Freitag der 13. Teil 6 - Jason lebt - Tom McLoughlin (1986)

Moderator: jogiwan

Re: Freitag der 13. Teil 6 - Jason lebt - Tom McLoughlin

Beitragvon supervillain » 25. Jul 2014, 11:11

Seth_LCF hat geschrieben:Fabelhaft fand ich schon den Filmstart, wo Tommy seinen Traum aus Part 5 umsetzt und Zombie Jason mit Freundeshilfe ausbuddelt!


Sehr stimmungsvoller Beginn. Gefällt mir sehr gut.

Seth_LCF hat geschrieben:Trotz aller Herrlichkeit ist auch dieser Film nicht perfekt. (Welcher Film ist das schon?) Was mich hier mehr wundert als stört ist die die Evolution Tommys.
Aus dem maskenbastelnden Jungen wurde ein verstörter Teen und als Twen tritt er als coole Sau auf!


yep, mich stören auch so minimale Details wie die Comedybetonung beim Sountrack als die beiden Typen im Wald ihre Militärspielchen vollziehen.
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Re: Freitag der 13. Teil 6 - Jason lebt - Tom McLoughlin

Beitragvon buxtebrawler » 29. Dez 2014, 00:59

„Ich war in genug Horrorfilmen, um zu wissen, dass ein Irrer, der eine Maske trägt, nie freundlich ist!“

Nach dem misslungenen fünften Teil der populären „Freitag der 13.“-Slasher-Reihe rückte man vom Konzept, jemand anderes als psychopathischen Killer unter der Hockeymaske einzusetzen, schnell wieder ab und beschloss, den guten alten Jason zu reanimieren. Mit Drehbuch und Regie betraute man den US-Amerikaner Tom McLoughlin, der damals noch am Anfang seiner Karriere stand und zuvor lediglich einen Spielfilm („Sie greifen nach den Lebenden“) inszeniert hatte. Mir ist er ferner durch die gelungene Stephen-King-Verfilmung „Manchmal kommen sie wieder“ bekannt; doch vorher galt es, „Freitag der 13. VI – Jason lebt“ zu drehen, der im Jahre 1986 veröffentlicht wurde, nachdem Konkurrent Freddy Krueger seine erste und Vorbild Norman Bates seine zweite Fortsetzung erfahren hatte.

„Das gefällt mir ganz und gar nicht!“

Der jetzt 17-jährige Tommy Jarvis (statt John Shepard nun Thom Mathews, „Return of the Living Dead“) braucht für seine psychische Genesung die Gewissheit, dass Jason (C.J. Graham, „Highway zur Hölle“) wirklich tot ist. In einer Gewitternacht büxt er am Donnerstag, dem 12. Juni 1991, aus dem Sanatorium aus und fährt mit Kumpel Howard zu Jasons Grab, um den Leichnam auszubuddeln und zu zerstören. Nachdem Tommy in das verwesende Antlitz Jasons geblickt hat, sticht er auf die Leiche ein. Doch just schlägt ein Blitz in die in Jason steckende Eisenstange ein und erweckt ihn zum Leben. Sofort geht Jason auf Howard los und reißt ihm das Herz heraus. Tommy kann entkommen und eilt zur Polizei, doch dort glaubt man ihm nicht. Jason befindet sich derweil auf seinem unheilvollen Weg zurück ins Camp, mittlerweile umgetauft in „Camp Forrest Green“, um die bösen Erinnerungen ans Camp Crystal Lake vergessen zu machen. Doch ein Jason hat nicht vergessen und Freitag, der 13. ist nah...

„Manche Menschen verfügen über eine merkwürdige Art von Humor!“

(Achtung: Erneut spoilere ich Teile der Handlung, wenngleich diese in diesem Falle nicht sonderlich überraschend ausfallen sollte.) Nach dem Zeitsprung von Teil 4 auf Teil 5 spielt logischerweise auch dieser Teil in der Zukunft des Jahres 1991, was jedoch weder thematisiert wird, noch in irgendeiner Weise ins Erscheinungsbild des Films einfließt. Nicht viel zu melden haben auch die eigentlichen Camp-Direktoren, denn die werden noch auf dem Weg von Jason um die Ecke gebracht. So kommt es, dass sich die typischen Camp-Jugendlichen (unter ihnen mit Renée Jones („Terror Within II“) diesmal eine „Quotennegerin“) allein kümmern müssen, und zwar um eine Vielzahl kleiner Kinder. Das Konzept des Films tendiert nun stark zum in den ’80ern beliebten schwarzhumorigen, comichaften Stil und verfügt über ein gewisses Maß an Selbstironie, ohne dabei zur Komödie zu werden; für eine unpassend plumpe „Humor“-Einlage, jene Geißel ebenfalls so vieler Genrefilme, sorgen ein paar Paintball-Spieler, die glücklicherweise schnell zum Futter für Jason werden, der sich regelrecht an ihnen austoben und dem Zuschauer eindrucksvoll demonstrieren kann, dass er seit seiner Zombifizierung übermenschlich stark geworden ist. Von ihnen erhält er auch seine Lieblingswaffe, die Machete. Der Friedhofsgärtner hat unterdessen Jasons Grab wieder zugeschaufelt, was es Tommy erschwert, die Polizei von seiner Geschichte zu überzeugen – zumal der Gärtner auch nicht lange als Zeuge zur Verfügung steht, da Jason ihn ebenfalls in Reich der Toten befördert. Ebenso ergeht es einem Steven (Roger Rose, „Ski Academy“) und dessen Freundin sowie Cort (Tom Fridley, „Karate Kid“) und Nikki (Darcy DeMoss, „Return to Horror High“), die es im Wohnmobil miteinander treiben. In dieser kreativ erdachten und umgesetzten Szene kappt Jason erst den Strom und befindet sich bereits im Fahrzeug, als Cort nach vollzogenem Geschlechtsakt losfährt und nicht mitbekommt, wie Jason Nikki auf der Toilette tötet. Anschließend kommt Cort an die Reihe, verständlicherweise verunfallt das Wohnmobil und schließlich thront Jason auf dem brennenden Wrack.

