Freitag der 13. (Teil 4) - Joseph Zito (1984)

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Freitag der 13. (Teil 4) - Joseph Zito (1984)

Beitragvon dr. freudstein » 5. Dez 2010, 14:48

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Originaltitel: Friday the 13th: The Final Chapter

Herstellungsland: USA / 1984

Regie: Joseph Zito

Darsteller: Kimberly Beck, Erich Anderson, Corey Feldman, Barbara Howard, Peter Barton, Lawrence Monoson u.a.

Story:
Jason ist tot. Zumindest liegt er in einem Tuch verpackt in der Leichenhalle. Doch Jason wäre nicht Jason, wenn nicht doch noch ein Funken Energie in ihm stecken würde. Nachdem er das dortige Personal ermordet, macht er sich auf die Heimreise zum Crystal Lake. Die Jugendlichen, die sich Camp Crsytal Lake als Urlaubsort auserwählt haben, ahnen noch nichts von der nahenden Gefahr...

Quelle: ofdb.de
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Re: Freitag der 13. (Teil 4) - Joseph Zito

Beitragvon Onkel Joe » 5. Dez 2010, 14:56

Für mich mit Teil 1 der beste der Serie :prost: .
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Re: Freitag der 13. (Teil 4) - Joseph Zito

Beitragvon dr. freudstein » 5. Dez 2010, 15:10

Du Quasseltippse, das kriegt der ugo noch kürzer hin ;)

Ich müsste aber selbst noch mal alle Folgen durchgucken, hab ja noch ungesehene VHS hier rumstehen, um einen Vergleich anstellen zu können.
War ja jedes Mal ein anderer Regisseur und auch der Jason Darsteller war ja nicht immer derselbe.
Ganz streng betrachtet hat sich dafür die Story nicht wesentlich geändert :mrgreen:
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Re: Freitag der 13. (Teil 4) - Joseph Zito

Beitragvon untot » 5. Dez 2010, 15:46

Für mich neben Teil 1, und 9 der beste der Reihe, besonders das Ende, ist genial, hach, ich mag den Jason einfach, kann ich nix für! :D

8/10
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Re: Freitag der 13. (Teil 4) - Joseph Zito

Beitragvon buxtebrawler » 5. Dez 2010, 16:00

Sehr stereotype Charaktere, aber auch hier ein geiles letztes Drittel mit genialem Ende.

Auch dieser Teil rockt die Hütte, Slasher-Kult vom feinsten! :thup:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Freitag der 13. (Teil 4) - Joseph Zito

Beitragvon dr. freudstein » 16. Dez 2010, 23:26

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Re: Freitag der 13. (Teil 4) - Joseph Zito

Beitragvon horror1966 » 2. Nov 2011, 22:58

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Freitag der 13. - Das letzte Kapitel
(Friday the 13th : The Final Chapter)
mit Kimberly Beck, Erich Anderson, Corey Feldman, Barbara Howard, Peter Barton, Lawrence Monoson, Joan Freeman, Crispin Glover, Clyde Hayes, Judie Aronson, Camilla More, Carey More
Regie: Joseph Zito
Drehbuch: Barney Cohen / Ron Kurz
Kamera: Joao Fernandes
Musik: Harry Manfredini
Ungeprüft
USA / 1984

Jason ist tot. Zumindest liegt er in einem Tuch verpackt in der Leichenhalle. Doch Jason wäre nicht Jason, wenn nicht doch noch ein Funken Energie in ihm stecken würde. Nachdem er das dortige Personal ermordet hat macht er sich auf die Heimreise zum Crystal Lake. Die Jugendlichen, die sich Camp Crystal Lake als Urlaubsort auserwählt haben, ahnen noch nichts von der nahenden Gefahr...


