Das Gift des Bösen - Sidney Salkow

Moderator: jogiwan

Das Gift des Bösen - Sidney Salkow

Beitragvon sid.vicious » 26. Dez 2011, 21:30

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Alternativer Titel: Corpse-Makers, The
Alternativer Titel: Nathaniel Hawthorne's Twice-Told Tales
Alternativer Titel: Nights of Terror
Alternativer Titel: Trilogie des Schreckens
Produktionsland: USA
Produktion: Robert E. Kent
Erscheinungsjahr:
Regie: Sidney Salkow
Drehbuch: Robert E. Kent, nach einer Romanvorlage von Nathaniel Hawthorne
Kamera: Ellis W. Carter
Schnitt: Grant Whytock
Musik: Richard LaSalle
Länge: ca. 116 Min.
Freigabe: SK 16
Darsteller: Vincent Price, Sebastian Cabot, Brett Halsey, Beverly Garlane, Beverly Garland, Richard Denning, Mari Blanchard, Joyce Taylor, Abraham Sofaer, Jacqueline deWit, Jacqueline De Witt, Edith Evanson, Floyd Simmons

Der Film ist in drei Episoden gesplittet, die auf einer Grundlage des amerikanischen Schriftstellers Nathaniel Hawthorne beruhen. Die Geschichten sind folgendermaßen firmiert:

„Dr.Heideggers Experiment“
"Rappaccinis Tochter"
"Das Haus mit den sieben Giebeln"

Die Episoden befassen sich mit den Themen Leben, Tod und Liebe, sowie Hass, Gier und Angst. Dabei muss man erwähnen, dass „Dr.Heideggers Experiment“ und "Rappaccinis Tochter" recht makaber und morbide zu Werke gehen. "Das Haus mit den sieben Giebeln" stützt sich eher auf ein Gerüst von Gier, Hass und einen Fluch.

Sidney Salkow hat seine Regiearbeit recht gut unterteilt, auch wenn auf Grund manch sehr ausführlicher Dialoge die Zeit ein wenig gestreckt wird, vergehen die annährend 120 Minuten recht schnell, da der Zuschauer gut unterhalten wird. Vincent Price ist zweifelsohne das Zugpferd dieses Films, auch wenn die übrigen Darsteller ihre Sache sehr ordentlich machen.

Price besinnt sich in den ersten beiden Episoden auf ein für seine Verhältnisse eher zurückhaltendes Spiel, dass er allerdings innerhalb der dritten Episode ablegt und dem von ihm bekannten Overacting verfällt. Dieses soll keine negative Kritik sein, denn wer Vincent Price schätzt (wozu ich mich gern zähle) der weiß worauf er sich einlässt. Die Theatralik als leidenschaftliches Schauspiel. Vereinzelnd vergleichbar mit der Hektik eines Peter Cushing, man denke an die Szene mit der Tarantel innerhalb „Der Hund von Baskerville“. Price hat übrigens kurz nach „Gift des Bösen“ noch einmal mit Sidney Salkow innerhalb „The last Man on Earth“ zusammengearbeitet.

Die drei Episoden die „Gift des Bösen“ präsentiert, werden innerhalb den ihnen gebührenden und erwarteten Räumlichkeiten präsentiert, ebenso werden die Außenaufnahmen im erwarteten Farbglanz praktiziert.

Fazit: Vincent Price hat einige wesentlich bessere Filme abgeliefert, hier sei bezüglich des Episodenfilms natürlich „Der grauenvolle Mister X“ erwähnt. Trotzdem sei auch dieser Film den Freunden des Genres und vor allem den Fans von Vincent Price ans Herz gelegt.


7/10
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Re: Das Gift des Bösen - Sidney Salkow

Beitragvon buxtebrawler » 27. Dez 2011, 01:00

Warum erscheint dieser Film endlich auf DVD und niemand sagt mir Bescheid?! :o

Vincent Price in einem Episodenhorror? Flugs in den Warenkorb gewandert!
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Das Gift des Bösen - Sidney Salkow

Beitragvon dr. freudstein » 13. Feb 2012, 00:30

Oh ja, sehr feine und knuffige Sache. Allein diese schönen Farben erhöhen den Wohlfühlfaktor. Der Price ist heiss wie eh und je, den mag ich und ich würde mir gerne alle Filme, in denen er mitspielt anschaffen. Auch ich habe vor, mir ein Lebenswerk zu schaffen.

