Amityville Horror - Stuart Rosenberg (1979)

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Amityville Horror - Stuart Rosenberg (1979)

Beitragvon dr. freudstein » 23. Feb 2011, 18:57

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Originaltitel: The Amityville Horror

Herstellungsland: USA / 1979

Regie: Stuart Rosenberg

Darsteller: James Brolin, Margot Kidder, Rod Steiger, Don Stroud, Murray Hamilton, John Larch, Natasha Ryan u.a.

Story:
Die Familie Lutz zieht in dem kleinen Ort Amityville in ein Haus, daß vor vielen Jahren einmal Schauplatz eines Massenmordes gewesen ist. Binnen kürzester Zeit kommt es zu merkwürdigen Vorgängen in dem Gebäude: der Hund versteckt sich im Keller, die Familie kann nicht schlafen, ein Zimmer voller Fliegen kostet einen Priester fast das Leben. Auch Familienvater George Lutz nimmt deutlich aggressivere Züge als bisher an. Eine merkwürdige Stelle in der Kellerwand erweckt das Interesse aller, doch ehe es zu einer Klärung kommt, bereitet das Haus bereits einen großen Schlag gegen die Familie vor...

http://www.ofdb.de/film/746,Amityville-Horror
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Re: Amityville Horror - Stuart Rosenberg

Beitragvon dr. freudstein » 23. Feb 2011, 19:02

Nur 1x vor Ewigkeiten gesehen, zuletzt war das Remake dran (ca. 4-5 Jahre her) Aber für genauere Angaben/Empfindungen reicht es momentan nicht. Ich warte mal Frau Blap'schen Ultrakurzkommentar ab, um abgestorbene Gehirnzellen zu reanimieren ;) Aber auf der oberen Punkteskala liegt er auf jeden Fall und auf der Einkaufsliste steht er auch.
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Re: Amityville Horror - Stuart Rosenberg

Beitragvon dr. freudstein » 23. Feb 2011, 19:17

Nun der wahre Grund für die Eröffnung diesen Filmthreads:

Filmprogramm Deutschland
Beilage zum VAMPIR Nr. 19 / 1980

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Re: Amityville Horror - Stuart Rosenberg

Beitragvon buxtebrawler » 15. Feb 2013, 13:01

„Ein Haus hat nun mal kein Gedächtnis!“ – „Also, ich weiß nicht...“

US-Regisseur Stuart Rosenberg („Ein Mann räumt auf“) verfilmte im Jahre 1979 den Roman „The Amityville Horror“ von Jay Anson, der die Geschichte, die ihm das Ehepaar Lutz erzählt hatte, niederschrieb. Demnach hätten sich im Haus im idyllischen New Yorker Stadtteil Amityville, in dem in einer Novembernacht des Jahres 1974 der 23-jährige Ronald DeFeo Jr. seine sechsköpfige Familie angeblich auf Befehl von „Stimmen“ erschoss, nach ihrem Einzug paranormale, bedrohliche Phänomene derart gehäuft, dass sie bereits nach 28 Tagen die Flucht hätten ergreifen müssen. Das Buch avancierte zum Bestseller und die Geschichte der Lutzens wurde Gegenstand der Sensationsjournalie. Ungeachtet dessen, dass als wahrer Grund für DeFeos Morde eine Versicherungspolice von 200.000 Dollar vermutet und den Lutzens eine enge Verbindung zum DeFeo-Anwalt nachgesagt wird, erfreute sich der Amityville-Spuk großer Beliebtheit und Rosenbergs Haunted-House-Horrorfilm mit Okkult-Versatzstücken trat eine der langlebigsten Genrefilmreihen los.

„Amityville Horror“ versetzt den Zuschauer direkt zu Beginn durch Lalo Schifrins unheimliche Titelmelodie mit Kindergesang in akkurate Gruselstimmung und lässt das Haus mit seinen beleuchteten Fenstern wie ein grimmiges Gesicht erscheinen. Dass man keinesfalls gewillt ist, Klischees möglichst zu umschiffen, stellt unmissverständlich die an ein Jahrhundertunwetter gemahnende Gewitternacht klar, in der die schrecklichen Ereignisse ihren Lauf nahmen – Rückblenden, die immer wieder kurz und unvermittelt – und dadurch erschreckend – eingestreut werden. Dabei scheint zunächst noch alles in Ordnung: Familie Lutz ist nicht sonderlich vermögend, griff aufgrund des für das Grundstück günstigen Preises aber zu und schickt sich an, die recht heruntergekommene Immobilie aufzumöbeln. Ein störender Priester wird sanft von einer Schar Fliegen und einer düsteren Stimme aus dem Anwesen herauskomplimentiert, statt Angst und Schrecken zeigt man uns Katy mit Lolitazöpfen und Fliegen in faszinierenden Ultranahaufnahmen, die sich als Symbol für die finsteren Mächte durch den ganzen Film ziehen.

„Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was damals passiert ist: Teufelsanbetung, Tod, Menschenopfer!“

Allgemein arbeitet die Kamera relativ viel mit Nah- und Detailaufnahmen und taucht das Ambiente in satte, gedeckte Herbstfarben. Ja, optisch macht „The Amityville Horror“ was her, atmosphärisch auch insofern, als er eine Ungemütlichkeit ausstrahlt, die dazu einlädt, sich tief in die Bettdecke zu vergraben und sich von der Gruselmär manchen Schauer über den Rücken jagen zu lassen. Schauspielerisch hingegen gibt es schon zu einem frühen Zeitpunkt Höhen und Tiefen zu verzeichnen: Während James Brolin („Hotel“) seine schleichende Charakteränderung vom liebenden Familienvater zum jähzornigen Lump, der DeFeo immer ähnlicher wird, durchaus subtil vollzieht und allerspätestens gegen Ende mit rot unterlaufenen Augen maximalen Schrecken erzielt, Margot Kidder („Black Christmas“) als Mutter eine grundsolide Leistung mit viel Gekreisch abliefert und Rod Steiger („Anthony“) in seiner Priesterrolle als toller, emotionaler Schauspieler mit einer intensiven Darbietung auftrumpft, gefährdet eine overactende Tante, die zudem auch noch Nonne ist, die angestrebte Ernsthaftigkeit und steht stellvertretend für mehrere Charaktere, die nur seltsam kurz in die Handlung eingeführt werden, um sofort wieder zu verschwinden oder allzu unauffällig zu bleiben. Da wäre zum einen eine Freundin der Familie, die sich als „‘ne Art Medium“ entpuppt und da wären da Kinder, u.a. die mit einer unsichtbaren Freundin sprechenden Tochter, die generell in der Familie wie ein fünftes Rad am Wagen wirkt, um zwei Beispiele zu nennen.

Vieles in „Amityville Horror“ erinnert an Horror-Großtaten wie „Shining“ (unsichtbare Freunde, den Verstand verlierender und aggressiv werdender Vater, der sich plötzlich beängstigend für seine Axt interessiert...), Poltergeist (Indianerfriedhof), „Der Exorzist“ (Papa Lutz‘ voranschreitende Besessenheit) oder auch Psycho (die Streicherklänge während der Schockszene mit den leuchtenden Augen am Fenster), obwohl von den beiden letztgenannten abgesehen die jeweiligen Filme erst später veröffentlicht wurden. Eine kleine Anspielung auf den Vietnam-Überfall verhallte auch nicht ungehört. Doch wer glaubt, es müsse sich daher um einen hochgradig wertvollen Vertreter seiner Zunft handeln, irrt. „Amityville Horror“ leidet unter einer eigenartigen Regie, die den Film nur mäßig spannend inszenierte. Viele unheimliche Szenen, derer es prinzipiell eine Menge gibt, werden nur unzureichend aufgebaut und bestehen in erster Linie aus einzelnen, durchaus wirkungsvollen, wenn auch sehr simpel umgesetzten Bildern, nach denen jedoch schnell – zu schnell – wieder zum Alltag übergegangen wird. Es gibt auch – von den Untaten in den Rückblenden einmal abgesehen – in der filmischen Gegenwart keinen einzigen Toten zu beklagen (das ist nun einmal der Buchvorlage geschuldet); es bleibt bei Spuk und angedeuteter Gefahr, die irgendwie nie so richtig ausbricht. Auf ein packendes Finale, eine Art Showdown oder dergleichen verzichtete man dann auch gleich gänzlich und begnügte sich stattdessen mit der erneuten Verwendung des Gewitter-Klischees.

Einerseits ist es unfassbar, welch ein Potential hier verschenkt wurde, andererseits muss man dem Film aber zugute halten, dass er es trotz allem schafft, nie so richtig langweilig zu werden und der springende Punkt ist letztlich, dass er, nachts allein zuhaus angeschaut, mitunter wirklich gruselig ist, er auf gewisse Weise also tatsächlich funktioniert, eine gewisse Faszination ausstrahlt. Das ist es, was ihn trotz gefühlter Überlange dann doch über den Durchschnitt hinausrettet. Ganz sicher nicht uninteressant ist zudem seine filmhistorische Relevanz, denn immerhin wurde „Amityville Horror“ zu einem echten Knüller, der mehrere Jahre als erfolgreichster Independent-Film galt und dessen inspirativer Einfluss für andere Genrefilmer nicht von der Hand zu weisen ist. Dass der Erfolg vermutlich eher cleverem Marketing denn den filmischen Qualitäten zuzuschreiben ist, habe ich hiermit zu erläutern versucht. Aber: Der Film lädt dazu ein, sich mit einem rätselhaften sechsfachen Mord in den USA näher zu beschäftigen, von dem eine morbide Faszination ausgeht.