Warum gerade dieser Teil zu den beiden gehört die noch immer in Deutschland beschlagnahmt sind, ist ehrlich gesagt nicht so ganz nachvollziehbar. Gerade in Sachen Härte wird in vorliegender Geschichte doch wieder etwas zurückgerudert und es werden nicht annähernd so blutige Passagen wie beispielsweise noch im Vorgänger geboten. Vielleicht mag das im neuerlichen Wechsel im Regiestuhl begründet sein, denn nach zwei äusserst harten Filmen von Steve Miner übernahm nun Joseph Zito (Die Forke des Todes, Invasion U.S.A.) das Zepter. Nun hat er beileibe keinen schlechten Film in Szene gesetzt, jedoch wird der Zuschauer nach einer recht knackingen Anfangsoffensive erst einmal eine geraume Zeit auf eine harte Geduldsprobe gestellt, bevor es so richtig losgeht. Es vergehen so um die 30 Minuten, in denen man hauptsächlich mit spätpuberterem Teenager-Getue bedient wird, das in einigen Momenten sogar etwas nervtötend erscheint. Als Jason dann endlich an die Arbeit geht muss man leider feststellen, das er eine Menge von seiner im dritten Teil gezeigten Stärke verloren hat.

Das ist einerseits auf die Auswahl seiner Tötungsmethoden zurückzuführen, die keineswegs mehr den gleichen Erfindungsreichtum beinhalten, jedoch lässt auch der vorhandene Härtegrad der Kills größtenteils einige Wünsche offen. Man sollte mich nicht falsch verstehen, denn es gibt immer noch reichlich Blut und einige nette Szenen zu begutachten, doch einige Tötungen werden noch nicht einmal richtig gezeigt. Eventuell ist ganz einfach auch eine zu hohe Erwartungshaltung schuld daran, das einem das gezeigte Szenario nicht ganz so gut gefällt wie in den bisher erschienenen Teilen der Reihe, doch "The Final Chapter" lässt doch einen kleinen Qualitätsverlust erkennen. Dazu zählt auch eine nicht mehr so herausragend dichte Atmosphäre wie man sie bisher gewohnt war und auch der Spannungsaufbau der Geschichte gestaltet sich phasenweise eher schleppend. Erst das letzte Drittel des Filmes beinhaltet sämtliche Zutaten, die alle bisher erschienenen Teile so ausgezeichnet haben.

Und so wird der Zuschauer dann auch mit einem sehr gut umgesetzten Finale für einige vorher aufgetretene Defizite ordentlich entschädigt, dennoch fällt das Gesamturteil schlechter aus als in den Vorgängern, die ganz einfach als Gesamtpaket etwas stimmiger waren. Für mich als Riesen-fan der Reihe sind diese Defizite sowieso zu verschmerzen, denn wir sprechen von einem Qualitätsverlust auf einem sehr hohen Niveau. Trotzdem hat gerade Jason in diesem Film einiges von seiner Agressivität und Kompromisslosigjeit eingebüßt, die ihn insbesondere im vorherigen Teil so sehr ausgezeichnet hat. Wer die Freitag-Filme liebt kann dies ohne Weiteres verzeihen, denn auch ein ansonsten gnadenloser Killer kann mal einen etwas schlechteren Tag erwischen.

Insgesamt gesehen handelt es sich hier meiner Meinung nach definitiv um den schwächsten der ersten vier Filme, wobei er immer noch weit über dem Durchschnitt rangiert. Zudem kann man sich glücklich schätzen, das trotz des Titels "Das letzte Kapitel" keineswegs das Ende einer noch jungen Killerlaufbahn eingeleitet wurde, denn sechs noch folgende teile und ein erfolgreiches Spin-Off sind ein untrügliches Zeichen dafür, das der gute Jason noch längst nicht am Ende seines Schaffens angelangt ist.