„Ich denke, wir sind totes Fleisch...“

Parallel konstruiert „Freitag der 13. VI – Jason lebt“ einen Generationskonflikt zwischen Sheriff Garris (David Kagen, „Hologram Man“) und seiner Tochter Megan (Jennifer Cooke, „Cheerballs“), die längst ein Auge auf Tommy geworfen hat und ihm glaubt. Der Sheriff weiß von Tommys Psychiatrie-Aufenthalt und hält ihn für den Täter, weshalb er ihn kurzerhand hinter die Gitter des Sheriff-Büros verfrachtet. Doch Megan gelingt es, Tommy zu befreien. Jason hat zwischenzeitlich einer Lehrerin den Kopf verdreht und seine blutige Machete liegenlassen, die die kleine Nancy (Courtney Vickery, „Zelly & Me“) findet, doch die Betreuerin hält das für einen Streich. McLoughlin nutzt die Camp-Szenen, um sein Geschick für die Erzeugung gruseliger, atmosphärischer Szenen unter Beweis zu stellen: Er lässt Jason am Bildschirmrand auftauchen oder durch Fenster starren, unbemerkt von den Menschen. Ohne, dass es wie billige Effekthascherei anmuten würde, arbeitet er gelegentlich mit Nebel, nutzt den Mond als Lichtquelle etc. und schafft so Camp-Szenen, die als besonders morbid-ästhetisch im Gedächtnis bleiben. Die in diesen Bildern zum Teil gelagerte düstere Melancholie wird natürlich immer wieder unterbrochen und so tötet Jason die ungläubige Betreuerin, schleudert jemandem ein Messer in die Stirn und zerquetscht einem Bullen den Kopf. Ein nervenzerreißend spannender Kontrast zu den Gewaltexzessen wiederum ist ein Moment, in dem Jason das Schlafzimmer der Kinder betritt und sich über die kleine Nancy beugt, damit an menschliche, kindliche wie elterliche, Urängste appelliert.

„Komm her, Madenhirn!“

Nachdem Garris das Blutbad entdeckt hat, steuert der Film auf ein präfinales Duell Sheriff vs. Jason zu, in dessen Verlauf die Exekutive sich die eingeschränkte Wirksamkeit ihrer Bleikugeln gegen Zombie-Voorhees eingestehen muss, aber auch das Versagen der gewählten Alternative, der klassischen Faustschläge. Das eigentliche Finale wird eingeleitet, als Jason durch die Tür zu den Kindern bricht und sich Megan schnappt. Tommy lenkt die Aufmerksamkeit auf sich und lockt ihn auf den See, womit ein origineller, actionreicher und spannender Showdown seinen Lauf nimmt, in dem die Elemente Feuer und Wasser aufeinandertreffen, unter Wasser ums Überleben gekämpft wird und eine Schiffsschraube zum Einsatz kommt. Ja, die Wiedererweckung Jasons und damit der Filmreihe ist als gelungen zu bezeichnen. Wenn man auch bereits vorher kaum wusste, wie Jason all die Attacken auf seinen Körper überhaupt überleben konnte, ist er ab nun und damit als wichtigste Neuerung dieses Teils ein halbverwester Zombie, der der sehr gut arbeitenden Make-up- und Spezialeffekt-Abteilung Anlass für hübsch eklige Masken bietet. Seine bösen Taten sind einmal mehr nicht von schlechten Eltern, mal ideenreich, mal klassisch bis stumpf, aber immer tödlich, doch leider musste man auch hier reichlich Federn fürs R-Rating lassen. Das ist angesichts des hohen Bodycounts (übrigens zu Ungunsten billigen Sleazes in Form der obligatorischen, aber mittlerweile reichlich ausgelutschten Nacktszenen ach so notgeiler Teenies) wirklich schade und fällt trotz aller schnitttechnischen Kaschierungsversuche deutlich auf. Der positiv zu vermerkenden fantasiereicheren Gestaltung und aufwändigeren Ausarbeitung des Slasher-Sujets (was der Erfolg von Filmen wie „A Nightmare on Elm Street“ nahe legte) bei grundsätzlicher Beibehaltung des Backwood-Hintergrunds steht ein ungeschickter Umgang mit humoristischen Elementen gegenüber, der bisweilen die ansonsten so sorgfältig erzeugte Stimmung des Films gefährdet und untergräbt. Gut zu Gesicht bzw. Gehör steht „Freitag der 13. VI – Jason lebt“ die eigens für den Film geschriebene Alice-Cooper-Nummer „He’s Back (The Man Behind The Mask)“ und so finden sich im Soundtrack gleich mehrere Stücke Coopers wieder. Schauspielerisch bleibt auch dieser Slasher eher unauffällig, was in diesem Subgenre weiß Gott nichts Negatives bedeutet. Positiv herauszuheben ist natürlich auch der endcoole „Masters of the Universe“-Pullover, den einer der kleinen Jungs trägt.

