A Christmas Horror Story - Harvey, Hoban, Sullivan (2015)

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A Christmas Horror Story - Harvey, Hoban, Sullivan (2015)

Beitragvon jogiwan » 18. Dez 2017, 08:23

A Christmas Horror Story

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Originaltitel: A Christmas Horror Story

Herstellungsland: USA / 2015

Regie: Grant Harvey, Steven Hoban, Brett Sullivan

Darsteller: George Buza, Percy Hynes White, Rob Archer, Jeff Clarke

Story:

In dem kleine Ort Bailey Downs geschah vor einem Jahr genau an Heiligabend ein schrecklicher Ritualmord in einem ehemaligen Kloster und eine Handvoll Jugendlicher macht sich ein Jahr später auf den Weg um vor Ort zu recherchieren und kommt der Wahrheit näher als sie eigentlich wollen. Zur gleichen Zeit ist ein Polizist mit seiner Familie auf der Suche nach einem Weihnachtsbaum und sucht diesen in einem abgesperrten Areal mit schwerwiegenden Folgen. Eine dysfunktionale Familie macht unliebsame Bekanntschaft mit dem Krampus und auch Santa himself hat dieses Jahr schwerwiegende Probleme in seinem Betrieb, bei denen auch nur noch der brachiale Einsatz seines Hirtenstabes hilft.
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Re: A Christmas Horror Story - Harvey, Hoban, Sullivan (2015)

Beitragvon jogiwan » 18. Dez 2017, 08:23

Eigentlich schwer unterhaltsamer Anthologien-Horror, der viereinhalb Geschichten - William Shatner als Radiomoderator ist ja quasi nur Rahmenhandlung – mit mehr oder weniger stark ausgeprägter Weihnachtsthematik zusammenbringt. Die Geschichten mit losem Bezug zueinander werden nebeneinander erzählt, sind hübsch anzusehen, sehr blutig und am Ende gibt es auch noch einen netten Twist, der mir ebenfalls gut gefallen hat. „A Christmas Horror Story“ ist eigentlich genau das spaßige Genre-Ereignis, dass man sich bei so einem Titel erwartet und da kann man als Österreicher auch wohlwollend darüber hinwegsehen, dass der Krampus nun einmal mit Weihnachten nicht viel am Hut hat und in dem amerikanischen Streifen europäische Folklore sehr wüst durcheinander gemischt und neu interpretiert wird. Das Tempo passt, die Geschichten sind halbwegs originell und ein paar nette Schreckmomente gibt es auch, sodass insgesamt für mich ein sehr positiver Anthologien-Horror-Gesamteindruck zurückbleibt. Eigentlich der ideale Film und in die finale Adventwoche zu starten und dem Massaker, pardon… natürlich dem Fest der Liebe entgegenzufiebern.
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Re: A Christmas Horror Story - Harvey, Hoban, Sullivan (2015)

Beitragvon supervillain » 18. Dez 2017, 09:55

Mir macht es langsam echt Angst, dass ich scheinbar mit solchen Genre Produktionen nicht mehr viel anfangen kann, wie bereits gesagt, habe ich ja mit "Tales of Halloween" ein ähnliches Problem. Hoffentlich gibt sich das mal wieder. :(
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Re: A Christmas Horror Story - Harvey, Hoban, Sullivan (2015)

Beitragvon jogiwan » 18. Dez 2017, 10:05

supervillain hat geschrieben:Mir macht es langsam echt Angst, dass ich scheinbar mit solchen Genre Produktionen nicht mehr viel anfangen kann, wie bereits gesagt, habe ich ja mit "Tales of Halloween" ein ähnliches Problem. Hoffentlich gibt sich das mal wieder. :(


Tröste dich, ich konnte mit "Holidays - Surviving them is hell" nichts anfangen. Aber den hier fand ich recht amüsant und hübsch gemacht. Nichts Herausragendes, nix Weltbewegendes - aber solide Genre-Kost für Zwischendurch. Und ein paar Euro hab ich auch noch gespart, weil Netflix! Vielen Dank auch nochmals für den Streaming-Tipp! :nick:
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Re: A Christmas Horror Story - Harvey, Hoban, Sullivan (2015)