Die erste Episode gefiel mir am besten, einfach rührend, zunächst. Denn dann entpuppte sich eine Lebenslüge, wie so oft ist Liebe mit ihm Spiel. Grandios.

Die zweite gefiel mir nicht so sehr, war mir etwas zu seicht und zu kitschig und Vincent Price konnte nicht wie gewohnt gut aufspielen.

Die dritte war die zweitbeste, wieder böser und spielte auch wieder in einem Gebäude nach meinem Geschmack. Ich würde mir ja am liebsten ein altes Schloss einrichten, falls ich das noch nicht erwähnt hatte.

In allen 3 Folgen gehts um die Moral. Um ein falsches Spiel bei der Liebe, um ein Verbot der Liebe als Schutzmaßnahme und um Habgier. Alles in allem ein wunderschönes Filmvergnügen, wenn auch nicht von der allerbesten Sorte im Vergleich, aber spielt immer noch ziemlich weit oben mit. Durchschnittsbewertung

7/10
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Re: Das Gift des Bösen - Sidney Salkow

Beitragvon buxtebrawler » 21. Feb 2012, 20:46

„Nichts treibt einen Mann gewaltsamer und schneller zum Erfolg oder in den Untergang als die Liebe einer Frau.“

Noch vor „The Last Man on Earth“ drehte US-Regisseur Sidney Salkow im Jahre 1963 mit dem unvergleichlichen Vincent Price („Der Hexenjäger“) einen Episodenhorrorfilm nach Erzählungen Nathaniel Hawthornes. Der Film umfasst die Episoden „Dr. Heideggers Experiment“, „Rappaccinis Tochter“ und „Das Haus mit den sieben Giebeln“. Der Stil des Films und auch der ursprünglich in der gleichen Epoche entstandenen Geschichten erinnert dabei stark an Roger Cormans erfolgreiche Edgar-Allan-Poe-Adaptionen, für die dieser ebenfalls Vincent Price gewinnen konnte. Möglicherweise also in Cormans Fahrwasser entstanden, bietet Salkow drei Mal kurzweiligen Gothic-Grusel der alten Schule.

In „Dr. Heideggers Experiment“ scheint es zunächst um eine langanhaltende Männerfreundschaft zu gehen. Galant und stilvoll unterhalten sich zwei gutsituierte ältere Herren über ihr bisheriges Leben. Während Dr. Heidegger (Sebastian Cabot, „Die Zeitmaschine“) nie über den Tod seiner geliebten Frau hinwegkam, die in einer Gruft im Garten bestattet wurde, redet Alex Medbourne (Vincent Price) ihm gut zu. Doch durch eine der Wissenschaft unbekannte Flüssigkeit, die den Leichnam der Frau Heideggers in Ihrem Sarg konserviert hat, scheint plötzlich nicht nur der Traum ewiger Jugend zum Greifen nahe, auch beabsichtigt Heidegger, seine Frau auf diese Weise ins Leben zurückzuholen. Scheinbar gelingt das Experiment, offenbart jedoch ein lange unausgesprochenes, bitteres Geheimnis, das die Freundschaft der Herren in einem gänzlich anderen Licht erscheinen lässt… Für diese Episode wurde verstärkt mit Make-up-Effekten gearbeitet, um gekonnt die Illusion unterschiedlicher Altersstufen ihrer Protagonisten zu erzeugen. Getragen wird sie von ihren beiden männlichen Darstellern, die mit ihrer sonoren Art durch die Episode führen, bis ein morbides Finale zunächst eine Lebenslüge entlarvt und schließlich trotz des Elixiers unweigerlich in Tod und Verderben mündet. Meines Erachtens die beste der drei Episoden. Relativ zügig erzählt und stimmig inklusive düsterer, verzweifelter Romantik und charmanter Spezialeffekte inszeniert.