Am Ende meiner Kritik scheinen mir meine 6/10 Punkten fast ein bisschen streng, denn eigentlich möchte ich sagen: „Operation gelungen, Patient untot!“ Doch die in ihrem Tonfall konsequenteren Teile der Reihe ohne Ausschläge in die Schmierenkomödie gefallen mir einfach noch besser und auch Jasons spätere Ausflüge weg vom Camp haben so einiges zu bieten, weshalb die Konkurrenz innerhalb der eigenen Reihe eine höhere Bewertung verhindert. Um einen sehenswerten, unzweifelhaft deutlich überdurchschnittlichen Genrefilm handelt es sich jedoch zweifelsohne.
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Re: Freitag der 13. Teil 6 - Jason lebt - Tom McLoughlin

Beitragvon jogiwan » 25. Feb 2017, 09:54

Nach dem gründlich misslungenen und lahmen fünften Teil der Serie schafft es Regisseur Tom McLaughlin wieder das Ruder in die richtige Richtung zu reißen und statt irgendeinem anderen Killer hinter der Hockey-Maske ist hier wieder Jason am Werk, der durch eine unbedachte Aktion des mittlerweile Massaker-erprobten Tommy und einem Blitz aus nicht ganz so heiteren Himmel wieder zum Leben erweckt wird. Dummerweise glaubt der Sherriff des mittlerweile in Forest Green unbenannten und ehemaligen Ortes Crystal Lake dem Jungen aber kein Wort, sodass sich der von den Toten zurückgekehrte Zombie-Jason in aller Seelenruhe durch die Belegschaft und das Umfeld seines ehemaligen Feriencamps schreddern darf. Dabei wird die ganze Slasher-Sause auch erstmalig mit einer Prise Humor und eindeutig übernatürlichen Komponente gewürzt, was dem Streifen durchaus gut bekommt und sich gemeinsam mit den originellen Morden auch sehr positiv auf das Sehvergnügen des Fans auswirkt. Die dramatische und tragische Seite, die das Meucheln von jungen Menschen eigentlich mit sich bringen sollte, wird hier jedenfalls zugunsten eines nicht von der Hand zu weisenden Unterhaltungswerts über Bord geworfen und selbst die bedrohten Kinder wirken selbst in größter Not noch immer abgeklärt und sind auch um keinen coolen Spruch verlegen. Die Musik von Alice Cooper, die schwarzhumorigen Ideen und Verweise zu anderen Genre-Werken wie z.B. die Karloff’sche Reparaturwerkstätte machen ebenfalls Laune und so ist „Freitag der 13. Teil 6 – Jason lebt“ auch eine rundum vergnügliches Sequel, das sich zwar innerhalb der vorgegebenen Regeln der Serie bewegt und mit einer großen Portion Augenzwinkern dennoch eine sympathische Facette verleiht.
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Re: Freitag der 13. Teil 6 - Jason lebt - Tom McLoughlin (1986)

Beitragvon buxtebrawler » 13. Jun 2017, 12:06

Erscheint voraussichtlich am 03.07.2017 bei '84 Entertainment als Blu-ray/DVD-Kombination im Mediabook:

Bild

Extras:
• Audiokommentar mit Tom McLoughlin, Cast- & Crewmitgliedern
• Friday the 13th Chronicles Part 6
• Making Of Part 6
• Crystal Lake Massacre Revisited, Part 3
• Meeting Mr. Voorhees
• Slashed Scenes
• Tales from the Cutting Room Floor
• Friday Artifacts & Collectibles
• Originaltrailer
• 28-seitiges Booklet mit Text von Christoph N. Kellerbach

Bemerkungen:
- Limited 2000 Edition
- Mediabook (wattiert, Lederfolie, Halbschuber)

Quelle: https://ssl.ofdb.de/view.php?page=fassu ... &vid=79840
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