Blood Diner - Jackie Kong (1987)

Moderator: jogiwan

Blood Diner - Jackie Kong (1987)

Beitragvon horror1966 » 20. Mär 2012, 00:20

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Blood Diner
(Blood Diner)
mit Rick Burks, Carl Crew, Roger Dauer, LaNette La France, Lisa Elaina, Max Morris, Roxanne Cybelle, Sir Lamont Rodeheaver, Dino Lee, The Luv Johnsons, Drew Godderis, Bob Loya, Alan Corona, Deseree Rose, Laurie Guzda
Regie: Jackie Kong
Drehbuch: Michael Sonye
Kamera: Jürg V. Walther
Musik: Don Preston
FSK 16
USA / 1987

Die Brüder Michael und George wollen die ägyptische Göttin Sheetar zum Leben erwecken. Dazu brauchen sie viele Körperteile von hübschen Mädchen. Mit Unterstützung durch das wiedererweckte Gehirn ihres verrückten Onkels Anwar verfüttern sie, alles was sie nicht gebrauchen können, sehr erfolgreich an die Gäste ihres vegetarischen Restaurants. Ziel ist, die Göttin auf einem furiosen Fest auferstehen zu lassen.


So abgedreht sich auch die Inhaltsangabe zu diesem Film anhört, so abgedreht ist auch der ganze Film an sich, denn hier bekommt man es mit einer herrlichen 80er Jahre Horror-Komödie zu tun, die einem das typische Feeling dieser Zeit direkt ins Wohnzimmer liefert. Was Regisseur Jackie Kong hier fabriziert hat, ist so wunderbar trashig und witzig in Szene gesetzt worden, so das nicht nur ältere Semester ihre helle Freude an diesem Werk haben dürften. Von der ersten Minute an wird der Zuschauer mit einer absolut dämmlichen, aber perfekt umgesetzten Geschichte konfrontiert, die äusserst schrill und bunt erscheint und so nahezu perfekt das so beliebte 80er Jahre Gefühl erzeugt. Wilde Frisuren und bunte Klamotten gehören ebenso dazu, wie der teilweise vollkommen abgedrehte Humor dieser Zeit-Dekade.

Wer jetzt aber denkt, das er hier lediglich kurzweilig und extrem trashig unterhalten wird, der befindet sich auf dem Holzweg, denn auch in Sachen Härte hat "Blood Diner" eine ganze Menge zu bieten, so das man von einem Gesamtpaket sprechen kann, das in allen Belangen überzeugt und so beste und kurzweilige Unterhaltung für den geneigten Horror-Fan darstellt. Es ist einfach toll, die teils sehr skurrilen Charaktere zu begleiten, wobei insbesondere die beiden Brüder Michael und George herausstechen, die ganz einfach alles dafür tun, damit die ägyptische Göttin Sheetar wieder zum Leben erweckt werden kann. Dabei geraten sie in die abwegigsten Situationen, die beim Zuschauer doch für so manchen herzhaften Lacher sorgen und den Trashgehalt des Films noch zusätzlich unterstützen, obwohl dies eigentlich gar nicht nötig wäre, da hier ganzzeitig Trash der feinsten Sorte geboten wird.

Nun sollte man allerdings nicht einen Spannungsbogen im herkömmlichen Sinne erwarten, denn echte Spannung baut sich zu keiner Zeit auf. Das fällt aber keineswegs negativ auf, denn dafür ist die Geschichte von ihrer Machart her auch überhaupt nicht ausgelegt. Im Vordergrund steht ganz eindeutig der Fun-Faktor und der reine Unterhaltungswert, wobei beide Komponenten äusserst hoch angesiedelt sind und so für erstklassige Unterhaltung im besten 80er Jahre Stil stehen. Man braucht sich keinerlei Gedanken über den Sinn oder Unsinn der vorliegenden Geschichte zu machen, sondern kann sich vollkommen entspannt zurücklehnen und sich herrlich seicht berieseln lassen.

