Die Klapperschlange - John Carpenter (1981)

Moderator: jogiwan

Re: Die Klapperschlange - John Carpenter

Beitragvon Adalmar » 4. Okt 2012, 12:23

Onkel Joe hat geschrieben:kommt der Film aus Asien ist alles erlaubt


Keineswegs, ich habe auch schon asiatische Filme verrissen. Aber ich weiß auch immer noch nicht, wo ich einen asiatischen Film gelobt hätte, der sich mit der "Klapperschlange" so gut vergleichen lässt, dass es hier sinnvoll wäre, den Film ins Spiel zu bringen.
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Re: Die Klapperschlange - John Carpenter

Beitragvon buxtebrawler » 4. Okt 2012, 12:48

jogiwan hat geschrieben:John Carpenters düstere Endzeit-Vision startet ja ganz vielversprechend und entwirft ein recht beeindruckendes Szenario, das man zweifelsfrei als gelungen betrachten kann und wohl wirklich Pate für sämtliche Schottergruben-Filmchen aus Italien stand. Nach dem fulminanten Auftakt gehts leider ziemlich abwärts und der Film verkommt zu einer Art Nummern-Revue mit einem Best-of Car-Chase, Manhunt, Schnitzeljagd und Gladiatorenkampf, die zwar nicht sonderlich homogen daherkommt und auch mit zunehmender Laufzeit auch schon mal öfters die Grenzen zur Lächerlichkeit überschreitet. Zwar ist der Mid-Budget-Trash "Die Klapperschlange" schon irgendwie unterhaltsam und lässt sich gut gucken, aber ein guter Film ist der Streifen abseits seiner Settings nicht geworden. Ein Männerfilm ohne viel Sinn und Verstand in dem auch Donald Pleasance wieder eindrucksvoll beweist, dass er mit Wandlungfähigkeit nicht viel am Hut hat.


Verstehe ich dich richtig, dass er dir nicht quietschbuntvergnügt-trashig à la "Fireflash" genug, auf der anderen Seite aber auch nicht ernstzunehmen genug ist? Ich hab das Gefühl, dass du vieles, was für mich absolute Volltreffer und großartige Filme sind, vorschnell als "Männerfilme" abtust. Fehlt dir evtl. tatsächlich der Zugang zu einer bestimmten Mischung aus Noir-Pessimismus und Pathos?
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Die Klapperschlange - John Carpenter

Beitragvon buxtebrawler » 4. Okt 2012, 12:58

Adalmar lässt in seinem Verriss vollkommen unberücksichtigt, dass "Die Klapperschlange" eine - wie der Onkel bereits erwähnte - durch und durch comichaft überzeichnete Vision ist. Was sich für mich wie eine geniale Mischung aus DC-noir-Comics und einer schönen 80er-Metal-Platte anfühlt, ist für dich, Adalmar, einfach "Trash". Die wunderbare Atmosphäre des Films scheinst du gar nicht wahrgenommen zu haben. Ich vermute eine falsche Erwartungshaltung und eine viel zu verkopfte Herangehensweise an diesen Film, der einen - trotz Leggins :kicher: - arschcoolen Antihelden etabliert und im Subtext auf intelligente Weise systemkritisch statt -erhaltend ausfiel.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Die Klapperschlange - John Carpenter

Beitragvon Adalmar » 4. Okt 2012, 13:44

Atmosphäre ist nun mal, auch wenn es langweilig klingen mag, eine subjektive Angelegenheit und ich muss genauso damit leben, dass andere dort eine "wunderbare Atmosphäre" nicht wahrnehmen, wo ich sie spüre. Mal abgesehen davon fehlt es mir in dem Film auch einfach an überzeugender Action.

Comichaft überzeichnet ist der Film zwar einerseits, aber andererseits verlangt er auch danach, dass man Snake als "arschcoolen" - wie du ja selbst sagst -, vor Männlichkeit strotzenden Helden in einem gewissen Maß ernst nimmt. Das ist so ähnlich wie in "Sin City". Da heißt es auch immer "comichaft übertrieben" usw., aber letztlich will der Film doch Anerkennung für seine coolen, männlichen Protagonisten und bekommt diese auch immer wieder in Fan-Rezensionen. Und dieses Maß ist aus meiner Sicht schon viel zu viel. Dazu kommt, dass ich dieses Getue um den Namen ziemlich nervig finde.
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Re: Die Klapperschlange - John Carpenter

Beitragvon buxtebrawler » 4. Okt 2012, 13:49

Adalmar hat geschrieben:Atmosphäre ist nun mal, auch wenn es langweilig klingen mag, eine subjektive Angelegenheit und ich muss genauso damit leben, dass andere dort eine "wunderbare Atmosphäre" nicht wahrnehmen, wo ich sie spüre. Mal abgesehen davon fehlt es mir in dem Film auch einfach an überzeugender Action.