Fazit:


Zur damaligen Zeit hat mir der Film weitaus besser gefallen, nach der nun neuerlichen Sichtung muss ich meine damalige Wertung von 9 Punkten etwas herunterfahren. Zwar handelt es sich immer noch um einen überdurchschnittlich guten Slasher, doch mittlerweile kann ich die teilweise offensichtlichen Defizite nicht mehr übersehen. Auch wenn ich bei dieser Filmreihe wegen meiner bekkennenden Liebe zu ihr noch nie ganz objektiv sein konnte, muss man fairerweise eine leichte Abstufung vornehmen.


7,5 - 8/10
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Re: Freitag der 13. (Teil 4) - Joseph Zito

Beitragvon DrDjangoMD » 3. Nov 2011, 00:31

Ich mag Teil 1 zwar einen Tick lieber, nur weil ich die Identität des Killers und die Auflösung mehr mochte, muss aber zugeben, dass Teil 4 (mein zweit-liebster) rein technisch am gekonntesten gefilmt ist. Atmosphäre, Spannung und Gore sind auf ihren Höhepunkten, die Charaktere sind zwar vom ersten Anschein standart, aber bei genauerer betrachtung merkt man, dass es sich bei ihnen allesamt um Originale (oder wenigstens mit origineller Rollen in der Story) handelt. Ich meine SELBST DIE BEIDEN SCHARFEN ZWILLINGE HABEN UNTERSCHIEDLICHE CHARAKTERE...DAS IST FÜR SO EINEN FILM VERDAMMT BEEINDRUCKEN!!!
9/10
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Re: Freitag der 13. (Teil 4) - Joseph Zito

Beitragvon Seth_LCF » 21. Jul 2014, 15:17

Meine 2 Cent:

Hier haben wir den 1. Und schwächsten Teil der Tommy Jarvis Trilogie.
Im Freundeskreis wird dieser Teil als Favorit der Serie gewertet.
Also ich weiß nicht so recht.
Corey Feldman spielt hier mit, das ist schon mal schlecht! Dann der Humor, „Der Computer lügt nicht!“, ganz schlecht, oder etwa die Tanzszene mit George McFly. Mal ehrlich, denen kann man doch nur den Filmtod wünschen!
Zur Krönung tötet ein Kind (!), und dann auch noch dieses Kind (!!) Jason im lahmen Finale.
Auf der Habenseite steht dann ein Jason, so wie ich ihn mag. Mit Machete & Hockeymaske metzelt er sich durch unterhaltsame 90 Minuten.
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Re: Freitag der 13. (Teil 4) - Joseph Zito (1984)

Beitragvon buxtebrawler » 2. Dez 2014, 19:12

„Jason ist da draußen!“

US-Regisseur Joseph Zitos zweiter Spielfilm war „Der Psycho-Ripper“, der 1979 bereits ein wenig in Richtung Slasher-Subgenre tendierte. 1981 wurde dann der gelungene „The Prowler“ sein erster vollwertiger Schlitzerfilm und vermutlich Grund dafür, dass man ihn 1984 mit der dritten Fortsetzung der „Freitag der 13.“-Reihe betraute. Diese sollte seinerzeit den Eindruck vermitteln, der letzte Teil der Reihe zu sein.

Jason wird für tot gehalten und in die nächstgelegene Leichenhalle gebracht. Doch dort erhebt er sich, hinterlässt eine blutige Spur und kehrt zurück zum Crystal Lake, wo sich schon wieder Jugendliche ins Camp eingenistet haben…