Beitragvon Blap » 19. Dez 2017, 10:03

Inzwischen mit dem Blutbiest geschaut, ich fühlte mich gut unterhalten, die Dame ist zwischendurch eingeschlafen. :lol:
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Re: A Christmas Horror Story - Harvey, Hoban, Sullivan (2015)

Beitragvon buxtebrawler » 5. Jan 2018, 19:23

www.youtube.com Video From : www.youtube.com
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: A Christmas Horror Story - Harvey, Hoban, Sullivan (2015)

Beitragvon supervillain » 5. Jan 2018, 23:08

straight kacke! :lol:
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Re: A Christmas Horror Story - Harvey, Hoban, Sullivan (2015)

Beitragvon buxtebrawler » 6. Jan 2018, 21:10

„Bei Weihnachten geht es doch um Vergebung und Familie und Tradition! Wenn man nur daran glaubt und die Magie zulässt, dann... dann erfüllt sie dich!“

Auch die Untergattung des Weihnachtshorrorfilms hat nun ihren Episodenfilm: Die US-Produktion „A Christmas Horror Story“ aus dem Jahre 2015, umgesetzt vom Regio-Trio Grant Harvey („Ginger Snaps III: Der Anfang“), Steven Hoban („Darknet“) und Brett Sullivan („Ginger Snaps II: Entfesselt.“) – zwei der „Ginger Snaps“-Regisseure also zusammen mit einem Neuling seines Fachs, der jedoch als Produzent in Erscheinung trat – u.a. auch jener „Ginger Snaps“-Filme sowie des „Black Christmas“-Remakes. Es handelt sich um eine Direct-to-DVD/Blu-ray/VoD-Produktion, die ihren „Ginger Snaps“-Bezug auch im fiktionalen Handlungsort verdeutlicht, der aus eben jener Trilogie bekannt ist.

„Ich saug‘ dir dein dreckiges Gehirn aus, du Weihnachtsfotze!“

An Weihnachten führt Radiomoderator Dangerous Dan (William Shatner, „Raumschiff Enterprise“) in der US-Kleinstadt Bailey Downs durch das Rundfunkprogramm und betrinkt sich, während die Studenten Dylan (Shannon Kook, „Dirty Singles“), Ben (Alex Ozerov, „Coconut Hero“) und Molly (Zoé De Grand Maison, „Bad Hair Day“) sich zwecks heimlichem Dokumentarfilmdrehs Zutritt zu ihrer alten Schule verschaffen, in der ein Dämon sein Unwesen treibt, der Krampus (Rob Archer, „Kick-Ass 2“) es auf eine heuchlerische Familie abgesehen hat, einem Paar (Olunike Adeliyi, „Saw 3D – Vollendung“ und Adrian Holmes, „Schrei, wenn Du kannst“) beim Baumschlagen ein unheimliches Wechselbalg (Orion John) untergejubelt wird und der Weihnachtsmann (George Buza, „Das Gehirn“) höchstpersönlich gegen seine zombifizierten Elfen splattern muss – gnadenbringende Weihnachtszeit? Nicht in Bailey Downs…

„A Christmas Horror Story“ ist wie ein blutbesudelter bunter Weihnachtsteller: Abwechslungsreich und hübsch durcheinander, denn die einzelnen Geschichten werden nicht nacheinander, sondern abwechselnd stückweise erzählt, was ich so bisher kaum kannte, hier aber ausgesprochen gut funktioniert. Dangerous Dan wird von seinem weihnachtshassenden Kollegen Norman im Studio alleingelassen und ist fortan für so etwas Ähnliches wie die Rahmenhandlung zuständig, die mit ihrem Radio-Setting angenehm an „The Fog“ o.ä. erinnert. Nun bin ich alles andere als ein Trekkie, schätze Shatner aber für seine Fähigkeit zur Selbstironie und dafür, sich auch immer mal wieder für Horrorfilme zur Verfügung zu stellen. Elf Shiney (Ken Hall, „Patch Town“) jedenfalls erleidet nicht nur einen einfachen Weihnachtswerkstattkoller, wie es zunächst den Anschein hat, sondern zombifiziert, infiziert alle Kollegen und führt Krieg gegen den Weihnachtsmann, der sich sehr erfolgreich zur Wehr setzt, so dass ein wahres Blutbad seinen Lauf nimmt.