Natürlich, keine Frage.

Adalmar hat geschrieben:Comichaft überzeichnet ist der Film zwar einerseits, aber andererseits verlangt er auch danach, dass man Snake als "arschcoolen" - wie du ja selbst sagst -, vor Männlichkeit strotzenden Helden in einem gewissen Maß ernst nimmt. Das ist so ähnlich wie in "Sin City". Da heißt es auch immer "comichaft übertrieben" usw., aber letztlich will der Film doch Anerkennung für seine coolen, männlichen Protagonisten und bekommt diese auch immer wieder in Fan-Rezensionen. Und dieses Maß ist aus meiner Sicht schon viel zu viel. Dazu kommt, dass ich dieses Getue um den Namen ziemlich nervig finde.


Ich finde Plissken wesentlich ernstzunehmender als als andere testosterongeschwängerte US-Actionhelden in weit weniger comicartigen Filmen. Zum "Getue um seinen Namen": "Snake Plissken" ist ein wunderbar lautmalerischer Name, der bei der Aussprache zischt wie eine Schlange. Und die "Ich dachte, du bist tot!?"-Nummer ist ein gelungener Running Gag und zudem eine Verneigung vor dem guten alten Sprichwort: Totgesagte leben länger.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Die Klapperschlange - John Carpenter

Beitragvon Blap » 4. Okt 2012, 16:08

"Die Klapperschlange" ist ein unverzichtbarer Klassiker! Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass das Teil nicht zu meinen "Carpenter-Top-3" zählt.

Übrigens kommt Snake im O-Ton wesentlich besser rüber! Vor ein paar Tagen habe ich den zweiten Ritt der Klapperschlange geschaut (BD aus England). Der Streifen gefällt mir inzwischen wirklich gut, nach der Erstsichtung im Kino war ich ziemlich enttäuscht. "Escape from L.A." leidet lediglich unter ein paar miesen digitalen Effekten, ansonsten rockt das Teil (fast) so stark wie der Vorgänger. Tut nichts zur Sache, wollte ich aber loswerden.
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Re: Die Klapperschlange - John Carpenter

Beitragvon DrDjangoMD » 4. Okt 2012, 17:04

Der Film ist sicherlich eins, nämlich Geschmackssache: Ich fand ihn großartig, atmosphärisch, witzig, kurzweilig, usw. Allerdings sind einige Argumente Adalmars auch nicht von der Hand zu weisen, aber ich behalte mir trotzdem vor sie zu ignorieren oder sie für meinen persönlichen Geschmack als irrelevant einzustufen. Sicher hängt es bei "Die Klapperschlange" wie praktisch bei jedem Film von der Verfassung in der man ihn sieht und den Erwartungen, die man darauf hat, ab. Wenn man Snakes Matcho-Gehabe als albern ansehen will, ist das fein, ich persönlich finde ihn jedoch grenzenlos cool. Warum finde ich ihn grenzenlos cool? Weil er eine Augenklappe hat und Snake Plissken heißt? Warum finde ich Augenklappen und solche Namen cool? Weil das so ist. 8-)
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Re: Die Klapperschlange - John Carpenter

Beitragvon Theoretiker » 31. Mai 2014, 21:43

Snake Plissken ist mit seinen Leggins ein bisschen in die Jahre gekommen, aber allein schon als Ideenbringer für Mad Max, The Riffs und Co. unbestritten von großer Bedeutung. Hier passt der etwas überstrapazierte Begriff "Kult" in der Tat.

Nichtsdestotrotz hätte Carpenter aus dem originellen Szenario mehr machen können, hier fehlen einfach die kreativen Ideen. Härte und Action kommen leider auch etwas kurz.

Alles in allem auf jeden Fall ein einflussreicher Film, daher 7,5/10
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Re: Die Klapperschlange - John Carpenter

Beitragvon jogiwan » 31. Mai 2014, 21:50

Nur 7,5?

hat geschrieben:Fehlt dir evtl. tatsächlich der Zugang zu einer bestimmten Mischung aus Noir-Pessimismus und Pathos?

:mrgreen:
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Re: Die Klapperschlange - John Carpenter

Beitragvon Theoretiker » 31. Mai 2014, 21:58

Da ich den Satz nicht verstehe, kann ich das gar nicht beurteilen. :lol: ;)
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