(Da ich unter Genre-Freunden diesen Film als bekannt voraussetze und vielmehr an einer inhaltlichen Aufarbeitung denn an einer auf Spoiler verzichtenden Beurteilung interessiert bin, gibt diese Kritik viel vom Inhalt wieder und beschreibt auch relativ detailliert das Ende. Wer diesen Film tatsächlich noch nicht gesehen hat, sollte daher nicht weiterlesen.) Wie bereits der zweite Teil spielt auch „Freitag der 13. – Das letzte Kapitel“ gar nicht an einem Freitag, dem 13., sondern, da er direkt an den dritten Teil anknüpft, am Samstag, dem 14. Juli 1984 sowie dem darauffolgenden Sonntag und Montag. Zunächst aber eröffnet der Film mit einer mit zahlreichen Ausschnitten der Morde vorausgegangener Teile gespickten Lagerfeuergeschichte über Jason, um mit der Filmreihe nicht Vertraute in Kenntnis zu setzen. Nach dem Vorspann werden die Toten eingesammelt und Jason in die Leichenhalle gebracht, wo geballtes Zeitkolorit den Zuschauer in Form von TV-Aerobic erwartet, bevor in einer Nachrichtensendung vom Crystal-Lake-Massaker berichtet wird. Dieses findet unmittelbar in der Leichenhalle seine Fortsetzung, denn Jason erwacht und tötet brutal das Personal.

„Warum gehst du nicht rauf in dein Zimmer und bringst ‘n paar mehr um?“

Schnitt, zurück am Crystal Lake: Erstmals wird die Familie Jarvis, bestehend aus alleinerziehender Mutter (Joan Freemann, „Panik im Jahre Null“), Teenie-Tochter Trish (Kimberly Beck, „Independence Day“) und dem 12-jährigen Bengel Tommy (Corey Feldman, „The Lost Boys“), eingeführt. Tommy ist begeistert von Gruselmasken und spielt mit Alien-Maske auf dem Kopf ein Videospiel. Parallel dazu bahnt sich die Gruppe Jugendlicher ihren Weg ins Camp, vorbei am Grab von Jasons Mutter. Jason ist ebenfalls unterwegs und tötet eine Anhalterin. Wahlweise wohlige Vorfreude oder schlimme Befürchtungen brechen sich beim Zuschauer bahn, der natürlich längst weiß, dass die Wege aller drei Parteien sich schon bald kreuzen werden. Davon indes noch nichts ahnend, bespannt Tommy Jugendliche beim Rummachen und wirkt dabei bereits ein wenig neben der Spur. Die männlichen Jugendtouristen erfahren die übliche Charakterisierung mit der groben Kelle und werden unterteilt in vorlauter Weiberheld (Ted, gespielt von Lawrence Monoson, „Die Maske“) und schüchternes Mauerblümchen (Jimmy, gespielt von Crispin Glover, „Das Messer am Ufer“) sowie irgendetwas dazwischen. Diese begegnen zwei weiblichen Zwillingen und gehen erst einmal im See baden, natürlich nackt. Unabhängig von den nackten Tatsachen ist sie da wieder, diese unbeschwerte Sommercamp-Stimmung, die schließlich so jäh zunichte gemacht werden wird.

Ein weiterer Charakter wird in Form des Bärenjägers Rob (Erich Anderson, „Das heiße Revier“) eingeführt, der als Verwandter eines Jason-Opfers aus einem vorausgegangenen Film auf Rache sinnt und nach den Szenen in der Leichenhalle für den zweiten False Scare des Films sorgt, als er Trish und Tommy erschreckt. Im von den Touris angemieteten Haus steigt derweil eine Party und wie wir hoffentlich alle wissen, wird im Phantastischen Film gern einmal getanzt, so auch hier – doch niemand tanzt wie Jimmy, der zu einer Hardrock-Nummer eine unglaubliche Sohle aufs Wohnzimmerparkett legt und damit auch „Freitag der 13. – Das letzte Kapitel“ zu einer komödiantischen Note verhilft. Zu einer guten Party gehört auch Dosenstechen, doch da das nicht alles sein kann, fühlt sich Paul (Clyde Hayes, „Maniacs – Die Horrorbande“) berufen, als Stecher seiner Freundin aufzutreten, die schon einmal vorgegangen ist und sich in freudiger Erwartung nackt aufs Boot gelegt hat. Szenen wie diese untermauern, dass dieser vierte Teil den bis dahin stärksten Erotik- bzw. Sleazefaktor der Reihe aufweist. Natürlich schaut sich Jason das nicht lange mit an – schon gar nicht so lange wie die Jugendlichen den Schmalspur-Erotik-Stummfilm in Schwarzweiß, den sie gefunden haben und unter Gekicher auf die Leinwand projizieren. Und als fühlte sich Zito dadurch an die guten alten expressionistischen Schattenspiele erinnert, erzeugt er zwischenzeitlich selbst welche.