Während jene Episode noch in Richtung schwarzen, makabren Humors tendiert, verschlägt es die Studenten in ein waschechtes Haunted House. Hintergrund ihrer dokumentarfilmerischen Tätigkeiten sind zwei Mordfälle vom letztjährigen Weihnachtsfest und tatsächlich stoßen sie auf einen verlassenen Gebäudeteil, der ehemals zu einem Kloster gehörte. Diese Episode arbeitet mit Versatzstücken des Found Footage sowie mit Jump Scares, erzählt vor allem aber eine fiese Geschichte, die mit ein wenig Abstraktionsvermögen fast als zynische, blasphemische Allegorie auf die klassische Krippengeschichte aus der christlichen Mythologie betrachtet werden kann.

Sogar noch etwas gruseliger ist die Geschichte um das Wechselbalg, also das unbemerkte Austauschen eines Kinds gegen einen ihm äußerlich gleichenden Dämon. Kinder können ja so gruselig sein, insbesondere, wenn sie plötzlich nicht mehr sprechen, aber über übernatürliche Fähigkeiten verfügen und ausgesprochen aggressiv werden. An Weihnachten wirkt manch Kind wie ausgewechselt und nach dem Fest werden häufig Geschenke umgetauscht – möglicherweise verknüpfte man diese beiden Aspekte für den Rückgriff auf den Wechselbalg-Mythos und dessen Inbezugsetzung zum Weihnachtsfest…

Leben die beiden letztgenannten Episoden in erster Linie von ihrer unwohligen Gruselstimmung, geht es beim Krampus wieder blutig zu. Der gehörnte, hierzulande gar nicht allzu bekannte (jedoch 2015 von Michael Dougherty in Szene gesetzte) Unhold des Nikolaus‘ sieht imposant aus und wird zum Mittelpunkt der moritatischsten, moralischsten Episode des Films, die die Auslöschung einer ganzen wenig intakten Familie vorsieht. Der fast vergessene Bestrafungskult, der dem Weihnachtsfest durch Knecht Ruprecht, den Weihnachtsmann als Quasi-Symbiose aus Nikolaus und Ruprecht und eben den Krampus innewohnt, wird hier einmal konsequent durchexerziert und damit an den brutalen Teil der Mythologie erinnert. Die eine oder andere Episode wird zum Filmende schließlich überraschend zusammengeführt und wartet mit einer unvorhersehbaren Wendung und Pointe auf, bevor die Punkband „The Snots“ die ihnen eigene Interpretation von „Jingle Bells“ im Abspann zum Besten geben darf.

Der stilistisch wie so viele Episodenfilme an Horror-Comic-Verfilmungen erinnernde „A Christmas Horror Story“ bietet klassische Genre-Unterhaltung der gehobenen, weil gemütlichen und ungemütlichen Art zugleich und geht in Sachen Schauspiel und Ausstattung voll in Ordnung. Das Kamerateam darf sich mit einigen coolen Kamerafahrten und -perspektiven beweisen und die fünf Drehbuchautoren verderben nicht etwa den Plätzchenteig, sondern liefern den Rohstoff, aus dem die Regisseure mitunter sogar richtig spannende, sich Zeit nehmende Kurzfilme machen, deren Gruselgehalt letztlich auch höher ausfiel, als ich zuvor angenommen hatte. Rundum gelungen. Freue, freue dich, O Christenheit!
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