filmen aus der Kiste tut eine Parodie ja auch mal ganz gut. Im turbulenten Finale bekommen ja dann auch noch andere „Found-Footage“-Filme ihr Fett ab und als Fan des Genres bekommt man hier einen kurzweiligen, wenn auch nicht sonderlich niveauvollen Streifen serviert, der seine Kollegen ja ganz passabel durch den Kakao zieht und mit allerlei haarsträubend überdrehten Momenten gute Laune verbreitet.
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