Nun ist „Freitag der 13. – Das letzte Kapitel“ der erste Film der Reihe, in dem Jason seine charakteristische Hockeymaske von Anfang an auf der Rübe trägt – was den Film ebenfalls zu etwas Besonderem innerhalb seines Sujets macht. Dennoch hat man ihn seit seiner Rückkehr nach Crystal Lake nicht mehr richtig zu Gesicht bekommen und als der zeltende Rob abermals als vermeintlicher Mörder in Erscheinung tritt, gerät er langsam aber sicher selbst in den Kreis der Verdächtigen. Geschickt wird also die Frage aufgeworfen, ob trotz Jasons Rückkehr nicht ganz jemand anderer im Camp sein Unwesen treibt. Oder handelt es sich gar ganz gialloesk um gleich zwei Mörder? Allzu lange hält man sich jedoch nicht mit derartigen Rätselratereien auf, denn Jimmy bekommt erst einen Korkenzieher durch die Hand gejagt und wird im Anschluss brutal ermordet. Kurz darauf zieht der nun deutlich sichtbare Jason eine Dame durchs Fenster und zeichnet damit für einen präzise sitzenden Schockeffekt verantwortlich. No false scare this time…

Fallengelassen wird die Ärmste in dramatischer Zeitlupe, dafür begnügt sich Zito zunächst mit einfachem Regenwetter statt des sonst üblichen donner- und blitzlastigen Gewitters. Auch wird das „Kikiki... Mamama...“-Sample diesmal wesentlich dezenter eingesetzt als noch in Steve Miners drittem Teil. Dafür bemüht man sich um symbolträchtige und originelle Mordästhetik, wenn der von der Oldschool-Erotik gar nicht genug bekommende Ted sozusagen einen Tod auf der Leinwand stirbt. Der Klassiker als Reminiszenz an den Urvater des Genres darf natürlich nicht fehlen und so findet ein weiteres Opfer unter der Dusche den Tod. Dass Sara (Barbara Howard, „Der Dicke und die Schöne“) die Nasszelle rechtzeitig verlassen hat, lässt sie nur wenige Minuten länger leben, denn eine durch die Tür geschleuderte Axt beendet ihre irdische Existenz. Manfredinis aufgepeitschtes Streichorchester gibt längst alles und nur noch Trish, Tommy und Rob sind übrig. Ok, Rob eigentlich eher auch nicht mehr und dann wird er auch noch durch ein (geschlossenes) Fenster geschleudert. Trish findet derweil genretypisch nach und nach die ganzen Leichen und donnert schließlich dem grunzenden Jason den Röhrenfernseher auf die maskierte Rübe. Endlich bricht das obligatorische Gewitter aus; Final Girl Trish macht im Slip einen spektakulären Abgang durch (abermals) ein Fenster. Selbst wenn man den Ausgang des Films längst kennt, hat diese actionreiche Hatz doch kaum an Faszination eingebüßt. Zito & Co. beweisen ein absolut sicheres Händchen und inszenieren eine Choreographie der Todesangst voller Stunts.