Letztendlich stellt "Blood Diner" eine charmante und trashige Horror-Komödie dar, die keinerlei Anspruch auf besonders intelligente Filmkost erhebt, es geht letztendlich nur darum, den Genre-fan möglichst witzig und streckenweise sehr blutig zu unterhalten. Und genau das tut dieser Film im Look der goldenen 80er und reiht sich so nahtlos in die Reihe der unzähligen guten Horrorfilme ein, die diese Zeit hervorgebracht hat.


Fazit:


Hier zählt nur Eines und das ist unterhaltsamer Horror-Spaß von der ersten bis zur letzten Minute. Aberwitziger Humor und skurrile Charaktere sorgen dafür, das man phasenweise aus dem Lachen nicht mehr herauskommt. Und wie es sich für einen ordentlichen Horrorfilm gehört, gibt es selbstverständlich auch einige härtere Passagen, die aber durch den vorhandenen Humor gar nicht einmal so hart wirken, da man sie aus einer vollkommen anderen Sichtweise betrachtet, als wenn man es mit einem ernsten Horrorfilm zu tun hätte.


7/10
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Re: Blood Diner - Jackie Kong

Beitragvon buxtebrawler » 20. Mär 2012, 00:34

Puh, den hab ich als eher nervig und gezwungen "lustig" in Erinnerung, ist aber eine Ewigkeit her. Sollte ich evtl. mal eine zweite Chance einräumen.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Blood Diner - Jackie Kong

Beitragvon horror1966 » 20. Mär 2012, 00:38

buxtebrawler hat geschrieben:Puh, den hab ich als eher nervig und gezwungen "lustig" in Erinnerung, ist aber eine Ewigkeit her. Sollte ich evtl. mal eine zweite Chance einräumen.


Kann ich durchaus nachvollziehen, der vorhandene Humor ist nicht unbedingt jedermanns Sache. Dennoch finde ich den Film sehr charmant und unterhaltsam.
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Re: Blood Diner - Jackie Kong

Beitragvon buxtebrawler » 23. Feb 2015, 22:53

Erscheint voraussichtlich am 27.03.2015 bei cmv-Laservision auf Blu-ray:

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Auf www.trashcollection.de ist zu lesen: "Der Film erscheint auf dem neuen CMV-Sublabel NEW VISION & parallel dazu als Sonderauflage in auf 99 Stück limitierter und durchnummerierter Hochglanzbox in unserer geliebten TRASH COLLECTION."
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Blood Diner - Jackie Kong

Beitragvon buxtebrawler » 20. Apr 2015, 22:04

Erscheint voraussichtlich am 24.04.2014 bei cmv Laservision im auf 250 Exemplare limitierten Mediabook noch einmal auf Blu-ray:

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Quelle: http://www.ofdb.de/view.php?page=fassun ... &vid=62247
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Blood Diner - Jackie Kong (1987)

Beitragvon buxtebrawler » 8. Aug 2016, 13:05

Erscheint voraussichtlich am 23.09.2016 bei Centurio noch einmal auf Blu-ray und DVD:

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Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Blood Diner - Jackie Kong (1987)

Beitragvon Arkadin » 15. Jun 2017, 09:38

Als Michael (Rick Burks) und George (Carl Crew) noch Kinder waren, wurde ihnen von ihrem serienmordenden Onkel das Amulett der Göttin Sheetar anvertraut. 20 Jahre später sind beide stolze Besitzer eines Diners für vegetarische Spezialitäten. Sie graben die Leiche ihres Onkels aus und stecken sein noch lebendes Gehirn in ein Glas mit Nährflüssigkeit. Von dort aus fängt es an, ihnen Befehle zu geben. Michael und George sollen Frauen töten, um aus deren Einzelteilen einen Körper für die Göttin zu erschaffen. Was übrig bleibt wird an die Kunden des Diners verfüttert. Währenddessen versuchen die Polizei-Detektive Mark (Roger Dauer) und Sheila (LaNette La France) verzweifelt den Fall der sich häufenden Leichen zu lösen…

