Der Marathon-Mann - John Schlesinger (1976)

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Re: Der Marathon-Mann - John Schlesinger (1976)

Beitragvon ugo-piazza » 21. Aug 2013, 13:54

Gestern open-air in OmU gesehen, absolut grandios-genialer Film. :thup:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Der Marathon-Mann - John Schlesinger (1976)

Beitragvon Theoretiker » 21. Aug 2013, 18:37

Letztens die BD erworben und daher nach langer Zeit mal wieder gesehen.

Schließe mich den positiven Bewertungen an, Laurence Olivier verkörpert hier das Böse perfekt, sein Charakter stellt wirklich einen DER Filmbösewichte schlechthin dar.

8,5/10
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Re: Der Marathon-Mann - John Schlesinger (1976)

Beitragvon ugo-piazza » 29. Jan 2017, 18:32

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USA 1976

OT: Marathon Man

D: Dustin Hoffman, Laurence Olivier, Roy Scheider, Marthe Keller, William Revane

Thomas Babington Levy (Dustin Hoffman), genannt Babe, ist Student der Geschichte und schreibt an einer Dissertation u.a. über die McCarthy-Ära, der sein Vater (Allen Joseph) zum Opfer gefallen ist. Er ertrug die Verfolgungen und Demütigungen durch den sog. „Ausschuss gegen unamerikanische Umtriebe“ nicht und beging Selbstmord. Babe läuft Marathon, jeden Tag übt er im Central Park und dreht seine Runden an dem berühmten Gitter des Sees entlang. Mehr oder weniger durch Zufall wird Babe in eine Geschichte verwickelt, in der sein älterer Bruder Henry (Roy Scheider), genannt Doc, eine nicht unmaßgebliche Rolle spielt. Doc hat Babe gegenüber immer behauptet, er sei für ein Industrieunternehmen tätig; aber in Wirklichkeit arbeitet er für eine Spezialeinheit der CIA.

Babe lernt in der Universitätsbibliothek Elsa Opel (Marthe Keller) kennen, die ihn fasziniert, der er nach Hause folgt, und die seinem Drängen, sich wiederzusehen, nachgibt. Als beide im Park von zwei Männern überfallen werden, benachrichtigt er Doc, den er schon lange nicht mehr gesehen hat.

Zur selben Zeit bereitet sich Christian Szell (Laurence Olivier) irgendwo in Südamerika auf seine Einreise in die USA vor. Szell war einer der brutalen KZ-Ärzte in Auschwitz, Zahnarzt, und will sich in New York Diamanten unter den Nagel reißen, deren Beschaffung sein Bruder Klaus (Ben Dova) organisieren soll. Klaus Szell allerdings wird in einem Streit mit einem jüdischen Autofahrer in einen Unfall verwickelt, der beiden den Tod bringt. Die Ereignisse überschlagen sich, als plötzlich Doc blutüberströmt in Babes Wohnung auftaucht und in den Armen seines Bruders stirbt. Die Ermittlungen führt Peter Janeway (William Devane), der Babe eröffnet, dass Doc für die CIA gearbeitet hat. Und dann tauchen zwei Männer, Karl und Erhard (Richard Bright, Marc Lawrence), auf, die Babe in ein abgelegenes Industriegelände entführen, wo er die Bekanntschaft Christian Szells machen muss. „Is it safe?“, fragt Szell Babe, der gefesselt auf einem Stuhl einer besonderen Behandlung seiner Zähne entgegensehen muss und keine Ahnung hat, was diese Frage bedeuten soll ... (http://www.follow-me-now.de/html/body_d ... _mann.html)

Es dauert ja tatsächlich eine Stunde und somit bis zur Hälfte des Films, bis klar wird, welcher Zusammenhang überhaupt zwischen Babe Levy und Christian Szell besteht. Dann wird es allerdings nicht nur für Babes Zähne ungemütlich. Wir befinden uns schließlich Mitte der 70er, kurz nach dem Watergate-Skandal. Und hier haben wir es nun mit einer geheimen Regierungsorganisation zu tun (zu der eben auch Babes Bruder gehört), die als Gegenleistung für Informationen als Kurier für den Altnazi Szell fungiert, der in einem New Yorker Bankschließfach noch jede Diamanten gebunkert hat, erworben von Geld und Gold, das er in Auschwitz an sich brachte. Und (auch nur vermeintliche, denn Babe weiß ja tatsächlich nichts) Mitwisser kann man in einem dreckigen Geschäft nicht brauchen. Und wem kann Babe trauen? Docs Partner Janeway jedenfalls nicht. Auch seine Freundin Elsa ist in Szells Machenschaften verwickelt. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet die Latino-Gang, die Babe aufgrund seines Lauftrainings stets verspottete, nun auf seiner Seite steht.

In der zweiten Hälfte zeigt sich "Der Marathon Mann" als hochklassiger Thriller. Gegen Ende führt der Weg Szells auch in den Diamond District, wo er von gleich zwei ehemaligen Auschwitz-Überlebenden erkannt wird. Doch die Passanten verstehen die Frau nicht wirklich, und der zweite Mann wird rasch doch noch ein Opfer des eiskalten Altnazis.

Das eigentliche Finale hat vielleicht etwas zu viel hollywoodmäßiges an sich, anyway. "Der Marathon Mann" ist auch nach vier Jahrzehnten immer noch ein Top-Thriller.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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