„Hier ist der Eingang zur Hölle – verschließt ihn!“ (Hätte man dem Folge geleistet, wären uns vielleicht die bis dato acht (!) Fortsetzungen erspart geblieben...)
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Amityville Horror - Stuart Rosenberg (1979)

Beitragvon Adalmar » 15. Feb 2013, 17:36

Ich finde den Film nicht überragend, das Remake gefällt mir besser (was bei mir relativ selten der Fall ist).

Z. B. den Fliegenpfarrer finde ich einfach lächerlich, daher habe ich mich über die Veralberung bei Scary Movie 2 doch einigermaßen amüsieren können.

buxtebrawler hat geschrieben:rot unterlaufenden Augen

unterlaufenen ;)
Zuletzt geändert von Adalmar am 15. Feb 2013, 17:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Amityville Horror - Stuart Rosenberg (1979)

Beitragvon buxtebrawler » 15. Feb 2013, 17:42

Adalmar hat geschrieben:Ich finde den Film so nicht überragend, das Remake gefällt mir besser (was bei mir relativ selten der Fall ist).

Z. B. den Fliegenpfarrer finde ich einfach lächerlich, daher habe ich mich über die Veralberung bei Scary Movie 2 doch einigermaßen amüsieren können.


Ja, das Remake gefällt mir in diesem Falle auch besser. Der Fliegenpfarrer ist doch putzig. :D

Adalmar hat geschrieben:
buxtebrawler hat geschrieben:rot unterlaufenden Augen

unterlaufenen ;)


Danke! :thup:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Amityville Horror - Stuart Rosenberg (1979)

Beitragvon Adalmar » 15. Feb 2013, 17:45

Am besten gefällt mir im Original übrigens Margot Kidder. Die Szene, in der sie zum Gefallen ihres Gatten halbnackt Ballettübungen macht, ist allerdings eine weitere Seltsamkeit dieses Films.
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Re: Amityville Horror - Stuart Rosenberg (1979)

Beitragvon horror1966 » 15. Feb 2013, 17:59

"Amityville Horror" wird von einigen Leuten als sehr langweilig bewertet, was ich persönlich gar nicht nachvollziehen kann. Im Gegenteil, der Film zählt meiner Meinung nach zu den besten Gruselfilmen überhaupt. Hier gibt es keine großen Härten, oder irgendwelche Splatter - Sequenzen, der Film besticht durch seine, wie ich finde, sehr gute Story und die absolut fantastische Atmosphäre.

Nun gibt es ja viele Filme, in denen sich der Horror in Häusern abspielt, aber dieses hier ist für mich persönlich der beste von allen.Allein, wenn man dieses Haus schon sieht, laufen einem kalte Schauer über den Rücken. Wie ein Gesicht springt einem die Seitenansicht ins Auge und lässt den Zuschauer erschauern. Und die wirklich extrem dichte und bedrohliche Atmosphäre trägt dazu bei, das man hier ein wirklich mehr als gelungenes Grusel - Erlebnis zu sehen bekommt.

Auch ist der Film jederzeit sehr spannend, ich konnte jedenfalls keine Längen erkennen und Langeweile kommt schon einmal gar nicht auf. Wenn man auf Gruselfilme der alten Schule steht, dann ist dieser Film eigentlich absolut ideal. Auch die Darsteller finde ich absolut überzeugend, James Brolin spielt hier wirklich sehr gut und auch Margot Kidder an seiner Seite weiss durchaus zu überzeugen.

Für mich persönlich zählt dieser Film auf jeden Fall zu den absoluten Klassikern des Gruselfilms, aber das mag wohl jeder anders empfinden. Die Nachfolger in der Amityville - Reihe kann man sich allerdings sparen, sie kommen allesamt nicht an das Original heran.




9/10
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Re: Amityville Horror - Stuart Rosenberg (1979)

Beitragvon Onkel Joe » 15. Feb 2013, 22:33

Hier bin ich einer meinung mit euch, das Remake ist um einiges besser.So aus der Erinnerung heraus komme ich auf 5/10.
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Re: Amityville Horror - Stuart Rosenberg (1979)

Beitragvon Die Kroete » 16. Feb 2013, 14:44

buxtebrawler hat geschrieben:
Adalmar hat geschrieben:Ich finde den Film so nicht überragend, das Remake gefällt mir besser (was bei mir relativ selten der Fall ist).

Z. B. den Fliegenpfarrer finde ich einfach lächerlich, daher habe ich mich über die Veralberung bei Scary Movie 2 doch einigermaßen amüsieren können.


Ja, das Remake gefällt mir in diesem Falle auch besser. Der Fliegenpfarrer ist doch putzig. :D



Das Remake besser :?::!:

Mag sein, daß es durchaus besser ausgefallen ist, als in den meisten Fällen, wo die Macher glauben, durch moderne Effekthascherei einen besseren Film entstehen lassen zu können.

Bei Amityville Horror weist sich das Orginal, trotz allem immer noch durch eine bessere Atmosphäre (weil man sie natürlich erzeugt) und bessere Darsteller aus. :thup:

7/10 - Das Original

6/10 - Das Remake
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