Donnie Darko - Richard Kelly (2001)

Moderator: jogiwan

Donnie Darko - Richard Kelly (2001)

Beitragvon horror1966 » 30. Jun 2010, 22:38

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Donnie Darko - Director's Cut
(Donnie Darko)
mit Jake Gyllenhaal, Holmes Osborne, Maggie Gyllenhaal, Daveigh Chase, Mary McDonnell, James Duval, Arthur Taxier, Patrick Swayze, Mark Hoffman, David St. James, Tom Tangen, Jazzie Mahannah, Jolene Purdy, Stuart Stone, Gary Lundy
Regie : Richard Kelly
Drehbuch : Richard Kelly
Kamera : Steven B. Poster
Musik : Michael Andrews
FSK 16
USA / 2001

Auf den ersten Blick könnte Donnie Darkos Leben das eines ganz normalen Kleinstadtteenagers sein. Doch Donnie plagen furchterregende Visionen: nachts erscheint ihm Frank, der ihm im Hasenkostüm zerstörerische Aufträge erteilt. Als Frank prophezeit, dass in genau 28 Tagen, 6 Stunden,42 Minuten und 12 Sekunden die Welt untergehen wird, weiss auch Donnies Psychologin keinen Rat mehr...


Der Donnie Darko Director's Cut unterscheidet sich in manchen Punkten sehr stark von der ursprünglichen Kinofassung und bringt die eigentliche Intention Richard Kellys etwas klarer zum Ausdruck. Neue Szenen, die bislang noch nie gezeigt wurden, unterstützen das Verständnis und die Charakterdetails.

Einige Leute bevorzugen die europäische Kinoversion des Films, durch die Donnie Darko eigentlich erst richtig populär wurde und seinen Kultstatus erlangte. Denn in den USA floppte der Film an den Kinokassen total, denn mit einem Einspielergebnis von ca. 1,2 Millionen Dollar konnte er noch nicht einmal die sehr geringen Produktionskosten einspielen. Ich persönlich bevorzuge den hier vorgestellten DC, da er die gesamte Story doch wenigstens etwas verständlicher macht.

Dennoch ist "Donnie Darko" ein Film, der mehr Fragen aufwirft, als er im Endeffekt beantwortet, doch genau das macht seinen Reiz aus und macht den Film zu etwas ganz Besonderem. Zeitreisen, Wurmlöcher, Realität oder Fiction, das Spektrum des Films ist manigfaltig. Es ist ein Film, der den Zuschauer wirklich zum Nachdenken anregt, deshalb sollte man ihn sich auch in aller Ruhe und mit voller Ausfmerksamkeit anschauen, denn das hat dieser geniale Film verdient. Und doch lässt einen der Film am Ende mit Fragen zurück, lässt aber auch Spielraum für eigene Interpretationen, man kann einige Dinge selbst deuten, ohne aber eine Bestätigung zu haben, ob die eigene Sichtweise die richtige ist.

Dieses Regie-Debut von Richard Kelly ist eine ganz hervorragende und intelligente Mischung aus Drama, Fantasy und Science / Fiction. Vor allem die Darsteller geben dem Film durch ihre hervorragenden darstellerischen Leistungen eine ganz besondere Note, vor allem der Charakter des Titelhelden Donnie wird hier von Jake Gyllenhaal eindrucksvoll und ausdrucksvoll dargestellt, doch auch die anderen Schauspieler sind durch die Bank ausgezeichnet.

Die Eindrücke, die dem Zuschauer hier von der bearbeiteten Thematik beschert werden, mögen teilweise etwas verwirrend wirken, doch ergibt im Laufe des Films eigentlich alles einen Sinn, wie zum Beispiel auch die Figur des Frank, einem 1,80 Meter großem Mann in einem Hasenkostüm, neben dem Donnie zum Beispiel auch im Kino sitzt und sich "Tanz der Teufel" anschaut (eine köstliche Einstellung). Nachdem man sich als Betrachter unwillkürlich den ganzen Film über fragt, was diese skurile Figur zu bedeuten hat, so ergibt es am Ende des Films dann einen Sinn.

Was bei dem Film ausserdem sehr beeindruckend ist, ist meiner Meinung nach die sehr geheimnisvolle, ja manchmal sogar unheilvolle Grundstimmung, die beim Zuschauer ein gewisses Gefühl der Beklemmung auslöst, von dem man sich den gesamten Film über nicht so richtig lösen kann.