Doch damit ist das Finale noch längst nicht vorbei, denn man hat sich eine ganz besondere Pointe einfallen lassen: Der kleine Tommy, der ohnehin schon psychisch etwas angeknackst wirkte (Dem Jungen fehlt eben die Vaterfigur!) macht sich dank seiner Maskenkunst als kleiner Jason zurecht und beginnt, zum hünenhaften Unhold zu sprechen. Und in dem Moment, in dem Jason kurz verwundert innehält, schlägt ihm Trish die Maske vom Kopf. Für alle sichtbar wird nun ein vollkommen entstellter Jason (nach den Ereignissen der vorausgegangenen Filme auch kein Wunder), dem Tommy die Machete in den Kopf haut. Ein verstörender Spezialeffekt lässt ihn durch die Machete gleiten, dass es beim Zuschauen regelrecht wehtut. Doch damit nicht genug, der kleine Tommy drischt auch noch wie von Sinnen auf den regungslosen Jason ein…

Das war es also, das vermeintlich letzte Kapitel – zumindest das letzte, in dem Jason noch sterblich, also noch kein Zombie geworden war (wie auch immer er anfänglich von den Toten auferstanden sein mag). In der Tat wäre dieser vierte Teil ein guter Abschluss der Reihe gewesen, denn bis auf die subjektiven Point-of-View-Perspektiven des Mörders bietet er alles, was man von einem F13-Backwood-Slasher erwartet. Besonders sensibel wird dabei zwar nicht vorgegangen und leisere Zwischentöne haben keinen Platz, wenn der Subtext weiter in den Hintergrund gedrängt wird, doch dafür wird ansonsten Qualität abgeliefert: Angefangen bei den (bisweilen vermutlich Rating-bedingt sogar noch ein wenig zurückhaltend wirkenden) Spezialeffekten Tom Savinis über die stets passende Integration zu typischen Charakteristika der Reihe avancierten Elementen bis hin zu in Ordnung gehenden Schauspielern (inkl. gleich zwei späterer Stars in Person von Feldman und Glover), deren Rollen sich grob unterteilen lassen in Machetenfutter und echte Charaktere, wobei letztere vermehrt anzutreffen sind. Trish ist ein sympathisches Final Girl und im Zusammenspiel mit Tommy ein Plädoyer für den geschwisterlichen Zusammenhalt, denn nur gemeinsam schaffen sie es, Jason zu besiegen. Von Robs Racheplänen hingegen ist nicht sonderlich viel zu spüren, da wäre mehr drin gewesen. Die übrigen Teenies sind zwar wandelnde Klischees, jedoch selten derart überzeichnet auf unsympathisch getrimmt, dass man ihr baldiges Ableben regelrecht herbeisehnt. Im Gegenteil: Sie fügen sich mindestens passabel ein in die mühelos erzeugte, angenehme sommerliche Stimmung des Films, die zumindest in den Crystal-Lake-Szenen eine Zeitlang das Geschehen dominiert. Zudem wirken sie insofern ernstzunehmender, als sie nicht nur pubertär über Sex etc. kichernd quatschen, sondern ihn auch in gegenseitigem Einvernehmen durchzuführen planen (bis Jason dazwischenhaut) oder ihn tatsächlich vollziehen. Die Skizzierung der Weiblichkeit geriet hier irgendwo auf Machetes Schneide zwischen männlichen Camp-Phantasien und emanzipierten jungen Frauen, die wissen, was sie wollen und den Jungs zeigen, wo es langgeht. Zu guter Letzt trug man dazu bei, das ehemalige Muttersöhnchen Jason Voorhees als wahre, vom Hass getriebene Tötungsmaschine weiter zu etablieren, indem man sie hier als kaum noch menschliche Züge aufweisende (die vereinzelten Grunzlaute erinnern bisweilen daran, dass ein Mensch hinter der Maske steckt und wirken daher erschreckend) Kreatur mit der Kraft des Wahnsinns und unfassbaren Nehmerqualitäten konsequent weiterzeichnete. Im Endeffekt hat „Freitag der 13. – Das letzte Kapitel“ damit ggü. dem dritten Teil die Nase vorn, wenngleich ich in ihrer Bedeutung für die Reihe beide Filme auf Augenhöhe sehe.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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