O Brother, Where Art Thou? - Joel & Ethan Coen (2000)

Moderator: jogiwan

O Brother, Where Art Thou? - Joel & Ethan Coen (2000)

Beitragvon untot » 29. Dez 2010, 01:31

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Originaltitel: O Brother, Where Art Thou?

Herstellungsland: USA, Frankreich, Großbritannien

Erscheinungsjahr: 2000

Regie: Joel Coen, Ethan Coen

Darsteller: George Clooney, John Turturro, Tim Blake Nelson, John Goodman, Holly Hunter,
Chris Thomas King, Charles Durning, Del Pentecost, Michael Badalucco, J.R. Horne, Brian Reddy,
Wayne Duvall...

Inhalt:
Mitten in der Depressionszeit, mitten in Mississippi, mitten in einem Maisfeld: Angeführt von dem redegewandten Everett Ulysses McGill gelingt drei Häftlingen die Flucht aus einer Sträflingskolonne.
Everett hat seine Kumpanen Delmar und Pete mit der Aussicht auf einen sagenhaften Goldschatz zur Flucht überredet.
Doch zunächst hat das chaotische Trio noch ganz andere Sorgen - denn auf ihrem Weg in die Freiheit warten jede Menge seltsame Zeitgenossen auf sie.
Da wären zum Beispiel verführerische Sirenen, die am Flussufer lauern, ein einäugiger Bibelverkäufer, dem man besser nicht trauen sollte und der blinde Chef einer Plattenfirma, bei dem das Trio so ganz nebenbei den Überraschungshit des Jahres aufnimmt.
Als schließlich Delmar und Pete erfahren, dass der versprochene Goldschatz gar nicht existiert, sondern Everett nur schnellstens zu seiner Ex-Frau Penny will, um deren neuerliche Hochzeit zu verhindern, sitzen die drei erst so richtig in der Tinte...

Fazit:
"O Brother, Where Art Thou?" ist ein Road Movie der etwas anderen Art, aberwitzig, kurzweilig, durchgeknallt und unglaublich liebenswert!
Einer der besten Streifen von den Coen Brothers, neben "The Big Lebowski", wie ich finde.
UND der Soundtrack ist absolut grandios, beste Südstaaten Mucke, Hillbilly, Country, Blues und Gospel, einfach spitzenklasse! :thup:
Wer diesen Film noch nicht kennt, dem sei er hiermit wärmstens empfohlen!

Lieblingszitat:
"Ein Stück Ratte, Everett?"

8,5/10

www.youtube.com Video From : www.youtube.com
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Re: O Brother, Where Art Thou? - Coen Brothers

Beitragvon buxtebrawler » 3. Jan 2017, 17:57

„Ein Narr ist, wer nach Logik in den Kammern des menschlichen Herzens sucht!“

Nach ihrer Kult-Komödie „The Big Lebowski“ hieß der nächste Streich der Coen-Brüder Joel und Ethan „O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi-Odyssee“, eine sich an Homers klassischer Odyssee orientierende, in den US-Südstaaten der 1930er Jahre angesiedelte Abenteuerkomödie.

Kettensträfling Ulysses Everett McGill (George Clooney, „Return to Horror High“) hat in nur vier Tagen einen wichtigen Termin, dessen Wahrnehmung durch seine weitere Inhaftierung empfindlich gefährdet wird. Mit dem ausgedachten Verweis auf einen vermeintlichen Goldschatz überredet er seine geistig etwas schlichteren Mithäftlinge Delmar (Tim Blake Nelson, „Fido - Gute Tote sind schwer zu finden.“) und Pete (John Turturro, „Leben und Sterben in L.A.“), mit ihm gemeinsam die Flucht anzutreten. Es folgt eine Odyssee quer durch Mississippi, die das Trio in eine Reihe verrückter Abenteuer verstrickt: Zusammen mit einem schwarzen Gitarristen nimmt man eine Hitsingle auf, tritt gegen einen „Zyklopen“ (John Goodman, „The Big Lebowski“) an, muss sich vor „Sirenen“ an einem Fluss retten, hilft bei einem Bankraub aus und schlägt sich mit Zwergen sowie dem Ku-Klux-Klan herum…

Glänzte man im Vorgängerfilm noch mit dem trockenen Humor des Dudes, der aufbrausenden Cholerik eines John Goodman und viel Situationskomik in einer detailreich ausgeschmückten Handlung, hetzt „O Brother, Where Art Thou?“ seine Protagonisten von einer Situation zur nächsten, dabei grob die Stationen Odysseus‘ persiflierend, und setzt auf ein permanentes Overacting George Clooneys, der damit zwar seine komödiantischen Qualitäten unter Beweis stellt, jedoch weit davon entfernt ist, ein ähnliches Profil wie beispielsweise Jeff Bridges zu entwickeln. Dieser Film ist eine hochgradig alberne Aneinanderreihung von Einzelszenen, die bemüht mit einem roten Faden verbunden werden und sich neben ihrer Starbesetzung allzu sehr auf die durchaus aufwändig auf ‘30er getrimmte Ausstattung und das Herumreiten auf Südstaaten-Klischees verlassen. So zieht sich ein penetranter Country-Soundtrack mit zahlreichen Gesangseinlagen durch den Film, bis die Ohren bluten und bleibt nach der Odyssee vor allem ein Eindruck zurück: Auch die Orientierung an antiker Literatur schützt nicht vor Holzhammer-Humor, der (in diesem Falle) so gar nicht meiner ist, wenn sich auch manch belesen schätzender Rezipient wissend-überlegen ins Fäustchen lachen und sich darüber freuen mag, dass er wieder eine Anspielung mehr erkannt hat, als es ungebildetere Zuschauer evtl. vermögen – wohlweislich übersehend, dass dies den Film leider kein Stück besser macht.