"Donnie Darko" ist ein fantastischer und wie ich finde auch sehr anspruchsvoller Film, den man nicht so einfach nur mal nebenbei anschaut. Ein Film, den man auf sich wirken lassen muß und der auch nachhaltig im Gedächtnis hängenbleibt. Ein auf jeden Fall tolles und unvergessliches Filmerlebnis der Extraklasse.

Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DD 5.1 / DTS 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Englisch, Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Bild: 2.35:1 / 16:9 Annamorph Widescreen
Laufzeit: 128 Minuten
Extras: Audiokommentar von Regisseur Richard Kelly und Kevin Smith, Trailer, Making Of, Storyboard / Film-Vergleich, Darkomentary, Video Clip Mad World, Fotogalerie, 15 Interviews mit Cast und Crew, "Cunning Visions", Booklet usw.


9/10
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Re: Donnie Darko

Beitragvon buxtebrawler » 1. Jul 2010, 00:05

"Donnie Darko" einem Genre zuzuordnen, fällt schwer. Am ehesten würde ich Richard Kellys Spielfilmlängen-Debüt als Sci-Fi-Mystery-Thriller bezeichnen - das für ein Erstlingswerk handwerklich überraschend souverän, wenn nicht sogar perfekt erscheint. Die Bilder fesseln und machen Spaß, unterhalten auf ganzer Linie. Dazu trägt sicherlich auch der satirische, karikierende Stil bei, wie man ihn aus z.B. "American Beauty" kennt. Diese amerikanische Kleinstadt mit ihren debilen Charakteren hätte nicht einmal Nebendarsteller wie Drew Berrymore oder Patrick Swayze benötigt, um zu faszinieren. Etwas anders verhält es sich da leider mit der erzählten Geschichte. Bei all den Mysterien um Darkos seltsame und furchterregende Besuche von einem geheimnisvollen Mann im Hasenkostüm, die verschrobene "Grandma Death", ein Buch über Zeitreisen und nicht zuletzt natürlich die psychische Labilität des namengebenden Protagonisten hofft man, dass sich die Puzzleteile zu einem genialen, unerwarteten Finale mit halbwegs logischer Auflösung zusammensetzen. Dieses lässt allerdings fast sämtliche Fragen offen, enttäuscht, da einige begonnene Handlungsstränge offensichtlich im Nichts verlaufen und versteht es in keiner Weise, die aufgebaute Erwartungshaltung des Zuschauers zu erfüllen. Wenn ich mir dann auch noch die Erklärungen des Autors durchlese, die sich lesen wie dem Hirn eines möchtegern-intelligenten Schience-Fiction-Nerds entsprungen und jeglicher Nachvollziehbarkeit entbehren, ist das Ärgernis perfekt und man muss sich eingestehen, dass "Donnie Darko" mehr Schein als Sein war... Schade.

Mit einem vernünftigen Drehbuch wäre "Donnie Darko" vielleicht tatsächlich der Kult-Film geworden, als der er bereits im Vorfeld hochgejubelt wurde. So aber bleibt ein halbgares Stück Mystery, das den Zuschauer anscheinend für dumm zu verkaufen versucht.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Donnie Darko

Beitragvon Reinifilm » 1. Jul 2010, 08:11

buxtebrawler hat geschrieben:So aber bleibt ein halbgares Stück Mystery, das den Zuschauer anscheinend für dumm zu verkaufen versucht.


Buuuuuhh! Pfuiiii! Falsch! Dagegen!!! :basi:
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Re: Donnie Darko

Beitragvon jogiwan » 1. Jul 2010, 08:22

@ reini: du weisst ja wie er ist... Anecken wo geht! Für mich war DD eine - wenn nicht die größte - Überraschung der letzten Jahre. Hundertmal gesehen und sowieso und überhaupt jetzt schon ein absoluter Kultklassiker. Vielleicht sollte der Buxti dem Streifen nochmal eine Chance geben.
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Re: Donnie Darko

Beitragvon buxtebrawler » 1. Jul 2010, 10:44

Ich zitiere aus Wikipedia:

"Autor und Regisseur Richard Kelly hat dem Film seine eigene Deutung der Geschehnisse gegeben, auch wenn er andere Deutungen damit nicht ausschließen will. Für diese „offizielle“ Deutung ist insbesondere die offizielle Website angelegt worden, auf der einige weitere fiktive Informationen zu den Geschehnissen im Film gegeben werden, darunter ein Ausschnitt aus einem „Untersuchungsbericht“ über das abgestürzte Triebwerk und einige Kapitel aus dem fiktiven Buch Die Philosophie des Zeitreisens. Letztere wurden auch in den „Director’s Cut“ eingebaut, so dass dieser Kellys Deutung nahelegt.