In „Rappaccinis Tochter“ trifft eine klassische Liebestragödie um zwei Liebende, die nicht zueinander finden dürfen und können auf Mad-Scientist- bzw. passender: Mad-Florist-Grusel. Rappaccini (Vincent Price) lebt zurückgezogen mit seiner Tochter Beatrice (Joyce Taylor, „Atlantis, der verlorene Kontinent“), die er wie eine Gefangene hält, seit er sie mit einer Pflanze vergiftete. Diese Vergiftung führt dazu, dass alle Lebewesen, die Beatrice berührt, sterben. Als sich Giovanni (Brett Halsey, Auszüge aus einer interessanten Filmographie: „Die Rache des Ungeheuers“, „Die Rückkehr der Fliege“, „Auf U-17 ist die Hölle los“, „When Alice Broke the Mirror“) in Beatrice verliebt, vergiftet Rappaccini ihn ebenfalls, damit er mit Beatrice – und nur mit ihr – zusammen sein kann. Ein ungetestetes Gegengift treibt die Tragödie schließlich auf die Spitze. Eher märchenhaft-kitschig fiel diese Variante eines klassischen Schmachtfetzens zum Thema „goldenener Käfig“ aus, deren phantastische Elemente weniger gruselig, dafür umso konstruierter und eigenartiger wirken. Neben Price‘ bewährtem Schauspiel sind es die hübsche Joyce Taylor sowie die trügerische Idylle des bunten, fremdartigen Gartens, die diese Episode sehenswert machen.

Zurück zum Horror geht es mit „Das Haus mit den sieben Giebeln“, der letzten und am stärksten an Cormans Poe-Adaptionen erinnernden Episode. Gerald Pyncheon (Vincent Price) sieht sich mit einem uralten Familienfluch konfrontiert, der ihn aber trotzdem nicht von seiner Habgier abhalten lässt. Der von seinen Urahnen unrechtmäßig angeeignete Besitz wird ihm schließlich zum Verhängnis, die Suche nach einem verborgenen Schatz im Inneren des Gemäuers besiegelt auch sein Schicksal. Uralte, unausweichliche Familienflüche werden hier mit Geistererscheinungen, Besessenheit und schließlich einem fulminanten, stark visuellen Finale, in dem eine Knochenhand, die sich Price an die Kehle hält und dabei tut, als würde er erwürgt, vermengt. Price darf noch einmal so richtig auf- und die Nebendarsteller an die Wand spielen, während der Zuschauer gespannt ist, in welcher Form das unausweichliche Schicksal auch ihn dahinraffen wird. Hält man lange eine angenehm gruselige Stimmung aufrecht, entlocken die arg durchschaubaren Tricks gegen Ende jedoch eher ein Schmunzeln, statt kalte Schauer über den Rücken zu jagen. Am Charme der Inszenierung ändert das indes nicht viel und mit etwas Phantasie darf man sich durchaus wohlig gruseln, wenn das unheilschwangere Ambiente seine Besucher nach und nach zu instrumentalisieren scheint.

Allen Episoden gemein sind die wunderbaren, prachtvollen Farben, die liebevoll gestalteten, wenn auch nicht ganz an Cormans opulentes Niveau heranreichenden Kulissen sowie Schauspieler, die in ihrem Element sind und die moralitätischen Geschichten vermitteln. Sehr nett auch das „Drumherum“ wie eine animierte Knochenhand, die zwischen den Episoden in einem Buch umblättert und damit späteren Episodenfilmen wie z. B. „Creepshow“ bereits vorausgewesen sein dürfte.

Für Price-, Episoden- und Gothic-Horror-Freunde Pflichtprogramm, für alle anderen ein wunderbar altmodischer Grusler, der mit einer sehr guten, einer eher durchschnittlichen und einer guten Episode unterm Strich einen rundum gelungenen Eindruck macht.
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Re: Das Gift des Bösen - Sidney Salkow

Beitragvon buxtebrawler » 26. Okt 2015, 23:29

Erscheint voraussichtlich am 30.10.2015 bei Ostalgica erneut auf DVD:

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Extras:
- Beispiel alte Bildfassung
- Rappaccinis Tochter; Das Musical
- 2 Szenen, Original Trailer
- Wendecover, Posterbooklet, Texttafel Vincent Price, Programmtipps

Quelle: http://www.ofdb.de/view.php?page=fassun ... &vid=65721
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