Die Liebestollen Hexen - Russ Meyer (1967)

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Die Liebestollen Hexen - Russ Meyer (1967)

Beitragvon jogiwan » 14. Jan 2018, 09:41

Die Liebestollen Hexen

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Originaltitel: Common Law Cabin

Alternativtitel: How Much Loving Does a Normal Couple Need?

Herstellungsland: USA / 1967

Regie: Russ Meyer

Darsteller: Jack Moran, Babette Bardot, Adele Rein, Frank Bolger, Alaina Capri

Story:

Hoople’s Haven ist eine heruntergekommene Bar irgendwo im Nirgendwo von Colorado, dass mit einer etwas seltsamen Geschäftsidee am Leben erhalten wird. Mit einem kleinen Boot werden vom Trunkenbold Cracker angeworbene und reiche Städter in die Einöde gebracht, wo ihnen alkoholische Getränke und ein Showprogramm versprochen werden. Und so finden sich eines heißen Tages auch ein Ärzte-Ehepaar und ein etwas zwielichtiger Geschäftsmann an dem lasterhaften Ort ein, der von Dewey, seiner drallen französischen Hausbesorgerin Babette und seiner Tochter Coral geführt wird. Doch anstatt Party und Besäufnis stehen bald ganz andere Dinge am Programm und ein Strudel aus Sex, Lügen und Verrat erschüttert den beschaulichen Ort, bei dem es neben der Wahrheit auch bald weitere Opfer zu beklagen gibt.
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Re: Die Liebestollen Hexen - Russ Meyer (1967)

Beitragvon jogiwan » 14. Jan 2018, 09:41

Ein weiteres, herrlich überzeichnetes Werk von Russ Meyer und was wie ein harmloser Tagesausflug beginnt, wird für seine Protagonisten rasch zu einem triebgesteuerten Desaster, bei dem kein Stein auf den anderen bleibt. Die Geschichte ist hier ja herrlich überzogen und beginnt bei dem durchschnittlichen Wirt mit seiner weniger durchschnittlichen Hausbesorgerin, einem Ehepaar mit unausgesprochenen Konflikten und einem Geschäftsmann mit dunklem Geheimnis, dem nebenher auch noch ständig die Hormone durchgehen. Eigentlich klar, dass sich diese explosive Mischung mit jeder Menge Alkohol und Laster auch irgendwann entzündet und das Finale ist dann auf fast schon Comic-hafte Weise herrlich „campy“ und völlig überzogen, dass man sich eigentlich nur noch verwundert die Augen reiben kann. Hier wird ja im ohnehin schon haarsträubenden Verlauf der Geschichte immer noch ein kleines Scheibchen draufgelegt und trotzdem ist die sommerliche Sause so inszeniert, als wäre es die normalste Sache der Welt. Lustiger und unterhaltsamer kann der Blick in menschliche Abgründe ja kaum sein und was bei anderen Regisseuren zum handfesten Kriminaldrama verkommt, geht hier in den Händen von Russ Meyer zum Glück für den Zuschauer auch in Richtung sexuell aufgeladener „Shake-a-delic-Beach-Party“ mit viel augenzwinkernden Fragezeichen und noch mehr wogenden Brüsten.
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Re: Die Liebestollen Hexen - Russ Meyer (1967)

Beitragvon purgatorio » 19. Jan 2018, 20:33

purgatorio hat geschrieben:RUSS MEYERS DIE LIEBESTOLLEN HEXEN aka. COMMON LAW CABIN (HOW MUCH LOVING DOES A NORMAL COUPLE NEED? USA 1967, Regie: Russ Meyer)

Arizona, USA – in diesem Land, reich an Flüssen und Gewässern, gibt es einen einzigen Fluss, der durch ein Gebiet von tausend Meilen fließt und ebenso viele Leben beeinflusst. Er räkelt sich in seinem Bett wie eine Frau, aber er trägt den Namen eines Mannes – der Colorado! Und an diesem Fluss, tief in der Wüste versteckt, hat Hoople mit seiner drallen Haushälterin Babette und seiner nicht minder melonenbrüstigen Tochter Coral eine Touristenbar eröffnet, die von einem findigen Seebären in entfernten Hotels als Geheimtipp angepriesen wird. Aber nicht nur abenteuerlustige Urlauber verirren sich auf die heruntergekommene Ranch, sondern auch Verbrecher, die sich vor Recht und Gesetz verstecken wollen. Und solche schrecken nicht vor Diebstahl und Mord zurück, warum sollten sie also die Hände von den drallen Mädchen lassen? So kommt es, wie es kommen muss: nach Gelagen, Eskapaden und allerhand Sex eskaliert die Situation und es gibt die ersten Toten…

Das Intro ist unglaublich gut! Die Titel-„Einblendungen“ sind sogar zum Schreien kreativ! Herrlich. So muss das weitergehen, dann wird es ein Fest. Aber, wie Russ Meyer selbst feststellte: „Ich hätte echt gute Filme machen können, wenn ich nicht nur an Sex gedacht hätte.“ Ja, der Film kippt dann derart ins Absurde, dass man ihn nicht mehr ernst nehmen kann. Stattdessen sitzt man gebannt mit offenem Mund auf der Couch und kommt aus dem Staunen im Angesicht des Wahnsinns nicht mehr heraus. Nichts ergibt Sinn, Logik ist fehl, alles ist nur irre und beknackt… irgendwie schwer unterhaltsam :lol: :kicher: :thup:
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