Demnach bildet sich mit dem Aufprall des Triebwerks um Mitternacht des 2. Oktobers 1988 ein „Tangentenuniversum“, eine instabile Art von Paralleluniversum, das nach der von Frank angegebenen Zeitspanne am 30. Oktober 1988 (einen Tag vor Halloween) kollabiert und sich selbst, aber auch das „reale“ Universum zerstört. Ab diesem Zeitpunkt spielt der Film im Tangentenuniversum. Donnie ist der „Auserwählte“, der durch jenes Ereignis besondere Fähigkeiten verliehen bekommen hat, wie etwa Stärke und hellseherische Kräfte. Frank und Gretchen, die innerhalb des Tangentenuniversums sterben werden, können mit Donnie durch das Konstrukt der vierten Dimension in Verbindung treten. Auch alle anderen Personen um Donnie sind „manipuliert“, sie haben die Aufgabe, ihn durch verschiedene Aussagen und Handlungen dazu zu bewegen, das Tangentenuniversum wieder zu schließen. Die aus Metall bestehende Turbine dient als Artefakt, welche sich zwischen dem Tangentenuniversum und dem Primäruniversum bewegen kann. [2] Donnie opfert sich so am Ende selbst, um alle anderen – insbesondere die im Tangentenuniversum „gestorbenen“ Frank und Gretchen – zu retten."

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Donnie Darko = "style over substance", und sowas gefällt mir nur selten.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Donnie Darko

Beitragvon Santini » 1. Jul 2010, 10:55

buxtebrawler hat geschrieben:Donnie Darko = "style over substance", und sowas gefällt mir nur selten.


Donnie Darko kenne ich nicht.

"Style over substance" trifft jedoch auf einen ziemlichen Großteil des von uns so gehaßten European Genre Cinema's zu. 8-)
:lol:
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Re: Donnie Darko

Beitragvon jogiwan » 1. Jul 2010, 11:01

Santini hat geschrieben:
buxtebrawler hat geschrieben:Donnie Darko = "style over substance", und sowas gefällt mir nur selten.


Donnie Darko kenne ich nicht.

"Style over substance" trifft jedoch auf einen ziemlichen Großteil des von uns so gehaßten European Genre Cinema's zu. 8-)
:lol:


Pfui! Wenn ich irgendwas besonders nicht leiden kann ist es wenn ein Regisseur versucht, seine miese Geschichte mit hübschen Frauen, nackten Tatsachen, schicken 70er-Interior, hippen Klamotten und grooviger Morricone-Mucke zu überdecken! Das kann einfach nicht funktionieren!
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Re: Donnie Darko

Beitragvon buxtebrawler » 1. Jul 2010, 11:08

jogiwan hat geschrieben:Pfui! Wenn ich irgendwas besonders nicht leiden kann ist es wenn ein Regisseur versucht, seine miese Geschichte mit hübschen Frauen, nackten Tatsachen, schicken 70er-Interior, hippen Klamotten und grooviger Morricone-Mucke zu überdecken! Das kann einfach nicht funktionieren!


*Räusper*... zwischen charmantem, mutigem Exploitation-Kino mit geradlinigem Handlungsfaden und einem gehyptem Hochglanzprodukt wie "Donnie Darko" besteht dann doch noch ein gewisser Unterschied.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Donnie Darko

Beitragvon markus » 5. Jul 2010, 23:44

Der Titelsong, ist GODLIKE

Die handlung ist auch super, wegen Weltuntergang. Ja für ihn geht die Welt unter, weil er stirbt. Aber der hase hat die Scheisse aus mir gegrusselt
fight FASCISM!!!!!!!!!
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Re: Donnie Darko - Richard Kelly

Beitragvon purgatorio » 25. Aug 2015, 07:51

DONNIE DARKO (USA 2001, Regie: Richard Kelly)

Ich mag den Film! Großartige Musik, beeindruckende Bilder, kaputte Welt. Spricht sicherlich so manchem verzweifelten Jugendlichen aus dem Herzen und ebenso denen, die sich an ihre eigene adoleszente Weltverzweiflung noch etwas erinnern können. Verrückte Zeit…
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