„Blood Diner“ weist viele Gemeinsamkeiten mit dem ein Jahr später entstandenen „Hollywood Chainsaw Hookers“ auf. Hier wie dort wird versucht Splatter und Komödie zu mixen, es stand ganz augenscheinlich nicht viel Geld zur Verfügung, und es geht um einen bizarren alt-ägyptischen Kult. Doch im Gegensatz zu „Hollywood Chainsaw Hookers“ will „Blood Diner“ nicht so recht funktionieren. Dies liegt sicherlich teilweise daran, dass keiner der Beteiligten diesen Film irgendwie ernst genommen hat. „Hollywood Chainsaw Hookers“ versuchte sich immerhin noch als Film-Noir-Parodie, die das von ihr persiflierte Genre auch irgendwo respektierte. Auch spürte man bei „Hollywood Chainsaw Hookers“ eine Liebe zum Film und das Bemühen, bei aller Albernheit noch eine richtige Geschichte in einem richtigen Film zu erzählen. Bei „Blood Diner“ hat man hingegen das Gefühl, an einem hysterischen Kindergeburtstag teilzuhaben, der langsam aber sicher vollkommen aus dem Ruder läuft.

Sicherlich hatten die Beteiligten auch hier ihren Spaß, aber es scheint so sehr der eigene Spaß im Vordergrund zu stehen, dass dieser nicht so recht überzuspringen vermag. „Blood Diner“ wurde zwar für das kurzlebige B-Film-Label PMS Filmworks produziert, doch man fühlt sich zu jeder Sekunde an die Sachen erinnert, die Troma in den 80ern auf den Markt warf. Die Darsteller überbieten sich im chargieren. Einer ist schlimmer als der andere, alle scheinen unter einem Bewegungs- Tourette zu leiden. Die Gags pendeln zwischen pubertär und geschmacklos, ohne dabei eine anarchistische Note zu haben. Alles ist nur vollkommen überdreht und krampfhaft auf Provokation getrimmt. Man fühlt sich so etwas an einen Teenager erinnert, der seiner Umwelt beweisen muss, wie cool er ist, indem er sich penetrant daneben benimmt – und dabei alles andere als cool wirkt, sondern viel mehr wie ein verzogenes Gör.

„Blood Diner“ ist vor allem dafür bekannt, dass er einer der wenigen Splatterfilme ist, die von einer Frau – Jackie Kong – inszeniert wurden. Womit der Film beweist, dass hysterisch pubertärer Humor kein alleiniges Vorrecht der Männer ist. Gedacht war „Blood Diner“ ursprünglich als Sequel zu Herschell Gordon Lewis‘ Splatter-Urvater „Blood Feast“, und obwohl dies schon bald zugunsten einer eigenständigen Splatterkomödie verworfen wurde, sind noch rudimentäre Elemente aus „Blood Feast“ enthalten. Somit würde sich „Blood Diner“ als gutes Double-Feature mit „Blood Feast“ anbieten. Auch um einmal zu sehen, was der Unterschied zwischen originärem „Trash“ und gewolltem Trash wie „Blood Diner“ ist. Der eine hat Seele, der andere lässt einen dicken Mann unmotiviert im Strahl kotzen und findet das lustig.

Es muss aber auch festgehalten werden, dass „Blood Diner“ auch seine Fans hat. Sogar das Lexikon des Internationalen Films, welches ansonsten nicht viel mit solcher Art Film anfangen kann, ist voll des Lobes und schreibt: „Mit beißendem, treffsicherem Witz amerikanische Lebensart und -philosophie verhöhnende Horrorfilm-Parodie, die mit Geschick Motive des Trivialkinos rekonstruiert. Eine wüste Satire für ein einschlägig interessiertes Publikum“. Und jogiwan schreibt auf project-equinox: “Blood Diner” bzw. die Geschichte von Drehbuchautor Michael Sonye funktioniert (…) ganz gut, wenn man auf etwas abgeschmackte Horrorfilme mit viel debilen Humor abfährt.“ Das trifft es wohl. Mir jedenfalls hat sich die Begeisterung für den Film trotz deftiger Splatter-Einlagen und viel nackter Haut nicht erschlossen.
Früher war mehr Lametta
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