Zugutehalten lässt sich indes die antirassistische Aussage des Films ebenso wie die schauspielerische Leistung Nelsons und Turturros als backpfeifengesichtige Dämlacks, während Clooney seinen Pomaden-Running-Gag überzustrapazieren angehalten ist. „O Brother, Where Art Thou?“ ist ein überkandidelter und -ambitionierter Comic mit realen Schauspielern, der sich an ein Hochglanz-Mainstream-Publikum richtet, aber leider keine Komödie, die meinen Geschmack trifft – dafür fehlen Feinsinn, Tiefgang oder schlicht der gewisse Pfiff, evtl. auch einfach Radikalität oder echte Überraschungen.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: O Brother, Where Art Thou? - Coen Brothers

Beitragvon ugo-piazza » 3. Jan 2017, 18:12

buxtebrawler hat geschrieben:
Kettensträfling Ulysses Everett McGill (George Clooney, „Return to Horror High“) hat in nur vier Tagen einen wichtigen Termin, dessen weitere Inhaftierung seine Wahrnehmung empfindlich gefährdet.


Irgendwie erschließt sich mir der Sinn dieses Satzes nicht. :?
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: O Brother, Where Art Thou? - Coen Brothers

Beitragvon Akasava_Teufel » 3. Jan 2017, 20:03

Ist halt ein kleiner Dreher. Es müsste"dessen Wahrnehmung seine weitere Inhaftierung gefährdet". Wobei das Passiv vielleicht eindeutiger wäre, da dort unmissverständlich klar gemacht werden kann, dass die Inhaftierung den Termin gefährdet und nicht andersrum :pfeif: :kicher:
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Re: O Brother, Where Art Thou? - Coen Brothers

Beitragvon karlAbundzu » 4. Jan 2017, 09:15

@bux Kann das sein, das die Musik dich so nervte, dass du ein tendentiell eher negativen Blick auf den Film geworfen hast? (geht mir oft so, da brauch nur Enya zu laufen und meine Augenbrauen ziehen sich zusammen) Ich finde ja den Humor ja vielschichtiger (und auch differenter im Ganzen) als im Big Lebowski. Dieser funktioniert ja auch als so "cooler Sprüche Film" wie auch z. B. Blues Brothers. O Brother eher nicht so, der ist an vielen Stellen doch tiefer und überraschender. Ich persönlich mag den Hillbilly - Sound und die Songauswahl und -interpretation ist wirklich sehr gut gelungen.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: O Brother, Where Art Thou? - Joel & Ethan Coen (2000)

Beitragvon purgatorio » 4. Jan 2017, 09:36

ich hab den vor gaaaaanz vielen Jahren mal gesehen. Ich erinnere mich nur, dass ich die Idee toll fand, die Umsetzung aber furchtbar langweilig. An mehr kann ich mich aber auch nicht mehr erinnern. Vielleicht sollte ich dem Film mal eine zweite Chance geben :mrgreen:
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Re: O Brother, Where Art Thou? - Coen Brothers

Beitragvon buxtebrawler » 4. Jan 2017, 12:19

Akasava_Teufel hat geschrieben:Ist halt ein kleiner Dreher. Es müsste"dessen Wahrnehmung seine weitere Inhaftierung gefährdet". Wobei das Passiv vielleicht eindeutiger wäre, da dort unmissverständlich klar gemacht werden kann, dass die Inhaftierung den Termin gefährdet und nicht andersrum :pfeif: :kicher:


Ja, ich habe den Satz noch mal überarbeitet. ;)

@karlschi: Nee, der ganze Film ging mir irgendwie auf die Nerven, der Humor ist anscheinend einfach nicht der meine - im Gegensatz zu "The Big Lebowski", den ich keinesfalls in erster Linie als "Coole-Sprüche-Filme" empfunden habe.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: O Brother, Where Art Thou? - Joel & Ethan Coen (2000)

Beitragvon untot » 7. Jan 2017, 02:21

Immer der Bux. :angst:

Ich hatte den Film erst vor ein paar Tagen, nach langer Zeit mal wieder aufgelegt, er macht immer noch richtig Spaß.
Hier wurde alles richtig gemacht, jawohl ja. :opa: :mrgreen:
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